Marienfelde

Marienfelde

Softcover
2.65
EmanzipationFrauenroman17.JuniDdr

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Description

Ein hochemotionaler Roman über die Anfänge der Bundesrepublik Deutschland von Corinna Mell – und zugleich die Geschichte unserer Mütter und Großmütter
1952 besucht die 16-jährige Sonja eine Bräuteschule am Wannsee: Ehefrau und Mutter möchte sie werden, wie ihre Eltern sich das wünschen und wie es im Nachkriegsdeutschland die Perspektive für die meisten jungen Frauen ist.. Es ist Sonjas Onkel Helmut, der sich im Osten Berlins für ein freies, gerechteres Deutschland einsetzt, der erste Zweifel weckt. Sollte an seinen Parolen von Gleichheit und der Macht der Arbeiter etwas dran sein? Doch nach der Niederschlagung des Arbeiteraufstands vom 17.Juni 1953 gehen Sonja die Augen auf, und sie flüchtet geschockt und verängstigt zurück nach Westberlin. Voller Hingabe beginnt sie sich im Notaufnahmelager Marienfelde für Menschen einzusetzen, die der DDR den Rücken gekehrt haben, eine Entscheidung, die ihr ganzes weiteres Leben beeinflussen wird.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
480
Price
10.30 €

Author Description

Corinna Mell wurde Ende der fünfziger Jahre in der Nähe von Osnabrück geboren. Ihre berufliche Laufbahn begann im Einzelhandel, und ihre ersten Versuche im kreativen Schreiben machte sie mit knapp 30 Jahren während der Schwangerschaft mit ihrer Tochter.Corinna Mell lebt als freie Autorin in Berlin und in der Nähe von Köln. Ihre Begeisterung für Geschichte und Soziologie hat sie zu diesem Roman inspiriert.

Posts

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Wir begleiten in diesem Buch Sonja Falcke, die mit 16 gerade ihren Schulabschluss gemacht hat und nun eigentlich eine kaufmännische Lehre beginnen möchte. Doch die Eltern drängen sie, erst einmal eine Bräuteschule zu besuchen. Dort lernt sie dann die Menschen kennen, die ihr Leben von Grund auf verändern werden. Im Klappentext wird ein hochdramatisches Szenario versprochen, auf das ich mich eigentlich gefreut hatte. So dramatisch ist das Buch dann aber nicht. Sonja lebt nach dem Krieg mit den Eltern im Westen Berlins, der Vater hat sich einen Fahrdienst aufgebaut und wird dann Leiter eine VW-Autohauses. Der Familie geht es wirtschaftlich nicht schlecht und Sonja hat so gut wie alle Freiheiten sich zu entscheiden, was sie tun möchte. Der Onkel lebt wiederum in Ostberlin und hat sich ganz dem Aufbau des sozialistischen Staates der DDR gewidmet. Als der Aufstand des 17. Junis in Ost-Berlin losbricht, fährt Sonja eigentlich nur aus Neugier dorthin und kann dann mit Hilfe der Westberliner Krankenschwester Ulla knapp den Unruhen entkommen. Ulla arbeitet in Marienfelde und Sonja besucht sie dort. Ich hätte gerne noch mehr über Marienfelde und die Bewohner dort erfahren, aber die Episoden dort sind nur kurz und gehen kaum auf die dort lebenden Flüchtlinge ein. Stattdessen begleiten wir Sonjas Liebeswirren in der Pubertät und später als junge Ehefrau. Das ist gut beschrieben und fängt auch den Geist der fünfziger und frühen sechziger Jahre ein. Auch die Zerrissenheit zwischen dem Wunsch einen Beruf zu erlernen, um selbstständig zu sein und dem, eine gute und brave Ehefrau zu werden, wird dargestellt. Allerdings hätte ich mir da von Sonja mehr Widerstand gegen den zukünftigen Ehemann gewünscht. Als er meint, ihre Berufspläne würden sich ja nur schlecht mit seinen vereinbaren lassen, knickt sie sofort ein und schmeißt den Wunsch nach Selbstständigkeit sofort über Bord. An dieser Stelle hätte man sicherlich mehr aus der Geschichte holen können, das ging mir alles zu flott. An sich war es ein schönes Buch, gut zu lesen und auch spannend, aber mir haben dann doch ein wenig historischen Bezüge gefehlt. Am Ende war es irgendwie nur ein Buch über ein junges Mädchen mit hochfliegenden Träumen, das sich zum braven Ehefrauchen entwickelt. Wer gerne Bücher mit dem Flair der fünfziger Jahre liest, wird hier sicher seinen Spaß finden. Wer mehr über Marienfelde, den 17. Juni und den Mauerbau wissen will, sollte sich etwas anderes suchen.

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Über die Wirren der Liebe und des Lebens in den ersten Jahren nach dem Krieg

Die Charaktere sind gut dargestellt, die Schreibweise so, dass man sich sofort in die Geschichte hineinversetzen kann. Es ist ein sehr persönliches Buch, man begleitet Sonja durch die Jahre nach dem Krieg, während sie vom Teenager zur Frau wird. Dabei steht die Liebe oft im Vordergrund, aber auch die Pflicht und Fleißigkeit.

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Für mich war das nichts. Das mag auch daran gelegen haben, das ich die ganze Handlung als zu seicht empfunden habe. Eher wie eine Seitefenoper, die zufällig ein historisches Setting verpasst bekommen hat. Die ganze Geschichte war mir persönlich zu stark auf die Liebesgeschichte ausgelegt. Das spannende Setting drumherum war einfach nur Beiwerk. Das, weshalb ich den Klappentext interessant fand, wurde mir zu sehr in den Hintergrund gedrängt. Gleichzeitig war mir irgendwie auch die ganze Liebesgeschichte zu oberflächlich. Ich konnte für meinen Teil nicht wirklich mit der Hauptfigur mitfiebern, egal was ihr gerade passierte. Vieles wirkte eher so, als ob jemand bestimmte Themengebiete abgehakt hat, damit das Ganze ja möglichst "authentisch" wirkt. Die historischen Begebenheiten lasen sich für mich allerdings eher wie aus einem Sachbuch und daher oft eher belehrend. Dadurch fügte sich das nicht besonders schön in die Handlung ein. Da mich sowohl die Geschichte selbst als auch eben der historische Aspekt immer weniger überzeugen konnten, habe ich den Roman schließlich abgebrochen. Ich hatte mir einfach mehr Tiefgang erhofft und diesen nicht bekommen. Trotzdem bedanke ich mich für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplars

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