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Großartiger zeitgeschichtlicher Roman
Warum nur habe ich das Buch erst jetzt gelesen?! Von der ersten Seite an war ich gebannt von der Stimmung in Machandel, einem kleinen Dorf in Mecklenburg, das mit verschiedenen Stimmen zu verschiedenen Zeiten beschrieben wird. Natalia, die Ostarbeiterin, die nach Deutschland verschleppt wird und im Gutshaus arbeiten muss. Die Baronin, die zum Ende des Krieges ihre Sachen packt und flieht. Die Vertriebenen, die es nach Machandel verschlägt. Marlene, die sich um ihre sieben Geschwister kümmern muss, bis an ihr ein schwerer Verrat begangen wird. Ein Geheimnis, über das niemand spricht und dem die Hauptfigur Clara Jahre später nachspürt, immer im Bestreben, das Dorf, in dem ihr älterer Bruder geboren wurde, und seine Bewohner besser zu verstehen. Vielleicht auch, um den Vater besser zu begreifen, der als Kommunist im KZ interniert war. Vom Krieg über die DDR-Zeit bis nach der Wende erzählt Regina Scheer vom Schicksal eines Dorfes und seiner Bewohner - atmosphärisch dicht, gefühlvoll und ausdrucksstark. Durch das gesamte Buch zieht sich das Märchenmotiv vom Machandelbaum in verschiedenen Überlieferungen, so dass dem Roman eine zusätzliche poetische Note verliehen wird. Ein wirklich großartiger Roman, der nachfühlen lässt, wie und wofür Menschen in der DDR gelebt haben. Der Traum vom Sozialismus, die Ernüchterung, die Verfolgung. Im Mittelpunkt stehen aber immer die Menschen. Aus literarischer Sicht ist das Regina Scheer deutlich besser gelungen als Christoph Hein mit "Das Narrenschiff".
Sep 23, 2025
Großartiger zeitgeschichtlicher Roman
Warum nur habe ich das Buch erst jetzt gelesen?! Von der ersten Seite an war ich gebannt von der Stimmung in Machandel, einem kleinen Dorf in Mecklenburg, das mit verschiedenen Stimmen zu verschiedenen Zeiten beschrieben wird. Natalia, die Ostarbeiterin, die nach Deutschland verschleppt wird und im Gutshaus arbeiten muss. Die Baronin, die zum Ende des Krieges ihre Sachen packt und flieht. Die Vertriebenen, die es nach Machandel verschlägt. Marlene, die sich um ihre sieben Geschwister kümmern muss, bis an ihr ein schwerer Verrat begangen wird. Ein Geheimnis, über das niemand spricht und dem die Hauptfigur Clara Jahre später nachspürt, immer im Bestreben, das Dorf, in dem ihr älterer Bruder geboren wurde, und seine Bewohner besser zu verstehen. Vielleicht auch, um den Vater besser zu begreifen, der als Kommunist im KZ interniert war. Vom Krieg über die DDR-Zeit bis nach der Wende erzählt Regina Scheer vom Schicksal eines Dorfes und seiner Bewohner - atmosphärisch dicht, gefühlvoll und ausdrucksstark. Durch das gesamte Buch zieht sich das Märchenmotiv vom Machandelbaum in verschiedenen Überlieferungen, so dass dem Roman eine zusätzliche poetische Note verliehen wird. Ein wirklich großartiger Roman, der nachfühlen lässt, wie und wofür Menschen in der DDR gelebt haben. Der Traum vom Sozialismus, die Ernüchterung, die Verfolgung. Im Mittelpunkt stehen aber immer die Menschen. Aus literarischer Sicht ist das Regina Scheer deutlich besser gelungen als Christoph Hein mit "Das Narrenschiff".
Sep 23, 2025







