Lügentanz
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Description
"Mich fasziniert, was mit Menschen passiert, die kurz davor sind, auszuflippen.“ Ivonne Keller, Autorin von "Hirngespenster".
Book Information
Author Description
Seit ihrer Kindheit liebt Ivonne Keller das Spiel mit der Sprache. Aufgewachsen in einem hessischen Dorf, begeisterte sie sich bereits in der Schule für englischsprachige Literatur und lernte später während eines Auslandsstudiums im andalusischen Granada Spanisch. Die Faszination für Sprache, gekoppelt mit dem Interesse für alles Menschliche, führte sie neben ihrer früheren Tätigkeit als Personalerin zum Schreiben. Dabei interessiert es sie besonders, was mit Menschen passiert, die kurz davor sind, auszuflippen. Wenn das Leben so anstrengend wird, dass die Fassade bröckelt und man auf das schauen kann, was dahinter liegt. Meist sind Frauen ihre Hauptfiguren - so wie in ihrem ersten Roman »Hirngespenster«. Sie lebt mit ihrem Mann, drei Söhnen und einer bunten Katze in der Nähe von Frankfurt am Main.
Posts
Klappentext: (Quelle Knaur) „Liebst du mich noch?“ Als Michaela Michalsen ihrem Mann David diese Frage stellt, rechnet sie nicht mit einem „Nein“. Oder gar damit, dass er sich von ihr trennen will. Liegt es am Schock über seine Antwort, dass ihr die Erinnerung an ein wichtiges Telefonat fehlt, bei dem es um ihre eigene Tochter ging? Oder kehren die Aussetzer zurück, die sie schon vor zwölf Jahren im Griff hatten? Spielt ihr Mann ein falsches Spiel? Will er sie loswerden? In den Wahnsinn treiben? Der erste Satz: Sie hätte den kleinen pulsierenden Punkt auf dem Bildschirm fast übersehen. Meine Meinung: Auf dieses Buch war ich mehr als gespannt! Zum einen war es mein erstes Buch der Autorin und zum anderen sind die Meinungen zu diesem Buch fast durchweg positiv. Das machte mich neugierig und ich wollte unbedingt wissen welche Story sich dahinter verbirgt. Ich denke der Klappentext gibt genug Infos über den Inhalt wieder, deshalb werde ich darauf nicht mehr eingehen, das würde ohnehin die Spannung nehmen. Zu beginn muss ich ehrlich sein hatte ich leichte Probleme mich in die Geschichte hinein zu finden. Der ständige wechsel zwischen Zeiträumen und Ebenen hat mich verwirrt, doch ich bin dran gelieben und nach wenigen Seiten konnte ich der Geschichte gut folgen. Der Schreibstil von Keller ist locker und flüssig, ich konnte somit dieses Buch in einem Zug auslesen. Der Erzählstil wechselt zwischen Michaela und Lena immer wieder, außerdem werden immer wieder kurze Emails von Bea mit eingestreut. Der Autorin gelingt es wie keinen anderen den Leser mit angehaltenen Atem an die Seiten zu fesseln. Innerhalb weniger Seiten entwickelt dieses Buch eine Sogwirkung der man sich nur schwer entziehen kann. Mir war es fast unmöglich dieses Buch aus den Händen zu legen. Die Protagonisten sind komplexe Charaktere, zu beginn weiß man einfach nicht wie man sie einzuschätzen hat. Sie wirken auf den ersten Blick wie die freundliche Nachbarin von nebenan doch die Psychen der Protagonisten sind überaus komplex. Die Handlung des Buches ist überaus spannend und die Autorin weiß die durch geschickte Wendungen sogar noch auszuschmücken. Das Ende an sich hat mir gut gefallen, es war völlig unvorhersehbar und passt vollkommen zur Story. Ich empfehle diesen Roman vor allen Leser die gerne komplexe Psychothriller lesen. Das Cover: Das Cover fiel mir sofort auf. Ich finde es wunderbar spannend zur Story und natürlich gefällt es mir richtig gut! Fazit: Mit Lügentanz ist der Autorin ein komplexer Psychothriller gelungen der mich atemlos gefesselt hat. Absolute Leseempfehlung. Dieses Buch bekommt von mir 5 Sterne!
Michaela ist verwirrt. In letzter Zeit passieren ihr ständig Dinge, die sie an ihrem Verstand zweifeln lassen. Warum steht sie ratlos mit einem Telefonhörer in der Hand im Flur? Hatte ihr Mann nicht erst heute morgen, ausgerechnet an ihrem Geburtstag, gesagt, dass er sie nicht mehr liebe und sie verlassen wolle? Sie ist sich sicher, aber David versichert ihr, dass er so etwas nie gesagt habe. Michaela braucht Abstand - von ihrem Mann, ihrer Tochter Klara und den neugierigen Nachbarinnen, die schon hinter den Gardinen auf Michaelas nächsten Aussetzer lauern. Die Annonce, mit der Florian Grunwald einen Wohnungs- und Hundesitter sucht, kommt Michaela vor wie ein Wink des Schicksals. Sie zieht in seine Wohnung ein und hofft, nun Ruhe zu finden. Doch ihre Mitbewerberin Lena steht unvermittelt auf der Matte und bringt ordentlich frischen Wind in Michaelas Leben. Nach ihrem Debütroman "Hirngespenster" ist Ivonne Keller mit "Lügentanz" erneut ein spannender, psychologisch raffinierter Roman gelungen. Es wird von Anfang an Spannung aufgebaut. Man fragt sich immer wieder, ob Michaela Wahnvorstellungen hat oder vielleicht doch die Menschen in ihrer Umgebung dahinter stecken könnten. Michaela ist eine sehr ambivalente Person, mal scheint sie ganz zu wissen, was sie will, dann wiederum lässt sie sich manipulieren und ist unsicher. Die Liebe zu ihrer Tochter ist mal stark und fürsorglich, mal scheint sie eher distanziert und unzugänglich zu sein. Entsprechend schwierig ist es auch als Leser einen Zugang zu Michaela zu finden. In der Zeit mit Lena in der Wohnung des verreisten Florian Grunwald, weit weg von der Familie und der Enge der Vorstadtsiedlung, bekommt man jedoch einen Eindruck, was für eine Frau in Michaela steckt. Für Spannung sorgen auch die zwischengeschalteten eMails von Michaelas bester Freundin Bea an Michaela, die erst nach der Handlung geschrieben wurden und somit vorweggreifen, ohne zuviel zu verraten. Die Hauptfiguren Michaela, Lena und Bea eint ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit bzw. Jugend. Sie alle haben ihre Eltern verloren, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Wie verschieden die Frauen mit ihren Traumata umgehen und wie sie ihr Leben dennoch leben können, davon handelt dieser Roman. Ivonne Kellers Figuren sind lebensnah, seien es der beruflich gestresste Ehemann, die neugierigen, gelangweilten Nachbarinnen, die flippige Lena, die allerbeste Freundin, die sich aufopferungsvoll und rührend seit den Tagen im Kinderheim um Michaela sorgt. Sie alle sind lebendig gezeichnet und könnten nebenan wohnen. Allein die Namen einiger Personen wirkten auf mich (unfreiwillig?) komisch: Michaela Michalsen, Bea Bern oder mein Lieblingsname Frau Leber-Schädler. Die Spannung des Romans begründet sich auf zwei Ebenen. Einerseits ist da immer die Frage, ob Michaela halluziniert oder ob die Dinge tatsächlich geschehen. Anderseits werden die Details aus der Vergangenheit der drei Frauen nur langsam, aber stetig enthüllt. Als Leser ist man manchmal ein wenig voraus, aber immer nur soweit, dass es nicht langweilig wird und man sich auch nicht permanent vor den Kopf schlagen will, warum denn die Protagonisten auf der Leitung stehen. Trotzdem hat der Roman einige Längen. Hätte ich das Buch nicht an einem Stück lesen können, sondern wie üblich jeden Tag nur bis zu 10 Seiten, hätte ich vermutlich Schwierigkeiten gehabt, immer wieder in die Geschichte hinein zu finden. So aber konnte der Roman seine Sogwirkung entfalten und auf eine spannende Reise in seelische Abgründe entführen, wofür es 4 sehr gute Tintenfässchen gibt. © Tintenelfe www.tintenhain.de
Kurzbeschreibung: Liebst du mich noch?“ Als Michaela Michalsen ihrem Mann David diese Frage stellt, rechnet sie nicht mit einem „Nein“. Oder gar damit, dass er sich von ihr trennen will. Liegt es am Schock über seine Antwort, dass ihr die Erinnerung an ein wichtiges Telefonat fehlt, bei dem es um ihre eigene Tochter ging? Oder kehren die Aussetzer zurück, die sie schon vor zwölf Jahren im Griff hatten? Spielt ihr Mann ein falsches Spiel? Will er sie loswerden? In den Wahnsinn treiben? *Quelle* Zur Autorin: Seit ihrer Kindheit liebt Ivonne Keller das Spiel mit der Sprache. Aufgewachsen in einem hessischen Dorf, begeisterte sie sich bereits in der Schule für englischsprachige Literatur und lernte später während eines Auslandsstudiums im andalusischen Granada Spanisch. Die Faszination für Sprache, gekoppelt mit dem Interesse für alles Menschliche, führte sie neben ihrer früheren Tätigkeit als Personalerin zum Schreiben. Dabei interessiert es sie besonders, was mit Menschen passiert, die kurz davor sind, auszuflippen. Wenn das Leben so anstrengend wird, dass die Fassade bröckelt und man auf das schauen kann, was dahinter liegt. Meist sind Frauen ihre Hauptfiguren - so wie in ihrem ersten Roman Hirngespenster. Sie lebt mit ihrem Mann, drei Söhnen und einer bunten Katze in der Nähe von Frankfurt am Main. Meinung: Die Mittdreißigerin Michaela Michalsen lebt mit ihrem Mann David und ihrer Tochter Karla in einem kleinen Ort zwischen Frankfurt und Bad Homburg. An ihrem Geburtstag gerät jedoch ihre kleine Welt ins Wanken: Ihr Mann sagt ihr, dass er sie nicht mehr liebt und sie verlassen will. Doch später streitet er seine Aussage ab. Michaela kann sich auch an ein geführtes Telefonat mit der Lehrerin ihrer Tochter nicht mehr erinnern und so meint sie, Gedächtnisaussetzer zu haben, die bereits viele Jahre zuvor schon einmal bei ihr aufgetreten sind. Um sich über ihre Gefühle und auch ihrer Gesundheit im Klaren zu werden, meldet sich Michaela auf eine Annonce, in der eine Haus- und Hundesitterin für mehrere Monate gesucht wird. Sie setzt sich beim Vorstellungsgespräch gegenüber der jungen Lena durch, die aus Berlin angereist ist und ebenso versucht, ihrem Leben neue Strukturen zu geben. Die beiden freunden sich jedoch an und schon bald wird klar, dass in Michaelas Familie nicht alles mit rechten Dingen zugeht und ihre Freundin aus Kindertagen, Bea, damit etwas zu tun zu haben scheint. Von der Kurzbeschreibung her mag Lügentanz an einen Thriller erinnern, doch hier trifft eher die Bezeichnung abgründige Familiengeschichte zu. Ivonne Keller konnte mich bereits mit ihrem psychologisch-tiefgründigen Erstlingswerk Hirngespenster begeistern, daher war ich auf ihren nächsten Roman mehr als gespannt. Lügentanz ist gelungen, doch kommt meiner Meinung nach nicht ganz an ihr Debüt heran, da man als Leser schon sehr früh in die richtige Richtung gelenkt wird und mir der Überraschungsmoment fehlte. Hauptaugenmerk liegt auf Michaela, bei der der Leser nie sicher ist, ob sie sich die ganzen Begebenheiten, die sie so verwirren, wirklich nur einbildet oder ob sie real stattfinden. Manchmal ist ihre Handlungsweise allerdings nicht so ganz nachvollziehbar, da sie einige Male recht kopflos handelt, ohne sich vorher Gedanken zu machen. Die junge Lena hat mir als Charakter am besten gefallen. Sie macht eine spürbare Weiterentwicklung während der Handlung durch, die sie von der jungen Herumtreiberin, die auf der Straße lebt, zu einer verantwortungsvollen jungen Frau reifen lässt, die ihre eigenen Entscheidungen trifft und versucht, Michaela zu helfen und ihre eine wahre Freundin wird. Die eingestreuten E-Mails von Bea an ihre beste Freundin Michaela tragen ebenfalls zur Spannung bei, ebenso die Vergangenheit Michaelas und Beas, die sich im Kinderheim kennenlernten und seitdem füreinander da sind. Das Ende mag ein wenig abrupt ausklingen, ist aber durchweg schlüssig. Ivonne Kellers locker und flüssig zu lesender Schreibstil kann ebenso punkten und lässt den Leser rasant durch die Seiten fliegen. Fazit: Mit Lügentanz ist Ivonne Keller ein abgründiger Familienroman gelungen, der vor allem durch seinen Hauptcharakter Lena punktet. Der Spannungsbogen bleibt kontinuierlich auf hohem Niveau, auch wenn mir die Lösung um Michaela und ihre Gedächtnisaussetzer ein wenig zu früh präsentiert wurde.
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"Mich fasziniert, was mit Menschen passiert, die kurz davor sind, auszuflippen.“ Ivonne Keller, Autorin von "Hirngespenster".
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Seit ihrer Kindheit liebt Ivonne Keller das Spiel mit der Sprache. Aufgewachsen in einem hessischen Dorf, begeisterte sie sich bereits in der Schule für englischsprachige Literatur und lernte später während eines Auslandsstudiums im andalusischen Granada Spanisch. Die Faszination für Sprache, gekoppelt mit dem Interesse für alles Menschliche, führte sie neben ihrer früheren Tätigkeit als Personalerin zum Schreiben. Dabei interessiert es sie besonders, was mit Menschen passiert, die kurz davor sind, auszuflippen. Wenn das Leben so anstrengend wird, dass die Fassade bröckelt und man auf das schauen kann, was dahinter liegt. Meist sind Frauen ihre Hauptfiguren - so wie in ihrem ersten Roman »Hirngespenster«. Sie lebt mit ihrem Mann, drei Söhnen und einer bunten Katze in der Nähe von Frankfurt am Main.
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Klappentext: (Quelle Knaur) „Liebst du mich noch?“ Als Michaela Michalsen ihrem Mann David diese Frage stellt, rechnet sie nicht mit einem „Nein“. Oder gar damit, dass er sich von ihr trennen will. Liegt es am Schock über seine Antwort, dass ihr die Erinnerung an ein wichtiges Telefonat fehlt, bei dem es um ihre eigene Tochter ging? Oder kehren die Aussetzer zurück, die sie schon vor zwölf Jahren im Griff hatten? Spielt ihr Mann ein falsches Spiel? Will er sie loswerden? In den Wahnsinn treiben? Der erste Satz: Sie hätte den kleinen pulsierenden Punkt auf dem Bildschirm fast übersehen. Meine Meinung: Auf dieses Buch war ich mehr als gespannt! Zum einen war es mein erstes Buch der Autorin und zum anderen sind die Meinungen zu diesem Buch fast durchweg positiv. Das machte mich neugierig und ich wollte unbedingt wissen welche Story sich dahinter verbirgt. Ich denke der Klappentext gibt genug Infos über den Inhalt wieder, deshalb werde ich darauf nicht mehr eingehen, das würde ohnehin die Spannung nehmen. Zu beginn muss ich ehrlich sein hatte ich leichte Probleme mich in die Geschichte hinein zu finden. Der ständige wechsel zwischen Zeiträumen und Ebenen hat mich verwirrt, doch ich bin dran gelieben und nach wenigen Seiten konnte ich der Geschichte gut folgen. Der Schreibstil von Keller ist locker und flüssig, ich konnte somit dieses Buch in einem Zug auslesen. Der Erzählstil wechselt zwischen Michaela und Lena immer wieder, außerdem werden immer wieder kurze Emails von Bea mit eingestreut. Der Autorin gelingt es wie keinen anderen den Leser mit angehaltenen Atem an die Seiten zu fesseln. Innerhalb weniger Seiten entwickelt dieses Buch eine Sogwirkung der man sich nur schwer entziehen kann. Mir war es fast unmöglich dieses Buch aus den Händen zu legen. Die Protagonisten sind komplexe Charaktere, zu beginn weiß man einfach nicht wie man sie einzuschätzen hat. Sie wirken auf den ersten Blick wie die freundliche Nachbarin von nebenan doch die Psychen der Protagonisten sind überaus komplex. Die Handlung des Buches ist überaus spannend und die Autorin weiß die durch geschickte Wendungen sogar noch auszuschmücken. Das Ende an sich hat mir gut gefallen, es war völlig unvorhersehbar und passt vollkommen zur Story. Ich empfehle diesen Roman vor allen Leser die gerne komplexe Psychothriller lesen. Das Cover: Das Cover fiel mir sofort auf. Ich finde es wunderbar spannend zur Story und natürlich gefällt es mir richtig gut! Fazit: Mit Lügentanz ist der Autorin ein komplexer Psychothriller gelungen der mich atemlos gefesselt hat. Absolute Leseempfehlung. Dieses Buch bekommt von mir 5 Sterne!
Michaela ist verwirrt. In letzter Zeit passieren ihr ständig Dinge, die sie an ihrem Verstand zweifeln lassen. Warum steht sie ratlos mit einem Telefonhörer in der Hand im Flur? Hatte ihr Mann nicht erst heute morgen, ausgerechnet an ihrem Geburtstag, gesagt, dass er sie nicht mehr liebe und sie verlassen wolle? Sie ist sich sicher, aber David versichert ihr, dass er so etwas nie gesagt habe. Michaela braucht Abstand - von ihrem Mann, ihrer Tochter Klara und den neugierigen Nachbarinnen, die schon hinter den Gardinen auf Michaelas nächsten Aussetzer lauern. Die Annonce, mit der Florian Grunwald einen Wohnungs- und Hundesitter sucht, kommt Michaela vor wie ein Wink des Schicksals. Sie zieht in seine Wohnung ein und hofft, nun Ruhe zu finden. Doch ihre Mitbewerberin Lena steht unvermittelt auf der Matte und bringt ordentlich frischen Wind in Michaelas Leben. Nach ihrem Debütroman "Hirngespenster" ist Ivonne Keller mit "Lügentanz" erneut ein spannender, psychologisch raffinierter Roman gelungen. Es wird von Anfang an Spannung aufgebaut. Man fragt sich immer wieder, ob Michaela Wahnvorstellungen hat oder vielleicht doch die Menschen in ihrer Umgebung dahinter stecken könnten. Michaela ist eine sehr ambivalente Person, mal scheint sie ganz zu wissen, was sie will, dann wiederum lässt sie sich manipulieren und ist unsicher. Die Liebe zu ihrer Tochter ist mal stark und fürsorglich, mal scheint sie eher distanziert und unzugänglich zu sein. Entsprechend schwierig ist es auch als Leser einen Zugang zu Michaela zu finden. In der Zeit mit Lena in der Wohnung des verreisten Florian Grunwald, weit weg von der Familie und der Enge der Vorstadtsiedlung, bekommt man jedoch einen Eindruck, was für eine Frau in Michaela steckt. Für Spannung sorgen auch die zwischengeschalteten eMails von Michaelas bester Freundin Bea an Michaela, die erst nach der Handlung geschrieben wurden und somit vorweggreifen, ohne zuviel zu verraten. Die Hauptfiguren Michaela, Lena und Bea eint ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit bzw. Jugend. Sie alle haben ihre Eltern verloren, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Wie verschieden die Frauen mit ihren Traumata umgehen und wie sie ihr Leben dennoch leben können, davon handelt dieser Roman. Ivonne Kellers Figuren sind lebensnah, seien es der beruflich gestresste Ehemann, die neugierigen, gelangweilten Nachbarinnen, die flippige Lena, die allerbeste Freundin, die sich aufopferungsvoll und rührend seit den Tagen im Kinderheim um Michaela sorgt. Sie alle sind lebendig gezeichnet und könnten nebenan wohnen. Allein die Namen einiger Personen wirkten auf mich (unfreiwillig?) komisch: Michaela Michalsen, Bea Bern oder mein Lieblingsname Frau Leber-Schädler. Die Spannung des Romans begründet sich auf zwei Ebenen. Einerseits ist da immer die Frage, ob Michaela halluziniert oder ob die Dinge tatsächlich geschehen. Anderseits werden die Details aus der Vergangenheit der drei Frauen nur langsam, aber stetig enthüllt. Als Leser ist man manchmal ein wenig voraus, aber immer nur soweit, dass es nicht langweilig wird und man sich auch nicht permanent vor den Kopf schlagen will, warum denn die Protagonisten auf der Leitung stehen. Trotzdem hat der Roman einige Längen. Hätte ich das Buch nicht an einem Stück lesen können, sondern wie üblich jeden Tag nur bis zu 10 Seiten, hätte ich vermutlich Schwierigkeiten gehabt, immer wieder in die Geschichte hinein zu finden. So aber konnte der Roman seine Sogwirkung entfalten und auf eine spannende Reise in seelische Abgründe entführen, wofür es 4 sehr gute Tintenfässchen gibt. © Tintenelfe www.tintenhain.de
Kurzbeschreibung: Liebst du mich noch?“ Als Michaela Michalsen ihrem Mann David diese Frage stellt, rechnet sie nicht mit einem „Nein“. Oder gar damit, dass er sich von ihr trennen will. Liegt es am Schock über seine Antwort, dass ihr die Erinnerung an ein wichtiges Telefonat fehlt, bei dem es um ihre eigene Tochter ging? Oder kehren die Aussetzer zurück, die sie schon vor zwölf Jahren im Griff hatten? Spielt ihr Mann ein falsches Spiel? Will er sie loswerden? In den Wahnsinn treiben? *Quelle* Zur Autorin: Seit ihrer Kindheit liebt Ivonne Keller das Spiel mit der Sprache. Aufgewachsen in einem hessischen Dorf, begeisterte sie sich bereits in der Schule für englischsprachige Literatur und lernte später während eines Auslandsstudiums im andalusischen Granada Spanisch. Die Faszination für Sprache, gekoppelt mit dem Interesse für alles Menschliche, führte sie neben ihrer früheren Tätigkeit als Personalerin zum Schreiben. Dabei interessiert es sie besonders, was mit Menschen passiert, die kurz davor sind, auszuflippen. Wenn das Leben so anstrengend wird, dass die Fassade bröckelt und man auf das schauen kann, was dahinter liegt. Meist sind Frauen ihre Hauptfiguren - so wie in ihrem ersten Roman Hirngespenster. Sie lebt mit ihrem Mann, drei Söhnen und einer bunten Katze in der Nähe von Frankfurt am Main. Meinung: Die Mittdreißigerin Michaela Michalsen lebt mit ihrem Mann David und ihrer Tochter Karla in einem kleinen Ort zwischen Frankfurt und Bad Homburg. An ihrem Geburtstag gerät jedoch ihre kleine Welt ins Wanken: Ihr Mann sagt ihr, dass er sie nicht mehr liebt und sie verlassen will. Doch später streitet er seine Aussage ab. Michaela kann sich auch an ein geführtes Telefonat mit der Lehrerin ihrer Tochter nicht mehr erinnern und so meint sie, Gedächtnisaussetzer zu haben, die bereits viele Jahre zuvor schon einmal bei ihr aufgetreten sind. Um sich über ihre Gefühle und auch ihrer Gesundheit im Klaren zu werden, meldet sich Michaela auf eine Annonce, in der eine Haus- und Hundesitterin für mehrere Monate gesucht wird. Sie setzt sich beim Vorstellungsgespräch gegenüber der jungen Lena durch, die aus Berlin angereist ist und ebenso versucht, ihrem Leben neue Strukturen zu geben. Die beiden freunden sich jedoch an und schon bald wird klar, dass in Michaelas Familie nicht alles mit rechten Dingen zugeht und ihre Freundin aus Kindertagen, Bea, damit etwas zu tun zu haben scheint. Von der Kurzbeschreibung her mag Lügentanz an einen Thriller erinnern, doch hier trifft eher die Bezeichnung abgründige Familiengeschichte zu. Ivonne Keller konnte mich bereits mit ihrem psychologisch-tiefgründigen Erstlingswerk Hirngespenster begeistern, daher war ich auf ihren nächsten Roman mehr als gespannt. Lügentanz ist gelungen, doch kommt meiner Meinung nach nicht ganz an ihr Debüt heran, da man als Leser schon sehr früh in die richtige Richtung gelenkt wird und mir der Überraschungsmoment fehlte. Hauptaugenmerk liegt auf Michaela, bei der der Leser nie sicher ist, ob sie sich die ganzen Begebenheiten, die sie so verwirren, wirklich nur einbildet oder ob sie real stattfinden. Manchmal ist ihre Handlungsweise allerdings nicht so ganz nachvollziehbar, da sie einige Male recht kopflos handelt, ohne sich vorher Gedanken zu machen. Die junge Lena hat mir als Charakter am besten gefallen. Sie macht eine spürbare Weiterentwicklung während der Handlung durch, die sie von der jungen Herumtreiberin, die auf der Straße lebt, zu einer verantwortungsvollen jungen Frau reifen lässt, die ihre eigenen Entscheidungen trifft und versucht, Michaela zu helfen und ihre eine wahre Freundin wird. Die eingestreuten E-Mails von Bea an ihre beste Freundin Michaela tragen ebenfalls zur Spannung bei, ebenso die Vergangenheit Michaelas und Beas, die sich im Kinderheim kennenlernten und seitdem füreinander da sind. Das Ende mag ein wenig abrupt ausklingen, ist aber durchweg schlüssig. Ivonne Kellers locker und flüssig zu lesender Schreibstil kann ebenso punkten und lässt den Leser rasant durch die Seiten fliegen. Fazit: Mit Lügentanz ist Ivonne Keller ein abgründiger Familienroman gelungen, der vor allem durch seinen Hauptcharakter Lena punktet. Der Spannungsbogen bleibt kontinuierlich auf hohem Niveau, auch wenn mir die Lösung um Michaela und ihre Gedächtnisaussetzer ein wenig zu früh präsentiert wurde.







