London Calling

London Calling

Paperback
4.523
GroßbritannienBrexitMetropoleGroßstadtleben

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Description

Seit 2008 berichtet Annette Dittert als Korrespondentin der ARD aus London von der britischen Insel. Dabei geht es nicht nur um Politik, Kultur und Königshaus. Vielmehr kommen immer wieder auch die Eigenarten der Engländer im Allgemeinen und der Londoner im Speziellen zum Vorschein. In ihrem Buch erzählt sie sehr persönlich, mit viel Wärme und Liebe zum Detail über das Leben in dieser wunderbaren Stadt: über die Leidenschaft zu ihrem Hausboot namens Emilia, über das Prinzip des englischen Sich-Durchwurschtelns, über Straßenkünstler, gentrifzierte Stadtteile, den Bären Paddington und noch viel mehr.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Paperback
Pages
288
Price
14.40 €

Author Description

Annette Dittert ist Auslandskorrespondentin und Filmemacherin für die ARD. Sie moderierte mehrere Jahre das Morgenmagazin und ist seit 2001 als Korrespondentin tätig, u. a. in Moskau, New York und Warschau. Seit 2008 berichtet sie aus der britischen Hauptstadt. Für ihre Dokumentarfilmreihe »Abenteuer Glück« wurde sie mit zwei Grimme-Preisen ausgezeichnet.

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Der Brexit-Monat schien mit am naheliegendsten, um endlich mal das Buch von der ehemaligen ARD-Korrespondentin Annette Dittert zu lesen. Ich hatte sie 2017 auf der Buchmesse live erlebt und danach auch ihren Vlog aus ihrem Hausboot in London verfolgt. Eine sympathische und etwas skurrile Dame, die ganz hervorragend nach Großbritannien passt. Sie liebt ihre Wahlheimat, was in ihrem Buch auch sehr deutlich wird. Allerdings hat diese Liebe Risse bekommen seit dem Referendum im Juni 2016. Annette Dittert schreibt ihr Buch so, wie sie auch eine 45 minütige Reportage über ein Land und Leute aufbauen würde. Sie hat keine makroökonomische oder makrosoziologische Sicht, die sie mit Beispielen anreichert. Sie geht dorthin, wo die Leute sind, taucht mit Vorlieben in deren Mikrokosmos ein, berichtet von Begegnungen und Gesprächen mit den verschiedensten Personen aus London, aber auch aus der Provinz. Ich könnte mir vorstellen, dass mir die bildhafte Reportage oder die Dokumentation zum Buch noch besser gefallen hätte. So wartete ich vor allem in der ersten Hälfte des Buchs auf ihre Analyse. Die steht zunächst versteckt zwischen den Zeilen und wird am deutlichsten auf den letzten Seiten. Ich hätte mir gerne eine etwas höhere Flughöhe gewünscht wie z.B. von ihrer österreichischen Kollegin im Buch [b:Echte Engländer: Britannien und der Brexit|41750650|Echte Engländer Britannien und der Brexit|Tessa Szyszkowitz|https://images.gr-assets.com/books/1536530696s/41750650.jpg|65159510]. Das wäre vielleicht die bessere Alternative für ein Buch zum Thema gewesen. London Calling ist in erster Linie eine Liebeserklärung an ein wunderbares Land, das auch mir ans Herzen gewachsen ist. Viele ihrer Eindrücke kann ich durch meine englischen Freunde bestätigen. Sie zeigt auch kein verklärtes Bild des Landes, sondern beschäftigt sich eingehenden mit den Brennpunkten vor allem im London, von der Brandkatastrophe im Grenfell Tower, über die Bausünden im Trellick Tower bis zur Armut in den Borough. Dieser Blick auf England ist mir neu, denn für gewöhnlich zieht es mich eher in die idyllischen ländlichen Gebiete. Am besten gefiel mir der Satz des Schriftstellers D.H. Lawrence im Buch, der sagte: "Der Engländer ist auf die dümmste Weise als städtischer Bürger unterentwickelt. (…) Sie wissen nicht, wie man eine Stadt baut, wie man eine Stadt konzipiert oder wie man darin leben sollte. Sie sind alle Vorstädter geblieben, in ihren Pseudo-Cottages und im tiefsten Herzen sind sie Landbewohner geblieben." Deswegen meide ich in England auch die großen Städte. Kaum etwas ist hässlicher als Birmingham oder Northampton. Jede Engländer braucht sein kleines Cottages in Form des immer gleich aussehenden Reihenhauses. Die von Frau Dittert gesammelten Stimmen, die den Brexit befürworten, sind einfach nur frustrierend und engstirnig. The Science of Muddling Through, die Kunst sich Durchzuwursteln, das hat die Engländer immer ausgezeichnet und darauf hoffen sie, auf die Zeit nach dem Brexit. Ich werde sie vermissen. Durchaus empfehlenswertes Buch.

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Der Brexit-Monat schien mit am naheliegendsten, um endlich mal das Buch von der ehemaligen ARD-Korrespondentin Annette Dittert zu lesen. Ich hatte sie 2017 auf der Buchmesse live erlebt und danach auch ihren Vlog aus ihrem Hausboot in London verfolgt. Eine sympathische und etwas skurrile Dame, die ganz hervorragend nach Großbritannien passt. Sie liebt ihre Wahlheimat, was in ihrem Buch auch sehr deutlich wird. Allerdings hat diese Liebe Risse bekommen seit dem Referendum im Juni 2016. Annette Dittert schreibt ihr Buch so, wie sie auch eine 45 minütige Reportage über ein Land und Leute aufbauen würde. Sie hat keine makroökonomische oder makrosoziologische Sicht, die sie mit Beispielen anreichert. Sie geht dorthin, wo die Leute sind, taucht mit Vorlieben in deren Mikrokosmos ein, berichtet von Begegnungen und Gesprächen mit den verschiedensten Personen aus London, aber auch aus der Provinz. Ich könnte mir vorstellen, dass mir die bildhafte Reportage oder die Dokumentation zum Buch noch besser gefallen hätte. So wartete ich vor allem in der ersten Hälfte des Buchs auf ihre Analyse. Die steht zunächst versteckt zwischen den Zeilen und wird am deutlichsten auf den letzten Seiten. Ich hätte mir gerne eine etwas höhere Flughöhe gewünscht wie z.B. von ihrer österreichischen Kollegin im Buch [b:Echte Engländer: Britannien und der Brexit|41750650|Echte Engländer Britannien und der Brexit|Tessa Szyszkowitz|https://images.gr-assets.com/books/1536530696s/41750650.jpg|65159510]. Das wäre vielleicht die bessere Alternative für ein Buch zum Thema gewesen. London Calling ist in erster Linie eine Liebeserklärung an ein wunderbares Land, das auch mir ans Herzen gewachsen ist. Viele ihrer Eindrücke kann ich durch meine englischen Freunde bestätigen. Sie zeigt auch kein verklärtes Bild des Landes, sondern beschäftigt sich eingehenden mit den Brennpunkten vor allem im London, von der Brandkatastrophe im Grenfell Tower, über die Bausünden im Trellick Tower bis zur Armut in den Borough. Dieser Blick auf England ist mir neu, denn für gewöhnlich zieht es mich eher in die idyllischen ländlichen Gebiete. Am besten gefiel mir der Satz des Schriftstellers D.H. Lawrence im Buch, der sagte: "Der Engländer ist auf die dümmste Weise als städtischer Bürger unterentwickelt. (…) Sie wissen nicht, wie man eine Stadt baut, wie man eine Stadt konzipiert oder wie man darin leben sollte. Sie sind alle Vorstädter geblieben, in ihren Pseudo-Cottages und im tiefsten Herzen sind sie Landbewohner geblieben." Deswegen meide ich in England auch die großen Städte. Kaum etwas ist hässlicher als Birmingham oder Northampton. Jede Engländer braucht sein kleines Cottages in Form des immer gleich aussehenden Reihenhauses. Die von Frau Dittert gesammelten Stimmen, die den Brexit befürworten, sind einfach nur frustrierend und engstirnig. The Science of Muddling Through, die Kunst sich Durchzuwursteln, das hat die Engländer immer ausgezeichnet und darauf hoffen sie, auf die Zeit nach dem Brexit. Ich werde sie vermissen. Durchaus empfehlenswertes Buch.

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