Lew Tolstoj
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Description
Lew Tolstoj (1828-1910) ist als Autor der Romane «Krieg und Frieden» und «Anna Karenina» in die Weltliteratur eingegangen. Der Schriftsteller war schon zu Lebzeiten eine Legende: Als weiser Mann im Bauernkittel, der im Alter ein Leben in Armut predigte, wurde er zum Mythos. Unter Einbeziehung vieler unbekannter Quellen wirft dieses Buch einen neuen Blick auf den Künstler und Menschen Lew Tolstoj.
Book Information
Author Description
Ursula Keller, geb. in Lübeck. Studium der Slawistik und Germanistik an der FU Berlin und in Leningrad, zahlreiche Forschungsaufenthalte in Russland, bis 2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FU Berlin. Lebt als Autorin und Übersetzerin in Berlin.
Posts
Bewerte ich nun das Leben oder das Lebenswerk oder den Autor oder das Büchlein als solches, welches sich eine Monografie nennt? Irgendwie spielt alles eine Rolle und ist auf seine Art beeindruckend. Daher 5 Sterne für eine der außergewöhnlichsten Biografien, die ich kenne. Allerdings gestehe ich, dass ich keinen großen Faible für dieses Genre habe. Doch das Leben von Lew Tolstoi im Speziellen und das Leben der ganzen Familie im erweiterten Blickfeld ist derart ungewöhnlich und fesselnd, dass ich das Buch in der zweiten Hälfte in einem Rutsch durchlas. Kann man Tolstoi überhaupt mögen? Seine Bücher wahrscheinlich schon. Aber den Menschen, den Ehemann, insbesondere den Vater, den Suchenden, den Zweifler, den Revolutionär, den Zarenfreund und den Zarenkritiker? Ich bin begeistert von seiner Willensstärke und von seinem Ideal der Besitzlosigkeit, der Nächstenliebe und der Unterstützung der Ärmsten. In vielen Punkten ist er als bekennender Christ ein leuchtendes Beispiel für gelebten Glauben. Doch so freundlich er dem Großteil des ärmlichen russischen Volks gegenüber steht und von diesem vergöttert wird, so asozial verhält er sich seiner Familie, vor allem seiner Ehefrau gegenüber, die dem Kotzbrocken tatsächlich 48 Jahre nicht von der Seite weicht, ihn verteufelt, verflucht, liebt, hegt und pflegt und ihm 13 Kinder schenkt, von denen er eigentlich nichts wissen will, da sie nach seiner Ansicht eh fast alle missraten sind. Wenn man dieses Leben als Fiktion in einem Roman niederschreiben würde, dann würde ich es als völlig unrealistisch abqualifizieren. Doch das Leben kann hinsichtlich der Dramaturgie manchen Roman in den Schatten stellen. Auf jeden Fall ist mein Interesse an Tolstoi geweckt. Vielleicht kann ich durch seine Werke verstehen, warum er so ambivalent war. Anna Karenina war schon mal ein hervorragender Start in seine Welt.
Bewerte ich nun das Leben oder das Lebenswerk oder den Autor oder das Büchlein als solches, welches sich eine Monografie nennt? Irgendwie spielt alles eine Rolle und ist auf seine Art beeindruckend. Daher 5 Sterne für eine der außergewöhnlichsten Biografien, die ich kenne. Allerdings gestehe ich, dass ich keinen großen Faible für dieses Genre habe. Doch das Leben von Lew Tolstoi im Speziellen und das Leben der ganzen Familie im erweiterten Blickfeld ist derart ungewöhnlich und fesselnd, dass ich das Buch in der zweiten Hälfte in einem Rutsch durchlas. Kann man Tolstoi überhaupt mögen? Seine Bücher wahrscheinlich schon. Aber den Menschen, den Ehemann, insbesondere den Vater, den Suchenden, den Zweifler, den Revolutionär, den Zarenfreund und den Zarenkritiker? Ich bin begeistert von seiner Willensstärke und von seinem Ideal der Besitzlosigkeit, der Nächstenliebe und der Unterstützung der Ärmsten. In vielen Punkten ist er als bekennender Christ ein leuchtendes Beispiel für gelebten Glauben. Doch so freundlich er dem Großteil des ärmlichen russischen Volks gegenüber steht und von diesem vergöttert wird, so asozial verhält er sich seiner Familie, vor allem seiner Ehefrau gegenüber, die dem Kotzbrocken tatsächlich 48 Jahre nicht von der Seite weicht, ihn verteufelt, verflucht, liebt, hegt und pflegt und ihm 13 Kinder schenkt, von denen er eigentlich nichts wissen will, da sie nach seiner Ansicht eh fast alle missraten sind. Wenn man dieses Leben als Fiktion in einem Roman niederschreiben würde, dann würde ich es als völlig unrealistisch abqualifizieren. Doch das Leben kann hinsichtlich der Dramaturgie manchen Roman in den Schatten stellen. Auf jeden Fall ist mein Interesse an Tolstoi geweckt. Vielleicht kann ich durch seine Werke verstehen, warum er so ambivalent war. Anna Karenina war schon mal ein hervorragender Start in seine Welt.
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Lew Tolstoj (1828-1910) ist als Autor der Romane «Krieg und Frieden» und «Anna Karenina» in die Weltliteratur eingegangen. Der Schriftsteller war schon zu Lebzeiten eine Legende: Als weiser Mann im Bauernkittel, der im Alter ein Leben in Armut predigte, wurde er zum Mythos. Unter Einbeziehung vieler unbekannter Quellen wirft dieses Buch einen neuen Blick auf den Künstler und Menschen Lew Tolstoj.
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Ursula Keller, geb. in Lübeck. Studium der Slawistik und Germanistik an der FU Berlin und in Leningrad, zahlreiche Forschungsaufenthalte in Russland, bis 2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FU Berlin. Lebt als Autorin und Übersetzerin in Berlin.
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Bewerte ich nun das Leben oder das Lebenswerk oder den Autor oder das Büchlein als solches, welches sich eine Monografie nennt? Irgendwie spielt alles eine Rolle und ist auf seine Art beeindruckend. Daher 5 Sterne für eine der außergewöhnlichsten Biografien, die ich kenne. Allerdings gestehe ich, dass ich keinen großen Faible für dieses Genre habe. Doch das Leben von Lew Tolstoi im Speziellen und das Leben der ganzen Familie im erweiterten Blickfeld ist derart ungewöhnlich und fesselnd, dass ich das Buch in der zweiten Hälfte in einem Rutsch durchlas. Kann man Tolstoi überhaupt mögen? Seine Bücher wahrscheinlich schon. Aber den Menschen, den Ehemann, insbesondere den Vater, den Suchenden, den Zweifler, den Revolutionär, den Zarenfreund und den Zarenkritiker? Ich bin begeistert von seiner Willensstärke und von seinem Ideal der Besitzlosigkeit, der Nächstenliebe und der Unterstützung der Ärmsten. In vielen Punkten ist er als bekennender Christ ein leuchtendes Beispiel für gelebten Glauben. Doch so freundlich er dem Großteil des ärmlichen russischen Volks gegenüber steht und von diesem vergöttert wird, so asozial verhält er sich seiner Familie, vor allem seiner Ehefrau gegenüber, die dem Kotzbrocken tatsächlich 48 Jahre nicht von der Seite weicht, ihn verteufelt, verflucht, liebt, hegt und pflegt und ihm 13 Kinder schenkt, von denen er eigentlich nichts wissen will, da sie nach seiner Ansicht eh fast alle missraten sind. Wenn man dieses Leben als Fiktion in einem Roman niederschreiben würde, dann würde ich es als völlig unrealistisch abqualifizieren. Doch das Leben kann hinsichtlich der Dramaturgie manchen Roman in den Schatten stellen. Auf jeden Fall ist mein Interesse an Tolstoi geweckt. Vielleicht kann ich durch seine Werke verstehen, warum er so ambivalent war. Anna Karenina war schon mal ein hervorragender Start in seine Welt.
Bewerte ich nun das Leben oder das Lebenswerk oder den Autor oder das Büchlein als solches, welches sich eine Monografie nennt? Irgendwie spielt alles eine Rolle und ist auf seine Art beeindruckend. Daher 5 Sterne für eine der außergewöhnlichsten Biografien, die ich kenne. Allerdings gestehe ich, dass ich keinen großen Faible für dieses Genre habe. Doch das Leben von Lew Tolstoi im Speziellen und das Leben der ganzen Familie im erweiterten Blickfeld ist derart ungewöhnlich und fesselnd, dass ich das Buch in der zweiten Hälfte in einem Rutsch durchlas. Kann man Tolstoi überhaupt mögen? Seine Bücher wahrscheinlich schon. Aber den Menschen, den Ehemann, insbesondere den Vater, den Suchenden, den Zweifler, den Revolutionär, den Zarenfreund und den Zarenkritiker? Ich bin begeistert von seiner Willensstärke und von seinem Ideal der Besitzlosigkeit, der Nächstenliebe und der Unterstützung der Ärmsten. In vielen Punkten ist er als bekennender Christ ein leuchtendes Beispiel für gelebten Glauben. Doch so freundlich er dem Großteil des ärmlichen russischen Volks gegenüber steht und von diesem vergöttert wird, so asozial verhält er sich seiner Familie, vor allem seiner Ehefrau gegenüber, die dem Kotzbrocken tatsächlich 48 Jahre nicht von der Seite weicht, ihn verteufelt, verflucht, liebt, hegt und pflegt und ihm 13 Kinder schenkt, von denen er eigentlich nichts wissen will, da sie nach seiner Ansicht eh fast alle missraten sind. Wenn man dieses Leben als Fiktion in einem Roman niederschreiben würde, dann würde ich es als völlig unrealistisch abqualifizieren. Doch das Leben kann hinsichtlich der Dramaturgie manchen Roman in den Schatten stellen. Auf jeden Fall ist mein Interesse an Tolstoi geweckt. Vielleicht kann ich durch seine Werke verstehen, warum er so ambivalent war. Anna Karenina war schon mal ein hervorragender Start in seine Welt.





