Les Vaisseaux du coeur
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Posts
🥰📚🥰
Endlich habe ich es gelesen. Habe oft gehört das sehr gut sein soll. Aber so gut war es dann auch nicht wie jeder behauptet. Aber trotzdem interessant was man sich so viele Jahre eine Affäre entsteht und sich nicht scheiden läßt. Sind sehr lange Kapitel und der schreibstil war nicht sehr prickelnd.
Leidenschaft zwischen zwei Welten — oder: eine Hymne an den Phallus 🌊🔥🌶️
Benoîte Groults „Salz auf unserer Haut“ erzählt die Geschichte einer Liebe, die im Grunde nie eine gemeinsame Zukunft haben kann. George, eine Pariser Intellektuelle, und Gauvin, ein bretonischer Fischer, könnten unterschiedlicher kaum sein. Erziehung, Bildung, Lebensumstände – alles trennt sie. Und doch zieht sie eine Leidenschaft zueinander, die stärker ist als Vernunft oder Konvention. Über drei Jahrzehnte treffen sich die beiden immer wieder an exotischen Orten, führen ein geheimes Leben in kurzen, intensiven Episoden, während ihr Alltag in festen Partnerschaften und unterschiedlichen Gesellschaftsschichten weiterläuft. Was das Buch besonders macht, ist die überraschende Offenheit, mit der Groult diese Beziehung schildert. Für die späten 80er Jahre war der Roman ein Skandal – zu erotisch, zu frei, zu weiblich. Und tatsächlich ist er weniger „Hausfrauenporno“, wie Kritiker damals spotteten, als vielmehr das Porträt einer Frau, die sich das Recht auf Lust und Leidenschaft nimmt. Die Sexszenen sind sinnlich, detailreich, ohne je ins Pornographische abzurutschen, und stets konsequent aus der Perspektive Georges erzählt. Interessant ist dabei das Ungleichgewicht zwischen den Figuren: Während George als kluge, reflektierte, fast überlegene Intellektuelle gezeichnet wird, bleibt Gauvin oft auf seine Rolle als Liebhaber reduziert. Er verkörpert körperliche Lust, Natur, Einfachheit – aber kaum Tiefe oder Entwicklung. In dieser Einseitigkeit liegt die Stärke und zugleich die Schwäche des Romans: Er zeigt, wie ungleich Liebesverhältnisse verlaufen können, wie sehr Macht und Privilegien auch in der Intimität wirken. George kann wählen, wo und wann sie liebt – Gauvin nicht. Das macht die Beziehung intensiv, aber auch bitter. Stilistisch ist Groults Sprache bildreich, flüssig und atmosphärisch. Wer allerdings eine klassische Handlung oder ein Happy End erwartet, wird enttäuscht. „Salz auf unserer Haut“ lebt nicht von Plot, sondern von Sehnsucht, Begehren und dem wiederkehrenden Ritual zweier Menschen, die in kurzen Momenten alles füreinander sind – und in der Realität nichts miteinander teilen können. Interpretieren lässt sich der Roman als Sehnsuchtsbuch für Realisten: Groult zeigt, dass Liebe und Leidenschaft zwar stark sein können, aber nicht zwangsläufig Zukunft haben. Die ewigen Wiederholungen der Treffen spiegeln die Unvereinbarkeit der Welten von George und Gauvin – eine Liebe als „Zwischenraum“, die sich immer nur im Ausnahmezustand erfüllen kann. Traurig, schön und ernüchternd zugleich. Unterm Strich: vielleicht ein „Klassiker der erotischen Literatur“, mutig in seiner Offenheit, stark in der Sprache, aber auch durchaus mit Längen und deutlichen Schwächen. Wer einen Roman voller Leidenschaft, Melancholie und weiblicher Selbstbestimmung sucht, wird hier fündig. Wer einen dieser modernen „spice“-Romane sucht, sollte wohl besser zu etwas aktuellem greifen ;) ⭐️⭐️⭐️

~ Ein Klassiker erotischer Literatur ~ Sehnsucht ist ein ferner Ort
Für mich ist das Buch ein Klassiker und eines der wenigen Bücher, die ich mehrmals gelesen habe. Damals war es wegen seiner erotischen Darstellung ein sehr brisantes Buch: Eine französische Intellektuelle und ein bretonischer Fischer, die über Jahrzehnte eine heimliche Affäre führen. Weibliche Lust und Georges allzu „modernen“ und nicht ganz so „femininen“ Ansichten zur Liebe stehen im Mittelpunkt. Der Inhalt zehrt von der Sehnsucht der beiden, wobei Gauvain nicht ganz so viel zu sagen, noch zu bestimmen hat, in ihrer ungewöhnlichen Beziehung. George ist sehr kühl, rational, strukturiert. Sich mit dem Fischer einfach davon machen und ein „sie lebten glücklich bis ans Lebensende“ Happy End? George glaubt nicht an solche Happy Ends und ihr reicht es vollkommen die andere Frau zu sein, ohne jegliche Verpflichtungen des Alltags, für einige Wochen im Jahr sich einfach der Lust und Liebe hinzugeben. Aber sie ist es, die privilegiert ist. Sie ist es, die überhaupt wählen kann, während Gauvain dazu verdammt ist ein Leben als Fischer zu führen und für seine Familie sorgen muss. Er konnte nie entscheiden welchen Weg er in seinem Leben einschlägt. Sein einziger Versuch aus diesem Leben auszubrechen wird von George zunichte gemacht. Sie möchte ihren Fischer da behalten, wo sie ihn am liebsten hat: unten. Verfügbar für wenige Wochen im Jahr, um ihre Fantasien auszuleben. So erben beide das Schicksal, welches ihnen schon in die Wiege gelegt wurde. „Salz auf unserer Haut“ ist ein Sehnsuchts-Roman für Realisten. Nicht für Träumer. Traurig und schön zu gleich.
“Heute glaube ich, dass sich lieben bedeutet, zwei zu bleiben, bis zur Zerrissenheit. Lozerech ist nicht meinesgleichen und wird es niemals sein. Aber vielleicht ist es das, was unsere Leidenschaft begründet.“ (S. 302) Was für eine tragisch-schöne Geschichte. Benoîte Groult hat ein Buch geschaffen, das nicht nur eine unmöglich anmutende Liebesgeschichte erzählt, sondern gleichzeitig einen Wendepunkt im gesellschaftlichen Bild der Frauen und ihrer Sexualität darstellt. Ein Buch, das in mir das Grauen davor verstärkt hat, älter zu werden und, vielmehr noch, niemals wirklich zu lieben.
Ich habe zu diesem Buch gegriffen weil es hieß, es sei eines der emotionalsten Bücher die es jemals gegeben hat. Aber ich muss leider sagen, dass ich selten so einen geschwollenen und gefühlslosen Kram gelesen habe. Zudem viel es mir auch schwer darüber hinwegzusehen wie veraltet und mitunter auch rassistisch die Schreibweise ist. Ich mache selte Makierungen in Büchern aber dieses Mal habe ich jede rassistische Bemerkung makiert. Es würde wirklich nicht schaden an der Übersetzung nochmal zu arbeiten und dem Ton die Schärfe zu nehmen. Der Geschichte fand ich schon gut. Auch wenn man das Verhalten der Figuren eben akzeptieren muss. Es ist eben eine Geschichte und Fiktion. Im großen und ganzen würde ich das Buch aber nicht weiter entfehlen. War mitunter schon echt ein Kampf dieses Buch zu lesen.
Description
Book Information
Posts
🥰📚🥰
Endlich habe ich es gelesen. Habe oft gehört das sehr gut sein soll. Aber so gut war es dann auch nicht wie jeder behauptet. Aber trotzdem interessant was man sich so viele Jahre eine Affäre entsteht und sich nicht scheiden läßt. Sind sehr lange Kapitel und der schreibstil war nicht sehr prickelnd.
Leidenschaft zwischen zwei Welten — oder: eine Hymne an den Phallus 🌊🔥🌶️
Benoîte Groults „Salz auf unserer Haut“ erzählt die Geschichte einer Liebe, die im Grunde nie eine gemeinsame Zukunft haben kann. George, eine Pariser Intellektuelle, und Gauvin, ein bretonischer Fischer, könnten unterschiedlicher kaum sein. Erziehung, Bildung, Lebensumstände – alles trennt sie. Und doch zieht sie eine Leidenschaft zueinander, die stärker ist als Vernunft oder Konvention. Über drei Jahrzehnte treffen sich die beiden immer wieder an exotischen Orten, führen ein geheimes Leben in kurzen, intensiven Episoden, während ihr Alltag in festen Partnerschaften und unterschiedlichen Gesellschaftsschichten weiterläuft. Was das Buch besonders macht, ist die überraschende Offenheit, mit der Groult diese Beziehung schildert. Für die späten 80er Jahre war der Roman ein Skandal – zu erotisch, zu frei, zu weiblich. Und tatsächlich ist er weniger „Hausfrauenporno“, wie Kritiker damals spotteten, als vielmehr das Porträt einer Frau, die sich das Recht auf Lust und Leidenschaft nimmt. Die Sexszenen sind sinnlich, detailreich, ohne je ins Pornographische abzurutschen, und stets konsequent aus der Perspektive Georges erzählt. Interessant ist dabei das Ungleichgewicht zwischen den Figuren: Während George als kluge, reflektierte, fast überlegene Intellektuelle gezeichnet wird, bleibt Gauvin oft auf seine Rolle als Liebhaber reduziert. Er verkörpert körperliche Lust, Natur, Einfachheit – aber kaum Tiefe oder Entwicklung. In dieser Einseitigkeit liegt die Stärke und zugleich die Schwäche des Romans: Er zeigt, wie ungleich Liebesverhältnisse verlaufen können, wie sehr Macht und Privilegien auch in der Intimität wirken. George kann wählen, wo und wann sie liebt – Gauvin nicht. Das macht die Beziehung intensiv, aber auch bitter. Stilistisch ist Groults Sprache bildreich, flüssig und atmosphärisch. Wer allerdings eine klassische Handlung oder ein Happy End erwartet, wird enttäuscht. „Salz auf unserer Haut“ lebt nicht von Plot, sondern von Sehnsucht, Begehren und dem wiederkehrenden Ritual zweier Menschen, die in kurzen Momenten alles füreinander sind – und in der Realität nichts miteinander teilen können. Interpretieren lässt sich der Roman als Sehnsuchtsbuch für Realisten: Groult zeigt, dass Liebe und Leidenschaft zwar stark sein können, aber nicht zwangsläufig Zukunft haben. Die ewigen Wiederholungen der Treffen spiegeln die Unvereinbarkeit der Welten von George und Gauvin – eine Liebe als „Zwischenraum“, die sich immer nur im Ausnahmezustand erfüllen kann. Traurig, schön und ernüchternd zugleich. Unterm Strich: vielleicht ein „Klassiker der erotischen Literatur“, mutig in seiner Offenheit, stark in der Sprache, aber auch durchaus mit Längen und deutlichen Schwächen. Wer einen Roman voller Leidenschaft, Melancholie und weiblicher Selbstbestimmung sucht, wird hier fündig. Wer einen dieser modernen „spice“-Romane sucht, sollte wohl besser zu etwas aktuellem greifen ;) ⭐️⭐️⭐️

~ Ein Klassiker erotischer Literatur ~ Sehnsucht ist ein ferner Ort
Für mich ist das Buch ein Klassiker und eines der wenigen Bücher, die ich mehrmals gelesen habe. Damals war es wegen seiner erotischen Darstellung ein sehr brisantes Buch: Eine französische Intellektuelle und ein bretonischer Fischer, die über Jahrzehnte eine heimliche Affäre führen. Weibliche Lust und Georges allzu „modernen“ und nicht ganz so „femininen“ Ansichten zur Liebe stehen im Mittelpunkt. Der Inhalt zehrt von der Sehnsucht der beiden, wobei Gauvain nicht ganz so viel zu sagen, noch zu bestimmen hat, in ihrer ungewöhnlichen Beziehung. George ist sehr kühl, rational, strukturiert. Sich mit dem Fischer einfach davon machen und ein „sie lebten glücklich bis ans Lebensende“ Happy End? George glaubt nicht an solche Happy Ends und ihr reicht es vollkommen die andere Frau zu sein, ohne jegliche Verpflichtungen des Alltags, für einige Wochen im Jahr sich einfach der Lust und Liebe hinzugeben. Aber sie ist es, die privilegiert ist. Sie ist es, die überhaupt wählen kann, während Gauvain dazu verdammt ist ein Leben als Fischer zu führen und für seine Familie sorgen muss. Er konnte nie entscheiden welchen Weg er in seinem Leben einschlägt. Sein einziger Versuch aus diesem Leben auszubrechen wird von George zunichte gemacht. Sie möchte ihren Fischer da behalten, wo sie ihn am liebsten hat: unten. Verfügbar für wenige Wochen im Jahr, um ihre Fantasien auszuleben. So erben beide das Schicksal, welches ihnen schon in die Wiege gelegt wurde. „Salz auf unserer Haut“ ist ein Sehnsuchts-Roman für Realisten. Nicht für Träumer. Traurig und schön zu gleich.
“Heute glaube ich, dass sich lieben bedeutet, zwei zu bleiben, bis zur Zerrissenheit. Lozerech ist nicht meinesgleichen und wird es niemals sein. Aber vielleicht ist es das, was unsere Leidenschaft begründet.“ (S. 302) Was für eine tragisch-schöne Geschichte. Benoîte Groult hat ein Buch geschaffen, das nicht nur eine unmöglich anmutende Liebesgeschichte erzählt, sondern gleichzeitig einen Wendepunkt im gesellschaftlichen Bild der Frauen und ihrer Sexualität darstellt. Ein Buch, das in mir das Grauen davor verstärkt hat, älter zu werden und, vielmehr noch, niemals wirklich zu lieben.
Ich habe zu diesem Buch gegriffen weil es hieß, es sei eines der emotionalsten Bücher die es jemals gegeben hat. Aber ich muss leider sagen, dass ich selten so einen geschwollenen und gefühlslosen Kram gelesen habe. Zudem viel es mir auch schwer darüber hinwegzusehen wie veraltet und mitunter auch rassistisch die Schreibweise ist. Ich mache selte Makierungen in Büchern aber dieses Mal habe ich jede rassistische Bemerkung makiert. Es würde wirklich nicht schaden an der Übersetzung nochmal zu arbeiten und dem Ton die Schärfe zu nehmen. Der Geschichte fand ich schon gut. Auch wenn man das Verhalten der Figuren eben akzeptieren muss. Es ist eben eine Geschichte und Fiktion. Im großen und ganzen würde ich das Buch aber nicht weiter entfehlen. War mitunter schon echt ein Kampf dieses Buch zu lesen.










