Leben der Stimme

Leben der Stimme

Hardback
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Description

Gesellschaftliches Leben findet seit Menschengedenken primär im Medium der Stimme statt. Daran haben auch die epochalen Erfindungen von Schrift und Buchdruck oder elektronische Technologien nichts geändert. Vielleicht erklären die Unvordenklichkeit der Stimme und ihre elementare Funktionsvielfalt, warum die Geistes- und Kulturwissenschaften sie weitgehend übersehen haben. In Leben der Stimme unternimmt Hans Ulrich Gumbrecht entschlossene Denkschritte in diesem komplexen Bereich menschlicher Existenz.

Mit großem Respekt vor der ungeordneten Allgegenwart des Phänomens, aber nicht ohne klare begriffliche Unterscheidungen erhellt er in den sieben Kapiteln dieses faszinierenden Buches die Bedeutung und den Status der Stimme aus historischer, philosophischer, psychologischer, soziologischer und theologischer Perspektive. Jenseits akademischer Vermessungen ergibt sich daraus ein Impuls zu persönlicher Reflexion über unerschlossene Schichten von Nähe im individuellen Alltag.

Book Information

Main Genre
Poetry & Drama
Sub Genre
Criticism & Literary Studies
Format
Hardback
Pages
268
Price
30.90 €

Author Description

Hans Ulrich Gumbrecht, geboren 1948, ist emeritierter Albert Guérard Professor in Literature an der Stanford University, Distinguished Professor of Romance Literatures an der Hebrew University, Jerusalem, und Distinguished Professor Emeritus an der Universität Bonn. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und erhielt für sein Werk zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Kulturpreis der Stadt Würzburg.

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Wenn Stimmen lauter sind als Worte

Stimmen sind schon ein verrücktes Ding. Kaum denkt man, man hat sie verstanden, da schwingt irgendwo eine Nuance mit, die man nicht greifen kann. Hans Ulrich Gumbrecht macht genau das zum Thema – und zwar nicht als trockene Uni-Vorlesung, sondern als wilde Denkreise, die manchmal mehr Achterbahn als Autobahn sind. Mal fliegt man durch Philosophie, mal knallt man in die Soziologie und dann plötzlich ein Abstecher in die Theologie. Ich sag’s mal so: Wer hier eine gemütliche Gute-Nacht-Lektüre erwartet, landet eher bei einem gedanklichen Boxkampf mit sich selbst. Das Faszinierende ist, dass Gumbrecht die Stimme nicht einfach als „Schall aus dem Hals“ abstempelt, sondern als echtes Lebewesen im Alltag betrachtet. Dieses Buch macht klar, dass die Stimme nicht nur zum Reden da ist, sondern unser Miteinander, unser Denken und sogar unser Glauben beeinflusst. Und wenn man das so liest, merkt man: verdammt, die Stimme ist eigentlich immer da, auch wenn keiner gerade singt oder ruft. Aber – und das ist der Grund für die vier Sterne – manchmal übertreibt Gumbrecht es mit seinen gedanklichen Loopings. Da sitzt man und denkt: „Okay, jetzt hab ich’s!“ … und schwupps, der nächste Absatz zieht einem wieder den Teppich unter den Füßen weg. Klar, das ist spannend, aber eben auch ein bisschen nervenzehrend, wenn man nicht gerade einen Professorenstuhl unterm Hintern hat. Unterm Strich: ein kluges, vielschichtiges und mutiges Buch, das die Stimme in ein neues Licht setzt und dazu bringt, selbst die eigene Sprechweise mal mit anderen Ohren zu hören. Kein seichtes Blabla, sondern Stoff für Kopf und Bauch. Wer bereit ist, sich von den Wellen der Gedanken treiben zu lassen, wird hier definitiv belohnt.

Wenn Stimmen lauter sind als Worte
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