Leben
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Description
Ein junger, sterbenskranker Mann geht ans Telefon und hört die ersehnten und gefürchteten Worte: «Wir haben ein Spenderorgan für Sie.» Soll er es wagen, damit er weiter da ist für sein Kind? Er nimmt seine Tasche und lässt sich ins Berliner Virchow-Klinikum fahren.
Es folgen lange Tage und Nächte im Krankenhaus, neben wechselnden Bettnachbarn. Da ist etwa ein Getränkehändler mit einer heimlichen Geliebten, oder ein libanesischer Fleischer, der beide Brüder an den Krieg verlor. Beim Zuhören wird ihm zum ersten Mal bewußt, daß auch er schon ein Leben hinter sich hat. Für wen hat er gelebt? Für wen lohnt es sich weiterzuleben? Und welcher Mensch ist gestorben, so daß er weiterleben kann – möglicherweise als ein anderer als zuvor?
Preis der Leipziger Buchmesse 2013
Book Information
Author Description
David Wagner, 1971 geboren, debütierte mit dem Roman Meine nachtblaue Hose. Es folgten der Erzählungsband Was alles fehlt, das Prosabuch Spricht das Kind, die Essaysammlungen Welche Farbe hat Berlin und Mauer Park, die Kindheitserinnerungen Drüben und drüben (mit Jochen Schmidt), der Roman Vier Äpfel, der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand, und Ein Zimmer im Hotel. 2013 wurde ihm für sein Buch Leben der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen, 2014 erhielt er den Kranichsteiner Literaturpreis und war erster «Friedrich-Dürrenmatt-Gastprofessor für Weltliteratur» an der Universität Bern. Der vergessliche Riese brachte ihm 2019 den Bayerischen Buchpreis und eine Platzierung auf der Shortlist für den Wilhelm Raabe-Literaturpreis ein, den 2024 erschienenen Roman Verkin zählte Die Zeit zu den 100 BESTEN BÜCHER DES JAHRES. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt. Er lebt in Berlin.
Posts
"Und dann liege ich in meinem Bett, denke in mir herum und einmal quer hindurch. Und verirre mich in mir." Wenn man auf der einen Seite zu viel Zeit hat, weil man zu viel in einem Krankenhaus sein muss und einem auf der anderen Seite die Zeit davonläuft, dann macht man sich unweigerlich viele Gedanken. Seit seiner Kindheit leidet David Wagner bereits an einer Lebererkrankung und die einzige Option ist eine Transplantation. In "Leben " berichtet der Autor über den langen Weg bis hin zur Transplantation und darüber hinaus. Manchmal scheint es, er schaut von oben auf sich herab und beschreibt was er sieht und gleichzeitig lässt er die Leser:innen an seinen intimen Gedanken teilhaben. Auch über den Spender der Leber macht sich David Wagner so seine Gedanken. "Ich weiß nichts über dich, ich weiß überhaupt nichts. Und doch fehlst du mit, du fehlst mir wie verrückt. " Ein beeindruckendes Buch, aus dem Jahr 2013, welches ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe.
Alle glaubten er werde verbluten und an seinem eigenen Blut ersticken, als David mit geplatzten Krampfadern in der Speiseröhre ins Krankenhaus kommt, doch er schafft es dem Tod von der Schippe zu springen. Sein Arzt setzt ihn erneut auf die Transplantationsliste für eine neue Leber, denn David lebt seit seiner Kindheit mit einer Autoimmunerkrankung die seine Leber angreift. Aber will er das? Weiterleben durch den Tod eines anderen? Ein scheinbar endloser Krankenhausaufenthalt führt den Leser durch die Gedankenwelt von Herrn W., wie er sich selbst bezeichnet. Sein Auseinandersetzen mit dem Tod, mit der Idee ein fremdes Organ in sich zu tragen und die Leidenswege seiner unzähligen Zimmergenossen. Kurze Abschnitte machen es leicht das Buch zu lesen, die Thematik jedoch nicht. Ich bekam wirklich tiefe Einblicke, wie es ist mit dem Tod seit Jahren auf der Schwelle zu leben, aber auch wie erschreckend der Gedanke ist, ein Stück Körper eines anderen zu bekommen. Ebenso ungeordnet wie Gedanken durch den Kopf wandern, hat David Wagner alles aufgeschrieben und dadurch wird alles so viel realer. Das Buch zeigt die menschlich Tragödie hinter der gerade wieder in die Schlagzeilen geratenen Transplantationsmedizin und brachte mich zum Nachdenken, ob ich nicht doch den kleinen Ausweis der mich als Organspender ausweist, in mein Portemonnaie stecken sollte. Obwohl das Buch nicht viele Seiten enthält, hat es so viel Aussagekraft und trägt soviel Emotionen in sich, wie kein tausend Seitenwälzer es könnte. Dieses Buch geht einfach unter die Haut, ob man will oder nicht.
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Ein junger, sterbenskranker Mann geht ans Telefon und hört die ersehnten und gefürchteten Worte: «Wir haben ein Spenderorgan für Sie.» Soll er es wagen, damit er weiter da ist für sein Kind? Er nimmt seine Tasche und lässt sich ins Berliner Virchow-Klinikum fahren.
Es folgen lange Tage und Nächte im Krankenhaus, neben wechselnden Bettnachbarn. Da ist etwa ein Getränkehändler mit einer heimlichen Geliebten, oder ein libanesischer Fleischer, der beide Brüder an den Krieg verlor. Beim Zuhören wird ihm zum ersten Mal bewußt, daß auch er schon ein Leben hinter sich hat. Für wen hat er gelebt? Für wen lohnt es sich weiterzuleben? Und welcher Mensch ist gestorben, so daß er weiterleben kann – möglicherweise als ein anderer als zuvor?
Preis der Leipziger Buchmesse 2013
Book Information
Author Description
David Wagner, 1971 geboren, debütierte mit dem Roman Meine nachtblaue Hose. Es folgten der Erzählungsband Was alles fehlt, das Prosabuch Spricht das Kind, die Essaysammlungen Welche Farbe hat Berlin und Mauer Park, die Kindheitserinnerungen Drüben und drüben (mit Jochen Schmidt), der Roman Vier Äpfel, der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand, und Ein Zimmer im Hotel. 2013 wurde ihm für sein Buch Leben der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen, 2014 erhielt er den Kranichsteiner Literaturpreis und war erster «Friedrich-Dürrenmatt-Gastprofessor für Weltliteratur» an der Universität Bern. Der vergessliche Riese brachte ihm 2019 den Bayerischen Buchpreis und eine Platzierung auf der Shortlist für den Wilhelm Raabe-Literaturpreis ein, den 2024 erschienenen Roman Verkin zählte Die Zeit zu den 100 BESTEN BÜCHER DES JAHRES. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt. Er lebt in Berlin.
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"Und dann liege ich in meinem Bett, denke in mir herum und einmal quer hindurch. Und verirre mich in mir." Wenn man auf der einen Seite zu viel Zeit hat, weil man zu viel in einem Krankenhaus sein muss und einem auf der anderen Seite die Zeit davonläuft, dann macht man sich unweigerlich viele Gedanken. Seit seiner Kindheit leidet David Wagner bereits an einer Lebererkrankung und die einzige Option ist eine Transplantation. In "Leben " berichtet der Autor über den langen Weg bis hin zur Transplantation und darüber hinaus. Manchmal scheint es, er schaut von oben auf sich herab und beschreibt was er sieht und gleichzeitig lässt er die Leser:innen an seinen intimen Gedanken teilhaben. Auch über den Spender der Leber macht sich David Wagner so seine Gedanken. "Ich weiß nichts über dich, ich weiß überhaupt nichts. Und doch fehlst du mit, du fehlst mir wie verrückt. " Ein beeindruckendes Buch, aus dem Jahr 2013, welches ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe.
Alle glaubten er werde verbluten und an seinem eigenen Blut ersticken, als David mit geplatzten Krampfadern in der Speiseröhre ins Krankenhaus kommt, doch er schafft es dem Tod von der Schippe zu springen. Sein Arzt setzt ihn erneut auf die Transplantationsliste für eine neue Leber, denn David lebt seit seiner Kindheit mit einer Autoimmunerkrankung die seine Leber angreift. Aber will er das? Weiterleben durch den Tod eines anderen? Ein scheinbar endloser Krankenhausaufenthalt führt den Leser durch die Gedankenwelt von Herrn W., wie er sich selbst bezeichnet. Sein Auseinandersetzen mit dem Tod, mit der Idee ein fremdes Organ in sich zu tragen und die Leidenswege seiner unzähligen Zimmergenossen. Kurze Abschnitte machen es leicht das Buch zu lesen, die Thematik jedoch nicht. Ich bekam wirklich tiefe Einblicke, wie es ist mit dem Tod seit Jahren auf der Schwelle zu leben, aber auch wie erschreckend der Gedanke ist, ein Stück Körper eines anderen zu bekommen. Ebenso ungeordnet wie Gedanken durch den Kopf wandern, hat David Wagner alles aufgeschrieben und dadurch wird alles so viel realer. Das Buch zeigt die menschlich Tragödie hinter der gerade wieder in die Schlagzeilen geratenen Transplantationsmedizin und brachte mich zum Nachdenken, ob ich nicht doch den kleinen Ausweis der mich als Organspender ausweist, in mein Portemonnaie stecken sollte. Obwohl das Buch nicht viele Seiten enthält, hat es so viel Aussagekraft und trägt soviel Emotionen in sich, wie kein tausend Seitenwälzer es könnte. Dieses Buch geht einfach unter die Haut, ob man will oder nicht.






