Lautgemalte Nacht
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Description
Book Information
Author Description
Victoria Hohmann ist Autorin, Textkünstlerin und performt als Mutter einer Tochter täglich den Care-Spagat zwischen Kunst & Kind. Sie begreift Schreiben als Aktivismus, beschäftigt sich mit Sprachkunst, der Performativität von Text, mit Publishing als künstlerischer Disziplin. Seit 2024 betreibt sie Offbeat-Publishing für experimentelle Texte. Dort erschienen auch ihre Langgedichte „Potenz.“ und neu aufgelegt „Der Frau“ (2025).
Posts
Demenz ist mehr als ein medizinischer Befund, sie verändert schrittweise die gesamte Lebenswirklichkeit eines Menschen und greift zugleich tief in das Leben der Angehörigen ein. „In der Familie, im Bekanntenkreis, in der Nachbarschaft, jeder kennt jemanden. Oder kennt jemanden, der jemanden kennt. Aktuell sind fast zwei Millionen Menschen in Deutschland an Demenz erkrankt. Bis zum Jaht 2050 werden es drei Millionen sein. Drei von ungefähr dreiundachtzig Millionen Menschen. Das bedeutet, jeder siebenundzwanzigste wird erkrankt sein,…” Die Mutter verliert allmählich die Orientierung. Erst im Straßenverkehr, dann im eigenen Leben. Vertraute Handgriffe entgleiten ihr, selbst die Zubereitung einfacher Gerichte wird zur unüberwindbaren Hürde. Worte, einst selbstverständlich, zerfallen zu Fragmenten, während sich in den Sofaritzen stumme Zeugnisse eines brüchig gewordenen Alltags sammeln. Was geht in einem Kopf vor, dessen Erinnerungen sich auflösen wie Nebel im Morgenlicht? Welche Spuren hinterlässt das Verschwinden von Sprache und Gedächtnis im Innersten eines Menschen und wohin entschwindet all das, was einst Identität war? Die Ich-Erzählerin, eine Tochter auf der Suche nach Verständnis, tastet sich an diese Fragen heran. Mit einem Wechsel aus Zärtlichkeit und schonungsloser Klarheit beleuchtet sie die leisen Verschiebungen im Gefüge von Familie und Gesellschaft. Doch vor allem richtet sie ihren Blick auf die Erkrankte selbst, auf ihr Erleben, ihr Fühlen, ihr allmähliches Entgleiten. In dichter, poetischer Sprache entsteht so ein Bild von Demenz, das nicht nur den Verlust zeigt, sondern auch die fragile, oft übersehene Gegenwart der Betroffenen sichtbar macht. Demenz betrifft immer das ganze soziale Umfeld. Sie fordert Geduld, Empathie und Anpassungsfähigkeit. Gleichzeitig wirft sie grundlegende Fragen auf: Was macht einen Menschen aus, wenn Erinnerungen schwinden? Wo bleibt die Persönlichkeit, wenn Sprache verloren geht? Die Antworten sind nicht eindeutig. Doch oft zeigt sich, dass selbst dort, wo vieles verloren scheint, ein emotionaler Kern bestehen bleibt, der Beziehung weiterhin möglich macht, wenn auch auf neue, ungewohnte Weise. Und dies beschreibt Victoria Hohmann in Laut gemalte Nacht. Ihre Worte berühren mit einem besonderen Nachklang, intensiv und doch von sanfter Hand geführt. Zu Beginn eines jeden Kapitels trat eine Zellgrafik hervor, die das unaufhaltsame Fortschreiten der Krankheit sichtbar machte. Ein stilles, doch eindringliches Bild, das sich wie ein leiser Schatten durch die Erzählung zog. Ein Buch mit langem und intensiven Nachhall.
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Victoria Hohmann ist Autorin, Textkünstlerin und performt als Mutter einer Tochter täglich den Care-Spagat zwischen Kunst & Kind. Sie begreift Schreiben als Aktivismus, beschäftigt sich mit Sprachkunst, der Performativität von Text, mit Publishing als künstlerischer Disziplin. Seit 2024 betreibt sie Offbeat-Publishing für experimentelle Texte. Dort erschienen auch ihre Langgedichte „Potenz.“ und neu aufgelegt „Der Frau“ (2025).
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Demenz ist mehr als ein medizinischer Befund, sie verändert schrittweise die gesamte Lebenswirklichkeit eines Menschen und greift zugleich tief in das Leben der Angehörigen ein. „In der Familie, im Bekanntenkreis, in der Nachbarschaft, jeder kennt jemanden. Oder kennt jemanden, der jemanden kennt. Aktuell sind fast zwei Millionen Menschen in Deutschland an Demenz erkrankt. Bis zum Jaht 2050 werden es drei Millionen sein. Drei von ungefähr dreiundachtzig Millionen Menschen. Das bedeutet, jeder siebenundzwanzigste wird erkrankt sein,…” Die Mutter verliert allmählich die Orientierung. Erst im Straßenverkehr, dann im eigenen Leben. Vertraute Handgriffe entgleiten ihr, selbst die Zubereitung einfacher Gerichte wird zur unüberwindbaren Hürde. Worte, einst selbstverständlich, zerfallen zu Fragmenten, während sich in den Sofaritzen stumme Zeugnisse eines brüchig gewordenen Alltags sammeln. Was geht in einem Kopf vor, dessen Erinnerungen sich auflösen wie Nebel im Morgenlicht? Welche Spuren hinterlässt das Verschwinden von Sprache und Gedächtnis im Innersten eines Menschen und wohin entschwindet all das, was einst Identität war? Die Ich-Erzählerin, eine Tochter auf der Suche nach Verständnis, tastet sich an diese Fragen heran. Mit einem Wechsel aus Zärtlichkeit und schonungsloser Klarheit beleuchtet sie die leisen Verschiebungen im Gefüge von Familie und Gesellschaft. Doch vor allem richtet sie ihren Blick auf die Erkrankte selbst, auf ihr Erleben, ihr Fühlen, ihr allmähliches Entgleiten. In dichter, poetischer Sprache entsteht so ein Bild von Demenz, das nicht nur den Verlust zeigt, sondern auch die fragile, oft übersehene Gegenwart der Betroffenen sichtbar macht. Demenz betrifft immer das ganze soziale Umfeld. Sie fordert Geduld, Empathie und Anpassungsfähigkeit. Gleichzeitig wirft sie grundlegende Fragen auf: Was macht einen Menschen aus, wenn Erinnerungen schwinden? Wo bleibt die Persönlichkeit, wenn Sprache verloren geht? Die Antworten sind nicht eindeutig. Doch oft zeigt sich, dass selbst dort, wo vieles verloren scheint, ein emotionaler Kern bestehen bleibt, der Beziehung weiterhin möglich macht, wenn auch auf neue, ungewohnte Weise. Und dies beschreibt Victoria Hohmann in Laut gemalte Nacht. Ihre Worte berühren mit einem besonderen Nachklang, intensiv und doch von sanfter Hand geführt. Zu Beginn eines jeden Kapitels trat eine Zellgrafik hervor, die das unaufhaltsame Fortschreiten der Krankheit sichtbar machte. Ein stilles, doch eindringliches Bild, das sich wie ein leiser Schatten durch die Erzählung zog. Ein Buch mit langem und intensiven Nachhall.




