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„Lady Smoke“ von Laura Sebastian ist der zweite Band der „Ash Princess“-Trilogie. Fantasy für Jugendliche ab 14 Jahren. Die Geschichte knüpft unmittelbar da an, wo „Ash Princess“ endet. Wir befinden uns auf Drachenfluchs Schiff, doch eine Atempause ist dies nicht. Es gilt, eine Streitmacht aufzustellen und dafür sind Verbündete notwendig. In Drachenfluchs Augen ist der einfachste Weg, Theo zu verheiraten. Widerwillig stimmt Theo zu, aber letztendlich verfolgen beide ihre eigenen Pläne… Wie erwartet, dient dieser zweite Band dazu, die Welt zu expandieren. Zwar bereist Thora selbst nur ein neues Land, trifft dort aber auf alle Herrscher der umliegenden Staaten, Königreiche etc. So liefert uns Sebastian zu jedem Reich einige Infos und bringt uns auf den neuesten Stand der globalen Politik in dieser Welt. Damit einher geht auch eine realistische Darstellung eines Flüchtlingscamps. In „Lady Smoke“ erhascht Thora das erste Mal einen Blick auf Menschen, denen die Flucht vor dem Kaiser gelungen ist. Sie trifft in diesem Camp also nicht nur auf Astreaner, sondern auch auf Gorakis u.w. von den Kalovaxianern eroberten Staaten. Die Umstände ihrer Unterbringung sind ein Graus, besonders aussagekräftig ist allerdings die Tatsache, dass das hiesige Volk der Überzeugung ist, die Flüchtlinge seien verflucht – als billige Arbeitskräfte dürfen sie trotzdem herhalten. Eine gut platzierte und gerechtfertigte Kritik. Ansonsten besteht ein Großteil der Handlung aus Besprechungen, Verhandlungen und viel Ränkeschmiederei. Dies ist vielleicht stellenweise etwas trocken, langweilig empfand ich es aber nie. Dafür hatte ich meine Schwierigkeiten mit der Prämisse, dass eine Hochzeit für eine Allianz notwendig sei. Es ist relativ offensichtlich, dass dies nicht im Sinne des Narrativs ist und dementsprechend auch nicht geschehen wird. Zusätzlich macht dieser Versuch so wenig Sinn. Einen anderen Monarchen zu heiraten, damit dieser dann ihr Heimatland zurückerobert? Der einzige Grund, wieso sich die anderen Herrscher überhaupt darauf beworben haben, ist derselbe Grund, aus dem der Kaiser Astrea erst erobert hat: die Magie. Sie würde also nur einen Ausbeuter gegen einen anderen austauschen. Positiv zu vermerken ist allerdings die Diversität bei der Brautschau. Es ist auch eine Herrscherin unter den Brautwerbern, der General wirkt zumindest nicht neurotypisch und wir erfahren in dem Kontext, dass Sexualität in Astrea keinen strengen Regeln unterliegt. Ebenso gibt es in der astreanischen Sprache nicht einmal ein Wort für „Jungfräulichkeit“, weil das patriarchale Konzept der unschuldigen Braut in Theos Heimat ein Unding ist. Im Hinblick auf die Charaktere hätte ich mir mehr Entwicklung gewünscht. Soren und Blaise sind immer noch zu flache Nebencharaktere, ebenso wie Heron. Bei letzterem kann ich aber noch ein Auge zudrücken, bei den beiden „Schenkeln des Liebesdreiecks“ fällt mir das hingegen schwer. Dafür lernen wir Artemisia besser kennen – Sebastian schreibt eben für die Frauen. Cress rückt hier notgedrungen sehr in den Hintergrund, aber das Ende ist in dieser Hinsicht sehr vielversprechend. Alles in allem ist „Lady Smoke“ eine solide Fortsetzung, die zumindest in meinen Augen nicht dem „Mittelband-Syndrom“ verfällt. Ich fühlte mich gut unterhalten und bin schon sehr gespannt auf das große Finale. Ein bisschen schwächer als „Ash Princess“ ist es allerdings schon, deshalb gibt es „nur“ gute 3,5/5 Sterne.
Sep 3, 2025
„Lady Smoke“ von Laura Sebastian ist der zweite Band der „Ash Princess“-Trilogie. Fantasy für Jugendliche ab 14 Jahren. Die Geschichte knüpft unmittelbar da an, wo „Ash Princess“ endet. Wir befinden uns auf Drachenfluchs Schiff, doch eine Atempause ist dies nicht. Es gilt, eine Streitmacht aufzustellen und dafür sind Verbündete notwendig. In Drachenfluchs Augen ist der einfachste Weg, Theo zu verheiraten. Widerwillig stimmt Theo zu, aber letztendlich verfolgen beide ihre eigenen Pläne… Wie erwartet, dient dieser zweite Band dazu, die Welt zu expandieren. Zwar bereist Thora selbst nur ein neues Land, trifft dort aber auf alle Herrscher der umliegenden Staaten, Königreiche etc. So liefert uns Sebastian zu jedem Reich einige Infos und bringt uns auf den neuesten Stand der globalen Politik in dieser Welt. Damit einher geht auch eine realistische Darstellung eines Flüchtlingscamps. In „Lady Smoke“ erhascht Thora das erste Mal einen Blick auf Menschen, denen die Flucht vor dem Kaiser gelungen ist. Sie trifft in diesem Camp also nicht nur auf Astreaner, sondern auch auf Gorakis u.w. von den Kalovaxianern eroberten Staaten. Die Umstände ihrer Unterbringung sind ein Graus, besonders aussagekräftig ist allerdings die Tatsache, dass das hiesige Volk der Überzeugung ist, die Flüchtlinge seien verflucht – als billige Arbeitskräfte dürfen sie trotzdem herhalten. Eine gut platzierte und gerechtfertigte Kritik. Ansonsten besteht ein Großteil der Handlung aus Besprechungen, Verhandlungen und viel Ränkeschmiederei. Dies ist vielleicht stellenweise etwas trocken, langweilig empfand ich es aber nie. Dafür hatte ich meine Schwierigkeiten mit der Prämisse, dass eine Hochzeit für eine Allianz notwendig sei. Es ist relativ offensichtlich, dass dies nicht im Sinne des Narrativs ist und dementsprechend auch nicht geschehen wird. Zusätzlich macht dieser Versuch so wenig Sinn. Einen anderen Monarchen zu heiraten, damit dieser dann ihr Heimatland zurückerobert? Der einzige Grund, wieso sich die anderen Herrscher überhaupt darauf beworben haben, ist derselbe Grund, aus dem der Kaiser Astrea erst erobert hat: die Magie. Sie würde also nur einen Ausbeuter gegen einen anderen austauschen. Positiv zu vermerken ist allerdings die Diversität bei der Brautschau. Es ist auch eine Herrscherin unter den Brautwerbern, der General wirkt zumindest nicht neurotypisch und wir erfahren in dem Kontext, dass Sexualität in Astrea keinen strengen Regeln unterliegt. Ebenso gibt es in der astreanischen Sprache nicht einmal ein Wort für „Jungfräulichkeit“, weil das patriarchale Konzept der unschuldigen Braut in Theos Heimat ein Unding ist. Im Hinblick auf die Charaktere hätte ich mir mehr Entwicklung gewünscht. Soren und Blaise sind immer noch zu flache Nebencharaktere, ebenso wie Heron. Bei letzterem kann ich aber noch ein Auge zudrücken, bei den beiden „Schenkeln des Liebesdreiecks“ fällt mir das hingegen schwer. Dafür lernen wir Artemisia besser kennen – Sebastian schreibt eben für die Frauen. Cress rückt hier notgedrungen sehr in den Hintergrund, aber das Ende ist in dieser Hinsicht sehr vielversprechend. Alles in allem ist „Lady Smoke“ eine solide Fortsetzung, die zumindest in meinen Augen nicht dem „Mittelband-Syndrom“ verfällt. Ich fühlte mich gut unterhalten und bin schon sehr gespannt auf das große Finale. Ein bisschen schwächer als „Ash Princess“ ist es allerdings schon, deshalb gibt es „nur“ gute 3,5/5 Sterne.
Sep 3, 2025







