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Krach

4.1(34)
Hardcover€20.00E-Book€16.99
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About the book

»Ein furioser Roman über das Erwachsenwerden im toten Winkel der Gesellschaft und eine kalte Dusche für lauwarmes Erzählen.« Arno Frank.

Eine Punkband in der Pfälzischen Provinz der Neunzigerjahre – was kann da schon schiefgehen? In seinem unverwechselbaren Ton schreibt Tijan Sila einen humorvoll wilden, zarten Roman über die identitätsstiftende Kraft von Subkulturen. 1998, inmitten der Baseballschlägerjahre, gründet der 18-jährige Gansi mit seinen Freunden in der Kleinstadt Calvusberg die Punkband Pur Jus. Während es seinen Eltern, die vor vielen Jahren aus Bosnien nach Deutschland gekommen sind, lieber wäre, würde er wie sein älterer Bruder Predrag Chirurg werden und in eine Villa am Heidelberger Neckarufer ziehen, veranstaltet er Radau im heimischen Club Fiasko, tourt durch das tief gespaltene Land vom blitzsauberen Jugendzentrum in Freiburg zum besetzten Haus in Heidenau, lässt sich von einem Fascho die Lippe spalten und von der finsteren Gitarristin Ursel das Herz brechen. Dann trifft er Katja, die in »Texas« lebt, einem Viertel in Calvusberg, das sogar die Punks fürchten. Sie lernt fürs Abi, ist sehr für gewaltfreie Konfliktlösung und hört lieber Madonna statt Buzzcocks. Gansi ist bis zur geföhnten und blondierten Haartolle verliebt in sie. Alles scheint perfekt – doch bald sind es nicht mehr nur die omnipräsenten Nazis, die für Pur Jus zur Gefahr werden. Tijan Sila führt die Leser*innen ins Herz einer Szene, die er sehr gut kennt: Er zog in den Neunzigerjahren selbst mit seiner Punkband Atlas Lanze durch Deutschland und hat gerade mit seiner neuen Band Korrekte Drinks eine Single aufgenommen.

Editions (1)

ISBN9783462053753
PublisherKiepenheuer & Witsch
Publication Date05/06/21
Pages272

Characteristics

1 reviews

FastModerateVividInformativeThoughtfulDeveloping

Reviews & Ratings

34 ratings

9 reviews

4.1

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  • jtk_0701
    jtk_0701

    344 Followers

    2.5

    Ich hab „Radio Sarajevo“ gelesen und sehr geliebt, weshalb ich den Vorgänger „Krach“ endlich von meinem SuB befreit habe. Tijan Sila als Person finde ich echt cool. Er spricht immer klar und direkt aus, was ihn stört, manchmal sogar etwas zu klar. Doch ich lieb’s. Deswegen war mir schon beim Aussuchen der Lektüre klar, dass „Krach“ einen ähnlich rotzigen Ton haben könnte und ich durch den Roman die Möglichkeit hatte, in eine mir unbekannte Welt einzutauchen. Und ja, was soll ich sagen, es ist nicht nur ziemlich direkt und frech, sondern leider auch etwas überladen mit Gewalt. Ja, es mag sein, dass in der Punkszene der 90er diese sinnlose Brutalität alltäglich war, aber ich konnte es einfach nicht verstehen, warum Gansi und seine Bandkollegen sich so sinnlos prügelten. Natürlich geh ich noch voll mit, dass man den Nazis eine in die Fresse gibt, auch wenn ich Gewalt nicht für die Lösung halte. Aber ich wollte ja genau diese Realität kennenlernen. Allerdings, wenn dann wirklich jeder „scheiße“ ist und nur noch Gewalt für alles die Lösung ist, dann ist das so fern von meiner eigenen Lebenserfahrung, dass es mir zu viel wurde und ich gar kein Verständnis mehr dafür hatte. Leider entsprach es für mich nicht dem Coming-of-Age-Roman nach meinem Geschmack. Hätte ich dieses Buch nicht im Urlaub gelesen, hätte ich es vielleicht abgebrochen. So hab ich es dank genügend Lesezeit durchgezogen und die ganze Zeit gehofft, es kommt noch irgendeine tiefere Erklärung für diese Gewalt. Leider hab ich keine bekommen. Hier und da schien ein wenig Erklärung aufzublitzen, aber für meinen Geschmack zu wenig. Ich denke, es gibt bestimmt die richtigen Leser*innen für dieses Buch, die sich mit seinem Inhalt identifizieren können. Ich glaube, ich bin entweder zu alt oder zu friedlich, oder vielleicht war ich zu sehr Hip-Hop-Girl in den 90ern, um diese Brutalität nicht als stumpfsinnig zu empfinden. Schade, aber ich werde es auf jeden Fall nochmal mit Tijan Sila probieren, denn schreiben kann er. S.48 „Hikmet war einer der vielen bosnischen Flüchtlinge, die während des Kriegs in Deutschland strandeten. Serben hatten seinen Vater und älteren Bruder im Wald mit einigen anderen bosnischen Männern in einen Container für Bauschutt gepfercht, mit Benzin übergossen und lebendig verbrannt; Hikmets Mutter Fatima hatten sie vergewaltigt. Das verrieten mir meine Eltern damals, damit ich vor den beiden darauf achtete, was ich von mir gab.“ S.156 „Während der Fahrt nach Heidelberg sprachen meine Eltern kein Wort mit mir. Der Liebesentzug: Nie fühlte ich mich in Deutschland so dermaßen als Ausländer, wie wenn meine Eltern ihre kommunistischen Erziehungsmethoden auspackten. Als Kind hatte mich ihr strafendes Schweigen stets zermürbt, inzwischen war es mir egal, denn ich fühlte mich immer im Recht.“ S.220 „Für ihn war die Hölle kein Ort - trotzdem hätte er in Deutschland bleiben sollen. Hier konnte man genesen und Punkrock werden. Oder Raver. Hikmet wäre am Ende bestimmt ein Goth geworden - auch egal. Hier gab es normale Jungs und Mädchen, die keinen Krieg erlebt hatten und mit denen man in Abenteuer hätte ziehen können.“

    Jan 3, 2026

  • kira.teresa
    kira.teresa

    25 Followers

    5.0

    "Krach" ist jung, frisch und frech. Das spiegelt sich auch in der Sprache wieder, die einfach perfekt in die Zeit und zu den Charakteren passt.

    Ich hatte eine Leseflaute und dieses Buch hat mich da mit Schmackes wieder rausgezogen! Das sagt meiner Meinung nach eigentlich schon alles über dieses Buch aus. In diesem Roman geht es um Punk, Links, Rechts, Bandleben, Liebeleien, Schlägereien, Konzerte, Dialekt, Zugehörigkeit, Abschluss, Erwachsenwerden und die Zukunftsplanung. "Krach" ist jung, frisch und frech. Das spiegelt sich auch in der Sprache wieder, die einfach perfekt in die Zeit und zu den Charakteren passt. Tijan Sila trifft genau den richtigen Ton, weshalb ich das Buch kaum begonnen, auch gleich schon wieder beendet hatte. Alle Charaktere haben ihren eigenen Kopf, bleiben sich treu, sind authentisch und durchleben ganz unterschiedliche, persönliche Entwicklungen im Laufe des Romans. Kurzum, "Krach" von Tijan Sila bekommt von mir eine klare Leseempfehlung!

    Jan 6, 2025

  • 5.0

    ABSOLUT EINZIGARTIGES BUCH!!!

    Ich bin wirklich sehr beeindruckt von diesem Buch. Zuerst der Schreibstil. Das ist mit einer der besondersten Weisen zu schreiben, die ich bisher kennenlernen durfte. Es ist eher in einer umgangssprachlichen Sprache geschrieben, aber sie war so abwechslungsreich und ich habe unzählige neue witzige oder interessante Wörter kennengelernt. Oft kamen auch bestimmte Ausdrücke vor, bei denen man schmunzeln muss, da man sie einfach nicht so häufig hört oder man an ein Wort erinnert wird, das man schon seit Ewigkeiten nicht mehr gehört hat. Dazu ist der Schreibstil von Slang und ostdeutschem Dialekt geprägt. In der Geschichte wurden äußerst wichtige Themen angesprochen, wie Rassismus, die Auswirkungen des Nationalsozialismus, politische Sichtweisen, Gewalt und vieles mehr. Was meiner Meinung nach, auch sehr interessant dargestellt wurde, war wie verschiedene Personengruppen mit unterschiedlichen politischen Einstellungen miteinander agierten. Es gab realistische Einblicke, wie kritisch und problematisch die Menschen damals gesprochen, gehandelt und gedacht haben, da der Autor, soweit ich weiß, selbst in einer ähnlichen Gegend aufgewachsen ist und sich des Öfteren auf eigene Erlebnisse und Erfahrungen bezieht. Einfach vieles, das früher normal war, dann überdacht wurde und aus dem die (meisten) Menschen, aber inzwischen gelernt haben. Abgesehen davon, waren die Charaktere alle auf ihrer Art außergewöhnlich und pfiffig geformt. Keiner von ihnen war perfekt, sie hatten alle ihre Makel. Das war das erste Buch seit langem, bei dem ich es schade fand, dass es schon vorbei war. In keiner einzigen Sekunde, fand ich langweilig, was beschrieben wurde. Ständig ist etwas passiert und es hat Spaß gemacht es zu lesen. Das Ende hat mich wiederum sehr traurig zurückgelassen. Es war nicht schlecht, sondern einfach realistisch. Es schien alles perfekt und ich hatte mir gewünscht es würde so weitergehen, ebenso wie der Protagonist. Daher konnte ich persönlich so gut mit ihm mitfühlen, als alles wieder auseinanderging:(Ich habe nun nichts mehr hinzuzufügen☺️

    Oct 6, 2024

3 of 9 reviews

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maengelexemplar
maengelexemplarMar 13, 2025

Ein Buch so genial hingerotzt und schnell und laut erzählt, wie ein typisch knackiger Drei-Akkorde-Punksong. Ich fand es sehr cool und interessant.

Author

About Tijan Sila

Tijan Sila kam 1981 in Sarajevo zur Welt und emigrierte 1994 mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Germanistik und Anglistik in Heidelberg. Heute lebt er in Kaiserslautern, wo er als Lehrer an einer Berufsschule arbeitet. Im Frühjahr 2017 erschien sein Debütroman »Tierchen unlimited« bei Kiepenheuer & Witsch, 2018 folgte »Die Fahne der Wünsche«. Er hört Punkrock, seitdem er als Kind das Video zu dem Ramones-Lied »I wanna be sedated« gesehen hat und ist Gitarrist der Punkband Korrekte Drinks.

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