Kluft und Liebe

Kluft und Liebe

Paperback
4.221

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Description

Ob in Liedern, Filmen oder Büchern: Liebe wird zu etwas Ungreifbarem, Zufälligem, Schicksalhaftem verklärt. Sie entzieht sich unserem Einfluss und überwindet alle Grenzen. Aber ist das wirklich so? »All you need is love«?

Was ist mit Rassismus, Behinderung oder tief verankerten patriarchalen Strukturen und Verhaltensmustern? Was passiert, wenn in einer Liebesbeziehung die eine Person durch ihr Aussehen oder ihr Auftreten von unserer Gesellschaft diskriminiert wird und die andere nicht? Spielt das in dieser Beziehung wirklich keine Rolle?

Josephine Apraku sagt: Doch! Denn soziale Ungleichheit macht auch vor unseren Beziehungen keinen Halt – im Gegenteil. Unsere intimsten zwischenmenschlichen Verbindungen sind im Prinzip Petrischalen unserer Gesellschaft: Was da draußen im Großen passiert, geschieht auch im Kleinen zwischen uns und unseren Lieben. Auch in der Paartherapie wird Diskriminierung als Herausforderung in Beziehungen noch nicht genug Beachtung geschenkt.

»Kluft und Liebe« zeigt, wie Diskriminierung uns in der Liebe voneinander trennt, wie wir trotzdem zusammenfinden und daran gemeinsam wachsen können.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Paperback
Pages
288
Price
20.60 €

Author Description

Josephine Apraku ist Afrikawissenschaftler*in sowie Referent*in für intersektionale rassismuskritische Bildungsarbeit und hat als Lehrbeauftragte*r unter anderem an der Alice Salomon Hochschule und der Humboldt-Universität zu Berlin unterrichtet. Darüber hinaus hat Josephine Apraku als Kolumnist*in für Magazine wie EDITION F und Missy Magazine geschrieben.

Posts

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All
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Ich hätte mir - damit es einfacher ist - mehr Antworten als Fragen gewünscht, aber das funktioniert natürlich nicht, wenn es um Beziehungen geht. Dieses Buch legt viele aktuelle Zustände und Probleme dar, und regt dazu an, sich mit den eigenen Positionen darin zu befassen und diese kritisch zu hinterfragen - und dabei zu überlegen, wie ich Beziehung leben möchte und machtkritischer gestalten kann.

5

n absoluter Muss

Ich bin ehrlich, irgendwie fühlt es sich mit dem Ende des Buchen so an, als wäre mein Herz geheilt und zeitgleich ist einfach ne große Lücke entstanden. Kann das ganze gar nicht so ganz in Worte fassen. Dieses Buch hat mich in vielen Hinsichten geheilt ohne das ich wusste, dass diese Wunden überhaupt existiert haben und zeitgleich in vielen Bereichen die Augen geöffnet, welche ich jetze nie mehr schließen möchte/darf. Glaube ich übertreibe nicht, wenn das mit Abstand mein absolutes Lieblingsbuch geworden ist💜 Josephine Apraku schreibt so, als hättest du gerade ein sehr tiefgründiges Gespräch mit deinen besten Freund*innen. Josephine nimmt dich dabei an die Hand: Liebe und Diskrimierung besser zu verstehen und dich damit auseinanderzusetzen. Vor allem was du willst und brauchst oder dein*e Partner*in. Ich kann dieses Buch wirklich nur allem ganz ganz doll ans Herz legen!!! Ach und glaube ich hab mit den Buch mein ganzen Freundeskreis genervt, weil ich konstant drüber geredet habe, wie fucking gut ich dieses Buch finde :)

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Es ist natürlich alles gut gemeint und geht auch in die richtige Richtung. Aber der Zugang war mir manchmal zu „pädagogisch“. Einiges an Wiederholungen, die natürlich zur Einübung gemeint sind, aber für mich etwas müßig. Ich hätte mir manchmal etwas mehr trockene wissenschatlichkeit, statt subjektive Zugänge gewünscht. Es ist auch ein wenig eine Geschmacksfrage. Aber seyda kurt und/oder Eva Illouz waren zumindest für mich die bessere Wahl.

4

Josephine Apraku - "Kluft & Liebe. Warum soziale Ungleichheit uns in Beziehungen trennt und wie wir zueinanderfinden." Dieses Buch steht schon ein wenig bei mir im Regal. Ich habe es immer wieder ausgelassen, weil ich mich in der letzten Zeit nicht kritisch mit Beziehungen auseinandesetzen wollte. Habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass ich nach der Lektüre solcher Sachbücher meine gesamten Beziehungen hinterfragt habe. Hierbei war es egal, ob meine romantischen oder freund*innenschaftlichen Beziehungen - alles hinterfragt und versucht neu zu ordnen. Das war häufig gut; manchmal aber auch überfordernd und verschlimmbessernd. Bei diesem Buch war das anders und ich bin froh, dass ich es nun doch aus dem Regal genommen habe. "Kluft & Liebe" wagt einen Versuch Liebe zu definieren und in diverse Kontexte zu setzen. Die Autorin schreibt über Macht, Diskriminierung, Emotionen, bell hooks, Körper und Arbeit. Sie schreibt verständliche Sätze, definiert diverse Begriffe, geht tief ins Thema und regt sehr zum Nachdenken an. Besonders hängen geblieben ist der Satz: "Gewalt ist niemals Liebe, und Liebe ist niemals Gewalt" (S. 41). Natürlich beginne ich wieder das Gelesene auf meine eigenen Beziehungen anzuwenden und komme vom Nachdenken ins Hinterfragen. Allerdings ist es ein gutes Hinterfragen.

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In "Kluft und Liebe" nimmt Josephine Apraku die Leser:innen mit auf eine kritische Reise durch die Mechanismen von Liebe, Macht und Diskriminierung. Die Autorin ist feministische Aktivistin und Wissenschaftlerin mit Fokus auf intersektionale Machtstrukturen. Ihr Buch verbindet persönliche Anekdoten mit fundierter Analyse und fordert ein neues Verständnis von Liebe als politischer Praxis. Worum geht’s? Apraku geht der Frage nach, wie gesellschaftliche Ungleichheiten Liebesbeziehungen prägen und welche Herausforderungen daraus entstehen. Sie beschreibt, dass Machtgefälle unvermeidbar sind, da soziale Privilegien und Diskriminierung in jede Beziehung hineinwirken. Liebe wird als aktive Praxis verstanden, die gelernt und reflektiert werden muss, um nicht zur Reproduktion von Unterdrückung beizutragen. Das Buch behandelt Themen wie Macht, Begehren, Emotionen, Körperbilder, Konflikte, das soziale Umfeld sowie Arbeit und schließt mit einer visionären Forderung nach einer „liebevollen politischen Praxis“. Meine Meinung Ich kann es nicht anders sagen: Das Buch hat mich tief beeindruckt und soooo viel in mir ausgelöst. Aprakus These, dass Liebe ein „Tu-Wort“ ist, entmystifiziert die Vorstellung von Liebe als romantisches Schicksal und stellt sie als bewusste Praxis dar, die stetige Übung braucht. Besonders wichtig finde ich die Empfehlung zu regelmäßigen, strukturierten Check-ins in Liebesbeziehungen, die nicht nur Probleme adressieren, sondern auch positive Entwicklungen feiern und Machtverhältnisse kritisch hinterfragen. Diese Praxis fördert echte Gegenseitigkeit und reflektiert, wie Sorgearbeit oft ungleich verteilt bleibt – oft zu Lasten von Frauen und weiblich sozialisierten Personen. Die Darstellung von Beziehungsanarchie ist ein spannendes Konzept, das traditionelle Beziehungsnormen infrage stellt und zur individuellen Gestaltung von Nähe und Intimität ermutigt. Dies ist für mich ein kraftvoller Impuls, um starre Kategorien wie „nur Freund:innen“ oder „offene Beziehung“ zu hinterfragen und stattdessen authentische Beziehungsformen zu schaffen, die frei von gesellschaftlichem Zwang sind. Aprakus Einsicht, dass Gefühle politisch sind, eröffnet einen wichtigen Diskurs über emotionale Erfahrungen, die von rassistischen, sexistischen und ableistischen Zuschreibungen beeinflusst werden. Dass beispielsweise das Klischee der „wütenden Schwarzen Frau“ oder des „glücklichen Behinderten“ tiefgreifende Auswirkungen auf den Umgang mit Konflikten und Emotionen hat, macht die Notwendigkeit emotionaler Sensibilität und offener Kommunikation deutlich. Die Analyse von Machtstrukturen in Beziehungen zeigt realistisch, wie Privilegien, etwa durch Hautfarbe oder Geschlecht, Konflikte und Ungleichheiten prägen. Aprakus Verweis darauf, dass gleichberechtigte Paare glücklicher sind, macht Hoffnung, dass bewusste Arbeit an Machtverhältnissen lohnenswert ist. Dies deckt sich mit feministischer Kritik am Patriarchat, die fordert, Machtasymmetrien sichtbar zu machen und aktiv zu bearbeiten. Das Kapitel über das soziale Ökosystem verdeutlicht, dass Liebesbeziehungen niemals isoliert sind, sondern immer von äußeren gesellschaftlichen Kräften beeinflusst werden. Die Idee, als Paar ein gemeinsames „Team gegen Diskriminierung“ zu bilden, unterstreicht, wie wichtig Solidarität und gemeinsames politisches Engagement für eine gerechtere Beziehung sind. Ich finde Aprakus Vision, Liebe als politische Praxis zu verstehen, die Verantwortung, Gelassenheit und Kreativität verlangt, inspirierend. Das Buch fordert auf, gesellschaftlichen Wandel im Privaten zu beginnen und Liebe als Werkzeug des Widerstands gegen Ungleichheit zu begreifen. Fazit "Kluft und Liebe" ist ein kraftvolles, kluges und berührendes Buch, das Liebe aus feministischer Perspektive neu denkt und praktische Wege aufzeigt, um Machtgefälle zu überwinden. Für alle, die Liebe verantwortungsvoll und emanzipatorisch leben wollen, ist dieses Buch eine unverzichtbare Lektüre. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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