Kleine Paläste

Kleine Paläste

Hardback
3.722
TragödieEntdeckungErzählerBogdan

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Description

Mehr als dreißig Jahre haben Hanno Holtz und Susanne Dreyer sich nicht gesehen, obwohl sie direkt nebeneinander aufgewachsen sind. Nun ist Hanno in die Kleinstadt seiner Kindheit zurückgekehrt und kümmert sich nach dem Tod seiner Mutter um den Vater. Unsicher streift er durch die kleine Welt, aus der er als Jugendlicher vor Jahrzehnten ausgebrochen ist. Susanne sieht ihm dabei zu. Sie hat ihr Elternhaus und besonders den Platz am Fenster im Obergeschoss mit Blick auf das Haus der Familie Holtz nie verlassen. Als sie sich entschließt, Hanno ihre Hilfe anzubieten, wird die Ruhe des Ortes gestört. Denn plötzlich treffen alte Erinnerungen aufeinander, in deren verschleiertem Zentrum eine Geburtstagsfeier im Sommer 1986 steht. Niemand ist davon unversehrt geblieben und niemand kann den Blick abwenden, als nach fast dreißig Jahren nun Licht durch die Risse der kleinen Paläste dringt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
304
Price
22.70 €

Author Description

Andreas Moster wurde 1975 in der Pfalz geboren. Er studierte Englische Philologie, Geschichte und Kommunikationswissenschaften und arbeitet als freier Übersetzer. 2017 erschien sein Debütroman Wir leben hier, seit wir geboren sind. Sein zweiter Roman Kleine Paläste wurde 2021 als Buch des Jahres mit dem Hamburger Literaturpreis ausgezeichnet. 2022 nahm Andreas Moster am 46. Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Er lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Hamburg.

Posts

6
All
5

Der Roman hat mich sehr begeistert, klug und vielschichtig. 1986 Familie Holtz und Familie Dreyer sind Nachbarn. Man kennt sich aber für eine engere Verbindung ist Familie Holtz zu perfekt und Familie Dreyer im Gegenzug etwas zu gewöhnlich. Die Kinder Hanno und Susanne verbindet eine Freundschaft und sie verbringen viel Zeit miteinander. Nach einer großen Feier von Familie Holtz verändert sich auf einmal so einiges. Susanne zieht sich zurück und Hanno geht weg. 2018 Hanno kehrt zurück um sich um seinen Vater zu kümmern. Die Mutter ist verstorben und der Vater sitzt im Rollstuhl und leidet an Demenz. Hanno ist zunehmend überfordert und sehr froh als Susanne aus dem Nachbarhaus ihre Hilfe anbietet. Susanne lebt immer noch im Haus ihrer Eltern, hier sind beide schon verstorben, sie geht kaum raus und beobachtet das Familienleben der Familie Holtz mit einem Fernglas. So ist sie bestens vertraut mit ihren Gewohnheiten und kann bei der Pflege des Vaters unterstützen. Der Roman erzählt von schwierigen Familienkonstellationen, Schuldgefühlen, Sprachlosigkeit, vom Neid unter Nachbarn, Konflikten unter Generationen untereinander und dem Anspruch immer nach Außen perfekt scheinen zu müssen. Vielschichtige Story, großartig erzählt, einfach ein ganz wunderbarer Roman. Ganz große Empfehlung!

5

Ein sehr gutes Buch 👍🏻!

4

Ein klug kombiniertes Buch über die bröckelnde, gutbürgerliche Fassade. Traumata verjährt nicht 👌

4

Kleine Paläste hat einen wunderbar kraftvollen Erzählton! Die Geschichte einer Provinznachbarschaft zweier Familien, die symbolisch für einen zutiefst menschlichen Konflikt steht: sich von der eigenen Familie lösen zu wollen, gleichzeitig aber schicksalshaft an sie und die Vergangenheit gebunden zu sein. Susanne ist die Tochter der Familie Dreyer, Hanno der Sohn der Familie Holtz. Aufgewachsen Seite an Seite, Garten an Garten. Während Hanno in die Welt ging, blieb Susanne zu Hause. Jetzt kommt Hanno nach dem Tod seiner Mutter nach 30 Jahren zurück in die Heimat um seinen pflegebedürftigen Vater zu versorgen. Susanne bietet dem überforderten Hanno spontan ihre Hilfe an. Schließlich kennt sie das Nachbarhaus, seine Geheimnisse und Abläufe dank des Fernrohres in ihrem Zimmer ziemlich genau. Alte Erinnerungen brechen auf, wollen ans Licht, ein schicksalshafter Abend hat generationsübergreifende Folgen hinterlassen. Andreas Moster spielt mit den Erzählperspektiven, schildert sehr intim die zwischenmenschlichen Beziehungen. Wie frei sind wir in unseren Entscheidungen, was lähmt uns, welche Bahnen im Leben sind vorgezeichnet? Was muss passieren um sich aus konservativen Rollen zu befreien? Wechselnde Perspektiven und Zeitebenen ( 1986 und 2018) lassen einen schnellen Lesefluss zu, mittels poetische Sprachbilder taucht man tief in die Geschichte ein.

4

"Es ist nicht das erste Mal, dass der Hund versucht, mich zu ermorden." Selten hat mir der erste Satz eines Buches mehr Lust darauf gemacht es zu lesen. Das erste Kapitel fand ich auch genial, es hätte auch sehr gut als Kurzgeschichte für sich stehen können. Danach lies meine Begeisterung für das Buch jedoch erst einmal ein wenig nach. Ich fand einiges merkwürdig, vor allem Susannes Verhalten - sie beobachtet seit Jahren das Haus ihrer Nachbarn mit dem Fernglas und richtet praktisch ihr ganzes Leben nach ihnen aus. Die Geschichte verlief sehr ruhig vor sich hin und es geschah eigentlich nichts besonderes. Dennoch war klar, dass auf dem Fest 1986 etwas geschehen sein musste, der für manche der Beteiligten ihr ganzes Leben veränderte. Doch dann gab es einen Punkt in der Handlung, der alles auf den Kopf stellte und meine anfängliche Begeisterung zurückbrachte. Und am Ende des Buches fand ich alles einfach nur verstörend und war sehr geschockt und fassungslos. Ich habe also sehr gemischte Gefühle nach dem Lesen. Dennoch ist Kleine Paläste ein sehr empfehlenswertes Buch, dass man allerdings nicht als leichte Lektüre betrachten sollte, auch wenn es sehr gut und flüssig lesbar ist. Die angesprochenen Themen sind einfach zu ernst.

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