Keine Macht der Moral!
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Book Information
Author Description
Norbert Bolz, 1953 in Ludwigshafen am Rhein geboren, ist Philosoph und Kommunikationswissenschaftler. Er lehrte bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2018 als Medienwissenschaftler an der TU Berlin. Seine Publikationsthemen kreisen um das Thema der Veränderung moderner Gesellschaften bzw. die zunehmende Versunsicherung postmoderner Gesellschaften. Zuletzt erschienen bei Matthes & Seitz Berlin: Keine Macht der Moral! (2021)
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Ach jee, habe gerade zu 90% ein unheimlich informatives, spannendes und unterhaltsames Buch gelesen, das mich in Struktur und Aufbau komplett überzeugt und mitgenommen hat. Selten ein Sachbuch gelesen, durch das ich so schnell durchgeflogen bin - Aber dann....das Ende.... Norbert, ey das geht gar nicht! Dazu später mehr. Wichtigster Satz des Buches (für mich): " Hinter dem realpolitisch Möglichen treten Recht und Moral zurück" Er beginnt mit der Polis, hält sich lange bei Machiavelli auf, den ich zusammengefasst auf folgenden Punkt bringen würde: Nicht auf Wahrheit sondern auf die Wirkung kommt es an-> alles was nötig ist um den Machterhalt zu sichern *politisches Handeln als Inszenierung von Autorität *Minifestation von Vernunft in Selbstinszenierung * kein Gut und Böse im moralischen Sinne sondern was ist nützlich und schädlich * Notwendigkeit der Lüge * Rational ist was das Überleben ermöglicht * Aufwertung der Rhetorik ( na, wem kommt da nicht auch direkt politisches Framing in den Kopf?) Weiter gehts mit Hobbes, der wie Nietzsche, der überall im Buch zitiert wird, den Naturzustand des Menschen als feindselig ansieht, als feindliches Chaos in dem es primär um Selbsterhaltung geht. Als ordnungsschaffend wird der Staat angesehen, durch den wir diszipliniert und zum sozialverhalten erzogen werden. Hobbes zeichnet eine Politik weg vom Schrecken durch Konstruktivismus als Notwehr. Sie fragt nicht nach dem dem richtigen Leben der guten Gesellschaft. Sie hält die Erinnerung an den absoluten Schrecken wach. Bin bei Hobbes direkt an folgendes Buch erinnert worden: [b:Das bessere Leben|25820806|Das bessere Leben|Ulrich Peltzer|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1435615945l/25820806._SY75_.jpg|45677837] ist eins der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Absolute Leseempfehlung für jeden, den diese Thematik interessiert. Im Folgenden komm Hegel zu Wort, der wie Hobbes vom Begehren nach Anerkennung ausgeht, das im Kampf auf Leben und Tod gipfelt. Danach ist Max Weber dran: Politik ist Kampf! Auch er spricht von Selbstbehauptung und verknüpft dies mit Passion. Für ihn gibt es kein wahres Wertesystem - die Kluft zwischen Sein und Sollen sei unüberbrückbar. Zweckrationalität und Verantwortungsethik sind seine Themen. Carl Schmitt: Der moderne Staat als sachlicher Betrieb - Rationalisierung Wenn ich das richtig verstanden habe, findet er es wichtig Feindbilder zu haben, weil man nur so eine Gefahr auch erkennen und präventiv gegen sie vorgehen kann. Im Kapitel Agressivität kommen Freud und Nietzsche zu Wort. Zum Schluss gibts das Gegenprogramm : "Der Mensch ist gut". Nach Rousseau wisse der Mensch nicht was für sich gut ist und müsse erzogen werden. Der Weg dieser Perfektion, schreibt Norbert Bolz, sei der Weg des Totalitarismus und führe zu moralischer Zensur. So und hier landen wir bei Norbert Bolz's Kritik an den Postmodernisten. Nach 90% Theorie kommt der Übertrag auf die aktuelle Politik. Und was wird als Moral in der Politik angeführt? Man beachte, dass er ausschließlich in seinem Buch das religiöse im Sinn hatte, wenn er von Moral sprach. Bereits zu Beginn des Buches setzt Norbert die Duftmarke: " ökologische Überforderung, die Ersatzreligion der Umweltbewegung" Ökodiktatur! Norbert rülpst mal eben sämtliche Kampfbegriffe auf die Seiten und man fragt sich: erkennt er den Klimawandel überhaupt als Problem an? So wie sich das anhört nicht. Ich mein, wie zynisch ist das denn bitte, gerade das Thema Klima, das eindeutig, weltweit als Sachzwang angesehen wird, ausschließlich als moralisch, ideologisch, religiös zu framen?! Die Kritik an den zynischen Auswüchsen des Postmodernismus stülpt er mal eben der kompletten links-grünen Bubble und Klimabewegung über ohne mal auf ausgewählte Beispiele o.ä. einzugehen. Nur verallgemeinerter Senf, der so auch aus dem Mund eines AfD Politikers kommen könnte. Ach ja ich vergaß: das ist ja genau die Technik, die wir von den großen Denkern zuvor gelernt haben. Machterhalt! Dann kommt noch irgendeine schwammige Aussage zu Corona, von der nicht ausgeführt wird, was er damit meint. Und damit schließt sich der Kreis und Norbert findet sich als Mensch im Rückzug zum Konservativen in [b:Gekränkte Freiheit - Aspekte des libertären Autoritarismus|61242808|Gekränkte Freiheit - Aspekte des libertären Autoritarismus|Carolin Amlinger|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1654587151l/61242808._SY75_.jpg|96556335] wieder. Wer noch mehr Polemik vom Feinsten erhaschen möchte, möge sich doch Norberts Twitterkanal widmen.
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Norbert Bolz, 1953 in Ludwigshafen am Rhein geboren, ist Philosoph und Kommunikationswissenschaftler. Er lehrte bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2018 als Medienwissenschaftler an der TU Berlin. Seine Publikationsthemen kreisen um das Thema der Veränderung moderner Gesellschaften bzw. die zunehmende Versunsicherung postmoderner Gesellschaften. Zuletzt erschienen bei Matthes & Seitz Berlin: Keine Macht der Moral! (2021)
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Ach jee, habe gerade zu 90% ein unheimlich informatives, spannendes und unterhaltsames Buch gelesen, das mich in Struktur und Aufbau komplett überzeugt und mitgenommen hat. Selten ein Sachbuch gelesen, durch das ich so schnell durchgeflogen bin - Aber dann....das Ende.... Norbert, ey das geht gar nicht! Dazu später mehr. Wichtigster Satz des Buches (für mich): " Hinter dem realpolitisch Möglichen treten Recht und Moral zurück" Er beginnt mit der Polis, hält sich lange bei Machiavelli auf, den ich zusammengefasst auf folgenden Punkt bringen würde: Nicht auf Wahrheit sondern auf die Wirkung kommt es an-> alles was nötig ist um den Machterhalt zu sichern *politisches Handeln als Inszenierung von Autorität *Minifestation von Vernunft in Selbstinszenierung * kein Gut und Böse im moralischen Sinne sondern was ist nützlich und schädlich * Notwendigkeit der Lüge * Rational ist was das Überleben ermöglicht * Aufwertung der Rhetorik ( na, wem kommt da nicht auch direkt politisches Framing in den Kopf?) Weiter gehts mit Hobbes, der wie Nietzsche, der überall im Buch zitiert wird, den Naturzustand des Menschen als feindselig ansieht, als feindliches Chaos in dem es primär um Selbsterhaltung geht. Als ordnungsschaffend wird der Staat angesehen, durch den wir diszipliniert und zum sozialverhalten erzogen werden. Hobbes zeichnet eine Politik weg vom Schrecken durch Konstruktivismus als Notwehr. Sie fragt nicht nach dem dem richtigen Leben der guten Gesellschaft. Sie hält die Erinnerung an den absoluten Schrecken wach. Bin bei Hobbes direkt an folgendes Buch erinnert worden: [b:Das bessere Leben|25820806|Das bessere Leben|Ulrich Peltzer|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1435615945l/25820806._SY75_.jpg|45677837] ist eins der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Absolute Leseempfehlung für jeden, den diese Thematik interessiert. Im Folgenden komm Hegel zu Wort, der wie Hobbes vom Begehren nach Anerkennung ausgeht, das im Kampf auf Leben und Tod gipfelt. Danach ist Max Weber dran: Politik ist Kampf! Auch er spricht von Selbstbehauptung und verknüpft dies mit Passion. Für ihn gibt es kein wahres Wertesystem - die Kluft zwischen Sein und Sollen sei unüberbrückbar. Zweckrationalität und Verantwortungsethik sind seine Themen. Carl Schmitt: Der moderne Staat als sachlicher Betrieb - Rationalisierung Wenn ich das richtig verstanden habe, findet er es wichtig Feindbilder zu haben, weil man nur so eine Gefahr auch erkennen und präventiv gegen sie vorgehen kann. Im Kapitel Agressivität kommen Freud und Nietzsche zu Wort. Zum Schluss gibts das Gegenprogramm : "Der Mensch ist gut". Nach Rousseau wisse der Mensch nicht was für sich gut ist und müsse erzogen werden. Der Weg dieser Perfektion, schreibt Norbert Bolz, sei der Weg des Totalitarismus und führe zu moralischer Zensur. So und hier landen wir bei Norbert Bolz's Kritik an den Postmodernisten. Nach 90% Theorie kommt der Übertrag auf die aktuelle Politik. Und was wird als Moral in der Politik angeführt? Man beachte, dass er ausschließlich in seinem Buch das religiöse im Sinn hatte, wenn er von Moral sprach. Bereits zu Beginn des Buches setzt Norbert die Duftmarke: " ökologische Überforderung, die Ersatzreligion der Umweltbewegung" Ökodiktatur! Norbert rülpst mal eben sämtliche Kampfbegriffe auf die Seiten und man fragt sich: erkennt er den Klimawandel überhaupt als Problem an? So wie sich das anhört nicht. Ich mein, wie zynisch ist das denn bitte, gerade das Thema Klima, das eindeutig, weltweit als Sachzwang angesehen wird, ausschließlich als moralisch, ideologisch, religiös zu framen?! Die Kritik an den zynischen Auswüchsen des Postmodernismus stülpt er mal eben der kompletten links-grünen Bubble und Klimabewegung über ohne mal auf ausgewählte Beispiele o.ä. einzugehen. Nur verallgemeinerter Senf, der so auch aus dem Mund eines AfD Politikers kommen könnte. Ach ja ich vergaß: das ist ja genau die Technik, die wir von den großen Denkern zuvor gelernt haben. Machterhalt! Dann kommt noch irgendeine schwammige Aussage zu Corona, von der nicht ausgeführt wird, was er damit meint. Und damit schließt sich der Kreis und Norbert findet sich als Mensch im Rückzug zum Konservativen in [b:Gekränkte Freiheit - Aspekte des libertären Autoritarismus|61242808|Gekränkte Freiheit - Aspekte des libertären Autoritarismus|Carolin Amlinger|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1654587151l/61242808._SY75_.jpg|96556335] wieder. Wer noch mehr Polemik vom Feinsten erhaschen möchte, möge sich doch Norberts Twitterkanal widmen.




