Jede Sekunde
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
Nicolas Mathieu wurde 1978 in Épinal geboren und lebt in Nancy. Seit 2014 arbeitet er als Schriftsteller. Mit seinem zweiten Roman "Wie später ihre Kinder" gewann er 2018 den Prix Goncourt. 2020 erschien von ihm der Roman "Rose Royal" und zuletzt sein Roman "Connemara" (2022).
Posts
Der Klappentext dieses Buchs behauptet, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt. Die Geschichte einer kurzen und intensiven Affäre. Leider konnte ich damit so rein gar nichts anfangen. Für mich ist das nur eine völlig zusammenhangslose Aneinanderreihung von Textfetzen, die mich weder sprachlich noch emotional abgeholt haben. Was wirklich sehr schade ist, denn das Debüt von Nicolas Mathieu mochte ich sehr gerne. Aber ich glaube das war letzte Buch, das ich von ihm gelesen habe. Ehrlicherweise ärgere ich mich sogar, dass ich für diese nicht mal 100 Seiten überhaupt Geld ausgegeben habe.
„Jede Sekunde“ von Nicolas Mathieu ist ein zarter Buchquickie – nur 93 Seiten, aber mit Gefühl. Eine schön erzählte Erinnerung daran, wie kostbar Momente der Liebe sind. Man lernt: Genieße jede Sekunde, denn man weiß nie, wann sie vorbei ist. Eine nette, stille Lektüre, die einen kurz innehalten lässt. Ich bin froh, dass ich es mir aus der Bücherei ausgeliehen habe. Ob ich den vollen Preis dafür gezahlt hätte? Vielleicht nicht. Aber so hat es sich gelohnt.
Liebe unter Druck
Es gibt Bücher, die haben einen vielversprechenden Klappentext und machen einem dann das Leben richtig schwer. Mich hat hier sofort angesprochen, dass es sich um einen komprimierten Text handelt, der die explosive Macht einer heimlichen Liebe mit sich bringt und deren Vergänglichkeit stilistisch-poetisch, zusammenfasst. Die Erzählung begleitet einen Mann und eine Frau, beide nicht mehr jung, die jäh aus den zermürbenden Routinen ihres Alltags herausbrechen, als sie sich begegnen. Gegenseitig ge- und überfordert von der plötzlichen, ungebremsten Leidenschaft, entfliehen sie für gestohlene Augenblicke dem bisherigen Dasein. Es zählt jede Sekunde, in der sie zusammen sein können. Was diese Beziehung antreibt, ist Intensität die sich in leidenschaftlichen Momenten, Eifersucht und der kraftraubenden Realität der Trennung entlädt. Der Ich-Erzähler blickt zurück und reflektiert über diese Liebe und die nahen Erinnerungen: Zeiten voller Wärme, Berührungen, gemeinsamer Rituale, aber auch über die zerstörerische Kraft der Zeit . Der Text besteht aus kurzen Szenen, Erinnerungsfetzen und Reflexionen, die zusammen ein dichtes, assoziatives Mosaik ergeben, mal flirrend, mal melancholisch . Mathieu verwebt erotische Anziehungskraft, Melancholie und das moralische Gewissen zu einer kraftvollen Sprache, oft prosaisch und poetisch, ohne kitschig zu wirken. Manchmal wirkt der Text wie ein Social-Media-Feed, denn kurze, thematisch sortierte Miniaturen zu Seitensprung, Vater-Sohn-Beziehung, Alltag und Sehnsucht werden Abschnitte aneinandergereiht. Es ist mir des Öfteren schwer gefallen, mich zu orientieren wo und mit wem sich der Autor gerade beschäftigt. In erster Linie handelt die Geschichte handelt von einem Begehren aber von einem Begehren, das die Liebe als existenzielle, unabweisbare Kraft beschreibt. Mathieu kontrastiert familiäre Verpflichtungen und Lebensroutinen mit der Verheißung der Leidenschaft, die zugleich verzehrt und befreit . Die Liebe hinterlässt für ihn unauslöschliche Spuren und zugleich bleibt sie endlich . Die fragmentarische Struktur und Intensität forderte mir viel Aufmerksamkeit ab wirkte eher wie Impressionen eines rastlos leidenden Herzens . Ich hab förmlich gespürt, wie anstrengend Menschen sein können, die bedingungslos und voller Leidenschaft lieben. Ein literarisches Feuerwerk, das auf knapp 100 Seiten eine sinnlich-poetische Explosion entfaltet und dabei sowohl emotional dicht als auch stilistisch anspruchsvoll ist.
Ein Sammelsorium aus Eindrücken unserer schnellen Leben, die oft nicht einmal uns selbst gehören. Vieles in diesem Buch spricht mir direkt aus dem Herzen. Egoismus, Verlangen, verstrichene Gelegenheiten, routiniertes vor sich hin leben, Betrug und Verfall, sie alle dominieren unsere Leben. Das Buch liest sich mehr als eine Kollektion aus Tagebucheinträgen, die von der wohl flachesten und zugleich auch tiefsten Philosophie handeln: Der Sinnlosigkeit und Schönheit des Lebens, von dem am Ende nichts mehr bleibt als Erinnerungen. Eine so melancholische Lektüre ist garantiert nichts für jeden, mir aber hat sie ausgesprochen gut gefallen!
Description
Book Information
Author Description
Nicolas Mathieu wurde 1978 in Épinal geboren und lebt in Nancy. Seit 2014 arbeitet er als Schriftsteller. Mit seinem zweiten Roman "Wie später ihre Kinder" gewann er 2018 den Prix Goncourt. 2020 erschien von ihm der Roman "Rose Royal" und zuletzt sein Roman "Connemara" (2022).
Posts
Der Klappentext dieses Buchs behauptet, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt. Die Geschichte einer kurzen und intensiven Affäre. Leider konnte ich damit so rein gar nichts anfangen. Für mich ist das nur eine völlig zusammenhangslose Aneinanderreihung von Textfetzen, die mich weder sprachlich noch emotional abgeholt haben. Was wirklich sehr schade ist, denn das Debüt von Nicolas Mathieu mochte ich sehr gerne. Aber ich glaube das war letzte Buch, das ich von ihm gelesen habe. Ehrlicherweise ärgere ich mich sogar, dass ich für diese nicht mal 100 Seiten überhaupt Geld ausgegeben habe.
„Jede Sekunde“ von Nicolas Mathieu ist ein zarter Buchquickie – nur 93 Seiten, aber mit Gefühl. Eine schön erzählte Erinnerung daran, wie kostbar Momente der Liebe sind. Man lernt: Genieße jede Sekunde, denn man weiß nie, wann sie vorbei ist. Eine nette, stille Lektüre, die einen kurz innehalten lässt. Ich bin froh, dass ich es mir aus der Bücherei ausgeliehen habe. Ob ich den vollen Preis dafür gezahlt hätte? Vielleicht nicht. Aber so hat es sich gelohnt.
Liebe unter Druck
Es gibt Bücher, die haben einen vielversprechenden Klappentext und machen einem dann das Leben richtig schwer. Mich hat hier sofort angesprochen, dass es sich um einen komprimierten Text handelt, der die explosive Macht einer heimlichen Liebe mit sich bringt und deren Vergänglichkeit stilistisch-poetisch, zusammenfasst. Die Erzählung begleitet einen Mann und eine Frau, beide nicht mehr jung, die jäh aus den zermürbenden Routinen ihres Alltags herausbrechen, als sie sich begegnen. Gegenseitig ge- und überfordert von der plötzlichen, ungebremsten Leidenschaft, entfliehen sie für gestohlene Augenblicke dem bisherigen Dasein. Es zählt jede Sekunde, in der sie zusammen sein können. Was diese Beziehung antreibt, ist Intensität die sich in leidenschaftlichen Momenten, Eifersucht und der kraftraubenden Realität der Trennung entlädt. Der Ich-Erzähler blickt zurück und reflektiert über diese Liebe und die nahen Erinnerungen: Zeiten voller Wärme, Berührungen, gemeinsamer Rituale, aber auch über die zerstörerische Kraft der Zeit . Der Text besteht aus kurzen Szenen, Erinnerungsfetzen und Reflexionen, die zusammen ein dichtes, assoziatives Mosaik ergeben, mal flirrend, mal melancholisch . Mathieu verwebt erotische Anziehungskraft, Melancholie und das moralische Gewissen zu einer kraftvollen Sprache, oft prosaisch und poetisch, ohne kitschig zu wirken. Manchmal wirkt der Text wie ein Social-Media-Feed, denn kurze, thematisch sortierte Miniaturen zu Seitensprung, Vater-Sohn-Beziehung, Alltag und Sehnsucht werden Abschnitte aneinandergereiht. Es ist mir des Öfteren schwer gefallen, mich zu orientieren wo und mit wem sich der Autor gerade beschäftigt. In erster Linie handelt die Geschichte handelt von einem Begehren aber von einem Begehren, das die Liebe als existenzielle, unabweisbare Kraft beschreibt. Mathieu kontrastiert familiäre Verpflichtungen und Lebensroutinen mit der Verheißung der Leidenschaft, die zugleich verzehrt und befreit . Die Liebe hinterlässt für ihn unauslöschliche Spuren und zugleich bleibt sie endlich . Die fragmentarische Struktur und Intensität forderte mir viel Aufmerksamkeit ab wirkte eher wie Impressionen eines rastlos leidenden Herzens . Ich hab förmlich gespürt, wie anstrengend Menschen sein können, die bedingungslos und voller Leidenschaft lieben. Ein literarisches Feuerwerk, das auf knapp 100 Seiten eine sinnlich-poetische Explosion entfaltet und dabei sowohl emotional dicht als auch stilistisch anspruchsvoll ist.
Ein Sammelsorium aus Eindrücken unserer schnellen Leben, die oft nicht einmal uns selbst gehören. Vieles in diesem Buch spricht mir direkt aus dem Herzen. Egoismus, Verlangen, verstrichene Gelegenheiten, routiniertes vor sich hin leben, Betrug und Verfall, sie alle dominieren unsere Leben. Das Buch liest sich mehr als eine Kollektion aus Tagebucheinträgen, die von der wohl flachesten und zugleich auch tiefsten Philosophie handeln: Der Sinnlosigkeit und Schönheit des Lebens, von dem am Ende nichts mehr bleibt als Erinnerungen. Eine so melancholische Lektüre ist garantiert nichts für jeden, mir aber hat sie ausgesprochen gut gefallen!








