Jakob

Jakob

Hardback
4.02
BetrugSelfmademanNeureichKlassiker

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Das Meisterstück des großen Stilisten Alexander L. Kielland, sein reifstes und zugleich sein letztes Werk, denn es wurde zum literarischen Skandal: Ein kleiner Bauernsohn kommt in die große Stadt und wird sprichwörtlich vom Tellerwäscher zum Millionär. Der Prototyp des Selfmademan. So weit, so gut. Der geborene Erzähler Alexander L. Kielland porträtiert diesen Selfmademan aber in einer Weise, dass dem Leser am Ende der Mund offenstehen bleibt, denn was er gerade gelesen hat, ist tatsächlich die Geschichte unserer Zeit. Ein Schelm, wer dabei zum Beispiel an einen amerikanischen Präsidenten denkt, auch wenn dieser nicht ganz so selfmade ist, wie er es gerne hätte.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Hardback
Pages
240
Price
22.70 €

Author Description

Alexander L. Kielland (1849–1906), »dessen subtile Beobachtung und formvollendeter Stil an Flaubert gemahnen und dessen geistige Aggressivität an Heine und Kierkegaard erinnert« (Lexikon der Weltliteratur), ist der norwegische Fontane und gilt als Inspirationsgeber u.a. für Thomas Manns Buddenbrooks.

Posts

2
All
3.5

*Unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar* Alexander L. Kielland war ein norwegischer Schriftsteller und zählte zu den “Großen Vier” der norwegischen Literatur des 19. Jahrhunderts, er soll mit seinen Werken u.a. Thomas Mann beeinflusst haben. In seinen Romanen setzte er sich oft gesellschaftskritisch mit Armut und Klassenunterschieden auseinander - so auch in seinem letzten Roman “Jakob”. “Jakob” ist die Geschichte des armen Bauernsohns Tørres Snortewold, der von einem Leben im Wohlstand träumt und sich diesen in der großen Stadt als Kaufmann erarbeiten möchte. Während er offen und zuversichtlich auf die Städter:innen zugeht, finden diese ihn im besten Fall ulkig und naiv - im schlechtesten Fall behandeln sie ihn als störenden Dorftrottel. Mit viel Disziplin und Raffinesse versucht Tørres, sich die Gepflogenheiten des Bürgertums zu eigen zu machen. Er kommt seinem Traum dabei immer näher, doch nicht ohne dabei auf einige Hindernisse zu stoßen. Neben der Hauptgeschichte ist der Roman ebenfalls eine Analogie auf die biblische Geschichte von Jakob, dem Sohn von Rebekka und Isaak, und dem Bruder von Esau. Im Anhang findet sich eine detaillierte Erläuterung der biblischen Geschichte, mit direktem Bezug zum Roman. Der Roman selbst hat mir Spaß gemacht, er las sich sehr angenehm und wirkte trotz des Alters sehr frisch und lebendig. Die Bibelreferenz hingegen habe ich nur sehr grob überflogen, da mir diese widerum verstaubt und langweilig vorkam - kann für Lesende mit mehr Bibelfreude aber natürlich anders sein. “Jakob” gehört zur #literaturvonwelt Aktion des Kröner Verlags, bei dem jeden Monat ein Buch aus einem anderen Teil der Welt vorgestellt und gelesen wird. Ich kann mir gut vorstellen, nun noch mehr Klassiker von Kielland zu lesen, der mir vorher gänzlich unbekannt war. Übersetzt von Gabriele Haefs.

Post image
4.5

Als Tørres Snørtevold das erste Mal echtes Gold in der Hand hält, ist es um ihn geschehen. Er weiß, dass er im Leben nach nichts mehr trachten wird, als diese zu vermehren. Dafür muss Tørres in die Stadt! Denn dort gibt es Gold in Hülle und Fülle für alle, die nur wissen, wie man es anstellen muss. Doch dort angekommen muss er feststellen: Gewartet hat man nicht gerade auf ihn. Doch er fügt sich bald in seine Lage und macht das Beste draus – das bedeutet vor allem, dass er völlig ungeniert in die Kassenlade seiner Arbeitgeberin greift und seinen Reichtum nach und nach auf diese Art vermehrt. Auch begreift er schnell, dass in der Stadt der äußere Schein am wichtigsten ist und tauscht innerhalb kürzester Zeit das raue Äußere des Bauernjungen gegen ein aufgesetzt kultiviertes Erscheinungsbild. 🧐🎩 Sein großes Vorbild bei all dem ist der biblische Jakob, dessen Geschichte ihn schon im Kindesalter tief beeindruckt hat. Jakob, der es listig versteht, sich das Erstgeburtsrecht zu verschaffen, der mit Gott und den Menschen ringt und den Sieg davon trägt. In der Stadt ist er bald nur noch als „Herr Wold“ bekannt und findet viele Bewunderinnen, auch in den obersten Schichten der Bevölkerung. Doch die gläserne Decke bleibt und viele sind eifrig bemüht, sie extra für ihn noch zu verstärken. Aber die Ablehnung spornt Tørres nur noch mehr an. Er sieht vor sich nur die Himmelsleiter. Kielland erzählt die Geschichte eines Mannes, der für seinen Traum alles andere vergisst. Die Gefühle und Nöte anderer scheren ihn nicht, solange er es nach oben schafft. Seinem Ansehen allerdings schadet das kaum. Gleichzeitig kritisiert der Autor sehr offen die „gehobene Gesellschaft“, die allen die Tür vor der Nase zuschlägt, die Anstalten machen, sich ihr anschließen zu wollen. Jakob ist ein sehr gut erzählter, unterhaltsamer und kluger Roman, dessen zentraler "Selfmade"-Jakob einem auch heute noch manchmal begegnet.

Create Post