JAB

JAB

Paperback
4.01
KommunistenRessentimentsTrockenblumenKrimi Noir

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Description

Ein Mann betrachtet einen alten Boxsack, der in seinem Garten an einem Zweig des Kakibaums hängt. Dieses Überbleibsel aus seiner Jugend ist der Ausgangspunkt für die Geschichte seines Lebens, von der High School bis ins Erwachsenenalter. Als Teenager wurde er von seinem Ethiklehrer zu Unrecht bestraft, weil er die herumwirbelnden Blätter vor dem Klassenzimmerfenster beobachtet hatte. Im Boxen findet der wütende junge Mann ein Ventil und einen Weg, sich der Welt zu stellen. Jab, das ist eine abrupt geschlagene Gerade – hier ist es die Titelgeschichte von Un-su Kims erster Kurzgeschichtensammlung. Darin begegnet man faszinierenden Menschen, die auf ihre Art Helden sind, ob nur für einen Tan oder ihr ganzes Leben lang. Un-su Kims Geschichten zeigen die Auswirkungen der Zeit auf Menschen und auf Dinge. Frei von direkter Gesellschaftskritik und unterschwelligen Botschaften schildern sie, wie die Protagonisten ihr Schicksal meistern – oder daran scheitern.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Short Stories
Format
Paperback
Pages
206
Price
20.60 €

Author Description

Un-su Kim, geboren 1972 in Busan, Korea, begann seine Karriere als Schriftsteller im Jahr 2002. Er hat in seiner Heimat mehrere Literaturpreise gewonnen, darunter den Yi Sang Literature Award und den renommierten Mumhakdongne Preis. Mit seinem ersten Thriller "Die Plotter" ist ihm auf Anhieb ein Bestseller gelungen, der weltweit für Furore sorgte und in über 20 Ländern veröffentlicht wurde. Un-Su Kim besticht durch seinen einzigartigen Stil und seine bemerkenswerte Beobachtungsgabe. Die internationale Krimiszene feiert ihn seit Jahren als »koreanischen Henning Mankell«.

Posts

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All

Kurzgeschichten wie ausgeteilte Schläge

In dieser Kurzgeschichtensammlung des koreanischen Autors Kim zeigen sich in jeder Geschichte die menschlichen Abgründe, jeweils aus anderen Perspektiven. Neben Mobbing, Selbstmord, Selbstverstümmelung und Alkoholexzessen trifft man auch auf versuchte oder überlegte Vergewaltigung, Isolation und Streitereien. Der Autor lässt nur selten positive Aspekte bei seinen Protagonisten durchblicken. Er kritisiert die koreanische, zum Teil auch asiatische Einstellung zum Leben, die sich aber auch durchaus in der westlichen “Blase” finden lässt. Auf jeden Fall regt jede einzelne Geschichte zum Denken und Überdenken des eigenen Lebens an. Ich persönlich dachte bevor ich das Buch gelesen habe, dass der Titel “JAB” gewählt worden sei, weil es der Titel der ersten Kurzgeschichte ist. (Zur kurzen Erläuterung: JAB werden plötzlich geschlagene Geraden im Boxsport genannt ) Je mehr Geschichten ich las, desto mehr empfand ich jede Geschichte als einen Schlag in meine Magengegend. Ich musste bei einigen Geschichten schwer schlucken und habe nur widerstrebend weitergelesen, weil ich Sorge hatte, was in der nächsten Kurzgeschichte wohl auf mich zukommt. Vermutlich kamen für mich zu viele Triggerpunkte vor.

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Ein Mann betrachtet den alten Boxsack, der in seinem Garten hängt und blickt zurück auf sein Leben, von einer Strafaufgabe in der Schule bis zu seinem Beruf im Erwachsenenalter. Drei Kriminelle – zwei Männer und eine Frau – dringen in einem Tresorraum ein, doch ihr Plan geht schief und sie werden eingesperrt. Ein Mann erwacht in einem Kofferraum und muss feststellen, dass er entführt wurde. Nun soll er ein Verbrechen gestehen, das er nicht begangen hat und die Ereignisse nehmen ihren Lauf. Das sind nur drei Kurzgeschichten aus „JAB“, der Sammlung des mehrfach preisgekrönten koreanischen Autor Un-Su Kim. In Deutschland wurde bereits sein Thriller „Die Plotter“ veröffentlicht, der mir gut gefallen hat. Nun präsentiert er uns insgesamt 8 Erzählungen, von denen die meisten in der Ich-Perspektive verfasst sind. Die Sprache ist schmucklos und nüchtern: mit großer Klarheit werden sowohl die Figuren, als auch die Welt um sie herum beschrieben. Dabei driftet die Handlung oft ins Skurrile oder Bedrückende ab, was den Lesegenuss jedoch nicht schmälert, sondern eher noch vergrößert. Thematisch gesehen sind über die einzelnen Geschichten hinweg einige Gemeinsamkeiten zu finden. Oft geht es um gesellschaftliche Erwartungen, sei es in beruflicher Hinsicht oder der Frage, was eigentlich Männlichkeit bedeutet. Darüber hinaus werden (eigentlich ausschließlich) dysfunktionale Beziehungen gezeigt: lieblose oder gescheiterte Ehen, Affären und familiäre Schwierigkeiten. Der Grundton der Erzählungen ist recht negativ, sie zeigen die Sinnlosigkeit des Daseins und den Zustand der Gesellschaft. Wie das bei den meisten Kurzgeschichtensammlungen der Fall ist, sind für mich auch hier stärkere und schwächere Geschichten vertreten. Besonders ansprechend fand ich die Titel gebende „JAB“. „Das Sofa“ und „Die wirklich effektive Schreibwerkstatt“ - vor allem letztere ist herrlich absurd! Wer in Texten immerzu einen Sinn oder eine Botschaft sucht, wird es mit diesem Band manchmal schwer haben. Wer sich jedoch auf die Erzählungen einlassen kann, den erwartet ein skurriles und unterhaltsames Leseerlebnis.

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