Iron Woman
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Description
Book Information
Author Description
Rebecca Maria Salentin (*1979) lebt als Autorin in Leipzig. Sie ist Initiatorin und Moderatorin der Literaturshow "Die schlecht gemalte Deutschlandfahne". 2019 wanderte sie, nachdem sie Job, Mann und Wohnung verloren hatte, den Weg der Freundschaft ab und schrieb darüber den Bestseller "Klub Drushba". Darauf folgten viele Lesungen und Vorträge, für die sie u.a. mit dem ersten Platz beim elmundoFestival 2021 ausgezeichnet wurde.
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„Iron Woman“ ist ein Buch, welches mich an vielen Stellen zum Nachdenken über die eigene Familiengeschichte, generationsübergreifende Traumata und der Frage nach dem „Wer bin eigentlich ich?“ bewegt hat.
„…Aber ich wäre definitiv nicht der Mensch, der ich bin, hätte ich andere Großeltern gehabt. Und deswegen kann ich jetzt sagen: mein Zuhause ist genau richtig dort, im Transitbereich zwischen den Welten.“ (Seite 388) Die Reise von Rebecca Maria Salentin auf dem „Iron Curtain Trail“ ist mehr als nur ein Bericht über 10.000km Radfahren durch 20 Länder. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, die Zukunft und das Hier und Jetzt. „Iron Woman“ ist ein Buch, welches mich an vielen Stellen zum Nachdenken über die eigene Familiengeschichte, generationsübergreifende Traumata und der Frage nach dem „Wer bin eigentlich ich?“ bewegt hat. „Wir Menschen sind keine wurzellosen Individuen. Wir sind geprägt von unseren Vorfahren, im Guten wie im Schlechten, ob wir wollen oder nicht, ob wir uns begegnen oder nicht.“ (Seite 52) Die Autorin lässt dabei auch nicht den Blick auf den „neuen Eisernen Vorhang“ verschlossen, seitdem Russland gegen die Ukraine in den Krieg gezogen ist und wie sich dieses auch auf die anderen, an Russland angrenzenden Länder auswirkt. Weitere Zitate aus dem Buch, welche mich besonders angesprochen und bewegt haben: „Reisen kann nur, wer Freiheit, Zeit und Geld hat. Ein deutscher Pass gehört zu den mächtigsten der Welt. Das Vorzeigen eines solchen Passes öffnet Grenzschranken so unkompliziert und geschmeidig wie ein Universalschlüssel schwere Türen, vor allem, wenn man weiße Haut hat. Das, was wir oft als bewundernswerte und mutige Leistung sehen, nämlich eine lange, abenteuerliche Reise, ist in Wahrheit Anhäufung und Ausübung von Privilegien, die nur ein Minimum der Erdbevölkerung hat. Auch ich gehöre zu denjenigen, die sich die wenigsten dieser Vorteile selbst verdient hat. Und ich weiß dieses Glück mehr als zu schätzen.“ (Seite 23) „Es heißt, dass manche Wildtiere bis heute die Linie nicht überschreiten, wo einst der elektrische Zaun der Demarkationslinie zwischen Ost und West stand, obwohl sie heute die Wälder länderübergreifend durchstreifen könnten. Sie geben die Information über die Gefahr über Generation an ihre Jungen weiter. Und so werden auch in Teilen unserer Gesellschaft, Vorurteile Ressentiments über Generation weitergegeben.“ (Seite 218) „Leider habe ich all diese Fragen nicht gestellt, habe mich dem Thema, wenn überhaupt, vorsichtig umkreisend genähert, viel zu lange das unausgesprochene Gesetz einhaltend, an diesem Blinden Fleck nicht zu kratzen.“ (Seite 239)
Nachdem ich bereits 2021 das Buch „Klub Drushba“ der Autorin gelesen hatte, war ich sehr begeistert, dass sie ein neues Abenteuer angegangen ist und nun auch ein neues Buch von ihr erschien. Bereits in ihrem Wanderbuch habe ich sie schon bewundert, wie sie praktisch aus dem Nichts heraus 2.700 km zu Fuß unterwegs ist. Und nun? Eine neue Herausforderung. 10.000 km mit dem Rad, entlang am ehemaligen „Eisernen Vorhang“, vom Schwarzen Meer bis zur Barentssee. Und das als Freizeitradlerin, einen Radweg, den nachweislich nicht wirklich viele gemacht haben. Mit viel Mut macht sich die Autorin 2022 auf diesen Weg. Und schon allein, überhaupt diese Idee fand ich so toll. Wie bitte kommt man darauf? Aufgrund des Wetters beginnt sie in Österreich und radelt einmal den Weg bis zum Schwarzen Meer. Schon da kommt sie in so vielen Ländern, kommt mit so vielen Menschen zusammen und entdeckt neben leeren Grenzorten so manche Rarität. Später geht es dann von Österreich bis rauf nach Norwegen, dabei stellt sich die Frage, soll sie durch Russland oder nicht. Es ist 2022 und Russland hat die Ukraine überfallen, ist es da wirklich ratsam, dort durch zu radeln? Denn außer politische, gibt es auch noch viele andere Hindernisse, die sie dafür bezwingen müsste. Die ganze Reise über habe ich so manches mal mit ihr mitgelitten. Ob an vielbefahrenen Landstraßen oder in der Kälte Finnlands; ob prasselnde Sonne oder Regen aus vollen Wolken, die Autorin hadert zwar so manches mal, aber lässt sich einfach nicht unterkriegen. Und das beeindruckt mich sehr. Auch verliert sie nicht ihren Humor, obwohl sie manchmal nah dran ist. Aber noch viel besser, als die Berichte ihres Radweges sind all die anderen Dinge, die sie im Buch festhält. Sei es ihre ganz persönliche Familiengeschichte – über die man bereits in „Klub Drushba“ rein lesen konnte – oder auch die historische Geschichte des Eisernen Vorhangs. Gerade ihre ganz persönliche Geschichte fand ich sehr berührend, wie sich sich in den letzten Jahren mit ihren Vorfahren und Verwandten auseinander gesetzt hat und auf Spurensuche gegangen ist. Und ihr ganz persönliches Fazit daraus. Das hat mir gut gefallen. Und dann wurde einiges historisches im Buch festgehalten. Egal ob Rumänien oder die baltischen Länder, Rebecca Maria Salentin hat sich sehr mit der Geschichte befasst und so einiges im Buch geschrieben, dass auch für mich (die hinter dem eisernen Vorhang groß geworden ist) neu war. Und vor allem sehr interessant. Keineswegs war es trocken und langweilig, es war spannend und auch nicht überladen. Man hatte jedenfalls nicht das Gefühl, aus einem Geschichtsbuch zu lesen. Für mich war auch dieses zweite Buch der Autorin ein Highlight und eigentlich bin ich jetzt nur noch gespannt, ob sie noch mehr so gute Ideen hat und was sie als nächstes in Angriff nehmen möchte. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie schon ein neues Abenteuer im Auge hat.

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Rebecca Maria Salentin (*1979) lebt als Autorin in Leipzig. Sie ist Initiatorin und Moderatorin der Literaturshow "Die schlecht gemalte Deutschlandfahne". 2019 wanderte sie, nachdem sie Job, Mann und Wohnung verloren hatte, den Weg der Freundschaft ab und schrieb darüber den Bestseller "Klub Drushba". Darauf folgten viele Lesungen und Vorträge, für die sie u.a. mit dem ersten Platz beim elmundoFestival 2021 ausgezeichnet wurde.
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„Iron Woman“ ist ein Buch, welches mich an vielen Stellen zum Nachdenken über die eigene Familiengeschichte, generationsübergreifende Traumata und der Frage nach dem „Wer bin eigentlich ich?“ bewegt hat.
„…Aber ich wäre definitiv nicht der Mensch, der ich bin, hätte ich andere Großeltern gehabt. Und deswegen kann ich jetzt sagen: mein Zuhause ist genau richtig dort, im Transitbereich zwischen den Welten.“ (Seite 388) Die Reise von Rebecca Maria Salentin auf dem „Iron Curtain Trail“ ist mehr als nur ein Bericht über 10.000km Radfahren durch 20 Länder. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, die Zukunft und das Hier und Jetzt. „Iron Woman“ ist ein Buch, welches mich an vielen Stellen zum Nachdenken über die eigene Familiengeschichte, generationsübergreifende Traumata und der Frage nach dem „Wer bin eigentlich ich?“ bewegt hat. „Wir Menschen sind keine wurzellosen Individuen. Wir sind geprägt von unseren Vorfahren, im Guten wie im Schlechten, ob wir wollen oder nicht, ob wir uns begegnen oder nicht.“ (Seite 52) Die Autorin lässt dabei auch nicht den Blick auf den „neuen Eisernen Vorhang“ verschlossen, seitdem Russland gegen die Ukraine in den Krieg gezogen ist und wie sich dieses auch auf die anderen, an Russland angrenzenden Länder auswirkt. Weitere Zitate aus dem Buch, welche mich besonders angesprochen und bewegt haben: „Reisen kann nur, wer Freiheit, Zeit und Geld hat. Ein deutscher Pass gehört zu den mächtigsten der Welt. Das Vorzeigen eines solchen Passes öffnet Grenzschranken so unkompliziert und geschmeidig wie ein Universalschlüssel schwere Türen, vor allem, wenn man weiße Haut hat. Das, was wir oft als bewundernswerte und mutige Leistung sehen, nämlich eine lange, abenteuerliche Reise, ist in Wahrheit Anhäufung und Ausübung von Privilegien, die nur ein Minimum der Erdbevölkerung hat. Auch ich gehöre zu denjenigen, die sich die wenigsten dieser Vorteile selbst verdient hat. Und ich weiß dieses Glück mehr als zu schätzen.“ (Seite 23) „Es heißt, dass manche Wildtiere bis heute die Linie nicht überschreiten, wo einst der elektrische Zaun der Demarkationslinie zwischen Ost und West stand, obwohl sie heute die Wälder länderübergreifend durchstreifen könnten. Sie geben die Information über die Gefahr über Generation an ihre Jungen weiter. Und so werden auch in Teilen unserer Gesellschaft, Vorurteile Ressentiments über Generation weitergegeben.“ (Seite 218) „Leider habe ich all diese Fragen nicht gestellt, habe mich dem Thema, wenn überhaupt, vorsichtig umkreisend genähert, viel zu lange das unausgesprochene Gesetz einhaltend, an diesem Blinden Fleck nicht zu kratzen.“ (Seite 239)
Nachdem ich bereits 2021 das Buch „Klub Drushba“ der Autorin gelesen hatte, war ich sehr begeistert, dass sie ein neues Abenteuer angegangen ist und nun auch ein neues Buch von ihr erschien. Bereits in ihrem Wanderbuch habe ich sie schon bewundert, wie sie praktisch aus dem Nichts heraus 2.700 km zu Fuß unterwegs ist. Und nun? Eine neue Herausforderung. 10.000 km mit dem Rad, entlang am ehemaligen „Eisernen Vorhang“, vom Schwarzen Meer bis zur Barentssee. Und das als Freizeitradlerin, einen Radweg, den nachweislich nicht wirklich viele gemacht haben. Mit viel Mut macht sich die Autorin 2022 auf diesen Weg. Und schon allein, überhaupt diese Idee fand ich so toll. Wie bitte kommt man darauf? Aufgrund des Wetters beginnt sie in Österreich und radelt einmal den Weg bis zum Schwarzen Meer. Schon da kommt sie in so vielen Ländern, kommt mit so vielen Menschen zusammen und entdeckt neben leeren Grenzorten so manche Rarität. Später geht es dann von Österreich bis rauf nach Norwegen, dabei stellt sich die Frage, soll sie durch Russland oder nicht. Es ist 2022 und Russland hat die Ukraine überfallen, ist es da wirklich ratsam, dort durch zu radeln? Denn außer politische, gibt es auch noch viele andere Hindernisse, die sie dafür bezwingen müsste. Die ganze Reise über habe ich so manches mal mit ihr mitgelitten. Ob an vielbefahrenen Landstraßen oder in der Kälte Finnlands; ob prasselnde Sonne oder Regen aus vollen Wolken, die Autorin hadert zwar so manches mal, aber lässt sich einfach nicht unterkriegen. Und das beeindruckt mich sehr. Auch verliert sie nicht ihren Humor, obwohl sie manchmal nah dran ist. Aber noch viel besser, als die Berichte ihres Radweges sind all die anderen Dinge, die sie im Buch festhält. Sei es ihre ganz persönliche Familiengeschichte – über die man bereits in „Klub Drushba“ rein lesen konnte – oder auch die historische Geschichte des Eisernen Vorhangs. Gerade ihre ganz persönliche Geschichte fand ich sehr berührend, wie sich sich in den letzten Jahren mit ihren Vorfahren und Verwandten auseinander gesetzt hat und auf Spurensuche gegangen ist. Und ihr ganz persönliches Fazit daraus. Das hat mir gut gefallen. Und dann wurde einiges historisches im Buch festgehalten. Egal ob Rumänien oder die baltischen Länder, Rebecca Maria Salentin hat sich sehr mit der Geschichte befasst und so einiges im Buch geschrieben, dass auch für mich (die hinter dem eisernen Vorhang groß geworden ist) neu war. Und vor allem sehr interessant. Keineswegs war es trocken und langweilig, es war spannend und auch nicht überladen. Man hatte jedenfalls nicht das Gefühl, aus einem Geschichtsbuch zu lesen. Für mich war auch dieses zweite Buch der Autorin ein Highlight und eigentlich bin ich jetzt nur noch gespannt, ob sie noch mehr so gute Ideen hat und was sie als nächstes in Angriff nehmen möchte. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie schon ein neues Abenteuer im Auge hat.








