In Flammen
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Description
»Selten wurde das Schicksal so facettenreich, so kraftvoll und launenhaft und hypnotisierend dargestellt.« The New York Times Book Review
Jivan hat es vom Kohlfresser zum Hühnchenfresser gebracht. Doch ein Brandanschlag hebt ihr Leben aus den Angeln, und die Muslimin gerät ins Visier der indischen Regierung.
Lovely träumt von den ganz großen Rollen als Bollywood-Star. Die lebensfrohe Hijra könnte Jivans Unschuld bezeugen. Aber will sie ihren Durchbruch als Schauspielerin wirklich gefährden?
PT Sir erinnert sich noch gut an Jivans athletisches Talent. Nun macht der Sportlehrer Karriere in einer rechtskonservativen Hindu-Partei. Und soll an der jungen Muslimin ein Exempel statuieren ...
Mit bestechender Dringlichkeit zeigt Megha Majumdar das moderne Indien: ein gespaltenes Land, in dem Ambition, Klasse und Religion all jene zu Feinden machen, die auf ein besseres Leben hoffen.
»›In Flammen‹ besitzt eine stille Schönheit und ist doch verheerend. Dieses Buch wird Sie nicht mehr loslassen.« Tommy Orange
»Erst am Ende dieses mutigen Romans wird einem vollends klar, wie weitreichend sein Urteil ist, wie entschieden und absolut die Anklage.« The New Yorker
»In ihrem einnehmenden Debüt entwirft Megha Majumdar ein wirkmächtiges Korrektiv zu den politischen Narrativen, die das heutige Indien dominieren.« Time Magazine
»Der Roman, den Sie in diesem Jahr gelesen haben müssen.« The Washington Post
Book Information
Author Description
Megha Majumdar, geboren und aufgewachsen in Kolkata, Indien, zog mit 19 Jahren in die USA, um ein Studium der Sozialanthropologie in Harvard und an der John Hopkins Universität aufzunehmen. Heute arbeitet sie als Lektorin bei dem New Yorker Indie-Verlag Catapult. »In Flammen« zählte zu den erfolgreichsten US-Debüts 2020 und wurde von Buchhandel und Kritik gleichermaßen begeistert aufgenommen.
Posts
In einem Slum in Kalkutta lässt sich die junge Jivan nach einem terroristischen Anschlag dazu hinreißen, auf Facebook offen die Regierung zu kritisieren. Schnell gerät sie selbst ins Kreuzfeuer und wird schließlich als mutmaßliche Täterin vor Gericht gestellt. Im Prozess gibt es nur zwei Personen, die für sie aussagen können: Lovely, eine Hijra (der indische Begriff für eine trans oder intersexuelle Person), der sie kostenlos Englischunterricht erteilt und PT Sir, ihr ehemaliger Sportlehrer, der mitten im politischen Aufstieg begriffen ist. „In Flammen“ erzählt in wechselnden Perspektiven die Geschichte einer falschen Verurteilung. Im Fokus steht Jivan, die als Muslima aus dem Slum eine gelungene Zielscheibe abgibt. Die Bevölkerung ist nur zu gerne bereit, in ihr die Terroristin zu sehen. Als Protagonistin begleiten wir sie vom Tag des Anschlags bis zum Gerichtsurteil. Weitere Blickwinkel auf die Handlung liefern Lovely und PT Sir, aber in kurzen Einschüben auch beispielsweise Jivans Eltern oder ihr Anwalt. Es ist ein unbarmherziges Bild, das die Autorin Megha Majumdar von Indien zeichnet – Diskriminierung aufgrund von Religion oder sexueller Identität sind an der Tagesordnung und Gelder zur Förderung der Bildung verschwinden häufig in fremden Taschen. Im Frauengefängnis hofft Jivan währenddessen auf eine Chance, ihre Geschichte so zu erzählen, wie sie tatsächlich passiert ist. Eines ist jedoch bezeichnend: In dem Maße, in dem sich die Situation für Jivan verschlechtert, verbessert sie sich für Lovely und PT Sir. Erstere wird durch ihren Auftritt vor Gericht zum Liebling des Volkes und kann sich endlich den Traum von der Schauspielerei erfüllen. Zweiterer steigt nach und nach an die Spitze seiner Partei auf. Am Ende müssen sich beide zwischen ihrer Loyalität zu Jivan und der eigenen Karriere entscheiden, denn mit einer Terroristin in Verbindung gebracht zu werden, könnte beiden immens schaden. Der Roman zeigt die Schicksale von drei unterschiedlichen Menschen auf der Suche nach Selbstbehauptung und Selbstverwirklichung und wie schnell diese am Abgrund enden kann - ein bewegendes Stück Gesellschaftskritik!
hart aber ehrlich!
uff, ich weiß nicht wo ich anfangen soll. this book is hard to read aber auch so verdammt wichtig, um die schattenseiten eines klassistischen systems, das in diesem roman in der tragischen geschichte der protagonistin jivan so treffend beschrieben wird, aufzudecken und bei uns sichtbar zu machen. so viel ungerechtigkeit, ließ mich nach dem lesen mit einem kloß und vielen gedanken im kopf dazu zurück. und ich glaube, genau das ist das ziel der herausragenden autorin megha majumdar. bitte, lest dieses buch, sofern ihr es in die finger kriegen solltet!
Dieser Roman hat mich persönlich vor allem so wütend gemacht. Die Ereignisse in der Geschichte zeigen auf erschreckende Weise vor allem die Diskriminierung der muslimischen Minderheit in Indien, aber auch die von Frauen generell. Aus drei Perspektiven erfährt man nach und nach, wie zwei der Beteiligten ihr Leben gestalten und welche Entscheidungen sie treffen um sich selbst ein neues Leben auf zubauen - aber auch, Jihan eigener Blickwinkel, deren Welt komplett zerrstört wird als sie verhaftet wird, obwohl sie unschuldig ist und auch nicht versteht, warum das alles mit ihr geschieht. Verzweifelt versucht sie, sich zu retten um dann zu erkennen, das sie kaum eine Chance hat. Korruption und Gier nach Macht sind die Beweggründe der Politik in diesem Roman und dabei schreckt sie nicht davor zurück, andere sogar mit ihrem Leben dafür zu opfern. Der Egoismus der Figuren (Jivan selbst ehrlicherweise auch) hat mich auch richtig aufgeregt, alle drei schauen nicht nach links und nicht nach rechts. Auch wenn es verschiedene Abstufungen gibt. Lovely und auch Jivan kommen da noch wesentlich besser weg als der Lehrer PT Sir (Abkürzung für Sportlehrer auf englisch). Dieser lässt sich nur deshalb auf eine politische Karriere ein, weil er gesellschaftlich aufsteigen möchte und sich auch persönlich von Jivan beleidigt fühlt (aus einem dermaßen trivialen Grund, das ich ihm für seine Kleinlichkeit am liebsten eine geklebt hätte.). Er hat daher kaum Skrupel die junge Frau zu diskreditieren oder fragwürdige Aufträge seitens seiner Parteichefin zu übernehmen. Da er sowieso nur um sich selbst kreist, hat er keinerlei Probleme anderen Menschen zu schaden. Er flüchtet sich immer wieder in Fadenscheinige Erklärungen um sich zu rechtfertigen und glaubt dabei noch die Ganze Zeit ein rechtschaffener Mensch zu sein. Bei einem Charakter wie seinem kann einem nur schlecht werden. Lovely fand ich als Figur ehrlich gesagt extrem anstrengend zu lesen. Sie ist auf eine sehr nervige Art und Weise Ich-bezogen und ihre Gedanken kreisen eigentlich den ganzen Tag nur um die Frage, wie sie endlich eine berühmte Schauspielerin werden kann. Ich fand es gut das ihre Figur eine der drei Blickwinkel hier im Roman ist, auch weil ich denke, das es wichtig ist, das Hijras überhaupt als Hauptfiguren auftauchen. Die Diskriminierung die sie erfahren ist auch hier spürbar. Es hat schon auch Gründe weshalb Lovely so nervtötend ist, sie muss sich in einer Gesellschaft behaupten die zwar das dritte Geschlecht als existent anerkennt, aber sie gleichzeitig auch schlecht behandelt, um dann doch einen Segen zu erwarten (etwa für Bräute oder Neugeborene). Lovely hat kaum ein Wahl als nur auf sich zu schauen, weil sie auch so schon eine gesellschaftliche Stellung hat, die ihr kaum größere Sprünge erlauben würden. Geschweige denn eine echte Akzeptanz. Ihr Traum von einer Bollywoodkarriere ist eine der wenigen Chancen, tatsächlich ein neues Leben führen zu können. Jivan, die letztendlich nur aufgrund der Tatsache das sie Muslima ist verhaftet und angeklagt wird, hat einige Entscheidungen getroffen, die oberflächlich betrachtet vor allem ihrer Familie zu gute kommen sollen, bei genauerer Betrachtung aber ebenfalls zeigen, das es ihr darum ging so schnell wie möglich auf zu steigen und ihre alte gesellschaftliche Stellung hinter sich lassen zu können. Dabei gerät sie zwischen die Mühlen der Korruption und einer Regierung, der es vor allem darum geht, eine Bestrafung vorweisen zu können und nicht um die Wahrheit. Jivan war tatsächlich zur falschen Zeit am falschen Ort. Der Hass der Teilweise gegen Muslime geschürt wird, entlädt sich im Roman immer wieder an verschiedenen Stellen und macht das Ausmaß dahinter sichtbar. Das fand ich zum Teil extrem erschreckend, da auch vor einem Mord nicht zurückgeschreckt wird. Letztendlich beschreibt die Autorin vor allem eine Gesellschaft in der Menschen gegeneinander ausgespielt werden können, weil sie aufgrund der herrschenden Ungleichheiten im Grunde keine andere Wahl haben. Alles was im Roman geschieht, geschieht weil es Armut, Korruption und ein unglaubliches Gefälle zur Mittelschicht gibt. Statt sich zu verbünden, werden die "Parteien" gegeneinander ausgespielt. Vor allem Lovely und Jivan haben für viele ihrer Handlungen keine andere Wahlmöglichkeiten, weil sie sonst nie eine Chance hätten, ihre persönliche wirtschaftliche Lage zu verbessern. Wie schon gesagt, ich war so so wütend und das bin ich im Grunde bis zum Ende geblieben. Vieles in diesem Roman hat mich sehr erschüttert. Meine Wut kam vor allem daher, das es kein aufbegehren gibt, keine laute Stimme die Jivan in Schutz nehmen würd und ihr beisteht - ihr Anwalt ist eine absolute Witzfigur und lässt sie meiner Meinung nach total im Stich. Die Presse hat sich von Anfang an gegen sie gestellt und berichtet nicht objektiv. Mir persönlich hat "In Flammen" ziemlich gut gefallen, die Autorin hat eine sehr eindringliche Art zu erzählen und ich fand auch das man die verschiedenen Perspektiven sehr gut von einander unterscheiden konnte. Manchmal hätte ich mir aber auch gewünscht, das Megha Majumdar weniger plakativ erzählt, ich finde sie hat teilweise ziemliche Klischees bedient. Ihre Figuren sind eigentlich eher Typen, Beispiele für eine ganze Gruppe. Trotzdem, ich würde den Roman jederzeit weiter empfehlen.
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»Selten wurde das Schicksal so facettenreich, so kraftvoll und launenhaft und hypnotisierend dargestellt.« The New York Times Book Review
Jivan hat es vom Kohlfresser zum Hühnchenfresser gebracht. Doch ein Brandanschlag hebt ihr Leben aus den Angeln, und die Muslimin gerät ins Visier der indischen Regierung.
Lovely träumt von den ganz großen Rollen als Bollywood-Star. Die lebensfrohe Hijra könnte Jivans Unschuld bezeugen. Aber will sie ihren Durchbruch als Schauspielerin wirklich gefährden?
PT Sir erinnert sich noch gut an Jivans athletisches Talent. Nun macht der Sportlehrer Karriere in einer rechtskonservativen Hindu-Partei. Und soll an der jungen Muslimin ein Exempel statuieren ...
Mit bestechender Dringlichkeit zeigt Megha Majumdar das moderne Indien: ein gespaltenes Land, in dem Ambition, Klasse und Religion all jene zu Feinden machen, die auf ein besseres Leben hoffen.
»›In Flammen‹ besitzt eine stille Schönheit und ist doch verheerend. Dieses Buch wird Sie nicht mehr loslassen.« Tommy Orange
»Erst am Ende dieses mutigen Romans wird einem vollends klar, wie weitreichend sein Urteil ist, wie entschieden und absolut die Anklage.« The New Yorker
»In ihrem einnehmenden Debüt entwirft Megha Majumdar ein wirkmächtiges Korrektiv zu den politischen Narrativen, die das heutige Indien dominieren.« Time Magazine
»Der Roman, den Sie in diesem Jahr gelesen haben müssen.« The Washington Post
Book Information
Author Description
Megha Majumdar, geboren und aufgewachsen in Kolkata, Indien, zog mit 19 Jahren in die USA, um ein Studium der Sozialanthropologie in Harvard und an der John Hopkins Universität aufzunehmen. Heute arbeitet sie als Lektorin bei dem New Yorker Indie-Verlag Catapult. »In Flammen« zählte zu den erfolgreichsten US-Debüts 2020 und wurde von Buchhandel und Kritik gleichermaßen begeistert aufgenommen.
Posts
In einem Slum in Kalkutta lässt sich die junge Jivan nach einem terroristischen Anschlag dazu hinreißen, auf Facebook offen die Regierung zu kritisieren. Schnell gerät sie selbst ins Kreuzfeuer und wird schließlich als mutmaßliche Täterin vor Gericht gestellt. Im Prozess gibt es nur zwei Personen, die für sie aussagen können: Lovely, eine Hijra (der indische Begriff für eine trans oder intersexuelle Person), der sie kostenlos Englischunterricht erteilt und PT Sir, ihr ehemaliger Sportlehrer, der mitten im politischen Aufstieg begriffen ist. „In Flammen“ erzählt in wechselnden Perspektiven die Geschichte einer falschen Verurteilung. Im Fokus steht Jivan, die als Muslima aus dem Slum eine gelungene Zielscheibe abgibt. Die Bevölkerung ist nur zu gerne bereit, in ihr die Terroristin zu sehen. Als Protagonistin begleiten wir sie vom Tag des Anschlags bis zum Gerichtsurteil. Weitere Blickwinkel auf die Handlung liefern Lovely und PT Sir, aber in kurzen Einschüben auch beispielsweise Jivans Eltern oder ihr Anwalt. Es ist ein unbarmherziges Bild, das die Autorin Megha Majumdar von Indien zeichnet – Diskriminierung aufgrund von Religion oder sexueller Identität sind an der Tagesordnung und Gelder zur Förderung der Bildung verschwinden häufig in fremden Taschen. Im Frauengefängnis hofft Jivan währenddessen auf eine Chance, ihre Geschichte so zu erzählen, wie sie tatsächlich passiert ist. Eines ist jedoch bezeichnend: In dem Maße, in dem sich die Situation für Jivan verschlechtert, verbessert sie sich für Lovely und PT Sir. Erstere wird durch ihren Auftritt vor Gericht zum Liebling des Volkes und kann sich endlich den Traum von der Schauspielerei erfüllen. Zweiterer steigt nach und nach an die Spitze seiner Partei auf. Am Ende müssen sich beide zwischen ihrer Loyalität zu Jivan und der eigenen Karriere entscheiden, denn mit einer Terroristin in Verbindung gebracht zu werden, könnte beiden immens schaden. Der Roman zeigt die Schicksale von drei unterschiedlichen Menschen auf der Suche nach Selbstbehauptung und Selbstverwirklichung und wie schnell diese am Abgrund enden kann - ein bewegendes Stück Gesellschaftskritik!
hart aber ehrlich!
uff, ich weiß nicht wo ich anfangen soll. this book is hard to read aber auch so verdammt wichtig, um die schattenseiten eines klassistischen systems, das in diesem roman in der tragischen geschichte der protagonistin jivan so treffend beschrieben wird, aufzudecken und bei uns sichtbar zu machen. so viel ungerechtigkeit, ließ mich nach dem lesen mit einem kloß und vielen gedanken im kopf dazu zurück. und ich glaube, genau das ist das ziel der herausragenden autorin megha majumdar. bitte, lest dieses buch, sofern ihr es in die finger kriegen solltet!
Dieser Roman hat mich persönlich vor allem so wütend gemacht. Die Ereignisse in der Geschichte zeigen auf erschreckende Weise vor allem die Diskriminierung der muslimischen Minderheit in Indien, aber auch die von Frauen generell. Aus drei Perspektiven erfährt man nach und nach, wie zwei der Beteiligten ihr Leben gestalten und welche Entscheidungen sie treffen um sich selbst ein neues Leben auf zubauen - aber auch, Jihan eigener Blickwinkel, deren Welt komplett zerrstört wird als sie verhaftet wird, obwohl sie unschuldig ist und auch nicht versteht, warum das alles mit ihr geschieht. Verzweifelt versucht sie, sich zu retten um dann zu erkennen, das sie kaum eine Chance hat. Korruption und Gier nach Macht sind die Beweggründe der Politik in diesem Roman und dabei schreckt sie nicht davor zurück, andere sogar mit ihrem Leben dafür zu opfern. Der Egoismus der Figuren (Jivan selbst ehrlicherweise auch) hat mich auch richtig aufgeregt, alle drei schauen nicht nach links und nicht nach rechts. Auch wenn es verschiedene Abstufungen gibt. Lovely und auch Jivan kommen da noch wesentlich besser weg als der Lehrer PT Sir (Abkürzung für Sportlehrer auf englisch). Dieser lässt sich nur deshalb auf eine politische Karriere ein, weil er gesellschaftlich aufsteigen möchte und sich auch persönlich von Jivan beleidigt fühlt (aus einem dermaßen trivialen Grund, das ich ihm für seine Kleinlichkeit am liebsten eine geklebt hätte.). Er hat daher kaum Skrupel die junge Frau zu diskreditieren oder fragwürdige Aufträge seitens seiner Parteichefin zu übernehmen. Da er sowieso nur um sich selbst kreist, hat er keinerlei Probleme anderen Menschen zu schaden. Er flüchtet sich immer wieder in Fadenscheinige Erklärungen um sich zu rechtfertigen und glaubt dabei noch die Ganze Zeit ein rechtschaffener Mensch zu sein. Bei einem Charakter wie seinem kann einem nur schlecht werden. Lovely fand ich als Figur ehrlich gesagt extrem anstrengend zu lesen. Sie ist auf eine sehr nervige Art und Weise Ich-bezogen und ihre Gedanken kreisen eigentlich den ganzen Tag nur um die Frage, wie sie endlich eine berühmte Schauspielerin werden kann. Ich fand es gut das ihre Figur eine der drei Blickwinkel hier im Roman ist, auch weil ich denke, das es wichtig ist, das Hijras überhaupt als Hauptfiguren auftauchen. Die Diskriminierung die sie erfahren ist auch hier spürbar. Es hat schon auch Gründe weshalb Lovely so nervtötend ist, sie muss sich in einer Gesellschaft behaupten die zwar das dritte Geschlecht als existent anerkennt, aber sie gleichzeitig auch schlecht behandelt, um dann doch einen Segen zu erwarten (etwa für Bräute oder Neugeborene). Lovely hat kaum ein Wahl als nur auf sich zu schauen, weil sie auch so schon eine gesellschaftliche Stellung hat, die ihr kaum größere Sprünge erlauben würden. Geschweige denn eine echte Akzeptanz. Ihr Traum von einer Bollywoodkarriere ist eine der wenigen Chancen, tatsächlich ein neues Leben führen zu können. Jivan, die letztendlich nur aufgrund der Tatsache das sie Muslima ist verhaftet und angeklagt wird, hat einige Entscheidungen getroffen, die oberflächlich betrachtet vor allem ihrer Familie zu gute kommen sollen, bei genauerer Betrachtung aber ebenfalls zeigen, das es ihr darum ging so schnell wie möglich auf zu steigen und ihre alte gesellschaftliche Stellung hinter sich lassen zu können. Dabei gerät sie zwischen die Mühlen der Korruption und einer Regierung, der es vor allem darum geht, eine Bestrafung vorweisen zu können und nicht um die Wahrheit. Jivan war tatsächlich zur falschen Zeit am falschen Ort. Der Hass der Teilweise gegen Muslime geschürt wird, entlädt sich im Roman immer wieder an verschiedenen Stellen und macht das Ausmaß dahinter sichtbar. Das fand ich zum Teil extrem erschreckend, da auch vor einem Mord nicht zurückgeschreckt wird. Letztendlich beschreibt die Autorin vor allem eine Gesellschaft in der Menschen gegeneinander ausgespielt werden können, weil sie aufgrund der herrschenden Ungleichheiten im Grunde keine andere Wahl haben. Alles was im Roman geschieht, geschieht weil es Armut, Korruption und ein unglaubliches Gefälle zur Mittelschicht gibt. Statt sich zu verbünden, werden die "Parteien" gegeneinander ausgespielt. Vor allem Lovely und Jivan haben für viele ihrer Handlungen keine andere Wahlmöglichkeiten, weil sie sonst nie eine Chance hätten, ihre persönliche wirtschaftliche Lage zu verbessern. Wie schon gesagt, ich war so so wütend und das bin ich im Grunde bis zum Ende geblieben. Vieles in diesem Roman hat mich sehr erschüttert. Meine Wut kam vor allem daher, das es kein aufbegehren gibt, keine laute Stimme die Jivan in Schutz nehmen würd und ihr beisteht - ihr Anwalt ist eine absolute Witzfigur und lässt sie meiner Meinung nach total im Stich. Die Presse hat sich von Anfang an gegen sie gestellt und berichtet nicht objektiv. Mir persönlich hat "In Flammen" ziemlich gut gefallen, die Autorin hat eine sehr eindringliche Art zu erzählen und ich fand auch das man die verschiedenen Perspektiven sehr gut von einander unterscheiden konnte. Manchmal hätte ich mir aber auch gewünscht, das Megha Majumdar weniger plakativ erzählt, ich finde sie hat teilweise ziemliche Klischees bedient. Ihre Figuren sind eigentlich eher Typen, Beispiele für eine ganze Gruppe. Trotzdem, ich würde den Roman jederzeit weiter empfehlen.






