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Ungeschönt, nahbar und echt. Ich habe mich sehr auf diese Geschichte gefreut, da ich bereits ein Buch der Autorin gelesen hatte und es sehr gerne mochte. Dieses Mal hatte ich es zwar mit einem ganz anderen Genre zu tun, aber es war genauso eindringlich und wirkungsvoll wie ihre Dystopie - Vielleicht sogar noch mehr. Jedenfalls konnte mich diese Geschichte innerhalb weniger Seiten voll und ganz in ihren Bann ziehen und fesseln. Sowohl die Charaktere als auch die hier angesprochenen Themen erschienen mir mehr als vielversprechend und gehaltvoll. Nana Rademacher präsentiert uns hier eine harte und raue Lebensrealität, vielfältige sowie nahbare Charaktere mit Stärken und Schwächen, die auch mal Fehler machen und falsche Entscheidungen treffen, und eine Vielzahl an aufrüttelnden und bewegenden Themen. Thematisch ist dieses Buch wirklich stark, vielschichtig und überraschend tiefgründig. Sensible und teilweise sehr komplexe Inhalte werden hier der Zielgruppe angemessen heruntergebrochen, ohne dabei verfälscht oder beschönigt zu werden. Die Darstellungen der Autorin sind anschaulich, ehrlich und greifbar. Sie sagt mit wenigen Worten sehr viel (aus). Ihre Beschreibungen haben sich für mich durchweg natürlich angefühlt - Ich konnte sie glauben, wodurch sie beim Lesen umso mehr in mir ausgelöst haben. Der Erzählstil greift auf einiges vor, ohne Details zu nennen, was zusätzliche Spannung in die Geschichte bringt. Ich wollte wissen, was passiert, und wurde damit umso mehr zum Weiterlesen angehalten. Ich wollte die Charaktere wachsen sehen. Die Geschichte wird aus der Sicht der 15-jährigen Sarah erzählt, die mir aufgrund ihres Verhaltens zwar nicht immer sympathisch war, dafür aber umso authentischer erschien. Denn Sarah macht nicht nicht immer alles richtig, sondern trifft auch mal falsche Entscheidungen oder stößt andere vor den Kopf, was sie für mich zu einer durch und durch menschlichen sowie glaubwürdigen Protagonistin machte. Ich konnte ihre Handlungen häufig nicht verstehen und hätte selbst niemals so gehandelt, aber das macht schließlich auch Sinn und ist damit keine Schwäche des Buches, sondern vielmehr eine Stärke. Generell haben sich die Charaktere für mich hier sehr menschlich und real angefühlt. Die Autorin deckt mit ihrer Figurenkonstellation verschiedene Bildungsschichten und soziale Status ab, was ihr in meinen Augen gut gelungen ist - Sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Manche Figuren blieben hier zwar auch recht blass, aber das ist wohl der Kürze der Geschichte geschuldet und tut dieser auch keinen allzu großen Abbruch. Die zwischenmenschlichen Beziehungen spielen hier eine große Rolle, auch wenn sie nicht immer wortwörtlich und direkt herausgestellt werden. Sie sind vielfältig und nicht immer gleichermaßen leicht zu durchblicken, was nur authentisch ist. Manchmal muss man eben auch ein bisschen zwischen den Zeilen lesen. Die Autorin stellt die Beziehungen ihrer Charaktere ungeschönt und natürlich dar, wodurch sich diese für mich umso wahrhaftiger und nahbarer anfühlten. Die Liebesgeschichte ist hier in meinen Augen fast schon nebensächlich, aber das war für mich auch völlig okay. Dieses Buch ist so viel mehr als das und mir hat beim Lesen nichts gefehlt. Allerdings hätten die Gefühle der Protagonistin für mich stellenweise durchaus noch etwas detaillierter und ausschweifender beschrieben werden können. Das hätte dieser Geschichte nochmal mehr emotionale Tiefe verleihen können - Und damit spiele ich nicht nur auf die Liebesbeziehung an, sondern auf Sarah's Gefühlswelt im Gesamten. Sprachlich ist dieses Buch ebenfalls sehr besonders. Die Autorin verwendet sowohl Umgangssprache als auch jugendsprachliche Begriffe, was sehr gut zu dieser Geschichte passt und ihre Botschaft unterstreicht. Für mich war der Schreibstil zwar zunächst etwas ungewohnt, aber das Buch hat sich für mich trotzdem flüssig lesen lassen und wirkte so herrlich ungezwungen und natürlich. Rechtschreib- und Grammatikfehler wurden hier sehr bewusst gesetzt, um die Unterschiede im Bildungsgrad der einzelnen Figuren zu verdeutlichen, was ich sehr mutig und gelungen finde. Zusätzlich variiert die Autorin bei manchen Sätzen und Worten mit der Schriftgröße sowie fett gedruckten Buchstaben, was spezifische Inhalte hervorhebt und damit die Aussagekraft und Wirkung der Geschichte verstärkt. Besonders gut gefallen hat mir noch, dass es hier keine übertriebenen oder unrealistischen Charakterentwicklungen gibt, sondern sich alles auf einer authentischen und nachvollziehbaren Ebene bewegt. Nana Rademacher erzählt die Dinge wie sie sind und das ist wundervoll. 4,5/ 5 Sterne ⭐️
Nov 4, 2024
Ungeschönt, nahbar und echt. Ich habe mich sehr auf diese Geschichte gefreut, da ich bereits ein Buch der Autorin gelesen hatte und es sehr gerne mochte. Dieses Mal hatte ich es zwar mit einem ganz anderen Genre zu tun, aber es war genauso eindringlich und wirkungsvoll wie ihre Dystopie - Vielleicht sogar noch mehr. Jedenfalls konnte mich diese Geschichte innerhalb weniger Seiten voll und ganz in ihren Bann ziehen und fesseln. Sowohl die Charaktere als auch die hier angesprochenen Themen erschienen mir mehr als vielversprechend und gehaltvoll. Nana Rademacher präsentiert uns hier eine harte und raue Lebensrealität, vielfältige sowie nahbare Charaktere mit Stärken und Schwächen, die auch mal Fehler machen und falsche Entscheidungen treffen, und eine Vielzahl an aufrüttelnden und bewegenden Themen. Thematisch ist dieses Buch wirklich stark, vielschichtig und überraschend tiefgründig. Sensible und teilweise sehr komplexe Inhalte werden hier der Zielgruppe angemessen heruntergebrochen, ohne dabei verfälscht oder beschönigt zu werden. Die Darstellungen der Autorin sind anschaulich, ehrlich und greifbar. Sie sagt mit wenigen Worten sehr viel (aus). Ihre Beschreibungen haben sich für mich durchweg natürlich angefühlt - Ich konnte sie glauben, wodurch sie beim Lesen umso mehr in mir ausgelöst haben. Der Erzählstil greift auf einiges vor, ohne Details zu nennen, was zusätzliche Spannung in die Geschichte bringt. Ich wollte wissen, was passiert, und wurde damit umso mehr zum Weiterlesen angehalten. Ich wollte die Charaktere wachsen sehen. Die Geschichte wird aus der Sicht der 15-jährigen Sarah erzählt, die mir aufgrund ihres Verhaltens zwar nicht immer sympathisch war, dafür aber umso authentischer erschien. Denn Sarah macht nicht nicht immer alles richtig, sondern trifft auch mal falsche Entscheidungen oder stößt andere vor den Kopf, was sie für mich zu einer durch und durch menschlichen sowie glaubwürdigen Protagonistin machte. Ich konnte ihre Handlungen häufig nicht verstehen und hätte selbst niemals so gehandelt, aber das macht schließlich auch Sinn und ist damit keine Schwäche des Buches, sondern vielmehr eine Stärke. Generell haben sich die Charaktere für mich hier sehr menschlich und real angefühlt. Die Autorin deckt mit ihrer Figurenkonstellation verschiedene Bildungsschichten und soziale Status ab, was ihr in meinen Augen gut gelungen ist - Sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Manche Figuren blieben hier zwar auch recht blass, aber das ist wohl der Kürze der Geschichte geschuldet und tut dieser auch keinen allzu großen Abbruch. Die zwischenmenschlichen Beziehungen spielen hier eine große Rolle, auch wenn sie nicht immer wortwörtlich und direkt herausgestellt werden. Sie sind vielfältig und nicht immer gleichermaßen leicht zu durchblicken, was nur authentisch ist. Manchmal muss man eben auch ein bisschen zwischen den Zeilen lesen. Die Autorin stellt die Beziehungen ihrer Charaktere ungeschönt und natürlich dar, wodurch sich diese für mich umso wahrhaftiger und nahbarer anfühlten. Die Liebesgeschichte ist hier in meinen Augen fast schon nebensächlich, aber das war für mich auch völlig okay. Dieses Buch ist so viel mehr als das und mir hat beim Lesen nichts gefehlt. Allerdings hätten die Gefühle der Protagonistin für mich stellenweise durchaus noch etwas detaillierter und ausschweifender beschrieben werden können. Das hätte dieser Geschichte nochmal mehr emotionale Tiefe verleihen können - Und damit spiele ich nicht nur auf die Liebesbeziehung an, sondern auf Sarah's Gefühlswelt im Gesamten. Sprachlich ist dieses Buch ebenfalls sehr besonders. Die Autorin verwendet sowohl Umgangssprache als auch jugendsprachliche Begriffe, was sehr gut zu dieser Geschichte passt und ihre Botschaft unterstreicht. Für mich war der Schreibstil zwar zunächst etwas ungewohnt, aber das Buch hat sich für mich trotzdem flüssig lesen lassen und wirkte so herrlich ungezwungen und natürlich. Rechtschreib- und Grammatikfehler wurden hier sehr bewusst gesetzt, um die Unterschiede im Bildungsgrad der einzelnen Figuren zu verdeutlichen, was ich sehr mutig und gelungen finde. Zusätzlich variiert die Autorin bei manchen Sätzen und Worten mit der Schriftgröße sowie fett gedruckten Buchstaben, was spezifische Inhalte hervorhebt und damit die Aussagekraft und Wirkung der Geschichte verstärkt. Besonders gut gefallen hat mir noch, dass es hier keine übertriebenen oder unrealistischen Charakterentwicklungen gibt, sondern sich alles auf einer authentischen und nachvollziehbaren Ebene bewegt. Nana Rademacher erzählt die Dinge wie sie sind und das ist wundervoll. 4,5/ 5 Sterne ⭐️
Nov 4, 2024






