'Ich habe dem starken Geschlecht überall den Fehdehandschuh hingeworfen'
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Description
Lola Montez hatte viele Gesichter und viele Namen. Die Tochter eines britischen Offiziers, die eigentlich Eliza Gilbert hieß, widersetzte sich bereits früh moralischen Konventionen. Was Männer betraf, so hatte sie ihre eigene, kühne und auf jeden Fall unzeitgemäße Agenda: Mit 16 brannte sie durch, heiratete ihren Liebhaber und zog mit ihm nach Indien, mit 22 tingelte sie als «spanische Tänzerin» durch die Hauptstädte Europas, und mit 25 begann sie ihre Affaire mit König Ludwig I. Als man sie deswegen aus München vertrieb, vermarktete Lola Montez ihre Geschichte am Broadway in New York und in den Outbacks Australiens. Das Schicksal der selbstbewussten Tänzerin, die als Geliebte des Königs zur Gräfin Landsfeld erhoben wurde und sich nie von der Männerwelt einschüchtern ließ, inspirierte Filmemacher und Theaterregisseure. Die Historikerin Marita Krauss hat nun gestützt auf zahlreiche Quellen, darunter auch bislang unzugängliche Tagebuchaufzeichnungen König Ludwigs I. den Weg der Lola Montez in all seinen Höhen und Tiefen beschrieben. Entstanden ist eine ebenso seriöse wie unterhaltsame Biografie, die zugleich ein facettenreiches Bild der Geschlechterverhältnisse im 19. Jahrhundert bietet.
Book Information
Author Description
Marita Krauss lehrt als Professorin für Europäische Regionalgeschichte sowie Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte an der Universität Augsburg.
Posts
"Von großen Frauen werde immer erwartet, dass sie auch Heilige seien, den "großen Männern" hingegen verzeihe man alle Sünden." (S. 279) Dies ließ Lola Montez Mitte des 19. Jahrhunderts in einem ihrer Vorträge verlauten und ich finde sie hat bis heute Recht behalten. Lola Montez war Spanierin, Tänzerin, Schauspielerin, (Vortrags -)Reisende, Gräfin, Partnerin von König Ludwig I aus Bayern, politische Taktiererin, Frau und eine Kunstfigur. Eine Kunstfigur, die die gebürtige Irin Eliza Gilbert (1821-1861) erfand, um in einer Welt, die alleinstehenden geschiedenen Frauen nicht freundlich gesinnt war, leben und überleben zu können. Unzählige Bücher, Filme, Lieder und Theaterstücke entstanden, zum Teil bereits zu ihren Lebzeiten, über das Leben der Lola Montez. Bis heute ist schwer auszumachen, was davon bloßer Mythos, Gerücht, Geschichte oder die Wahrheit ist. Marita Krauss hat es mit ihrer Biografie geschafft hier Licht ins Dunkel zu bringen und feine Linien zu ziehen zwischen Fremdbild und Selbstbild und der Wahrheit über Lola Montez. Zum Vorschein kommt eine schöne, selbstbewusste,intelligente, talentierte, energiegeladene Frau. Eine Frau, die sicherlich auch anstrengend sein konnte, gerne über die Stränge schlug und deren Temperament sie zuweilen in Schwierigkeiten brachte. Eine Frau, die voller Großzügkeit und guten Herzens war. Auch eine Frau, die nur zu oft vorverurteilt wurde, nicht zuletzt weil sie eine Frau war. Mir hat es Freude gemacht diese Biografie über Eliza Gilbert alias Lola Montez zu lesen.

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Lola Montez hatte viele Gesichter und viele Namen. Die Tochter eines britischen Offiziers, die eigentlich Eliza Gilbert hieß, widersetzte sich bereits früh moralischen Konventionen. Was Männer betraf, so hatte sie ihre eigene, kühne und auf jeden Fall unzeitgemäße Agenda: Mit 16 brannte sie durch, heiratete ihren Liebhaber und zog mit ihm nach Indien, mit 22 tingelte sie als «spanische Tänzerin» durch die Hauptstädte Europas, und mit 25 begann sie ihre Affaire mit König Ludwig I. Als man sie deswegen aus München vertrieb, vermarktete Lola Montez ihre Geschichte am Broadway in New York und in den Outbacks Australiens. Das Schicksal der selbstbewussten Tänzerin, die als Geliebte des Königs zur Gräfin Landsfeld erhoben wurde und sich nie von der Männerwelt einschüchtern ließ, inspirierte Filmemacher und Theaterregisseure. Die Historikerin Marita Krauss hat nun gestützt auf zahlreiche Quellen, darunter auch bislang unzugängliche Tagebuchaufzeichnungen König Ludwigs I. den Weg der Lola Montez in all seinen Höhen und Tiefen beschrieben. Entstanden ist eine ebenso seriöse wie unterhaltsame Biografie, die zugleich ein facettenreiches Bild der Geschlechterverhältnisse im 19. Jahrhundert bietet.
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Marita Krauss lehrt als Professorin für Europäische Regionalgeschichte sowie Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte an der Universität Augsburg.
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"Von großen Frauen werde immer erwartet, dass sie auch Heilige seien, den "großen Männern" hingegen verzeihe man alle Sünden." (S. 279) Dies ließ Lola Montez Mitte des 19. Jahrhunderts in einem ihrer Vorträge verlauten und ich finde sie hat bis heute Recht behalten. Lola Montez war Spanierin, Tänzerin, Schauspielerin, (Vortrags -)Reisende, Gräfin, Partnerin von König Ludwig I aus Bayern, politische Taktiererin, Frau und eine Kunstfigur. Eine Kunstfigur, die die gebürtige Irin Eliza Gilbert (1821-1861) erfand, um in einer Welt, die alleinstehenden geschiedenen Frauen nicht freundlich gesinnt war, leben und überleben zu können. Unzählige Bücher, Filme, Lieder und Theaterstücke entstanden, zum Teil bereits zu ihren Lebzeiten, über das Leben der Lola Montez. Bis heute ist schwer auszumachen, was davon bloßer Mythos, Gerücht, Geschichte oder die Wahrheit ist. Marita Krauss hat es mit ihrer Biografie geschafft hier Licht ins Dunkel zu bringen und feine Linien zu ziehen zwischen Fremdbild und Selbstbild und der Wahrheit über Lola Montez. Zum Vorschein kommt eine schöne, selbstbewusste,intelligente, talentierte, energiegeladene Frau. Eine Frau, die sicherlich auch anstrengend sein konnte, gerne über die Stränge schlug und deren Temperament sie zuweilen in Schwierigkeiten brachte. Eine Frau, die voller Großzügkeit und guten Herzens war. Auch eine Frau, die nur zu oft vorverurteilt wurde, nicht zuletzt weil sie eine Frau war. Mir hat es Freude gemacht diese Biografie über Eliza Gilbert alias Lola Montez zu lesen.





