Ich bin Anna
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Description
Book Information
Author Description
Tom Saller, geboren 1967, hat Medizin studiert und arbeitet als Psychotherapeut. 2018 erschien sein Debütroman »Wenn Martha tanzt« und wurde umgehend ein großer Erfolg. Mit seinem neuesten Roman »Ich bin Anna« widmet er sich erstmals seinem beruflichen Sujet: Sigmund Freud und der Psychoanalyse. Tom Saller lebt im Bergischen Land bei Köln.
Posts
Ich habe einiges über das Leben von Anna Freud gelernt, den Vater empfand ich als nicht sehr sympathisch. Deshalb gibt es auch nur vier Sterne. Eine tolle Idee, die Geschichte aus zwei Perspektiven zu erzählen. Wie wunderbar, dass die Protagonistin sich letzt letztendlich von der Übermacht des Vaters lösen konnte und eigene Stärken entwickelt. Sehr gut, hat mir der Anhang gefallen, in dem dargestellt wird, wie geschichtliche Fakten im Roman dargestellt beziehungsweise verändert wurden.
Tom Saller zeigt den Lesenden einen kleinen Einblick aus dem Leben von Anna und Sigmund Freud.
In kurzen Kapiteln aus den jeweiligen Perspektiven der beiden Protagonisten erfährt man von dem Schaffen und Leben der Freuds. Sigmund Freud, ein jüdischer Analytiker, der keinen guten Stand bei den Wiener Kollegen hat, berichtet von seinem Verhältnis zu seiner Tochter Anna. Dem einzigen Kind, welches noch zu Hause lebt und seine einzige Chance, sein Vermächtnis zu übertragen. Seine Söhne befinden sich zum Zeitpunkt der Geschichte im ersten Weltkrieg und seit Wochen haben die Freuds nichts von ihnen gehört. Anna Freud, die Tochter von Sigmund Freud, ist eigentlich Lehrerin, doch der Beruf zehrt an ihren Nerven. Sie kränkelt von klein auf und sie kämpft immer wieder mit Selbstzweifeln. Doch sie will die Chance ergreifen und das Vermächtnis des Vaters übernehmen. Ich habe etwas Zeit und ein paar Seiten mehr gebraucht, um in die Geschichte eintauchen zu können. Der innere Kampf von Anna und die Gedanken von Sigmund Freud über sie fand ich interessant und spannend zugleich. Der Schreibstil des Autors sorgt dafür, dass der Inhalt der Geschichte nicht zu trocken und wissenschaftlich wird. Der Wechsel zwischen den Perspektiven sorgt zusätzlich dafür, dass man sich mittendrin statt außen vor fühlt.
Interessant und großartig geschrieben
Anna Freud, die Tochter des Psychologen Sigmund Freud und stets in dessen Schatten, unter seinem Einfluss stehend, kämpft um sich, behauptet sich und wird zu einer immer selbstbewussteren, starken Frau. Im steten Wechsel werden die Kapitel aus Annas, dann wieder aus Sigmund Freuds Sicht erzählt. Die Therapie hingegen, die Anna bei ihrem Vater macht, ist in Form eines Dialogs dargestellt. Am Ende des Buches erzählt nur noch Anna. Jede dieser drei Erzählweisen unterstützt passt zum jeweiligen Inhalt. Man bekommt ein Gefühl für Sigmund Freud und seine Tochter Anna. Freud liebt seine jüngste Tochter und sie liebt ihn, vertraut sich ihm an, rettet und hilft ihm im Alter, wie er sie in ihrer Jugend gerettet hat. Die beiden verbindet eine ganz besondere Vater-Tochter-Beziehung. Tom Saller, selbst Psychotherapeut, hat mithilfe umfangreicher Recherchen und seiner großartigen Art zu schreiben einen wunderbaren Roman erschaffen. Leicht und flüssig zu lesen, aber dennoch immer wieder stimmungsvoll und tiefgründig. Fazit: Mochte ich. Ein interessantes Thema und ein angenehmer Schreibstil.
Ein Ausschnitt aus dem Leben Sigmund Freuds 
Gefühle werden im Hause Freud wenn, nur sehr Verhalten gezeigt. Zu sehr ist das Psychoanalytische präsent. Der Vater Sigmund ist fast nur Gast in seiner Familie, kommt nur zu den Mahlzeiten hinüber, pünktlich auf die Minute um dann wieder in seiner Praxis zu verschwinden. Ganz therapeutisch ist er eher wortkarg und interessiert sich mehr für seine antiken als für seinen Nachwuchs. Von den sechs Kindern ist Anna, die Jüngste, die Wissbegierige, die in die Fußstapfen ihres großen Vaters und damit ihre Rolle findet . Am fiktiven Patienten „Stadtlober“ lernt sie ohne sein Wissen, im Austausch mit dem Vater die Grundlagen der Psychoanalyse. Später begibt sie sich in Therapie, um eigenen Dämonen zu begegnen. Im letzten Teil erleben wir die Repressalien der Nazis gegen Familie Freud, und alte Rechnungen sollen beglichen werden, bis diese mit dem schwer Kranken nach London flüchtet, damit er in Freiheit sterben kann. Das Besondere ist die Machart dieses Romans. Wir erleben die Kapitel mit gleicher Bezifferung im Wechsel von Vater und Tochter erzählt. Gefesselt verfolge ich die Entwicklung von Anna und die Figur Sigmund Freud. Sie wissen nicht viel voneinander und teilen doch viel mehr Zeit als die anderen Familienmitglieder miteinander. Die unterschiedlichen Sichtweisen, die sich in der Summe dann doch so ähneln, sind glaublich intensiv beschrieben. Ganz feiner Humor bisweilen vermischt mit rührenden Szenen, verbirgt sich auch zwischen den Zeilen. Zum Beispiel, als der, von der Kindererziehung eher unberührte, Vater mit der kleinen Anna alleine im Haus bleibt und er sich einem Malheur gegenüber sieht. Obwohl er es kaum zeigen kann, merkt man doch immer wieder, dass er seine Kinder sehr liebt. Die Therapie, die Anna bei ihrem Vater macht, ist in Dialogform verfasst. Im letzten Teil, 1938, als die Nationalsozialisten die Familie Freud ins Visier nehmen, spricht nur noch Anna. Und die Vergangenheit holt sie ein. Mir hat dieses Buch unglaublich gut gefallen. Es beschreibt einen Ausschnitt aus dem Leben Sigmund Freuds und verrät uns dabei sehr viel über ihn. Der Blick über die jüngste Tochter hat mich fasziniert. Ein wahrer Lesegenuss. Tom Saller lebt und arbeitet als Psychotherapeut und Psychologe, bei mir um die Ecke. Er hat also nicht nur die Gabe Fiktion und Fakten gekonnt miteinander zu verbinden, sondern guckt auch als Kollege Herrn Freud über die Schulter. Das erklärt für mich, warum der Roman so leicht und doch so gehaltvoll ist. Große Empfehlung für alle, die mehr über Sigmund und Anna Freud erfahren wollen, ohne schwere Kost konsumieren zu müssen.
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Tom Saller, geboren 1967, hat Medizin studiert und arbeitet als Psychotherapeut. 2018 erschien sein Debütroman »Wenn Martha tanzt« und wurde umgehend ein großer Erfolg. Mit seinem neuesten Roman »Ich bin Anna« widmet er sich erstmals seinem beruflichen Sujet: Sigmund Freud und der Psychoanalyse. Tom Saller lebt im Bergischen Land bei Köln.
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Ich habe einiges über das Leben von Anna Freud gelernt, den Vater empfand ich als nicht sehr sympathisch. Deshalb gibt es auch nur vier Sterne. Eine tolle Idee, die Geschichte aus zwei Perspektiven zu erzählen. Wie wunderbar, dass die Protagonistin sich letzt letztendlich von der Übermacht des Vaters lösen konnte und eigene Stärken entwickelt. Sehr gut, hat mir der Anhang gefallen, in dem dargestellt wird, wie geschichtliche Fakten im Roman dargestellt beziehungsweise verändert wurden.
Tom Saller zeigt den Lesenden einen kleinen Einblick aus dem Leben von Anna und Sigmund Freud.
In kurzen Kapiteln aus den jeweiligen Perspektiven der beiden Protagonisten erfährt man von dem Schaffen und Leben der Freuds. Sigmund Freud, ein jüdischer Analytiker, der keinen guten Stand bei den Wiener Kollegen hat, berichtet von seinem Verhältnis zu seiner Tochter Anna. Dem einzigen Kind, welches noch zu Hause lebt und seine einzige Chance, sein Vermächtnis zu übertragen. Seine Söhne befinden sich zum Zeitpunkt der Geschichte im ersten Weltkrieg und seit Wochen haben die Freuds nichts von ihnen gehört. Anna Freud, die Tochter von Sigmund Freud, ist eigentlich Lehrerin, doch der Beruf zehrt an ihren Nerven. Sie kränkelt von klein auf und sie kämpft immer wieder mit Selbstzweifeln. Doch sie will die Chance ergreifen und das Vermächtnis des Vaters übernehmen. Ich habe etwas Zeit und ein paar Seiten mehr gebraucht, um in die Geschichte eintauchen zu können. Der innere Kampf von Anna und die Gedanken von Sigmund Freud über sie fand ich interessant und spannend zugleich. Der Schreibstil des Autors sorgt dafür, dass der Inhalt der Geschichte nicht zu trocken und wissenschaftlich wird. Der Wechsel zwischen den Perspektiven sorgt zusätzlich dafür, dass man sich mittendrin statt außen vor fühlt.
Interessant und großartig geschrieben
Anna Freud, die Tochter des Psychologen Sigmund Freud und stets in dessen Schatten, unter seinem Einfluss stehend, kämpft um sich, behauptet sich und wird zu einer immer selbstbewussteren, starken Frau. Im steten Wechsel werden die Kapitel aus Annas, dann wieder aus Sigmund Freuds Sicht erzählt. Die Therapie hingegen, die Anna bei ihrem Vater macht, ist in Form eines Dialogs dargestellt. Am Ende des Buches erzählt nur noch Anna. Jede dieser drei Erzählweisen unterstützt passt zum jeweiligen Inhalt. Man bekommt ein Gefühl für Sigmund Freud und seine Tochter Anna. Freud liebt seine jüngste Tochter und sie liebt ihn, vertraut sich ihm an, rettet und hilft ihm im Alter, wie er sie in ihrer Jugend gerettet hat. Die beiden verbindet eine ganz besondere Vater-Tochter-Beziehung. Tom Saller, selbst Psychotherapeut, hat mithilfe umfangreicher Recherchen und seiner großartigen Art zu schreiben einen wunderbaren Roman erschaffen. Leicht und flüssig zu lesen, aber dennoch immer wieder stimmungsvoll und tiefgründig. Fazit: Mochte ich. Ein interessantes Thema und ein angenehmer Schreibstil.
Ein Ausschnitt aus dem Leben Sigmund Freuds 
Gefühle werden im Hause Freud wenn, nur sehr Verhalten gezeigt. Zu sehr ist das Psychoanalytische präsent. Der Vater Sigmund ist fast nur Gast in seiner Familie, kommt nur zu den Mahlzeiten hinüber, pünktlich auf die Minute um dann wieder in seiner Praxis zu verschwinden. Ganz therapeutisch ist er eher wortkarg und interessiert sich mehr für seine antiken als für seinen Nachwuchs. Von den sechs Kindern ist Anna, die Jüngste, die Wissbegierige, die in die Fußstapfen ihres großen Vaters und damit ihre Rolle findet . Am fiktiven Patienten „Stadtlober“ lernt sie ohne sein Wissen, im Austausch mit dem Vater die Grundlagen der Psychoanalyse. Später begibt sie sich in Therapie, um eigenen Dämonen zu begegnen. Im letzten Teil erleben wir die Repressalien der Nazis gegen Familie Freud, und alte Rechnungen sollen beglichen werden, bis diese mit dem schwer Kranken nach London flüchtet, damit er in Freiheit sterben kann. Das Besondere ist die Machart dieses Romans. Wir erleben die Kapitel mit gleicher Bezifferung im Wechsel von Vater und Tochter erzählt. Gefesselt verfolge ich die Entwicklung von Anna und die Figur Sigmund Freud. Sie wissen nicht viel voneinander und teilen doch viel mehr Zeit als die anderen Familienmitglieder miteinander. Die unterschiedlichen Sichtweisen, die sich in der Summe dann doch so ähneln, sind glaublich intensiv beschrieben. Ganz feiner Humor bisweilen vermischt mit rührenden Szenen, verbirgt sich auch zwischen den Zeilen. Zum Beispiel, als der, von der Kindererziehung eher unberührte, Vater mit der kleinen Anna alleine im Haus bleibt und er sich einem Malheur gegenüber sieht. Obwohl er es kaum zeigen kann, merkt man doch immer wieder, dass er seine Kinder sehr liebt. Die Therapie, die Anna bei ihrem Vater macht, ist in Dialogform verfasst. Im letzten Teil, 1938, als die Nationalsozialisten die Familie Freud ins Visier nehmen, spricht nur noch Anna. Und die Vergangenheit holt sie ein. Mir hat dieses Buch unglaublich gut gefallen. Es beschreibt einen Ausschnitt aus dem Leben Sigmund Freuds und verrät uns dabei sehr viel über ihn. Der Blick über die jüngste Tochter hat mich fasziniert. Ein wahrer Lesegenuss. Tom Saller lebt und arbeitet als Psychotherapeut und Psychologe, bei mir um die Ecke. Er hat also nicht nur die Gabe Fiktion und Fakten gekonnt miteinander zu verbinden, sondern guckt auch als Kollege Herrn Freud über die Schulter. Das erklärt für mich, warum der Roman so leicht und doch so gehaltvoll ist. Große Empfehlung für alle, die mehr über Sigmund und Anna Freud erfahren wollen, ohne schwere Kost konsumieren zu müssen.











