Heimkehren

Heimkehren

Hardback
4.5467
Colson WhiteheadGott, Hilf Dem KindHarper LeeGenerationenroman

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Description

Obwohl Effia und Esi Schwestern sind, lernen sie sich nie kennen, denn ihre Lebenswege verlaufen von Anfang an getrennt. Im Ghana des 18. Jahrhunderts heiratet Effia einen Engländer, der im Sklavenhandel zu Reichtum und Macht gelangt. Esi dagegen wird als Sklavin nach Amerika verkauft. Während Effias Nachkommen über Jahrhunderte Opfer oder Profiteure des Sklavenhandels werden, kämpfen Esis Kinder und Kindeskinder ums Überleben: auf den Plantagen der Südstaaten, während des Amerikanischen Bürgerkrieges, der Großen Migration, in den Kohleminen Alabamas und dann, im 20. Jahrhundert, in den Jazzclubs und Drogenhäusern Harlems. Hat die vorerst letzte Generation schließlich die Chance, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, den sie Heimat nennen kann und wo man nicht als Menschen zweiter Klasse angesehen wird? Mit einer enormen erzählerischen Kraft zeichnet Yaa Gyasi die Wege der Frauen und ihrer Nachkommen über Generationen bis in die Gegenwart hinein. ›Heimkehren‹ ist ein bewegendes Stück Literatur von beeindruckender politischer Aktualität. New-York-Times-Bestseller Das Hörbuch erscheint am 4. August bei DAV, gelesen von 14 Sprecherinnen und Sprechern: Bibiana Beglau, Wanja Mues, Britta Steffenhagen, Götz Schubert, Johann von Bülow, Stefan Kaminski, Felix Goeser, Bjarne Mädel, Max Mauff, Rike Schmid, Jodie Ahlborn, Jule Böwe, Judith Engel, Lisa Wagner

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
History & Archaeology
Format
Hardback
Pages
416
Price
22.70 €

Author Description

YAA GYASI, 1989 in Ghana geboren, ist im Süden der USA aufgewachsen. Sie hat Englische Literatur an der Stanford University studiert und einen Abschluss des Iowa Writers‘ Workshop. Ihr Debüt ›Heimkehren‹ (DuMont 2017), das in den USA und England wochenlang auf den Bestsellerlisten stand, wurde in über 20 Sprachen übersetzt und ist mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden, u. a. dem Pen/Hemingway Award. Yaa Gyasi lebt in Brooklyn/New York.

Characteristics

2 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
73%
N/A
34%
N/A
95%
N/A
87%
87%
39%
46%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
69%
76%
96%
92%

Pace

Fast50%
Slow0%
Moderate50%
Variable0%

Writing Style

Simple100%
Complex0%
Moderate0%
Bildhaft (100%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

86
All
5

Sklaverei - Missbrauch - Systemische Unterdrückung - Verlust - Trauma über Generationen hinweg. Das war harte Kost, manchmal kaum auszuhalten. Beschrieben ist es dennoch eher leise, aber tiefgehend und nachhaltig erschütternd – man merkt, wie sich Gewalt über Jahrhunderte fortsetzt. Sicher ein sehr wichtiges Buch das zur Aufklärung und Erinnerung beiträgt. Ein „Mahnmal“ für Menschlichkeit und Würde.

4.5

Wow! Das war ein langer, harter Weg! Dieses Buch ist so wichtig, es ging mir unter die Haut, es hat mich zum Weinen gebracht , mich zerrissenen und zerstört. Aber so wichtig! Wenn ich mir eines hätte wünschen können- ich wäre gerne ein wenig tiefer in die Leben der einzelnen Personen eingestiegen. Aber dann wäre es wohl ein mega Wälzer geworden. Leseempfehlung!

5

Absolut lesenswert, vielleicht auch mehr als einmal.

Ich habe das Buch ziemlich verschlungen. Es ist spannend, kurzweilig und interessant. Über mehrere Generationen werden Familienmitglieder von der Goldküste und on Amerika begleitet. Es sind viele Namen und Geschichten und manches fand ich verwirrend. Trotzdem ist es ein geniales Buch.

5

14 Leben - 14 Geschichten über Kolonialismus und Rassismus - 14 Menschen zwischen zwei Idenditäten

Yas Gyasi hat mit gerade mal Mitte 20 einen herausragenden Debütroman über die zentrale Frage der Identität geschrieben. Das Buch nimmt uns mit ins 18. Jahrhundert als eine Mutter ihre beiden Töchter verliert. Effia, die als Frau eines Engländers in Cape Coast lebt. Und Esi, die als Sklavin aus Cape Coast nach Amerika verschifft wird. Im Laufe des Buches lernen wir die Nachfahren mit ihren jeweiligen eigenen Geschichten, Gedanken und Gefühlen kennen. Bis wir im heute landen und Marcus (Esi) und Marjorie (Effia) in siebter Generation an der Uni kennenlernen und gemeinsam das Land ihrer Vorfahren betreten. Das Buch gab mir einen eindrücklichen Einblick in das Leben, die Verluste und das Leid von Menschen, die unter dem Kolonialismus und Rassismus bis heute leiden müssen. Es hat mir sehr gut gezeigt, wie die Identitätsfrage bei jeder Generation auf‘s Neue im Raum stand. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen.

5

14 Leben - 14 spannende Geschichten

Yaa Gyasi beschreibt auf berührende, aufklärende und sehr erschütternde Weise einen im Ghana des 18. Jahrhundert beginnenden Zeitstrahl. Über Generationen hinweg bekommen wir Einblicke in verschiedenste Lebenssituationen, in denen die Farbe der Haut das Lebensgeschehen bis in die Gegenwart maßgeblich bestimmte und auch immernoch bestimmt. Man erfährt vieles über afrikanische Kultur, Sklavenhandel, amerikanische Migration, die Jim-Crow-Gesetze und weiteres auf eine sehr authentische und direkte Weise. Der Zeitstrahl und das Namenregister am Ende des Buches helfen sehr um den Überblick über die Namen zu behalten.

4.5

Meisterhaft und emotional

Ein tief bewegendes Buch, das eindrucksvoll zeigt, wie Kolonialismus und Sklaverei über Generationen hinweg Leben prägen. Die zwei Familienstränge – einer in Afrika, einer in den USA – machen deutlich, wie unterschiedlich Schicksale verlaufen können, abhängig vom Einfluss weißer Unterdrückung. Jede einzelne Geschichte ist emotional und mit großer Empathie erzählt. Mich haben die Figuren und ihre Erlebnisse sehr berührt. Ein unglaublich wichtiges Buch über Erinnerung, Geschichte und Menschlichkeit – und eines, das man nicht so schnell vergisst.

4.5

👩🏿‍🦱🔥 Zwischen Unterdrückung und Unbesiegbarkeit.

"Heimkehren" erzählt über viele Generationen hinweg schwarze Familiengeschichte. Es beginnt mit zwei Schwestern vor sehr langer Zeit, nimmt seinen Weg über Kriege zwischen afrikanischen Völkern, Sklaverei, Verschleppung, Menschenhandel, noch mehr Sklaverei über Kontinente hinweg, Apartheid, dem Kampf aus Mittellosigkeit in ein selbstbestimmtes Leben und den damit verbundenen Hürden und Rückschlägen und endet schließlich mit zwei jungen, gebildeten Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen und nicht wissen, wie ihrer beider Geschichte sie verbindet. Ein einprägsamer Roman, der einem Teile der Geschichte näher bringt, mit denen ich persönlich erschreckend wenig vertraut bin. Und auch ein Buch, das demütig macht – weil es so ein Privileg ist, in einem Land und zu einer Zeit geboren worden zu sein, in dem so vieles selbstverständlich erscheint. Ich habe leider erst relativ spät den Stammbaum am Ende des Buches entdeckt - der ist durchaus hilfreich, um in der Handlung durchzusehen, da man bei all den Personen durchaus den Überblick verlieren kann. Aber dranbleiben lohnt sich absolut.

👩🏿‍🦱🔥 Zwischen Unterdrückung und Unbesiegbarkeit.
4

gutes und sehr interessantes buch. Bin nur oft nicht ganz mit den namen und verschieden charakteren hinterher gekommen

5

Zwei Schwestern, ein geteiltes Schicksal. Heimkehren von Yaa Gyasi spannt einen großen Bogen von Ghana bis in die USA. Über Generationen hinweg wirken Kolonialismus und Sklaverei nach, in Körpern, Beziehungen und Erinnerungen. Ein kraftvoll erzählter Roman, der zeigt, wie Geschichte Leben formt - bis in die Gegenwart.

5

Platz 21 New York Times Bestseller Readers Choice

Heimkehren von Yaa Gyasi ist ein großartiges Buch, das ich regelrecht verschlungen habe. Was für ein Werk. Die Art, wie hier über die Geschichte Ghanas erzählt wird – über Sklaverei, Kolonialismus und deren Folgen über Generationen hinweg – hat mich tief beeindruckt. Ich habe unglaublich viel gelernt über Zusammenhänge, die mir in dieser Klarheit vorher nicht bewusst waren. Der Verlauf der Geschichte lässt sich kaum knapp zusammenfassen, und vielleicht ist genau das ihre Stärke. Man muss dieses Buch selbst lesen, um zu verstehen, wie vielschichtig, klug und bewegend es ist. Für mich eine absolute Leseempfehlung.

Platz 21 New York Times Bestseller Readers Choice
4.5

Der Beweis dafür wie viel Geschichte in einem Stein stecken kann

Yaa Gyasi hat mich mit ihrem Buch zutiefst berührt. Es ist eine besondere Geschichte, die es erlaubt die Perspektiven zu wechseln und Zusammenhänge vor allem im kolonialen Kontext näher verstehen zu können. Das Buch hat einen unglaublich spannenden Aufbau, eine starke Symbolik und die verschiedenen Charaktere haben alle ein Herz aus Gold 💛

5

Eine grandiose Geschichte. Ich habe seit Jahren nicht mehr so ein gutes Buch gelesen.

5

Wieder ein unglaublich gutes Buch von Yaa Gyasi. Ich bin eingetaucht und konnte es dann nicht weglegen. Habe immer ein paar Tage gebraucht um das gelesene zu verarbeiten. Ich mag den Schreibstil und die Geschichte ist so real erzählt.

5

Jeder sollte dieses Buch lesen! Es hat mir nochmal mehr die Augen geöffnet wie zufällig Herkunft ist.

4.5

Generation nach Gerneration nach Generation

Die Geschichte zweier afrikanischer Schwestern aus dem 18. Jahrhundert, die tragischerweise auseinandergerissen wurden, ist unglaublich spannungsgeladen. Sie erzählt von deren Nachkommen und deren Nachkommen, wobei sie immer wieder Wendungen im Stammbaum enthüllt.

5

Absolute Empfehlung! Ein Buch, das mir lange in Erinnerung bleiben wird. 14 Geschichten aus 14 Leben, über einen Zeitraum von etwa 250 Jahren. So viel generationales Trauma, Tränen, Trennungen, Sklaverei, Flucht, Leid, Liebe, Leben, Feuer und Wasser. Jede Geschichte ist so individuell und doch sind sie alle miteinander verbunden. Ich mochte sehr, wie die einzelnen Geschichten immer mittendrin anfingen und aufhörten, es ging nie darum alles zu erzählen, sondern nur einen Ausschnitt aus dieser Lebensrealität. Richtig nützlich fand ich auch den Stammbaum zum nachschlagen.

4

Die Autorin hat hier einen nicht einfachen, aber dafür einen sehr wichtigen Roman geschrieben, den unbedingt jeder gelesen haben muss. In diesem Roman steht die Sklaverei und die Rassengesetze Amerikas im Vordergrund. Zudem schreibt Gasi über den Krieg zwischen den afrikanischen Völkern und wie die Stämme ihre Gefangenen als Sklaven an die Briten verkauft haben (was mir so nicht bewusst war). Die Lebenswege der zwei Frauen prägen immens die nachfolgenden Generationen. Vor allem durch wichtigen Themen, wie Kolonialismus, Rassismus, Verschleppung, Menschenhandel, Heimat und Zugehörigkeit, die in diesem Roman detailreich vorkommen. Die Kapitel beschäftigen sich mit den einzelnen Familienmitgliedern. Eine schöne Übersicht des Familienstammbaumes findet man auf der letzten Seite, dies hat beim lesen sehr geholfen.

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4

Historischer Familienepos mit wichtigen gesellschaftlichen Themen unserer Zeit

Yaa Gyasi kombiniert in Ihrem Roman historische Ereignisse in Verbindung mit einer, über mehrere Generationen hinweg, fortlaufenden Familiengeschichte zweier Halbschwestern. Dabei werden Szenarien sehr detailliert und bewegend dargestellt. Man ertappt sich immer wieder, wie man zum Smartphone greift, um die vielen Historischen Bezüge nachzugoogeln. Durch die Erzählungen Yaa Gyasis, lernt man viel über die Kultur, Traditionen und Menschen Ghanas, sowie den Ashanti-Kriegen gegen Großbritannien. Der Sklavenhandel wird, so wie er auch war, gnadenlos und unbarmherzig dargestellt. Interessierte Leserinnen und Leser sollten einige Triggerpunkte beachten. Zum 5 Sterne Buch, waren mir dann einige Geschichten doch zu schnell erzählt. Bei einigen Personen wäre man gerne länger geblieben. Nichtsdestotrotz wird einem, mit der Historie Ghanas, eine Welt eröffnet, von der man, wahrscheinlich noch nicht so viel gehört hat. Es ist unglaublich interessant zu lesen wie wichtige Themen wie Kolonialismus, Sklavenhandel und Rassismus von den Anfängen bis zu Gegenwart in einer spannenden Familiengeschichte verarbeitet werden. Ich hoffe Yaa Gyasi bereichert uns auch zukünftig mit Ihrem hervorragenden Schreibstil und spannenden Romanen.

Historischer Familienepos mit wichtigen gesellschaftlichen Themen unserer Zeit
5

HEIMKEHREN Yaa Gyasi Goldküste: In den 1760er-Jahren bekommt Maame zwei Mädchen von unterschiedlichen Männern. Die Halbschwestern Effia und Esi haben sich nicht kennengelernt. Esi wird als Sklavin nach Amerika verschifft und wächst in Armut auf, während Effia die Frau eines britischen Offiziers und Sklavenhändlers wird und im Reichtum lebt. Ihre Lebenswege werden sich nicht kreuzen. Heimkehren ist die Geschichte ihrer Nachkommen. Wir lernen sieben Generationen auf zwei Kontinenten kennen und begleiten diese bei diversen historischen Ereignissen bis ins 20. Jahrhundert. Dabei stehen die Sklaverei und die Rassengesetze Amerikas im Vordergrund. „Es gibt in Fante-Land eine Festung an der Küste, sie heißt Cape Coast Castle. Dort wurden die Sklaven gefangen gehalten, bevor sie mit den Schiffen weggebracht wurden nach Aburokyire: Amerika, Jamaika. Asante-Händler brachten ihre Gefangenen dorthin. Fante-, Ewe- oder Ga-Zwischenhändler hielten sie fest, bevor sie sie an die Briten verkauften oder an die Holländer, wer immer gerade am meisten bezahlte. Alle haben mitgemacht. Wir waren verantwortlich … sind es noch.“ (S. 200) Mir war nicht bewusst, dass die afrikanischen Stämme sich gegenseitig bekriegt haben und das diese ihre Gefangenen als Sklaven an die Briten verkauft haben. Ein großartiges Buch, das ich in nur zwei Tagen verschlungen habe. Allerdings hat mir der Stammbaum hinten im Buch geholfen, mich zurechtzufinden, ansonsten wäre ich verloren gewesen. Ich möchte euch das Buch, solltet ihr es noch nicht kennen, unbedingt ans Herz legen. Große Leseempfehlung von mir. 5/ 5

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4.5

Eindringliche Familiengeschichte

Vom 18. Jahrhundert bis heute folgt man hier den Nachkommen von zwei Schwestern, die sich nie kennen lernen konnten. Wo der eine Strang profitiert von Sklavenhandel, leidet der zweite genau unter diesem. Und auf bedrückende Weise wird einem hier sehr verdeutlicht, was es heißt farbig in dieser Welt zu sein. In das teils schwierige Leben reinzukommen fand ich zunächst wegen dem Stil eine kleine Herausforderung. Aber dann mochte ich die Geschichten der einzelnen Personen eigentlich gar nicht mehr weg legen, manchmal hab ich mich gar später immer noch gefragt, aber was ist nun mit ihr genau passiert. Der Autorin ist es gelungen mir viele historische Ereignisse näher zu bringen und ich werden noch oft an das Buch denken.

4

Eine Geschichte der Sklaverei in Afrika, wie eine Familie auseinander geht , in verschiedenen Welten lebt und am Ende heimkehrt. Ich hätte gerne viel mehr von den einzelnen Charakteren erfahren. Es war immer nur ein kurzer Lebensausschnitt der Protagonisten.

5

Unbedingt lesen!

Der Generationenroman 'Heimkehren' wurde mir so oft empfohlen, und nachdem ich ihn nun selbst gelesen habe, schließe ich mich allen Lobeshymnen an! Yaa Gyasi hat ein sehr besonderes Buch geschrieben, in dem sie die Geschichte zweier Familien über etliche Generationen hinweg erzählt. Startpunkt ist das 18. Jahrhundert in Ghana, wo zwei Schwestern, die nichts voneinander wissen, in unterschiedlichen Stämmen aufwächsen. Sie wachsen zu jungen Frauen heran, deren Lebenswege mit immsener Kraft die Leben all ihrer nachfolgenden Generationen prägen. Während Effia zur Heirat mit einem Engländer gezwungen wird, der maßgeblich an der Umsetzung der Versklavung etlicher Schwarzer Menschen beteiligt ist, fällt ihre Schwester Esi ebendiesem Sklavenhandel zum Opfer und wird nach Amerika verschifft. Allein über diese beiden Figuren hätte Yaa Gyasi einen ganzen Roman schreiben können, doch mit einem sehr einnehmenden Schreibstil zeigt sie auf, welche Folgen diese Ereignisse auf lange Sicht haben - für die Länder, aber ganz besonders für die Menschen. Ich möchte euch dieses Buch sehr ans Herz legen, sofern ihr es noch nicht gelesen habt. Aber beachtet bitte die Content Notes, solltet ihr zu bestimmten gewaltvollen Themen nichts lesen wollen. Übersetzt von Anette Grube. CN: G3walt, F0lter, M0rd, Verg3waltigung, Sklaverei, Ras$ismus, N-Wort, Polizeig3walt, Dr0genabhängigkeit

4.5

Effia und Esi, zwei Halbschwestern die sich nicht kennen und die Geschichte Ihrer Nachkommen. Beider werden im 18. Jahrhundert in Ghana geboren. Effia wird mit einem Kommandanten verheiratet und bleibt in Ghana und Esi als Sklavin nach Amerika verschifft. Abwechselnd werden die Geschichten von den zwei Geschwistern und ihrer Nachkommen erzählt. Jede Erzählung hat sich wie eine Kurzgeschichte gelesen und trotzdem war immer die Verbindung zu der Vergangenheit spürbar. Vererbte Traumata, Kolonialisierung, Versklavung, Rassismus,Heimat, Zugehörigkeit. So ein wichtiges Buch mit so vielen Themen. Absolut empfehlenswert!

5

Ich finde es schwierig für das Gelesene die passenden Worte zu finden. Schon auf den ersten Seiten des Buches hatte ich Tränen in den Augen und so ging es weiter. Als Leserin konnte ich mir die beschriebenen Grausamkeiten sehr gut vorstellen und stark mitfühlen. Ich habe das Buch voller Entsetzen und Fassungslosigkeit gelesen. Zwischendurch musste ich es weglegen und durchatmen. Auch meine Laune war in der Zeit merklich schlechter. Ich habe viel darüber nachgedacht und mich mit Freunden ausgetauscht. Was mir stets präsent war: Das Gelesene ist kein Vergleich zu den echten Erfahrungen und Demütigungen einer Schwarzen Person und PoC, die es nicht nur gelesen, sondern erlebt hat. Das, was ich jetzt so schlimm finde, war und ist real noch viel viel schlimmer. Heimkehren zeigt das echte Leben, die Geschichte vieler Menschen, auch wenn man sie sich anders wünscht. Es ist zwar hart, aber wir weißen Menschen sind es ihnen schuldig die Geschichte nachzulesen, aufzuarbeiten und natürlich etwas zu ändern. Ich kann das Buch deshalb jedem empfehlen, der psychisch gesund ist. Heimkehren von Yaa Gyasi ist ein wahrer Augenöffner.

5

Ohne Worte! Dieses Buch ist ein Meisterwerk, dass ganz langsam und nicht nur einmal (und am besten auch nicht alleine) gelesen werden sollte. Diese Familiengeschichte hat mich komplett umgehauen und wird mich sicher noch lange beschäftigen. "Schwäche ist es, jemanden so zu behandeln, als würde er einem gehören. Stärke ist es, zu wissen, dass jeder nur sich selbst gehört!"

5

Heftig. Einfach nur heftig. Es war wunderschön zu lesen, aber trotzdem musste ich mich förmlich dazu zwingen, weiterzulesen.

5

Absolute Leseempfehlung...

...schon allein wegen der stilistischen Idee, das Leben von 14 Personen in zwei parallelen Erzählsträngen über 7 Generationen hinweg zu erzählen. Das Buch besteht entsprechend aus 14 mehr oder minder abgeschlossenen Essays, die von Effia und Esi - zwei Halbschwestern, die sich nie kennengelernt haben - und ihren jeweiligen Nachkommen erzählen. Esi wird als Sklavin von Ghana in die USA verschleppt, Effia und ihre Nachkommen leben in Ghana. Die ersten drei Kapitel hatte ich noch Mühe, reinzufinden, danach hat es mich gepackt und ich wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht. Die Autorin befasst sich vor allem mit der Frage, ob sich Traumata in der DNA eines Menschen wiederfinden. Die Kapitel empfand ich teilweise eher zu kurz, da ich gerne mehr über die jeweilige Person erfahren hätte. Wie man sich vorstellen kann, sind die Inhalte harte Kost, das Ende bildet dafür einen einigermaßen versöhnlichen Abschluss. Definitiv ein Jahreshighlight für mich.

4.5

Ein tolles Buch! Die generationenübergreifenden Protagonisten fordern heraus und bringen gleichzeitig die Geschichte in zwei so unterschiedlichen Ländern nah. Manche von ihnen sind mir dabei sympathischer als andere geworden und ich hätte manche gerne noch besser kennengelernt. Und so großartig ich die Vielstimmigkeit, so hat sie mich auch manchmal herausgefordert. Es war nicht immer leicht, sofort wieder in der Familiengeschichte anzuschließen, wenn man gedanklich gerade die andere Seite der Familie verfolgt hat….

5

Familiengeschichte über Jahrhunderte

In Afrika und (später) in den USA spielt diese Familiengeschichte, die über Jahrhunderte verschiedene Personen begleitet. Ein Teil der Familie leidet in Afrika unter der Kolonialherrschaft, ein anderer Teil gelangt als Sklaven nach Amerika. Die Familien bzw. Personen suchen bis heute eine Heimat und ihre Identität. Ein Buch, das mich positiv überrascht hat! Auf jeden Fall empfehlenswert.

Familiengeschichte über Jahrhunderte
4.5

Eine Familiengeschichte, so brutal ehrlich, berührend und schmerzhaft.

Dieses Buch zieht die Lesenden sofort in den Bann! Es geht um die Generationen zweier Familien, aus einer entsprungen, durch verschiedene Wege getrennt und so unterschiedlich gelebt. Während die eine Tochter das Oben von Cape Coast kennenlernt und Privilegien haben darf, lebt die andere im Unten und erfährt Sklaverei auf die grausamste Weise. So spannt sich die Geschichte vom späten 16. Jahrhundert bis in die früheste Vergangenheit. Man reist von Ghana in die USA auf die Baumwollplantagen, in Minen und ins New Yorker Harlem. Man liest über den Kampf um Gleichberechtigung und Anerkennung. Aber auch die damit einhergehende Ungerechtigkeit. Auf der anderen Seite verweilt man lange im Innersten Ghanas und erlebt die Traditionen und Sprachen der vielen kleinen Völker, bevor man auch hier in die USA fliegt. Die Traumata von Generationen werden an die folgenden Kinder weitergegeben. Denn am Ende kann niemand seine Geschichte einfach abschütteln. Am Schluss fügt sich am Ort des Beginns alles zusammen zu einem emotionalen Ende. Eine ganz große Empfehlung!

Eine Familiengeschichte, so brutal ehrlich, berührend und schmerzhaft.
4

Eine sehr beeindruckend, aber auch bedrückende Familiengeschichte! Die Geschichte fängt im 18. Jahrhundert in Afrika an und endet ca. 2000 in Afrika. Eine Geschichte der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels von Ghana (Cape Coast) bis Amerika. Wir starten mit der bewegenden Geschichte der Schwestern Effia und Esi. Und ich wurde direkt in ihren Bann gezogen. Der Schreibstil ist schön flüssig und es hat sich hervorragend lesen lassen. Das Einzige, was mich etwas "störte", war dass wir hier fast schon eher viele "Kurzgeschichten" der Protagonisten haben, statt einer durchgehenden, obwohl natürlich alle Charaktere zusammen gehören. Nur halt über Generationen hinweg. Die beiden Familienstränge ziehen sich bis zum Ende hin durch und wir lesen immer wieder von den Vorfahren. Aber wir springen sehr in der Geschichte, damit die lange Zeitspanne der Geschichte erreicht wird. Bei manchen Protagonisten wäre ich gerne länger geblieben oder hätte mehr über ihr Schicksal lesen wollen. Manche Fragen (z.B. was aus den Protagonisten wurde) blieben durch die Zeitsprünge relativ offen (auch wenn man ahnen kann, was wahrscheinlich mit ihnen passiert ist), damit man in der Geschichte voran kommt. Ich verstehe warum dieser Stil genommen und wüsste auch nicht, wie man es sonst hätte ändern können (außer eine mehrbändige Reihe daraus zu machen). Ich war sehr auf das Ende gespannt und es war richtig gut gemacht. Ein paar Sachen wurden mir dann endlich schlüssig und ergaben Sinn. Leider liest sich die Geschichte so schnell, dass man vieles wieder vergisst. Doch die Geschichte von Effia & Esi werde ich bestimmt nicht vergessen. Die hat mich nämlich an meisten beeindruckt. Über die beiden hätte man von mir aus gerne ein ganzes Buch machen können. Fazit: Definitiv ein wichtiges Buch! Eine Geschichte über das Leben/Schicksal der Afrikaner (sowohl in Afrika lebende & durch den Sklavenhandel gezwungene in Amerika lebende) verständlich und sehr eindrucksvoll anhand einer Familiengeschichte erzählt.

5

Dieser Generationsroman hat mich wahrlich beeindruckt und ich würde ihn als ein neues Lebenslesehighlight bezeichnen. Ein wichtiges Buch über die Sklaverei und deren Auswirkungen bis heute.

5

Absolute Leseempfehlung! Die Halbschwestern Effia und Esi haben sich im Leben nie getroffen. Nur wage wussten sie von der Existenz der Anderen. Wir begleiten beide Frauen und ihre jeweiligen Familien in „Heimkehren“ auf ihren verschiedenen Lebenswegen. Während Effia „Glück“ hat und im heutigen Ghana aufwächst, aber auch dem Einfluss des Kolonialismus nicht entkommen kann, wird Esi als Sklavin in die USA verschleppt. Jedes Kapitel springt eine Generation weiter und wechselt zudem zwischen Esis und Effias Familienzweig hin und her. Es gibt Szenen im Buch, die sind beim Lesen kaum auszuhalten. Abgründe unserer Menschheitsgeschichte, die Kolonialisierung Afrikas, die Versklavung und der Handel mit Menschen, die noch Generationen später eher wie Dinge als wie Menschen behandelt werden. Wirklich schwer zu ertragen ist Esis eigene Geschichte, wie sie nackt und versklavt, monatelang in einem Kerker ausharren musste, wo die Frauen wegen Platzmangels einfach gestapelt wurden. Und doch beschreibt Yaa Gyasi viele dieser Szenen mit einer merkwürdigen Leichtigkeit, so dass ich das Ganze irgendwie doch relativ ok durchstehen konnte. Aber es hinterlässt viel: Bei mir ein Gefühlsmix zwischen Wut, Scham und Fassungslosigkeit. Das Buch stellt Fragen, gibt aber auch Antworten: Was macht es mit Menschen, wenn man ihnen nicht nur die Herkunft raubt, sondern auch den Namen, jegliches Sein, jede Geschichte? Wie vererbt sich Traumata und beeinflusst selbst noch die Kindeskinder? Tipp: Am Ende des Buches gibt es einen Stammbaum. Den habe ich etwas spät entdeckt, daher war ich oft etwas verwirrt, wenn ein neues Kapitel anfing, da ich in dem vorigen komplett abgetaucht bin. Ein wirklich tolles und wichtiges Buch! Wer im #blackhistorymonth noch Platz hat, dem empfehle ich „Heimkehren“. Es ist auch eine tolle Ergänzung zu Colson Whiteheads „Underground Railroad“.

4

Ich habe das Buch sehr gespannt gehört. Es ist toll geschrieben. Man fühlt sich allen Personen sehr nah und erfährt viel über die Sklaverei der letzten Jahrhunderte und welche Lebebsrealitäten darauf aufbauen.

4.5

Fantastische realistische Zeitreise

4

Ghana, 18. Jh., zwei Schwestern, die einander nie kennenlernen …

Homegoing erzählt ihre Geschichte und die ihrer Nachkommen über die Generationen hinweg - bis in die 2000er. Jedes Kapitel ist einer anderen Person und ihrem meist schweren Lebensweg gewidmet. Daher sollte man sich hier auf einige brutale und traurige Szenen gefasst machen. Ich fand es zwar anstrengend, beim Lesen den Überblick über alle Figuren, ihre Schicksale und die verschiedenen Settings zu behalten. Dennoch oder gerade deshalb ist dieses durchdachte Buch aber ein super Beispiel dafür, dass man auch aus Romanen extrem viel lernen kann.

5

Tolles, emotionales Buch. Zwei Schwestern, zwei unterschiedliche Familienstränge mit ihren eigenen tragischen Geschichten. Ich konnte es nicht aus der Hand legen.

5

"Wessen Geschichte glauben wir? [...] Wir glauben dem, der die Macht hat. Er darf seine Geschichte schreiben. [...] Wessen Stimme bekomme ich nicht zu hören?" Heimkehren - ein Roman über zwei Schwestern, die sich nie kennenlernen und deren Leben unterschiedlicher nicht verlaufen könnten. Während die eine Schwester einen weißen Engländer heiratet und ein sicheres Leben führt, kämpft die andere Schwester um Sicherheit und das Überleben. 8 Generationen dürfen wir verfolgen, die aufzeigen, wie sich Rassismus noch heute in unserer Gesellschaft durchzieht. Der Roman zeigt bewegende Szenen: sowohl der Sklavenhandel, der Rassismus und auch der Umgang mit Frauen haben mich enorm bewegt und mir auch die Augen geöffnet, wie sich Rassismus heute noch durchzieht und dass das Ungleichgewicht von Macht nicht ausgeglichen werden kann, wenn nicht aktiv dagegen vorgegangen wird. Es war bei 8 Generationen in zwei Familien etwas schwer den Überblick zu behalten, wen was passiert ist und was die Personen durchlebt haben. Aber alle Geschichten waren wirklich spannend und mitreißend!

Post image
4

Erst habe ich mich sehr schwer getan mit diesem Buch. Der Schreibstil war für mich nicht flüssig und die Einteilung in einzelne Geschichten über mehrere Generationen war teilweise verwirrend. Der Stammbaum am Ende des Buches hilft aber sehr. Insgesamt ist es für mich ein Buch was einen vielleicht nicht fesselt, wo man immer weiterlesen will sondern eher eins was man nach und nach liest, was aber lange nachhallt. Gerade das Ende hat mich sehr berührt.

5

Gesellschaft, Panorama über die Geschichte des Sklaverei und des Rassismus

Wenn ich in den USA unterwegs war und dort afroamerikanischen Bürgern begegnet bin, habe ich mich häufig gefragt was ihre Vorfahren wohl erleiden mussten. Wie sie in dieses Land gekommen sind, welche steinigen Wege sie gegangen sind und noch gehen müssen. In dem Buch „Heimkehren“ erleben wir die Geschichte zweier Familienzweige die unterschiedliche Richtungen genommen haben, im Schmerz aber vereint sind, bis sich zum Schluss der Kreis schließt . Effia und Esi sind Schwestern, die sich nie kennen gelernt haben. Mitte des 18. Jahrhundert geboren führt sie ihr Schicksal einerseits als Sklavin, in die USA, andererseits als geehelichte Dirne eines britischen Offiziers an die Küste Ghanas, damals noch Goldküste genannt. Sie sind die Urmütter, dieser Geschichte. Von Generation zu Generation nehmen wir Teil an der Ungerechtigkeit, die diesen Menschen widerfahren ist. Sie werden verletzt, getötet, ausgenutzt und missbraucht. Die Linie setzt sich über 3 Jahrhunderte fort, Söhne und Töchter werden geboren, deren Namen die Kapitelüberschriften bilden. Der Stammbaum hilft dabei, den Überblick zu behalten. Gespoilert fühlte ich mich dadurch nicht. Deren Geschichten sind nie ganz auserzählt, doch schlägt die Autorin immer wieder meisterhaft den Bogen genug Informationen an uns Lese*innen los zu werden, so dass ich selten das Gefühl hatte, dass Lücken entstehen. Das Gesellschaft Panorama zeichnet die Geschichte des Rassismus von den Anfängen bis in die heutige Zeit. Die Autorin schafft es mich mit jedem Leben zu fesseln. Besonders berührt hat mich das Leid Kojos, das ist mir am meisten nachgelaufen. Aber auch die Entwicklung der anderen Menschen ist von Willkür durch die weiße Gesellschaft geprägt. Kolonialisierung und wirtschaftliche Verbrüderung mit sich feindlich gesinnten Stämmen ist die Wurzel des Übels. Das loszulassen fällt der westlichen Gesellschaft immer noch schwer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Schmerz jemals gut zu machen ist. Einige Protagonisten in diesem Buch erleben durchaus auch glückliche Zeiten, diese reichen aber nie für ein ganzes Leben. Der Plot ist literarisch anspruchsvoll geschrieben, ohne schwierig zu sein. Ich kann verstehen, wenn man die Kapitel nur häppchenweise verträgt. Ich jedoch habe das Buch kaum aus der Hand legen können. Der Autorin ist ein Gesellschaftspanorama gelungen, das Geschichte und Politik anschaulich vereint. Nun hätte ich Lust „Roots“ noch mal zu lesen und mit diesem Meisterwerk, dass ich auf jeden Fall empfehle, zu vergleichen.

5

Die Geschichte beginnt im Ghana des 18. Jahrhunderts bei zwei Schwestern, Effia und Esi, welche sich allerdings nie kennenlernen werden. Während Effia einen weißen Sklavenhändler heiratet, wird Esi als Sklavin nach Amerika verkauft. Ihre Leben verlaufen komplett unterschiedlich, genau wie das ihrer Nachkommen. Yaa Gyasi beschreibt in ihrem Roman “Heimkehren” eine Familie über acht Generationen hinweg bis in die heutige Zeit. Gekonnt klärt die Autorin über den Sklavenhandel in Ghana sowie der dort herrschenden Kriege zwischen den einzelnen Stämmen (Fante und Asante) auf. Jedes Kapitel beschreibt eine neue Person. Am Anfang war ich etwas verwirrt. Diese Verwirrung legte sich aber schnell und schlug in Begeisterung um. In jedem Kapitel mit einer neuen Person mitfühlen zu können und die Verknüpfung zu den Vorfahren herzustellen, trug dazu bei, dass ich nur noch gefesselter las und die Zusammenhänge mehr verstand. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Zu sehr hefteten meine Augen auf Yaa Gyasis Zeilen. Zu sehr war ich bemüht, die ganzen Verknüpfen in meinem Kopf zwischen dem heutigen Status der afroamerikanischen Gemeinschaft in den USA und dem damaligen Sklavenhandel herzustellen. “Heimkehren” ist für mich eins der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Deshalb gibt es von mir eine riesige Leseempfehlung und 5/5

4

Bei der Suche nach afrikanischen Autoren und Büchern stößt man zur Zeit zwangsläufig auf diesen Debütroman der in Ghana geborenen jungen Autorin. Ihre Idee, die Geschichte einer Familie zur Zeit Versklavung an der Goldküste beginnen zu lassen und dann quasi kreisförmig in zwei Handlungssträngen auseinanderlaufen zu lassen, die in Afrika verbleibende Schwester auf der einen Seite, die nach Amerika verschiffte und versklavte andere Schwester auf der anderen Seite, klang für mich vielversprechend. Dass sich die Handlungsstränge am Ende wieder zusammenfinden, wurde mir schon durch Rezensionen im Vorfeld verraten, was aber das Interesse am Roman eher noch erhöhte. Nachdem ich beim Lesen unterschiedliche Gefühle dem Buch gegenüber entwickelte, kann ich doch letztendlich feststellen, dass Heimkehren ein guter Roman ist. Er ist einer klaren schnörkellosen Art geschrieben, wobei sich Gyasi in erster Linie auf der Handlungs- und Dialogebene mit ihren Sätzen bewegt. Reflektionen oder Hintergrundinformationen bleiben eher rar. Insofern hat sich die Autorin zur Aufgabe gemacht, durch die kurzen Einblicke in die Leben der einzelnen Familienmitgliedern eine chronologische Darstellung der Leben der Afrikaner auf ihrem Kontinent sowie in der neuen Heimat vorzunehmen. Dies gelingt ihr ziemlich gut. Trotzdem gab es einige Punkte die mich an dem Buch störten. Da ich kein großer Freund von Kurzgeschichten bin, habe ich es vermisst, dass zu keiner Figur in dem Roman eine intensivere Beziehung möglich war. In einigen Fällen tauchen Familienmitglieder als Kind, in einem späteren Kapitel als junge Erwachsene und in einem weiteren Kapitel dann als Senior auf. In den meisten Fällen begleitet man die Figuren aber gerade mal für 30 Seiten, um dann wieder aus ihrem Leben herausgerissen zu werden. Obwohl im Buch ein Stammbaum der Familie abgebildet ist, und man sich daher hinsichtlich der Namen einen guten Überblick verschaffen kann, fehlte mir an manchen Stellen der zeitliche Bezug zu historischen Ereignissen oder schlichtweg die Kenntnis, in welchem Jahrzehnt nun das Kapitel denn gerade spielt. Obwohl sich Yaa Gyasi soviel Mühe bei der Recherche ihres Romans gegeben hat, lässt sie den Leser meiner Ansicht nach diesbezüglich unnötig im Dunkeln tappen. Das Interessante an dem Buch, der kreisförmige Zuschnitt des Geschichtenverlaufs, ist für mich dann auch Fluch und Segen, denn so hat das Buch ein sehr enges Korsett und wirkt wie auf dem Reißbrett konstruiert. Es vermittelt den Eindruck eines klassischen amerikanischen Erzählstils. Auch wenn die Autorin in Afrika geboren wurde, so wuchs sie doch in den USA auf und studierte dort Literaturwissenschaften. Das merkt man dem Buch an. Was mich trotz dieser Kritikpunkte dann aber doch dazu bewogen hat, einen vierten Stern zu vergeben, war die Tatsache, dass Yaa Gyasi es schafft, das Thema des Bewusstwerdens der afrikanischen Wurzeln unter den Afroamerikanern gut zu vermitteln. Meist beschäftigt sich doch die afroamerikanische Literatur mit dem Unrecht, dass durch Versklavung bis hin zur Rassendiskriminierung ihr widerfahren ist. Aber diese Bewusstwerdens der eigenen Wurzeln war für mich in dieser Form neu. Das macht das Buch besonders lesenswert. Zumal es die Autorin schafft den Kreis am Ende sehr harmonisch und einfühlsam zu schließen.

5

Sollte zur Pflichtlektüre werden

Die Geschichte beginnt ca. 1750 mit den Halbschwestern Effia und Esi. Effia wird an einen britischen Gouverneur verheiratet und Esi wird an die Sklaverei nach Amerika verkauft. Danach verfolgen wir die Nachkommen der beiden über die verschiedenen Generationen bis heute. Fast schon schonungslos berichtet Yaa Gyasi von jeweiligen Umständen der Personen und Familien. Wer sich noch nie mit der Geschichte der Sklaverei auseinandergesetzt hat, tut es hoffentlich spätestens jetzt, denn das was passiert ist, war ausschließlich Menschenunwürdig. Ich finde Yaa Gyasi hat die historische Wirklichkeit durch die Figuren und ihren Emotionen erlebbar gemacht. Ich konnte mich wahnsinnig gut in die Situationen hineinversetzen, auch wenn ich solche Gräueltaten nie erlebt habe. Aber es geht um mehr als die Sklaverei: Wir sehen was für Einflüsse diese in jedem Nachkommen auf eine andere Art hinterlässt. Das Trauma der Schwestern vererbt sich. Ein Happy End wird es aber wohl vorerst nicht geben, denn wir haben bis Heute mit den Nachwirkungen der Sklaverei zu kämpfen. Yaa Gyasi sagt: „Der Zeitrahmen von ‚Heimkehren‘ erlaubt mir, hoffe ich, auf besondere Weise über Sklaberei zu sprechen und zu zeigen: Wir sind noch mittendrin in diesem Befreiungskampf.“ Und damit hat sich recht. 250 Jahre wirken viel, doch am Ende sind es lediglich 6 Generationen die wir begleiten. Immer nur Abschnittsweise verfolgen wir die jeweiligen Leben. Und dennoch schafft Gyasi es, in diesen kurzen Abschnitten ihre Figuren glaubhaft und realistisch zu gestalten. Wir können mitfühlen und die Entscheidungen der Figuren häufig nachvollziehen. Doch auch wenn es sich um ein trauriges Thema handelt, schreibt Gyasi es so, dass man sich auf eine Art unterhalten fühlt. Die kurzen Geschichten treiben auch dazu an, dass man ständig weiterlesen will um zu erfahren wie es weitergeht. Ich kann ‚Heimkehren‘ kaum gerecht werden mit meinen Worten. Yaa Gyasi hat ein großartiges Werk erschaffen, was viel mehr gelesen werden sollte! Ich kann es nur empfehlen.

5

Zwei Halbschwestern im Ghana des 18. Jahrhunderts, die sich nicht kennen: Effia wird an einen britischen Sklavenhändler verheiratet, Esi als Sklavin nach Amerika verschifft. Yaa Gyasi zeichnet die Geschichte der beiden und ihrer Nachfahren über sieben Generationen auf zwei Kontinenten. Nur kurze 20 bis 30 Seiten verweilt sie bei jedem der insgesamt 14 eindrücklichen Charakteren und wirft uns stetig in neue Erfahrungswelten - ob ins ghanaische Dorfleben, auf die Baumwollplantagen und Kohleminen des amerikanischen Südens oder ins Harlem der 1920er Jahre. Ein einfühlsamer Roman mit bewegender Kraft, der mich tief getroffen und beeindruckt hat.

5

Dieses Buch war sehr eindringlich, tragisch, hoffnungslos und doch zwischen den Zeilen sehr hoffnungsvoll. Manch beschriebene Szenen konnte ich nur sehr schwer lesen/ ertragen. Ich habe einige neue Erkenntnisse über den Sklavenhandel gewonnen und manche Dinge selbst recherchiert. Ich hatte manches mal Schwierigkeiten, Geschichten mit deren Handlungssträngen in einen zeitlichen Kontext zu setzen und es fiel mir oft nicht so leicht, Protagonisten gehen zu lassen. Ich wollte gerne mehr erfahren und sie länger begleiten, aber das hätte sehr wahrscheinlich den Umfang des Romans gesprengt. Ich habe dem Roman 5 Sterne gegeben, da ich das Gelesene mit Sicherheit nicht vergessen werde und es mir einen Einblick in eine andere Welt ermöglicht hat und zwar über mehrere Jahrhunderte, ohne dass es sich zu fremd anfühlte und in einiger Hinsicht meinen Horizont erweitern konnte. Gyasi hat einen sehr intelligenten Schreibstil und versteht es, historische Begebenheiten eindringlich und emotional zu schildern. Trotz der kurzen Kapitel konnte ich mich den Protagonisten so nah fühlen, dass ich einfach nicht los lassen WOLLTE, es letztlich jedoch geschafft habe.... immer mit dem Glauben an einen Funken Hoffnung für die Charaktere. Das war mit Sicherheit nicht mein letztes Buch von dieser Autorin, die ich, nebenbei gesagt, sehr sympathisch finde, wenn man sich Interviews von ihr ansieht. Tolles Buch!!!! Eine absolute Leseempfehlung für Leseratten, für die Geschichte nicht nur Zahlen und Fakten sind.

4

Trotz der komplexen Thematik und der sich über Jahrhunderte entwickelnden Geschichte, ist das Buch ein echter Pageturner. Lediglich die Auflösung am Ende ist m. A. zu kurz / einfach geraten, ansonsten hätte ich fünf Sterne vergeben

5

Eine fantastische Reise durch mehrere Generationen mit dem Blick auf die Geschichte der Menschen aus Ghana

Ich habe das Buch verschlungen. Der Anfang ist bereits spannend - wir begleiten die Generationen von zwei Schwestern, die sich nie kennenlernen durch die Geschichte von Ghana, der Kolonialisierung, der Sklaverei, des Rassenthemas bis in die aktuelle Zeit und über Kontinente hinweg. Es ist atemberaubend, jede Geschichte für sich ist in sich schlüssig, herzzerreißend, schmerzhaft und doch so gut geschrieben, dass der Leser nie aufhören will zu lesen. Man will unbedingt wissen wie es weitergeht, wie beide Fäden der Geschwister durch die Zeit und über Jahrhunderte hinweg miteinander versponnen sind und am Ende vielleicht sich wiederfinden. Absolute Leseempfehlung aus tiefsten Herzen!

5

>>...“Weißt du, warum ich Angst vor dem Ozean habe?“...“Nicht nur weil ich Angst davor habe zu ertrinken. Die Habe ich. Sondern wegen seiner riesigen Ausmaße. Wohin auch immer ich schaue, ich sehe Blau, und ich habe keine Ahnung, wo es beginnt. Ich bleibe am Strand, weil ich zumindest weiß, wo er endet.“<< „Heimkehren“ von Yaa Gyasi ist ein ganz ganz wichtiges und trotz der schweren Thematik und all dem Schmerz, den es mir mitten ins Herz legte, doch so viel Hoffnung und auch Schönheit mit sich bringt. Die Autorin Yaa Gyasi hat hier eine Familiengeschichte erschaffen, die so tief reicht und über so viele Zeiten überdauert, … ein ganz besonderes Leseerlebnis! „Heimkehren“ steckt so voller Kraft, und das in den verschiedensten Hinsichten, dass es mich persönlich tief bewegt und beeindruckt hat! Eine wirklich besondere Generationen-Geschichte, die von Sklaverei, Rassismus, von Familie, Liebe und Schmerz, dem Zerbrechen und all den Dingen, die das Leben mit sich bringt erzählt und aktueller nicht sein könnte... „Heimkehren“ ist ein Buch, das ich jedem sehr ans Herz legen möchte!

4

Absolut lesenswert!

Absolut lesenswert: 👍👍👍👍👍 Dieses Buch ist gemäss @zadie.smith_priv «dazu bestimmt, ein Klassiker zu werden» - und es sollte vor allem eine Pflichtlektüre werden an unseren Schulen: Die Autorin nimmt die Leserin in ihrem Erstling mit auf eine Reise ins Ghana des 18. Jahrhunderts und führt uns über acht Generationen ins Amerika von heute. Die Geschichte der beiden Schwestern Esi und Effia, deren Lebenswege von Anfang an getrennt verlaufen und dennoch beide dominiert sind von einem der schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Geschichte ist politisch, aber nicht dogmatisch, bildgewaltig, aber nicht effekthascherisch, und schmerzhaft, aber gleichzeitig lustvoll. Lesen. Unbedingt.

5

Die einzelnen Geschichten haben mich so in ihren Bann gezogen. Tolles Buch - absolut empfehlenswert!

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