Holly
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Description
Der Nachricht von der Sichtung eines äußerst seltenen Blauwangenspints folgend, reist die Hobby-Ornithologin und Journalistin Eva aus der Stadt auf die Insel. Dort trifft sie auf Holly: Die berühmte ehemalige Schauspielerin lebt hier allein und hat den Vogel erstmals beobachtet. Holly redet pausenlos, auch über die intimsten Themen, isst mit den Händen und zeigt beim Lachen schamlos ihr Zäpfchen. Eva kommt kaum zu Wort. Sie spricht ohnehin wenig und selten aus, was sie denkt. Die schöne, irgendwie obszöne Holly mit ihren Männergeschichten und dem unendlichen Selbstbewusstsein weckt in Eva Begehren, Eifersucht, Ekel, Bewunderung, Hass. In nur sieben Tagen auf der grünen Insel, sieben Tagen mit Holly, geht in Eva eine unheimliche Veränderung vor. Sie hat die Reise angetreten, weil sie einen Vogel suchte. Gefunden hat sie so viel mehr. Doch zu welchem Preis?
Book Information
Author Description
Maisku Myllymäki wurde 1982 in Alavus im Westen Finnlands geboren. Sie studierte Finnisch, Philosophie und kreatives Schreiben. Fast zehn Jahre lang arbeitete sie in Bibliotheken und kümmerte sich dort um die Veranstaltungsplanung. Neben Holly veröffentlichte sie bislang einen weiteren Roman: Valvoja ist im Kampa Verlag in Vorbereitung. Zu Myllymäkis Freizeitbeschäftigungen gehören das Joggen und – wenig überraschend – die Vogelbeobachtung, am liebsten am Wasser. Heute lebt und schreibt sie in Helsinki.
Posts
Schräge Vögel
„Wenn Holly den Raum betritt, muss man hinschauen - ist nicht genau das wahre Schönheit? Dass man den Blick nicht abwenden kann?“ (S. 58) Als Schauspielerin hat Holly ihren Zenit längst überschritten. Seit ihrem gescheiterten Regiedebüt lebt sie zurückgezogen auf einer Insel im finnischen Schärengarten. Aber so ganz scheint sie nicht ohne Publikum auszukommen, denn irgendwann kontaktiert sie die Zeitschrift „Natur des Menschen“ und berichtet über ihre Beobachtung des seltenen und in Finnland nicht heimischen Blauwangenspints (Merops persicus). Eva, die vogelbegeisterte Tochter der Chefredakteurin, erhält den Auftrag, Holly auf ihrer Insel zu besuchen und darüber zu schreiben. Sieben Tage soll der Aufenthalt dauern. Keine leichte Aufgabe, denn Holly und Eva sind komplett gegensätzlich. Die charismatische, exzentrische Holly, deren Erscheinung bei Eva immer wieder Vogel-Assoziationen hervorruft, stellt die unsichere, zurückhaltende Eva mühelos in den Schatten - und fordert sie damit heraus. Die Leser*innen erleben die Geschichte aus Evas Perspektive und können beobachten, wie sich ihre Gedankenwelt sukzessive verändert - wie die Zeit mit Holly auf der Insel eine Neuorientierung bewirkt. Als wiederkehrende Strukturelemente dienen in diesem Zusammenhang Listen aus Evas Notizbuch, welche die Ereignisse der sieben Tage von den Ereignissen der Nächte trennen. Hollys Wesen offenbart sich vor allem in ihren Äußerungen: „Klar, ich liebe Vögel, manche sind aufregend und geradezu geheimnisvoll, außerdem verkörpern sie grenzenlose Freiheit, nicht wahr? Die Möglichkeit, jederzeit loszufliegen und sich nach Lust und Laune irgendwo niederzulassen und gleich wieder aufzubrechen, sobald es langweilig wird.“ (S. 85) Fast ist man versucht, Vergleiche zwischen der Schauspielerin auf der Insel und dem verirrten Blauwangenspint anzustellen, zumal es in der finnischen Mythologie die Vorstellung vom südlichen Ziel der Zugvögel („Lintukoto“ - dt. „Vogelheimat“) als Paradies gibt. Das universell und multidimensional eingesetzte Vogel-Leitmotiv ist eine Besonderheit des Buches. Ebenso zentral ist der in kurzen Vernehmungsprotokollen erzählte Kriminalfall, dessen tatsächliche Tragweite sich erst gegen Ende des Buches offenbart. Neben der sich verändernden Dynamik zwischen Holly und Eva sorgt dieser für Spannung. Insgesamt ist „Holly“ eine besonders erzählte Geschichte über zwischenmenschliche Beziehungen und den Mut, eigene Wege zu gehen. Obwohl gegen Ende einzelne Elemente konstruiert oder in ihrer Konsequenz (moralisch) fragwürdig wirken, sorgen die schrägen Vögel in der paradiesischen Inselatmosphäre über weite Strecken für ein kurzweiliges Lesevergnügen. Nicht nur für Vogelfreund*innen eine empfehlenswerte Lektüre.
Ein Buch mit einer frischen Art der Erzählweise, manchmal verwirrend und mit Abstand wahrend, manchmal merkwürdig intim.
Diese Geschichte hält Wissen über die Protagonisten zurück, egal wie sehr man wissen möchte was passiert ist. Aber darum geht es auch eigentlich nicht in dieser Geschichte. Es geht um Ego's und das wissen darum es für sich bestmöglich auszunutzen. Und was mit einem Menschen passieren kann, der von großen Ego's umgeben war und nie die chance hatte, sich selbst zu entfalten. Das Buch bietet tiefe, nachvollziehbare Menschlichkeit, die man als abstoßend und dennoch schön empfinden kann.

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Der Nachricht von der Sichtung eines äußerst seltenen Blauwangenspints folgend, reist die Hobby-Ornithologin und Journalistin Eva aus der Stadt auf die Insel. Dort trifft sie auf Holly: Die berühmte ehemalige Schauspielerin lebt hier allein und hat den Vogel erstmals beobachtet. Holly redet pausenlos, auch über die intimsten Themen, isst mit den Händen und zeigt beim Lachen schamlos ihr Zäpfchen. Eva kommt kaum zu Wort. Sie spricht ohnehin wenig und selten aus, was sie denkt. Die schöne, irgendwie obszöne Holly mit ihren Männergeschichten und dem unendlichen Selbstbewusstsein weckt in Eva Begehren, Eifersucht, Ekel, Bewunderung, Hass. In nur sieben Tagen auf der grünen Insel, sieben Tagen mit Holly, geht in Eva eine unheimliche Veränderung vor. Sie hat die Reise angetreten, weil sie einen Vogel suchte. Gefunden hat sie so viel mehr. Doch zu welchem Preis?
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Author Description
Maisku Myllymäki wurde 1982 in Alavus im Westen Finnlands geboren. Sie studierte Finnisch, Philosophie und kreatives Schreiben. Fast zehn Jahre lang arbeitete sie in Bibliotheken und kümmerte sich dort um die Veranstaltungsplanung. Neben Holly veröffentlichte sie bislang einen weiteren Roman: Valvoja ist im Kampa Verlag in Vorbereitung. Zu Myllymäkis Freizeitbeschäftigungen gehören das Joggen und – wenig überraschend – die Vogelbeobachtung, am liebsten am Wasser. Heute lebt und schreibt sie in Helsinki.
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Schräge Vögel
„Wenn Holly den Raum betritt, muss man hinschauen - ist nicht genau das wahre Schönheit? Dass man den Blick nicht abwenden kann?“ (S. 58) Als Schauspielerin hat Holly ihren Zenit längst überschritten. Seit ihrem gescheiterten Regiedebüt lebt sie zurückgezogen auf einer Insel im finnischen Schärengarten. Aber so ganz scheint sie nicht ohne Publikum auszukommen, denn irgendwann kontaktiert sie die Zeitschrift „Natur des Menschen“ und berichtet über ihre Beobachtung des seltenen und in Finnland nicht heimischen Blauwangenspints (Merops persicus). Eva, die vogelbegeisterte Tochter der Chefredakteurin, erhält den Auftrag, Holly auf ihrer Insel zu besuchen und darüber zu schreiben. Sieben Tage soll der Aufenthalt dauern. Keine leichte Aufgabe, denn Holly und Eva sind komplett gegensätzlich. Die charismatische, exzentrische Holly, deren Erscheinung bei Eva immer wieder Vogel-Assoziationen hervorruft, stellt die unsichere, zurückhaltende Eva mühelos in den Schatten - und fordert sie damit heraus. Die Leser*innen erleben die Geschichte aus Evas Perspektive und können beobachten, wie sich ihre Gedankenwelt sukzessive verändert - wie die Zeit mit Holly auf der Insel eine Neuorientierung bewirkt. Als wiederkehrende Strukturelemente dienen in diesem Zusammenhang Listen aus Evas Notizbuch, welche die Ereignisse der sieben Tage von den Ereignissen der Nächte trennen. Hollys Wesen offenbart sich vor allem in ihren Äußerungen: „Klar, ich liebe Vögel, manche sind aufregend und geradezu geheimnisvoll, außerdem verkörpern sie grenzenlose Freiheit, nicht wahr? Die Möglichkeit, jederzeit loszufliegen und sich nach Lust und Laune irgendwo niederzulassen und gleich wieder aufzubrechen, sobald es langweilig wird.“ (S. 85) Fast ist man versucht, Vergleiche zwischen der Schauspielerin auf der Insel und dem verirrten Blauwangenspint anzustellen, zumal es in der finnischen Mythologie die Vorstellung vom südlichen Ziel der Zugvögel („Lintukoto“ - dt. „Vogelheimat“) als Paradies gibt. Das universell und multidimensional eingesetzte Vogel-Leitmotiv ist eine Besonderheit des Buches. Ebenso zentral ist der in kurzen Vernehmungsprotokollen erzählte Kriminalfall, dessen tatsächliche Tragweite sich erst gegen Ende des Buches offenbart. Neben der sich verändernden Dynamik zwischen Holly und Eva sorgt dieser für Spannung. Insgesamt ist „Holly“ eine besonders erzählte Geschichte über zwischenmenschliche Beziehungen und den Mut, eigene Wege zu gehen. Obwohl gegen Ende einzelne Elemente konstruiert oder in ihrer Konsequenz (moralisch) fragwürdig wirken, sorgen die schrägen Vögel in der paradiesischen Inselatmosphäre über weite Strecken für ein kurzweiliges Lesevergnügen. Nicht nur für Vogelfreund*innen eine empfehlenswerte Lektüre.
Ein Buch mit einer frischen Art der Erzählweise, manchmal verwirrend und mit Abstand wahrend, manchmal merkwürdig intim.
Diese Geschichte hält Wissen über die Protagonisten zurück, egal wie sehr man wissen möchte was passiert ist. Aber darum geht es auch eigentlich nicht in dieser Geschichte. Es geht um Ego's und das wissen darum es für sich bestmöglich auszunutzen. Und was mit einem Menschen passieren kann, der von großen Ego's umgeben war und nie die chance hatte, sich selbst zu entfalten. Das Buch bietet tiefe, nachvollziehbare Menschlichkeit, die man als abstoßend und dennoch schön empfinden kann.








