HERZ_NICHTHERZ

HERZ_NICHTHERZ

Hardback

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Description

Das Herzzeichen ist drauf und dran, das 27. Zeichen des Alphabets zu werden. Es bekommt den Wert eines Buchstaben und bringt es zu einer ansehnlichen Mächtigkeit. Gleichzeitig vermehrt es sich auf eine unerhört rasante Weise. Die Vermehrung der Herzzeichen im öffentlichen Raum geht einher mit der Anbindung an eine neu entstehende normgebende Bilder-Schrift mit dem Namen Emoji – einem Nachkommen der Gattung Smiley. In ihr sammelt sich, was vergesellschaftet werden soll: Gefühle und Gesten und Ansagen und Wörter und Buchstaben und Notzeichen – also die Entstehung einer (Bilder-)Schrift für die digital geprägte Kommunikation. Heute gibt es kaum eine Gefühlslage, eine Mimik oder Gestik, die nicht dargestellt werden kann. Sie gelangt in das Paralleluniversum einer vordrängenden Zweitwährung und wird maßgebend für den Umgang mit der alltäglichen (Er-)Lebenswelt. DAS HERZ WIRD GRÜN Auf dem Weg in die (Über-)Ordnung öffnet sich das Zeichen für die Konkurrenz zur Wortsprache – und nimmt mit der Öffnung jede Arbeit an: die Arbeit des Wissens, Arbeiten der Verweigerung, die Arbeiten des Unterscheidens, Arbeiten des rechten Verhaltens, die Arbeit der Liebe, die Arbeiten der Bezeichnung usw. Dabei bedrängt das Zeichen die Kontexte vom Innen und Außen: Es setzt sich auf den Blick. Es bedrückt die Nachbarwörter. Es löscht die Farben der Buchstaben. Das Herz wird GRÜN.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Art
Format
Hardback
Pages
120
Price
20.10 €

Author Description

1936 geb. in Gelnhausen (Hessen), Studium der Germanistik, Soziologie (Politik), Philosophie in Frankfurt a.M. Schon während der Studienzeit Veröffentlichungen von Essays zur aktuellen Literatur. Berufstätig in unterschiedlichen Feldern der ästhetischen Erziehung und kulturellen Bildung. Gründungsmitglied und langjähriger Redakteur der Zeitschrift „Ästhetik und Kommunikation“. Zahlreiche Veröffentlichungen in den Bereichen politische Bildung, Kunst- und Literaturpädagogik, Ästhetik, Kulturwissenschaft. Seit 1972 ordentlicher Professor an der Pädagogischen Hochschule Berlin, später Hochschule der Künst Berlin und Universität der Künste Berlin mit Arbeitsschwerpunkt ästhetische Aneignungs- und Vermittlungsprozesse zwischen Kunst und Alltag. Er ist Gründer des Instituts für Kunst im Kontext an der Universität der Künste Berlin, wo er bis 2014 lehrte.