Helga

Helga

Hardback
4.57
1930Er JahreGeschlechtsangleichende OperationGeschlechtsumwandlungIdentität

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Description

Sie ist eine der allerersten, die das Wagnis einging, durch eine Operation zum richtigen Körper zu kommen. Helga F. erzählt in diesem bewegenden Memoir ihren Weg vom Mann zur Frau, in einer Zeit, die dafür noch keine Worte hatte. Aufgezeichnet von Erfolgsautorin Sabine Weigand, zeigt Helga F.s Autobiographie einen außergewöhnlichen Menschen von großer innerer Kraft, der aus tiefstem Elend ein gelingendes Leben macht.

»Als ich so mutterseelenallein zum Flugzeug ging, dacht ich: ›Nürnberg, ade! Entweder komme ich als Frau wieder, oder ich bleib am Operationstisch.«
Hermann ist 40, Familienvater in der fränkischen Provinz, als er 1970 erfährt, dass in Casablanca die OP angeboten wird, die ihn vom Mann zur Frau machen kann. Als einer der allerersten geht er das damals noch kaum vorstellbare Wagnis ein.
Schon der 5jährige, mitten in Nazi-Deutschland, in ärmsten Verhältnissen, weiß, dass sein Geschlecht nicht zu ihm passt. »Da war einfach was in mir drin, das war übermächtig.« Aber für das, was er fühlt, gibt es noch keine Worte wie Transsexualität. Also heiratet er, gründet eine Familie, steigt auf im Wirtschaftswunderland. Doch nur nachts, heimlich, in Frauenkleidern, fühlt er sich richtig. Nach der OP beginnt Helgas zweites Leben. Sie erfährt, wie es ist, eine Frau zu sein. Und dass die Wirrnisse damit nicht aufhören.

»Ohne die Operation hätt ich nie erfahren, wie das ist, wenn man weiß, jetzt bin ich der Mensch, der ich immer sein wollt.«

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Autobiographies
Format
Hardback
Pages
288
Price
19.60 €

Author Description

Sabine Weigand stammt aus Franken. Sie ist promovierte Historikerin, arbeitete als Ausstellungsplanerin für Museen und ist nun Abgeordnete im bayerischen Landtag. Historische Originaldokumente und reale Frauenbiographien sind der Ausgangspunkt ihrer insgesamt neun Romane, wie ›Die Markgräfin‹, ›Die Seelen im Feuer‹ oder ›Die Tore des Himmels‹. In ›Die Manufaktur der Düfte‹ schildert sie Aufstieg und Fall einer deutschen Seifenfabrikantendynastie. Das dramatische Leben der Daisy von Pless liegt ihrem neuen Roman ›Die englische Fürstin‹ zugrunde.Literaturpreise:»Kulturmeter« Stadt Schwabach, Kulturpreis der Kulturstiftung IHK Franken

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Inhalt: Bereits in jungen Jahren weiß der 1931 geborene Hermann, dass etwas mit ihm nicht stimmt – er fühlt sich fremd in seinem Körper und will lieber ein Mädchen sein. Da es so etwas in dieser Zeit nicht geben darf, versucht er ein „normales“ Leben als Ehemann und Vater zu führen. Doch der Drang nach Frauenkleidern und die Sehnsucht nach dem Leben einer Frau wird immer größer und mündet letztendlich in einem Selbstmordversuch, den er nur knapp überlebt. IN der Klinik erfährt er endlich, dass es für seinen Zustand einen Namen gibt – Transsexualität und dass in Casablanca geschlechtsanpassende Operationen durchgeführt werden können. Nachdem er sich gegenüber seiner Familie geoutet hat und Geld für die Teuer Operation gespart hat, wagt er den gefährlichen Schritt um endlich eine vollwertige Frau zu werden. Doch damit beginnen neue Probleme, denn das zweite Leben als Helga ist nicht unbedingt einfacher … Eigene Meinung: Der autobiografische Roman „Helga: Als es noch keine Worte dafür gab – Mein Weg vom Mann zur Frau“ erschien im Fischer Verlag. Die bemerkenswerte Geschichte von Helga F. wurde von Sabine Weigand niedergeschrieben, die vor allem durch ihre historischen Romane bekannt geworden ist. Begleitet von mehreren Fotografien wird die bewegende Lebensgeschichte von Helga F. erzählt, die bereits Ende der 60er Jahre den Schritt einer geschlechtsanpassenden Operation wagte. Sie erzählt nicht nur von ihrer schweren und brutalen Kindheit und Jugend, die sie bei einer lieblosen Ziehmutter verbracht hat, sondern auch von ihrem Leben als Ehemann und ihren beiden Söhnen. Eine der wichtigsten Personen ihres Lebens war ihre Ehefrau Edith, die wie ein Fels in der Brandung wirkt und Hermann/Helga nie im Stich gelassen hat – für diese Frau kann man nur höchsten Respekt empfinden. Man erhält ein sehr authentisches Portrait einer Zeit, in der queere Identität und Selbstbestimmung keine große Rolle spielten und Menschen wie Helga mit vielen Vorurteilen konfrontiert waren. Es ist bewundernswert, wie sie ihr Leben gemeistert hat und trotz diverser Rückschläge an ihrem Teil festgehalten hat. Der Roman ist gerade für Menschen geeignet, die mit dem Thema bisher kaum in Berührung kamen oder die Hintergründe nicht nachvollziehen konnte (bzw. Transsexuelle als abartig oder seltsam empfunden haben), denn man kann die Beweggründe und Gedanken von Helga sehr gut nachvollziehen. Man spürt die Verzweiflung und den Schmerz, mit dem Helga tagtäglich zu kämpfen hatte, als sie noch ein Mann war, versteht erstmals wirklich, was es bedeutet im falschen Körper zu leben. Aber auch für Transsexuelle ist dieses Buch lohnenswert, erzählt es doch das Leben einer Wegbereiterin und Kämpferin, die als eine der ersten den Schritt wagte sich operieren zu lassen. Zudem macht das Buch Mut und zeigt Wege auf, wie man mit dem Problem im falschen Körper geboren zu sein, umgehen kann. Stilistisch passt sich die Autorin Sabine Weigand der Erzählung Helgas an. Der leicht fränkische Akzent und die vielen alten, vergessenen Wörter machen die Lebensgeschichte noch lebendiger und lassen den Leser tief in die Ereignisse eintauchen. Man ist Helga auf ungeahnte Art und Weise nahe, kann sich gut in sie hineinversetzen und versteht die Nachkriegszeit besser. Zu Beginn mag der akzentuierte Schreibstil ein wenig gewöhnungsbedürftig sein, doch mit der Zeit kommt der Leser mit Helgas Erzählweise klar. Sehr schön ist auch die Begriffserklärung für einige alte, fränkische Wörter, die man nicht kennt. Fazit: Ein wundervolles, mutiges, berührendes und lebensbejahendes Buch, das man unbedingt lesen sollte, wenn man sich mit dem Thema Transsexualität auseinandersetzt. Die Geschichte von Helga F. geht ans Herz und lässt einen nicht mehr los. Sabine Weigand bringt ein faszinierendes Leben zu Papier und gewährt Einblicke in eine Zeit, in der es schwer war anders zu sein. Danke an Helga F. für den Einblick in ein Leben, das heute kaum noch vorstellbar ist und das sie auf eine Art und Weise gemeistert hat, die jeden erreichen und beflügeln sollte. Unbedingt zu empfehlen.

3

Helga's Geschichte ist ergreifend und erschuetternd zu gleich. Ihre Geschichte wird so persoenlich erzaehlt, dass man mit ihr leidet. Gleichzeitig muss man als Leser auch den Kopf schuetteln ueber so viel Ignoranz in dieser Zeit. Leider kann man nicht davon sprechen, dass Wissen ueber Transsexualitaet heute zur Toleranz fuehrt. Trotz der Einzigartigkeit der Geschichte und die Moeglichkeit als Leser aus erster Hand zu erfahren, "wie das damals so war" kann ich mich leider nur zu einer 3 Sterne Bewertung durchringen. Das durchgehende Schreiben in Dialekt hat mich richtig gestoert.

5

Ein Buch, das von Herzlichkeit nur so strotzt. Berührend!

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