Helden wie wir

Helden wie wir

Softcover
3.416
MauerSpitzelStasiDdr

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Description

Die deutsche Geschichte muss umgeschrieben werden: Klaus Uhltzscht war es, der die Berliner Mauer zum Einsturz gebracht hat! Dabei ist Klaus eigentlich ein Versager par exellence. Als Sohn eines Stasi-Spitzels und einer Hygieneinspektorin wächst er zwischen Jogginghosen und Dr. Schnabels Aufklärungsbuch auf, bleibt im Sportunterricht auf ewig ein Flachschwimmer. Auch sein großer Traum, als Topagent bei der Stasi zu arbeiten, erfüllt sich leider nicht. Dafür aber wird er, der inzwischen eine Perversionskartei erfunden hat, zum persönlichen Blutspender Erich Honeckers. Jetzt, da auch noch die Mauer durch - man höre und staune - seinen Penis fiel, packt Klaus aus und erzählt von seinem ruhmreichen Leben. Keiner hat bislang frecher und unverkrampfter den kleinbürgerlichen Mief des Ostens gelüftet als Brussig. Ein Lesevergnügen allererster Ordnung!

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
336
Price
12.40 €

Author Description

Thomas Brussig,1964 in Berlin geboren, hatte 1995 seinen Durchbruch mit dem Roman ›Helden wie wir‹. Es folgten u.a. ›Am kürzeren Ende der Sonnenallee‹ (1999), ›Wie es leuchtet‹ (2004) und das Musical ›Hinterm Horizont‹ (2011). Seine Werke wurden in 30 Sprachen übersetzt. Thomas Brussig ist der einzige lebende deutsche Schriftsteller, der sowohl mit seinem literarischen Werk als auch mit einem Kinofilm und einem Bühnenwerk ein Millionenpublikum erreichte. Zuletzt erschienen von ihm die Romane ›Das gibts in keinem Russenfilm‹ (2015) und ›Beste Absichten‹ (2017).Literaturpreise:u.a.:1999 Drehbuchpreis der Bundesregierung für "Sonnenallee" (mit Leander Haußmann) 2000 Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster2005 Carl-Zuckmayer-Medaille

Posts

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Ein zwiespältiges Erlebnis

Mir wurde dieses Buch von einem Freund empfohlen, ich hatte hohe Erwartungen und bin nun sehr zwiegespalten. Nach kleineren Startschwierigkeiten hat mir das Buch gefallen und ich fand’s ganz witzig, bis es dann immer merkwürdiger wurde und dann doch mittelmäßig zufriedenstellend endete. Der eingebildete Protagonist Klaus Ultzscht, ehemaliger zukünftiger Nobelpreisgewinner, ehemaliger Stasi-Mitarbeiter, perverseste der Perversen und Einreißer der Berliner Mauer mit Schwergewicht in der Hose, erzählt einem Journalisten von seiner Jugend und dem Leben in der DDR. Der Schreibstil steckt voller Selbstironie, Übertreibungen und ständigen Abschweifungen in Nebensächlichkeiten, die seine Eigenart darstellen sollen. Eben das hat manchmal ein Kichern bei mir ausgelöst, andere Male fand ich es jedoch unpassend oder nervig. Am besten lässt es sich vielleicht mit den Känguru-Chroniken vergleichen. Die Grundprämisse glaube ich zu verstehen: Es geht um die Folgen eines Erziehungsstils und Staatssystems, welche beide die Menschen schädigen und kaputt machen. Durch ein verquertes Weltbild ist Klaus in eigentlich alltäglichen Situationen verwirrt und kann kein Glück empfinden ohne sich schlecht zu fühlen. Ich bin mir sicher Freud hätte seine Freude mit diesem Buch gehabt, weil eine immer präsente sexuelle Verwirrung im Laufe der Handlung immer extremere Formen annimmt. Das Ganze ist vermutlich amüsant gemeint und vielleicht bin ich auch einfach verklemmt, aber wenn es dann um „Fast-Vergewaltigungen“, krankhaftes onanieren, „Hühnerfickerei“ und mehr geht, hat mich das Buch verloren und angeekelt. Andererseits war ich vom Ende wiederum überzeugt. Der Kreis hat sich endlich geschlossen und die Geschichte mit der Rettung des Mikadospielers einen Sinn gefunden. Am Ende des Buches wird endlich Klartext gesprochen. Klaus rechnet mit seiner Familie ab und auf den Montagsdemonstrationen auch mit der Diktatur und der DDR-Bevölkerung, sowie Christa Wolf selbst. Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen: Klaus ist niemand, mit dem wir sympathisieren sollten. Und auch Klaus ist gen Ende erstaunlich selbstreflektiert und erkennt (mit Einschränkungen) an, was für ein schlechter Mensch er ist. Doch um diese Genugtuung zu bekommen, musste ich mich ganz schön durchquälen.

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Selten habe ich so einen infantilen Müll gelesen. Einige Stellen waren zum Schmunzeln, einige zum Nachdenken, aber das meiste war für mich nur „geistiger Dünnpfiff“. Brussigs „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ oder „Beste Absichten“ haben mir ganz gut gefallen, aber „Helden wie wir“ war für mich ein Reinfall. Doch das ist Geschmacksache. Wer diese Art von Humor mag, der wird das Buch bejubeln. Ich für meinen Teil, bin durch mit Brussig.

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