Heimatsterben

Heimatsterben

Hardback
4.316
FamiliendramaDebütromanRechtsradikalitätUmsturz

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Description

Ein großartiger Familienroman, der sich zusehends zum Politthriller entwickelt

Tilde Ahrens, mehrfache Mutter, Oma und Uroma, liegt im Sterben und bittet kurz vor ihrem Tod Lieblingsenkelin Hanna, die Familie zusammenzuhalten. Keine einfache Aufgabe für die freigeistige Journalistin, die eigentlich seit Jahren in den USA lebt, denn in dem weitverzweigten Ahrens-Clan prallen die unterschiedlichsten Weltanschauungen aufeinander. Hanna taucht ein in die Geschichte ihrer Familie und stellt sich der Auseinandersetzung mit ihrer erzkonservativen Schwester, deren Mann Felix Kopf einer nationalistischen Partei ist. Es kommt zu einer vorsichtigen Annäherung. Doch dann gewinnt der charismatische Felix überraschend die Wahl, zieht ins Kanzleramt ein und ausgerechnet Hanna soll ihn bei seiner politischen Arbeit unterstützen. …

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
384
Price
18.50 €

Author Description

Sarah Höflich, 1979 in Schleswig geboren, war schon als Kind fasziniert von Geschichten und Geschichte. Sie studierte Anglistik und ging als Fulbright-Stipendiatin in die USA, wo sie ihr Creative-Writing-Studium mit dem Master of Fine Arts abschloss. Viele Jahre arbeitete sie als Drehbuchautorin und Produzentin für die UFA, für die sie mehrere Fernsehserien realisiert hat. Letztes Jahr machte sie sich selbstständig. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in München.

Posts

7
All
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Klare Leseempfehlung

Durch meinen Buchclub bin ich gezwungenermaßen auf dieses Buch gestoßen und musste es lesen. 😂 Politik-Thriller sind definitiv nicht meine Art von Büchern zu denen ich greifen würde. Jedoch bin ich unglaublich dankbar und froh, dass ich es gelesen habe. Es war leicht zu lesen, unaufgeregt geschrieben aber doch spannend. Ich habe es in 3 Tagen verschlungen und kann es definitiv empfehlen!

5

Geschichte, wie sie sich wiederholen könnte

Sehr erschütternd, wenn man sich klar macht, wie schnell sich Geschichte wiederholen könnte.

4

-Das hier zu schreiben ohne zu Spoilern ist hart, aber ich gebe mein Bestes.- . Der Debütroman von Sarah Höflich ist ein wirklich gelungenes Werk. Dieses Buch ist ein Familienepos mit einer zu beachtenden politischen Note. Es handelt von der Familie Ahrens, deren Wurzeln im zweiten Weltkrieg liegen und die bis zur Post-Merkel und Post-Pandemie Zeit reichen, in der dieses Werk hauptsächlich spielt. Wir lernen die Familie auf den 384 Seiten des Buches wirklich ausführlich kennen, was ich mir vorher tatsächlich in Anbetracht der Länge des Buches nicht wirklich vorstellen konnte. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und die Länge der Kapitel passen perfekt zum Gesamtkonzepts des Buches, welches Dreigeteilt ist, es beginnt im Herbst, führt uns in den Frühling und dann in den Winter. Dadurch begleiten wir die Familie Ahrens fast ein ganzes Jahr. Wir erhalten Einblicke in die Beweggründe der Familienmitglieder und sind mit dabei wie etwas unvorstellbares aus der Heimat der Familie wird. Durch die Geschichte der Familie ist die Verbindung von Vergangenheit und heutiger Zeit deutlich spürbar und man wird sich dessen bewusst dass man die Vergangenheit nicht außer Acht lassen sollte. . Während des Lesens muss man sich immer wieder sagen, dass alles nur Fiktion ist, denn in Anbetracht der letzten Jahre wirkt dieses Buch erschreckend real. Am Ende des Buches befindet sich ein Disclaimer der Autorin in dem sie auch noch einmal ausdrücklich schreibt das es sich um Fiktion handle. Dieses Buch regt definitiv zum Nachdenken an und das in mehreren Hinsichten. Man denkt über seine Familie nach, über Loyalität, darüber was Heimat eigentlich ist, über den Elefanten im Raum, was wenn es eine vermeidlich Rechte Regierung gibt, über all die was wäre wenn, über eine Menge… Auch wenn Hanna die Hauptprotagonistin des Buches ist, haben die anderen Charaktere nicht weniger Auftritte und gewidmete Kapitel wie sie. . Etwas was mir persönlich sehr gut gefallen hat ist die Tatsache dass der verfaulte Apfel auf dem Cover nicht nur als Symbolbild dient sondern auch im Buch aufgegriffen wird. . Zusammengefasst lässt sich nun also nur noch sagen, eine komplette Leseempfehlung von meiner Seite.

4

Zum Buch: Tilda Ahrens hat den zweiten Weltkrieg sowie zwei Ehemänner überlebt. Als Mutter von drei Kindern hat sie erfolgreich einen Hof geleitet. Nun ist sie 97 Jahre alt und liegt im Sterben. Ihre Lieblingsenkelin Hanna reist extra aus Amerika an, um sie nochmal zu sehen. Auf dem Sterbebett bittet sie Hanna auf ihre Schwester und deren Mann aufzupassen. Keine leichte Aufgabe, ist doch Trixies Ehemann ein vielversprechender Kanzlerkandidat ... Meine Meinung: Die Geschichte hat mich überrascht. Ich erwartete eigentlich eine Familiengeschichte über Tilda, die viel in ihrem Leben erlebt hat. Aber Tilda spielte nur eine Nebenrolle, eigentlich. Das Szenario rund um den Kanzler Felix, der Mann von Hannas Schwester Trixie und um die Zukunft Deutschlands war sehr erschreckend, aber auch absolut vorstellbar. Zu Beginn hatte ich allerdings ein paar Probleme mit den vielen verschiedenen Personen, die alle irgendwie miteinander Verwandt waren und das verwirrte schon. Aber dann hat mich die Story schon sehr gut unterhalten können und richtig gepackt. Ein gut zu lesender Schreibstil, ein ständig ansteigender Spannungsbogen und ein großes Ende, das mich überrascht hat. Eine gute Mischung aus Spannungsroman und Familiengeschichte, war auf jedenfall sehr unterhaltsam.

4

Ein beeindruckender Erstling. Was wäre, wenn eine nationalistische Partei auf einmal wieder so salonfähig wäre, dass sie die Wahlen gewinnt und den Kanzler stellt? Die Autorin zeichnet hier ein düsteres Bild unseres Landes nach einem solchen Wahlsieg, ohne dabei aber in die Falle zu tappen, alle Anhänger oder auch nur alle Politiker dieser Partei über einen Kamm zu scheren. Genau wie die Motivationen für die Mitgliedschaft in einer solchen Partei unterschiedlich sind, stecken auch Menschen mit sehr unterschiedlichen Werten und Weltbildern dahinter. Allerdings ändert das nichts an den Fakten, an den Folgen für Minderheiten oder Menschen, die die Wahrheit offen aussprechen. Ein interessantes Gedankenspiel, das hoffentlich nie Realität wird.

4

Danke an Vorablesen und den dtv Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig. Mit „Heimatsterben“ gelingt Sarah Höflich ein überaus gelungenes Debüt! Ich habe das Buch auch direkt mal an meine Eltern weitergegeben. Und ich bin gespannt auf weitere Bücher der Autorin, weil ich in ihr großes Potential sehe, und mir sicher bin, dass das nächste Buch von ihr auch von mir die vollen 5 Sterne bekommen kann. Denn ich bin der Meinung, dass Heimatsterben sein Potential nicht zu 110% ausgeschöpft hat, und es noch etwas Luft nach oben gibt. Worum geht es? Die mindestens 90 Jahre alte Tilde Ahrens liegt im Sterben, und ihre Enkeltochter Hanna reist aus den USA nach Deutschland, um sich von ihrer geliebten Oma zu verabschieden. Tilde bittet Hanna, die Familie nach ihrem Tod zusammenzuhalten. Aber das ist nicht so einfach für die liberale Journalistin, da z.B. ihr Schwager Felix den Vorsitz einer konservativ-nationalistischen Partei inne trägt, und überraschenderweise die Kanzlerwahl gewinnt. Die politische Situation in Deutschland radikalisiert sich immer mehr. Aber Hanna beschließt zu bleiben, und will versuchen, als Gegengewicht für Felix‘ und seine Partei zu dienen, damit diese nicht noch weiter nach rechts abdriften… Den Titel, aber besonders das Cover finde ich extrem schlau gewählt. Zu sehen ist ein Apfel, der verfault ist. Das „st“ von -sterben im Titel ist leicht verblasst, sodass man sowohl Heimatsterben, als auch Heimterben lesen könnte. Ein wirklich passendes Wortspiel! Denn es geht einerseits um die Erben von Tilde, ihre Nachfahren, ihre Familie. Und es geht auch um den Zerfall, das Sterben eines Landes. Der Apfel ist ein typisch deutsches Obst und somit ein passendes Symbol. Und ein verfaulter Apfel kommt auch im Buch selbst vor, in einer Szene zwischen Hanna und Felix. Dort erklärt Felix die Notwendigkeit von Fäulnis, die dazu dient, einen abgestorbenen Organismus anderweitig nutzbar zu machen (vgl. S.341 in der Print-Ausgabe). Eine Metapher, die auf den Inhalt passt. Für Felix‘ Partei, die BürgerUnion, ist die deutsche Regierung ein Organismus, der optimiert werden muss. Ihre rechtsradikalen Werte sind im übertragenen Sinne die Fäulnis, die die Regierung zerstören werden, um sie dann anderweitig zu nutzen bzw. neu nach ihren Worten zu formen. Also Hut ab an die Personen, die sich hier so viele Gedanken bei Titel und Covergestaltung gemacht haben! Hanna und Felix sind für mich die Protagonisten dieses Buches. Auch Hannas Schwester und Felix‘ Frau Trixie, ihr Cousin Joost und ihr Onkel Carl-Friedrich sind wichtige Charaktere, die mir in Erinnerung geblieben sind. Es gibt einfach sehr viele wichtige Charaktere, und für meinen Geschmack etwas zu viele. Im Buch befindet sich ein Stammbaum der Familie Ahrens. Viele Verwandtschaftsbeziehungen werden auch im Buch erklärt. Aber die Verbindung und auch Einbindung der Kruses in die Geschichte kommt mir zu kurz. Deren Kapitel habe ich oft nur überflogen, weil es mir einfach zu viel war und ich den familiären Zusammenhang nicht ganz verstanden habe. Ein paar weniger Charaktere hätten mir hier auch gereicht. Trotzdem waren alle Charaktere gut ausgearbeitet. Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Das Buch ist durch ihre präzise Wortwahl sehr dynamisch und flüssig zu lesen. Die Handlung ist wirklich spannend, und es ist ein erschreckendes Bild der Zukunft, was gar nicht mehr so unmöglich scheint, angesichts des erneuten Anstiegs rechter und nationalistischer Tendenzen in der Gesellschaft. Das Buch zeigt nochmal mehr, dass wir alle eine Mitverantwortung haben, so etwas zu verhindern, und uns politisch zu beteiligen. Allerdings habe ich mir bei dem Genre „Politthriller“ noch eine etwas krassere Entwicklung gehofft, und auch mehr Fokus auf die Politik, statt auf die Dramen in der Familie. Ich hatte mir z.B. intensivere Einblicke in das Kanzleramt und den politischen Entscheidungsprozess gewünscht, und einfach noch zwei, drei mehr drastische Entscheidungen der nationalistischen Regierung – weil so würde ich das Buch definitiv nicht als Thriller bezeichnen. Abgesehen von diesen kleinen Kritikpunkten (für mich etwas zu viele Charaktere, nicht krass genug für einen Thriller und im Politischen sehr oberflächlich) hat mir das Buch doch wirklich gut gefallen, und es hat mich zum Nachdenken angeregt. Ich vergebe 4 Sterne, eine klare Leseempfehlung und die Bitte, in einem Monat wählen zu gehen und sich gegen rechts zu positionieren. Sonst wird aus der Fiktion von Sarah Höflich bald Wirklichkeit… „Das ist das Schlimmste an Entscheidungen, dachte Hanna […]. Dass man in der Sekunde, in der man eine traf, eben nie wusste, ob sie richtig oder falsch war. Klarheit gab es nur in der Rückschau.“ (S.133)

5

Erschreckend realistisch Tilde Ahrens liegt im Sterben, als sie ihre Enkelin Hanna darum bittet, die Familie zusammenzuhalten und auf ihre Schwester aufzupassen. Gar nicht so einfach für die politisch eher links orientierte Hanna, da ihr Schwager mit seiner nationalistischen Partei gerade das Kanzleramt anstrebt. Aus verschiedenen Blickwinkeln erleben die Lesenden die nächsten 18 Monate nach Hannas Versprechen und verfolgen, wie politische Vorstellungen und egoistische Einstellungen aufeinander prallen. Sarah Höflich schafft mit diesem Roman ein unglaubliches Debüt. Die Figuren bringen eine angenehme Charaktertiefe mit und der Schreibstil fesselt, ohne reißerisch zu sein. Die von der Autorin gezeichnete Zukunft scheint unrealistisch und doch erschreckend nah und die Handlung ist oft so detailliert, dass Lesende vergessen können, dass das, was sie lesen, keine geschichtliche Nacherzählung sondern erschreckend realistische Fiktion ist.

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