Hawaii

Hawaii

Hardback
3.926
Deutsch-TürkeFußballMigrationHeimatlos

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Description

Cihan Acars brisantes Debüt über Heimatlosigkeit und Toleranz in unserer zerrissenen Gesellschaft ist „ein rauschhafter Trip durch Heilbronn, der den Leser sofort in seinen Bann zieht.“ Benedict Wells Es sind die heißesten Tage im Jahr, Hundstage, die, so glauben manche, schweres Unheil bringen. Kemal Arslan läuft durch Heilbronn, ein Fußballstar, der nach einem Unfall seine Karriere beenden und von vorn anfangen muss. Unbeteiligt steht er auf einer türkischen Hochzeit herum, geht in ein Striplokal und ins Wettbüro, gerät mitten hinein in eine Straßenschlacht zwischen Rechten und Migranten, trifft seine Exfreundin Sina und besucht seine Eltern, die, wie die meisten Türken der Stadt, in Hawaii wohnen, einem Problembezirk mit heruntergekommenen Hochhäusern und rauem Straßenleben, der rein gar nichts mit dem Urlaubsparadies gemeinsam hat. Cihan Acar erzählt von zwei Tagen und drei Nächten eines jungen Mannes, in denen er alle Stadien von Illusion, Sehnsucht und Einsamkeit durchquert. Ein Buch über all die Heimatlosen, Nachtgestalten und Romantiker, die im Dazwischen leben.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
256
Price
24.70 €

Author Description

Cihan Acar wurde 1986 in der Nähe von Heilbronn geboren, wo er heute mit seiner Familie lebt. Er studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg und zog zeitweise nach Istanbul und Berlin, um sich dem Schreiben zu widmen. Sein Roman "Hawaii" erschien 2020 und wurde mit dem Literaturpreis der Doppelfeld Stiftung, dem Thaddäus-Troll-Preis und dem Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Posts

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All
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War gut um es zwischendurch zu hören. Das Setting und die Geschichte waren Mal was anderes und es sollte viel mehr Bücher geben, die Mal eine andere Perspektive aufzeigen. Hier geht's Mal nicht um Berlin, Wohlstandsverwarlosung... In die Richtung, sondern Heilbronn. Die Erzählstimme ist ein junger Kerl mit türkischen Wurzeln, der auf seine Art durch den Coming of age Roman stolpert. Ein paar Seitenhiebe auf die Mehrheits- und auch die Minderheitsgesellschaft. Die kleinen magischen Momente fand ich auch Recht originell. Ist aber nicht direkt ein Buch, worin man sich Sätze anstreicht.

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Handlung_ _ Kemal Arslan war mal ein ganz Großer: ein gefeierter Fußballstar mit mehr als großzügigem Einkommen, der in seinem Jaguar durch die Gegend fuhr und von schönen Frauen umschwärmt wurde. Jetzt ist er 21 Jahre alt und am Ende. Ein selbst verschuldeter Unfall hat die Fußballkarriere jäh und auf Dauer zerstört, und Kemal hat nichts mehr vorzuweisen. Kein Ziel im Leben, keine Aussichten, keinen echten Antrieb. In Heilbronn lässt er sich hierhin und dorthin treiben, weiß nicht, was er will, lässt sich von seinem Vater ein Vorstellungsgespräch bei einem schmierigen Aufschneider aufschwatzen und von seinem Onkel einen kurzen Ausflug in die Zwischenwelt der türkischen Gang der Kankas. Der Leser begleitet Kemal drei elend heiße Tage und zwei Nächte durch den Problembezirk ‘Hawaii’, während die Streitigkeiten zwischen Nazis und Kankas hochkochen bis zur offenen Schlacht._ _ Zugegeben: ich habe absolut keine Ahnung von Fußball und auch nur wenig Interesse daran. Daher begegnete ich diesen Roman mit einem gewissen Misstrauen – aber auch mit Spannung und Neugierde, denn er wurde von Feuilleton und Literaturbetrieb durchaus positiv aufgenommen._ _ Denn hier geht es nicht nur um Fußball, sondern auch um das “Dazwischen”, in dem junge Menschen mit Migrationshintergrund leben und wo Kemal nach seinem Absturz aus dem Olymp auch wieder angekommen ist. Es geht um mangelnde Perspektiven und Vorurteile, es geht um die Schwierigkeit, gleichzeitig in der türkischen und der deutschen Gesellschaft zuhause zu sein._ _ Als ich die letzten Sätze im Geist nachklingen ließ, war ich mir noch im Unklaren, ob Misstrauen oder Neugierde die Oberhand behalten hatten. Ich musste das Buch erstmal ein paar Tage sacken lassen, bevor ich mit dieser Rezension begann, und hier ist nun das Resultat:_ _ Schon nach wenigen Seiten stellte ich fest, dass Protagonist Kemal seine Geschichte in knappem Tempo erzählt, in einer Sprache, die authentisch und ungeschönt wirkt. Blumige Beschreibungen und lyrische Metaphern sucht man hier vergebens, aber die hätten zu diesem jungen Mann, der sich gerade im Limbo zwischen zwei Leben und zwei Gesellschaften befindet und völlig den Halt verloren hat, auch nicht wirklich gepasst._ _ Das ist knackig, das liest sich schnell und auch unterhaltsam. Nur wenn Kemal sich in der Tiefgarage lange mit seinem kaputten Jaguar unterhält und der auch noch antwortet, las sich das für mich nicht ganz stimmig… Der abgedrehte Humor passt für mich nicht so recht zu dieser Geschichte, da fand ich den lakonischen Witz, der ansonsten immer wieder aus Kemals Worten herausblitzt, wesentlich passender._ _ Kemal ist eigentlich ein sympathischer Typ, der das Herz am rechten Fleck hat, aber er neigt auch dazu, katastrophal schlechte Entscheidungen zu treffen. Hätte er sich nicht auf ein illegales Autorennen eingelassen, wäre er wohl immer noch ein Fußballstar. Hätte er sich nicht von seiner Freundin Sina getrennt, als er reich und erfolgreich war und von weiblichen Fans umgarnt wurde, müsste er ihr jetzt nicht nachweinen._ _ Da er noch so jung ist, war ich bereit, ihm erstmal einiges nachzusehen. Womit ich mich jedoch sehr schwer tat, war seine Tendenz, alles vor sich herzuschieben. Entscheidungen trifft er nur widerwillig, er braucht immer einen Anstoß von außen bevor er irgendetwas für seine Zukunft tut. Aber Kemal ist mit dieser Planlosigkeit sicher nicht allein, er steht damit für die Verlorenheit einer ganzen Generation._ _ Dieses Aussitzen und Abwarten bremst zunächst sogar den flotten Schreibstil aus, bis der Autor die Geschichte mit einem Schlag mehr nach außen verlegt, so dass die Spannung nicht länger nur von Kemal allein abhängig ist – doch das ist eine zwiespältige Entscheidung._ _ Es gibt meines Erachtens ein paar Brüche in Erzählfluss, Spannungsbogen und Charakterentwicklung – besonders gegen Schluss, als die Kämpfe zwischen Kankas und Nazis eskalieren. Die Atmosphäre wird mit einem Schlag um einiges cineastischer, die Szenerie macht einen Schwenk von introvertierter Nabelschau zur Schilderung geradezu bürgerkriegsähnlicher Konflikte._ _ Manchmal ist es so, dass bei einem Buch gegen Ende die Spannung abflaut, hier ist es eher so, dass die Spannung für mein Empfinden zu sehr nach außen verlegt wird, weg von Kemals Innenleben und hin zu drastischen Konflikten zwischen Kankas, Nazis, Polizei. Wobei das natürlich auch wieder sehr bildlich darstellt, wie dringend Kemal einen Weckruf braucht, um sein Leben in die Hand zu nehmen und nicht mehr nur auf Dinge zu reagieren, die ihm aufgezwungen werden. Zu lange war er nur der Spielball der Umstände, weil er es zuließ._ _ Kemals Bemühungen, seine Ex-Freundin zurück zu gewinnen, fand ich gegen Ende sehr anstrengend und auch ziemlich stalkerhaft._ _ “Wo willst du hin?” “Keine Ahnung.”_ _ Über Nacht kann Kemal sich nicht neu erfinden, und so wird er am Schluss zwar irgendwie wachgerüttelt, aber er ist noch lange nicht bei sich selber angekommen. Dennoch: der erste Schritt ist getan und das ist schon eine sehr mutige Entscheidung! Endlich kein Hadern und Aufschieben mehr, kein sich von anderen Menschen Entscheidungen abnehmen oder aufzwingen lassen._ _ Mehr kann man von diesem jungen Mann wohl nicht verlangen – es ist zu viel passiert für schnelle Lösungen und glatte Happy Ends._ _ Fazit_ _ Kemal Arslan war vor kurzem noch ein eine echte Berühmtheit auf dem Fußballfeld, bis er sich bei einem illegalen Autorennen sowohl den Jaguar als auch den Fuß zertrümmerte, wodurch dieses Kapitel seines Lebens ruhmlos zu Ende ging. Jetzt ist er 21 Jahre alt und weiß nicht wohin mit sich. Seine türkische Familie versucht, ihn wieder auf Spur zu bringen – der Vater mit einem erkauften Ausbildungsplatz, der Onkel mit der Initiierung bei einer türkischen Gang, die sich blutige Schlachten mit den Nazis liefert._ _ Nach drei Tagen und zwei Nächten ist Kemal zwar noch nicht bei sich selbst angekommen, aber hat viel darüber gelernt, was er im Leben nicht will._ _ Die Geschichte ist packend, das Tempo hoch, der Schreibstil schlüssig. Einzig die Art und Weise, wie die Geschichte gegen Ende eskaliert und sich der Fokus von Kemals Innenleben nach außen auf den Kampf zwischen Neonazis und türkischen Gangmitgliedern verlegt, erschien mir nicht ganz stimmig._ _ Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog: https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-cihan-acar-hawaii/

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In Hawaii erzählt Cihan Acar eindringlich vom Ex-Fußballer Kemal, der nach dem Karriere-Aus in sein Heilbronner Viertel zurückkehrt. Zwischen Perspektivlosigkeit, Herkunft und Identität entfaltet sich ein realistisches Porträt urbaner Jugend und migrantischer Lebenswelten. Authentisch, sprachlich kraftvoll und gesellschaftlich relevant – ein starkes Debüt.

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Meine literarische Reise 2021 begann mit 'Hawaii ' von Cihan Acar. Die Geschichte hat mich sofort abgeholt und bleibt spannend. Wir begleiten einen jungen ehemaligen Profifussballspieler über einem Zeitraum von 3 Tagen in seiner Heimatstadt Heilbronn. Verdammt gut, aktuell und unterhaltsam.

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