GPS
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Description
Ariane ist eine junge Journalistin, die sich auf lokale Kriminalfälle spezialisiert hat. Seit zwei Jahren arbeitslos, lebt sie zurückgezogen in ihrer Wohnung und meidet die Außenwelt, bis sie eines Tages von Sandrine, ihrer besten Freundin von früher, zu deren Verlobungsfeier im Stadtwald eingeladen wird. Damit sie sich nicht im weiten Grün verliert, teilt Sandrine ihren GPS-Standort mit ihr. Ariane bringt den Abend hinter sich, doch am nächsten Morgen ist Sandrine spurlos verschwunden. Alles, was von ihr bleibt, ist der rote Punkt im GPS, der sich immer weiter vorwärts bewegt … und den Ariane nicht mehr aus den Augen lässt. Die Ansammlung von Pixeln wird für sie zu einer Obsession, zu einem Strudel, der alles in sich aufsaugt. Bis der Punkt plötzlich stehen bleibt.
Mit subtiler Spannung und dunklem Humor erzählt Lucie Rico von einer wahnwitzigen Suche, die sich immer mehr ins Innere verlagert. GPS ist ein Roman über Freundschaft, Verlust und das Verschwimmen der Wirklichkeit im digitalen Raum – eine literarische Ortung in einer Welt, in der alles sichtbar scheint und doch so vieles im Verborgenen liegt.
Book Information
Author Description
1988 in Perpignan geboren, schreibt Filme in Aubervilliers, Bücher in Perpignan und unterrichtet literarisches Schreiben in Clermont-Ferrand. Die Ballade vom vakuumverpackten Hähnchen gewann 2021 den Prix du roman d'écologie und den Cheval Blanc Literaturpreis.
Posts
3.5/5⭐️ Das war eine Geschichte, die mich gleichzeitig fasziniert und verwirrt hat. 😄
Auf der einen Seite konnte ich viele, sei es noch so komische, Gedankengänge nachfühlen, auf der anderen Seite hatte ich Probleme den Kern der Story zu verstehen. Es ist bizarr, Wahrheit und Einbildung verschwimmen, es entsteht eine Obsession und Gefühle und Erinnerungen überlagern die Wirklichkeit. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, denn wir sind Ariane und werden direkt angesprochen. Allerdings gefiel mir das ziemlich gut, ich bekam dadurch eine Verbindung zu ihren Gedanken und zu ihrer Sicht der Freundschaft mit Sandrine. Auch wenn ich am Ende des Buches nicht sicher war, wie viel davon eigentlich tatsächliche Erinnerungen waren. Auch weiß ich, wie es sich anfühlt, wenn man sich in etwas reinflüchtet und die Wirklichkeit immer mehr wegdrückt. Was hier das GPS ist, kann ganz allgemein für Social Media, dem Internet, Bücher, Filme etc. stehen. Es wird immer seltsamer, man spürt, dass es zu viel wird und trotzdem fühlt es sich vertraut an, sämtliche andere auftauchenden Charaktere waren bis zum Ende wie ein Fremdkörper und man kann einfach nicht anders, als in dieser eigenen Blase zu bleiben. Aber trotzdem fehlte mir etwas. Ich wäre glaube ich gerne tiefer eingetaucht, denn am Ende hat sich alles noch zu oberflächlich angefühlt und ich merke wie es mich stört, wenn ich nicht für alles eine eigene Erklärung habe, das Buch mir aber auch nicht mehr an Erklärungen liefert. 😬 Wer aber mit etwas seltsamen, beunruhigenden Geschichten, die ruhig daherkommen und Raum für Interpretationen lassen, etwas anfangen kann sollte sich GPS definitiv mal anschauen.
Unsere Protagonistin Ariane ist seit zwei Jahren arbeitssuchend und versinkt zunehmend in ihrer eigenen kleinen Welt, errichtet in ihrer Wohnung, aus Gedanken und Erinnerungen. Und ihrem Navi, oder GPS. Denn seit dem Verschwinden ihrer besten Freundin Sandrine nach ihrer Verlobungsfeier, sieht Ariane nichts weiter als ihren roten Standort-Punkt. Und so beginnt eine Odyssey durch Raum und Zeit - alles in Verbindung mit dem roten Punkt auf Arianes Handydisplay. Und eine hanebüchene Jagd auf einen potenziellen Mörder. Ich dachte, das ARTE-Programm hätte mich mit seinen französischen Arthouse-Filmen auf Romane wie diesen vorbereitet. Weit gefehlt. Es ist ein sehr nach innen fokussierter Roman. Ariane beschäftigen viele Dinge: ihre Arbeitssuche, ihre Beziehungen, ihre Einsamkeit und Sicherheit innerhalb der eigenen vier Wände. Und ihre Freundin Sandrine: wie sich kennenlernten, stritten, versöhnten, voneinander wegdrifteten. Weshalb sollte sie plötzlich die Hochzeit sausen lassen und Hals über Kopf abhauen? Und weshalb spielt sie Spielchen mit Ariane und leitet sie mithilfe ihres Standortpunkts an all jene Orte aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit? Nach und nach enthüllt sich dem Lesenden das Ausmaß an Arianes Unsicherheit und Unlust, ein Teil der Welt "da draußen" zu sein, wenn sie doch alles über ihr Handy kaufen, lesen und sehen kann. Warum die sichere Wohnung verlassen, wenn Google Maps die Welt bereits kartografiert und konserviert? Was würde sie verpassen? Das GPS wird ihr fester Boden unter den Füßen, ihr Mittelpunkt, ihr letzter Bezug zur Realität - und auch Flucht vor ebenjener grauenvollen Realität, der sie sich so erbittert zu entfliehen versucht. Ihre letzte Verbindung zur abwesenden Sandrine, deren Verschwinden einen Tsunami an Gefühlen und Erinnerungen zutage fördert. Dieser Roman seziert in erschütternder Klarheit das Herz einer gebrochenen jungen Frau, die nicht weiß, mit ihren Verlusten umzugehen. Teils heftig, doch teils auch wirklich langatmig. Ariane ist keine mir besonders sympathische Figur, doch sie ist menschlich und macht Fehler. Und sie zeigt Reue, wenn auch (in diesem Fall) viel zu spät.
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Ariane ist eine junge Journalistin, die sich auf lokale Kriminalfälle spezialisiert hat. Seit zwei Jahren arbeitslos, lebt sie zurückgezogen in ihrer Wohnung und meidet die Außenwelt, bis sie eines Tages von Sandrine, ihrer besten Freundin von früher, zu deren Verlobungsfeier im Stadtwald eingeladen wird. Damit sie sich nicht im weiten Grün verliert, teilt Sandrine ihren GPS-Standort mit ihr. Ariane bringt den Abend hinter sich, doch am nächsten Morgen ist Sandrine spurlos verschwunden. Alles, was von ihr bleibt, ist der rote Punkt im GPS, der sich immer weiter vorwärts bewegt … und den Ariane nicht mehr aus den Augen lässt. Die Ansammlung von Pixeln wird für sie zu einer Obsession, zu einem Strudel, der alles in sich aufsaugt. Bis der Punkt plötzlich stehen bleibt.
Mit subtiler Spannung und dunklem Humor erzählt Lucie Rico von einer wahnwitzigen Suche, die sich immer mehr ins Innere verlagert. GPS ist ein Roman über Freundschaft, Verlust und das Verschwimmen der Wirklichkeit im digitalen Raum – eine literarische Ortung in einer Welt, in der alles sichtbar scheint und doch so vieles im Verborgenen liegt.
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1988 in Perpignan geboren, schreibt Filme in Aubervilliers, Bücher in Perpignan und unterrichtet literarisches Schreiben in Clermont-Ferrand. Die Ballade vom vakuumverpackten Hähnchen gewann 2021 den Prix du roman d'écologie und den Cheval Blanc Literaturpreis.
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3.5/5⭐️ Das war eine Geschichte, die mich gleichzeitig fasziniert und verwirrt hat. 😄
Auf der einen Seite konnte ich viele, sei es noch so komische, Gedankengänge nachfühlen, auf der anderen Seite hatte ich Probleme den Kern der Story zu verstehen. Es ist bizarr, Wahrheit und Einbildung verschwimmen, es entsteht eine Obsession und Gefühle und Erinnerungen überlagern die Wirklichkeit. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, denn wir sind Ariane und werden direkt angesprochen. Allerdings gefiel mir das ziemlich gut, ich bekam dadurch eine Verbindung zu ihren Gedanken und zu ihrer Sicht der Freundschaft mit Sandrine. Auch wenn ich am Ende des Buches nicht sicher war, wie viel davon eigentlich tatsächliche Erinnerungen waren. Auch weiß ich, wie es sich anfühlt, wenn man sich in etwas reinflüchtet und die Wirklichkeit immer mehr wegdrückt. Was hier das GPS ist, kann ganz allgemein für Social Media, dem Internet, Bücher, Filme etc. stehen. Es wird immer seltsamer, man spürt, dass es zu viel wird und trotzdem fühlt es sich vertraut an, sämtliche andere auftauchenden Charaktere waren bis zum Ende wie ein Fremdkörper und man kann einfach nicht anders, als in dieser eigenen Blase zu bleiben. Aber trotzdem fehlte mir etwas. Ich wäre glaube ich gerne tiefer eingetaucht, denn am Ende hat sich alles noch zu oberflächlich angefühlt und ich merke wie es mich stört, wenn ich nicht für alles eine eigene Erklärung habe, das Buch mir aber auch nicht mehr an Erklärungen liefert. 😬 Wer aber mit etwas seltsamen, beunruhigenden Geschichten, die ruhig daherkommen und Raum für Interpretationen lassen, etwas anfangen kann sollte sich GPS definitiv mal anschauen.
Unsere Protagonistin Ariane ist seit zwei Jahren arbeitssuchend und versinkt zunehmend in ihrer eigenen kleinen Welt, errichtet in ihrer Wohnung, aus Gedanken und Erinnerungen. Und ihrem Navi, oder GPS. Denn seit dem Verschwinden ihrer besten Freundin Sandrine nach ihrer Verlobungsfeier, sieht Ariane nichts weiter als ihren roten Standort-Punkt. Und so beginnt eine Odyssey durch Raum und Zeit - alles in Verbindung mit dem roten Punkt auf Arianes Handydisplay. Und eine hanebüchene Jagd auf einen potenziellen Mörder. Ich dachte, das ARTE-Programm hätte mich mit seinen französischen Arthouse-Filmen auf Romane wie diesen vorbereitet. Weit gefehlt. Es ist ein sehr nach innen fokussierter Roman. Ariane beschäftigen viele Dinge: ihre Arbeitssuche, ihre Beziehungen, ihre Einsamkeit und Sicherheit innerhalb der eigenen vier Wände. Und ihre Freundin Sandrine: wie sich kennenlernten, stritten, versöhnten, voneinander wegdrifteten. Weshalb sollte sie plötzlich die Hochzeit sausen lassen und Hals über Kopf abhauen? Und weshalb spielt sie Spielchen mit Ariane und leitet sie mithilfe ihres Standortpunkts an all jene Orte aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit? Nach und nach enthüllt sich dem Lesenden das Ausmaß an Arianes Unsicherheit und Unlust, ein Teil der Welt "da draußen" zu sein, wenn sie doch alles über ihr Handy kaufen, lesen und sehen kann. Warum die sichere Wohnung verlassen, wenn Google Maps die Welt bereits kartografiert und konserviert? Was würde sie verpassen? Das GPS wird ihr fester Boden unter den Füßen, ihr Mittelpunkt, ihr letzter Bezug zur Realität - und auch Flucht vor ebenjener grauenvollen Realität, der sie sich so erbittert zu entfliehen versucht. Ihre letzte Verbindung zur abwesenden Sandrine, deren Verschwinden einen Tsunami an Gefühlen und Erinnerungen zutage fördert. Dieser Roman seziert in erschütternder Klarheit das Herz einer gebrochenen jungen Frau, die nicht weiß, mit ihren Verlusten umzugehen. Teils heftig, doch teils auch wirklich langatmig. Ariane ist keine mir besonders sympathische Figur, doch sie ist menschlich und macht Fehler. Und sie zeigt Reue, wenn auch (in diesem Fall) viel zu spät.






