Glaubst Du, es war Liebe?
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Book Information
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Uff. Dies wird ein schweres Review, vor allem, weil ich keinen richtigen Vergleichsmaßstab habe. Ich weiß nicht, ob dies daran liegt, dass ich zu wenig in die Richtung von Alice Munro lese - oder dass es einfach wenig gibt, mit dem man sie vergleichen kann. Munro ist schon ein Stück unvergleichbar und einzigartig. Ihr Nobelpreis ist, soweit ich das nach einem Band beurteilen kann, auf jeden Fall verdient. In den Erzählungen, die nach dem Muster "Glaubst du, es war Liebe?" (Auch der Titel der letzten Erzählung) versammelt sind, dreht sich alles um Momentaufnahmen eines Kanadas aus der Vergangenheit. Ohne, dass es historisch sein will, werden einem doch Orte und Leben nahe gebracht, Einstellungen der Gesellschaft und gleichzeitig der Mensch an sich hinterfragt, wenn man einzelne Lebenswege verfolgt. Häufig geht es um Ehebruch in diesem Buch, zumindest häuft es sich im letzten Drittel als Thema. Was mir schwer fällt, ist nachträglich noch etwas davon zu greifen. Munro nimmt so punktuell in diese Welten und Leben mit und erzählt von ihnen, ohne dabei aufdringlich und laut zu werden. Leise verschwinden die Geschichten und Leseeindrücke nach ihrem Ende wieder und ich kann keine greifen, die für mich herausragend war oder von der ich noch mehr weiß. Da war eine Frau, die einen Buchladen hat oder darin gearbeitet hat. Eine, die einen Gedichtband geschrieben hat und später verrückt wurde. In der letzten trifft man zwei Freundinnen, die damals immer gemeinsam zur Schule gefahren sind - wobei diese Worte nicht annähernd Munros Erzählung gerecht werden. Ich kann nicht einmal in einer Rezension das Kanada heraufbeschwören der 50er Jahre, von dem sie hier erzählt. Das muss man selbst erleben oder gelesen haben von ihr. Und ich kann es jedem nur empfehlen. Munro ist nicht anstrengend. Die Erzählungen sind kurz. Nach vierzig Seiten kann man sie wieder ins Regal stellen oder in die Bücherei zurückbringen. Und irgendwann wieder vierzig Seiten lesen. Lohnen tun sich alle.
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Uff. Dies wird ein schweres Review, vor allem, weil ich keinen richtigen Vergleichsmaßstab habe. Ich weiß nicht, ob dies daran liegt, dass ich zu wenig in die Richtung von Alice Munro lese - oder dass es einfach wenig gibt, mit dem man sie vergleichen kann. Munro ist schon ein Stück unvergleichbar und einzigartig. Ihr Nobelpreis ist, soweit ich das nach einem Band beurteilen kann, auf jeden Fall verdient. In den Erzählungen, die nach dem Muster "Glaubst du, es war Liebe?" (Auch der Titel der letzten Erzählung) versammelt sind, dreht sich alles um Momentaufnahmen eines Kanadas aus der Vergangenheit. Ohne, dass es historisch sein will, werden einem doch Orte und Leben nahe gebracht, Einstellungen der Gesellschaft und gleichzeitig der Mensch an sich hinterfragt, wenn man einzelne Lebenswege verfolgt. Häufig geht es um Ehebruch in diesem Buch, zumindest häuft es sich im letzten Drittel als Thema. Was mir schwer fällt, ist nachträglich noch etwas davon zu greifen. Munro nimmt so punktuell in diese Welten und Leben mit und erzählt von ihnen, ohne dabei aufdringlich und laut zu werden. Leise verschwinden die Geschichten und Leseeindrücke nach ihrem Ende wieder und ich kann keine greifen, die für mich herausragend war oder von der ich noch mehr weiß. Da war eine Frau, die einen Buchladen hat oder darin gearbeitet hat. Eine, die einen Gedichtband geschrieben hat und später verrückt wurde. In der letzten trifft man zwei Freundinnen, die damals immer gemeinsam zur Schule gefahren sind - wobei diese Worte nicht annähernd Munros Erzählung gerecht werden. Ich kann nicht einmal in einer Rezension das Kanada heraufbeschwören der 50er Jahre, von dem sie hier erzählt. Das muss man selbst erleben oder gelesen haben von ihr. Und ich kann es jedem nur empfehlen. Munro ist nicht anstrengend. Die Erzählungen sind kurz. Nach vierzig Seiten kann man sie wieder ins Regal stellen oder in die Bücherei zurückbringen. Und irgendwann wieder vierzig Seiten lesen. Lohnen tun sich alle.





