Glaube Liebe Tod (Ein Martin-Bauer-Krimi 1)

Glaube Liebe Tod (Ein Martin-Bauer-Krimi 1)

by Peter Gallert·Book 1 of 3
Softcover
3.510
FamiliendramaBordellRheinKriminalkommissar

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Description

Woran kann man glauben in einer Welt voller Verbrechen?

Ein Polizist steht auf der Duisburger Rheinbrücke und will sich in die Tiefe stürzen. Der Seelsorger Martin Bauer soll ihn daran hindern. Er klettert einfach über das Geländer und springt selbst. Überrumpelt springt der Beamte hinterher, um Bauer zu retten. Gemeinsam können sie sich aus dem Wasser ziehen. Bauer hat hoch gepokert, aber gewonnen. Doch wenige Stunden später ist der Polizist tot, nach einem Sturz vom Deck eines Parkhauses. Ein klarer Fall von Selbstmord, gegen den Beamten wurde wegen Korruption ermittelt. Bauer weiß nicht, was er glauben soll. Und er sieht die Verzweiflung in der Familie des Toten. Auf der Suche nach der Wahrheit setzt er alles aufs Spiel ...

Book Information

Main Genre
Crime
Sub Genre
Police Procedural
Format
Softcover
Pages
416
Price
10.30 €

Author Description

Peter Gallert wurde 1962 in Bonn geboren. Ein Germanistik- und Geschichtsstudium brach er erfolgreich ab. Seit den 90er Jahren Drehbuchautor für TV-Serien (in Zusammenarbeit mit Jörg Reiter). Er ist Karate-Kindertrainer, hat drei Töchter und lebt mit seiner Familie in Köln.

Posts

3
All
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Richtig gut. Tolle Charaktere, tolle Story. Mal ein anderer Krimi. Auftakt einer Reihe?

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Glaube Liebe Tod vom Autorenduo Gallert und Reiter ist im Mai 2017 im Ullsteinverlag erschienen. Es ist der erste Band um den evangelischen Polizeiseelsorger Martin Braun und die Ermittlerin Verena Dohr, wobei jedoch der Pfarrer der Protagonist der Geschichte ist. Worum geht es? Der Auftakt zum Fall ist hervorragend konstruiert. Martin Bauer rettet auf der Duisburger Rheinbrücke einen Kollegen, der sich durch einen Sturz von einer Brücke das Leben nehmen möchte. Vier Stunden später stirbt dieser Kollege jedoch an den Folgen eines Sturzes vom Deck eines Parkhauses. Obwohl von Selbstmord ausgegangen wird, kann Bauer das nicht so richtig glauben. Meine Meinung: Martin Braun spielt seine Rolle als evangelischer Seelsorger perfekt. Nachdem für ihn die Gemeindearbeit nicht das Richtige war, arbeitet er als Polizeiseelsorger und ist somit Beistand für die Angehörigen von Verbrechensopfern, sowie für die Einsatzkräfte. Hier zeigt er sich stets authentisch. Anfangs tauscht er sich mit seinem katholischen Kollegen aus, der dann im Laufe der Handlung keine Rolle mehr spielt, wie leider auch viele weitere Personen, die in die Handlung eingeführt werden und dann nicht mehr auftauchen. Dafür gibt es von mir Abzüge, da ich immer versuche, mir Personen und die Beziehungen zueinander zu merken. Für den Umfang des Buches waren das ganz schön viele, die potentiell handlungsrelevant waren. Er stellt seine Familie nicht über andere Menschen und tut damit das, was jeder, außer der Familie selbst, von einem Pfarrer erwarten würde. Verena Dohr ist eine knallharte Ermittlerin, an deren Stuhl von einem Kollegen gesägt wird und die es auch im privaten Umfeld nicht leicht hat. Warum sie sich niemanden anvertraut, bleibt mir ein Rätsel. Die für Frauen so typische beste Freundin hat mir hier in der Handlung gefehlt, oder sonst irgendeine außenstehende Vertrauensperson von Verena. Nina und Thilo verhalten sich so, wie man es von Pubertierenden erwarten würde. Was ich trotzdem nicht verstehe ist, dass man die Tochter ohne Begleitung (zum Beispiel durch die überbesorgte Mutter) mit 15 Jahren zu einer Protestkundgebung reisen lässt, nur um sich nachher wie verrückt Sorgen zu machen. Da habe ich das erste Mal über die Mutter den Kopf geschüttelt. Hier komme ich auch zu meiner Kritik zum Frauenbild allgemein, das sehr flach gehalten wird. Verena bekommt, abseits ihrer häuslichen Geschichte, wenig Tiefe und trägt auch selbst eher passiv zur Ermittlung bei, denn der Held der Geschichte ist der Seelsorger. Sowohl Frau Bauer wie auch Frau Kunnert gehen selber keiner Erwerbstätigkeit nach, soweit ich das verstanden habe, und sitzen hauptberuflich zu Hause und machen sich Sorgen um jeweils einen Teenager. Beide nörgeln scheinbar ständig an ihren Männern herum und wundern sich dann, wenn die Beziehung nicht so richtig läuft. Auch über den Bildungshintergrund der Frauen wird nichts angegeben, so dass sie flach bleiben. Für mich ist das Frauenbild nicht mehr zeitgemäß. Die Storyline ist spannend, jedoch ist der Beginn des Buches aus meiner Sicht der beste Abschnitt. Was danach kam, war für mich vorhersehbar, obwohl ich eher wenige Krimis lese und daher oft überrascht bin von den Wendungen, die ein Buch nimmt. Viele Elemente, die mich wirklich interessiert hätten, wurden in diesem Buch nicht aufgelöst und ich fürchte, dass viele Geheimnisse in Folgebänden auch keine Rolle mehr spielen würden. Auch der Showdown am Ende war mir zu viel des Guten – hier hätte die Hälfte der Spannungselemente auch für Spannung gereicht und es hätte dann nicht so konstruiert gewirkt. Fazit: Durch den Schreibstil ließ sich das Buch gut lesen und auch Martin Braun als Protagonist überzeugt. Die Handlung ist mir zu vorhersehbar und an manchen Stellen zu dick aufgetragen.

4

Nachdem ich in letzter Zeit eher im Fantasy-/Jugendbuch-Genre hängen geblieben bin, wollte ich endlich mal wieder einen Krimi lesen, natürlich am besten einen richtig guten und spannenden. Da Krimis leider die Eigenschaft haben, sich sehr zu ähneln, wollte ich etwas sonderbares und einzigartiges und ich bin auf das Buch "Glaube Liebe Tod" gestoßen – das ein bisschen weggeht von den mürrischen, überarbeiteten, lasterfröhnenden Ermittlern und eher was neues erzählt. Was bietet sich da besser an als ein Seelsorger, ein Polizeipfarrer, der gerne ermittelt und scheinbar des öfteren über das Ziel hinausschießt? Ich fand die Geschichte rund um Polizeiseelsorger Martin Bauer sehr interessant und faszinierend. Schon die ersten Seiten haben mich total mitgerissen und waren sehr rasant geschildert. Insgesamt ist die Handlung und der Fall sehr spannend erzählt. Der Fall wird immer wieder in verschiedene Richtungen gelenkt, aber die Lösung ist doch lange nicht wirklich greifbar. Die Erzählung aus Sicht eines Polizeipfarrers fand ich vor allem deswegen so gelungen, weil er das gleiche Bedürfnis hat, den Tod eines Kollegen aufzuklären und den Täter zu schnappen, aber weit mehr Möglichkeiten ausschöpfen kann als ein normaler Polizist oder Ermittler. Dadurch, dass er als Ermittler nie wirklich ernst genommen wird, aber die Fähigkeit besitzt, bei verschiedenen Gruppen (sei es die Familie des Toten, Polizisten, Zeugen …) durch ein einfaches, vertrauenswürdiges Gespräch Informationen zu bekommen, kommt er doch oft weiter und schneller voran, ohne den offiziellen Dienstweg gehen zu müssen. Der Nachteil an der Sache ist aber auch, dass er sich oft wie ein Polizist und Ermittler aufführt, in verschiedene gefährliche Situationen kommt, ohne entsprechende Rückendeckung zu haben. Dieser schmale Grad macht das Buch sehr interessant und zu etwas besonderem. Über den Fall an sich, welche Kreise er zieht, wer verdächtig ist und ob es sich nicht doch einfach um einen Suizid handelt, möchte ich eigentlich nichts sagen. Schließlich möchte ich euch den Hauptinhalt und die Spannung nicht vorwegnehmen. Zusätzlich möchte ich aber noch für all diejenigen, die skeptisch sind bei einem Pfarrer als Hauptprotagonisten, erwähnen: Die Bibelzitate und die christliche Denkensweise werden zwar aufgegriffen, halten sich aber in Grenzen, weswegen das Buch sicher auch von Personen gelesen werden kann, die keiner Religion angehören, mit den christlichen Werten nichts anfangen können oder schlichtweg einfach nicht gläubig sind. Obwohl der Fall spannend und interessant aufbereitet ist, treten gerade gegen Ende leider ein paar Längen auf, die man hätte vermeiden können. Gerade in Krimis mag ich dieses aufgesetzte „Ist er jetzt der Mörder oder wohl vielleicht doch nicht?“ einfach nicht, nur um noch ein paar Seiten mehr rauszuholen. Vor allen Dingen dann nicht, wenn es bereits längst klar ist, wer es getan hat und aus welchem Grund. Ich hätte das Buch sicher auch gelesen, wenn es statt 416 nur 350 Seiten gehabt hätte. Das Ende des Falls und der Schluss des Buches haben mich dafür aber entschädigt, denn den fand ich sehr gut umgesetzt – vielleicht ein bisschen zu abgedreht, aber wer das besondere Etwas mag und nichts gegen das Übertriebene hat, dem wird es genauso gut gefallen, wie mir. Martin Bauer ist ein interessanter Charakter, der für mich auch im Buch durchweg gleich interessant und überzeugend bleibt. Ich hatte zwar die Befürchtung, dass sich sein Charakter, nach den ersten paar sehr spannenden und actionreichen Seiten, legt und er sehr langweilig wird, aber mir hat er in seinem Auftreten und in seinem Denken weiterhin gut gefallen. Vor allem, wie er die Dinge sieht, wie er richtig und falsch einschätzt, dass er seine Grenzen zwar kennt, aber gerne auch bereit ist, für das Wohl anderer darüber hinauszuwachsen. Sein gutes Auge, seine Menschenkenntnis und seine Empathie machen ihn zu einem sehr guten Pfarrer und zu einem noch besseren Seelsorger. Was mich allerdings an Martin Bauer gestört hat und was ich auch als Charakterschwäche empfinde, war sein Verhalten gegenüber seiner Tochter. Ganz im Ernst? Wenn meine minderjährige Tochter, ohne mein Wissen ins Nachbarland reist um dort an einer Demonstration teilzunehmen, in einer Nacht und Nebelaktion verschwindet, obwohl es vorher ganz klar verboten war, dann wäre ich nicht so cool und locker drauf und würde mir denken „Ach lass sie nur“. Ich würde spätestens zehn Minuten später im Auto sitzen und sie abholen. Faszinierend dabei war, dass Bauer ja selbst dauernd seine Gedanken darauf lenkt und sich fragt, wieso ihm seine Tochter nicht so wichtig ist wie der aktuelle Fall und warum er nicht einfach losfährt um sie zu holen. Das alles fand ich wirklich sehr seltsam und kurios und hat zwischenzeitlich auch genervt. Stellenweise habe ich mir gewünscht, er möge sich bitte endlich ins Auto setzen, seine Tochter abholen und sie nach Hause bringen, damit er sich dann in Ruhe auf den Fall konzentrieren kann. Ich habe mich natürlich im Vorfeld über die beiden Autoren informiert – schließlich hat mich interessiert, warum zwei Autoren sich zusammengeschlossen haben, um ein Buch zu schreiben. Ich weiß, dass das öfter vorkommt, aber aus irgendeinem Grund hat mich meine Neugier gepackt und ich habe mir die Autorenseiten genauer angesehen. Dabei ist mir dann aufgefallen, dass beide Autoren, Jörg Reiter und Peter Gallert, Drehbuchautoren sind, was man meiner Meinung nach auch auf jeden Fall im Buch wahrnimmt. Es gibt mehrere spektakuläre Szenen, die Geschichte ist actionreich und lebt von den eindeutigen Bildern, die im Kopf des Lesers erzeugt werden. Das deutet natürlich auf seinen sehr guten Schreibstil hin, der nicht nur spannend erzählt, sondern auch mühelos den Leser in seinen Bann schlägt. Fazit Mir hat der Fall in "Glaube Liebe Tod" und die besondere Komponente des Polizeiseelsorgers sehr gut gefallen. Einige kleinere Schwächen, wie der nervige Nebenplot seiner Tochter und die Längen gegen Ende hätten man sicher vermeiden oder besser machen können, lassen den Krimi aber trotzdem als sehr solides, spannendes und solides Debüt-Buch erscheinen.

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