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Gestern war auch schon ein Tag

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About the book

Susan fehlt ein Bein. Marta spuckt Blut. Und Henning lügt so lange, bis er die Wahrheit sagt. Die Figuren, die Finn-Ole Heinrich in seinen Geschichten versammelt, werden nicht geschont. Vielmehr wird klar: Alles ist zerbrechlich, es gibt keine Sicherheit, man kann jederzeit untergehen. Es geht also nur darum, wie gut man schwimmen kann. Die ersten beiden Bücher von Finn-Ole Heinrich, "die taschen voll wasser" (Erzählungen, 2005) und "Räuberhände" (Roman, 2007), wurden von Lesern und Presse gefeiert. Mit "Gestern war auch schon ein Tag" erreicht sein Schreiben eine neue Stufe. Diese Texte hinterlassen in ihrer Ehrlichkeit, sprachlichen Klarheit, ihrer Sensibilität und auch in ihrem Humor beim Leser eine Faszination, die lange trägt. Die Form der Erzählung von ihrer besten Seite.

Editions (2)

ISBN9783938539149
Publishermairisch Verlag
Publication Date10/31/09
Pages160

Reviews & Ratings

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4.5

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  • xtotox
    xtotox

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    4.5

    Finn Ole Heinrichs Sammlung überzeugt durch eine radikale Präzision. Die Geschichten sind kurz, sitzen wie Schläge oder wie Nadelstiche, sie sparen Ausschmückung und vertrauen stattdessen auf genau gewählte Sätze. Diese Ökonomie ist hier nicht minimalistisch um der Form willen, sie ist ästhetisch begründet. Was bleibt, sind Figuren und Situationen, die sich schnell einprägen, oft unbequem sind und einen nachhaltig nachdenken lassen. Stilistisch beeindruckt das Buch durch klare Beobachtungen, eine schnörkellose Stimme und eine unverstellte Ehrlichkeit. Heinrich schafft es, mit wenigen Worten Charakterzüge, Machtverschiebungen und zwischenmenschliche Peinlichkeiten sichtbar zu machen. Viele Texte arbeiten mit einer leisen Unordnung. Es gibt keine großen Erklärungen, stattdessen kleine, präzise Details, die sich nach und nach zu einer moralischen Lage zusammenfügen. Das erzeugt Spannung, weil der Leser aktiv mitdenken muss, um die Lücken zu füllen. Inhaltlich sind die Geschichten oft unangenehm. Manche Figuren bleiben unsympathisch, manche Entscheidungen wirken verstörend. Genau darin liegt aber oft die Stärke des Buches. Heinrich zeigt Menschen in Momenten, in denen soziale Masken rutschen, und macht deutlich, wie dünn der spontane Schleier über dem eigenen Handeln sein kann. Er begibt sich in Bereiche von Scham, Scheitern und stiller Gewalt, ohne zu verurteilen und ohne zu romantisieren. Das Ergebnis ist selten bequem lesbar, aber häufig aufrüttelnd. Einzig und allein kritisch anzumerken ist, dass durch eine sich wiederholdende Erzählweise der Geschichten, Variationen wenig vorhanden sind.

    Nov 28, 2025

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