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Romane

Gestern war auch schon ein Tag

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Über das Buch

Susan fehlt ein Bein. Tom ist die Treppe runtergefallen. Und Henning lügt so lange, bis er die Wahrheit sagt. Finn-Ole Heinrich erzählt von Menschen, die ins Schwanken gekommen sind, die das Leben mit aller Härte umgeworfen hat. Und die nun wieder aufstehen müssen. Finn-Ole Heinrich zählt zu den großen Talenten der deutschen Gegenwartsliteratur. Bereits seine ersten beiden Bücher, "die taschen voll wasser" (Erzählungen, 2005) und "Räuberhände" (Roman, 2007) sowie sein erstes Kinderbuch "Frerk, du Zwerg" (2011) wurden von Lesern und Presse gefeiert. Mit "Gestern war auch schon ein Tag" erreicht sein Schreiben jetzt eine neue Stufe. Diese Texte hinterlassen in ihrer Ehrlichkeit, sprachlichen Klarheit, ihrer Sensibilität und auch in ihrem Humor beim Leser eine Faszination, die lange trägt.

Editionen (2)

ISBN9783938539927
Verlagmairisch Verlag
Erscheinungsdatum23.01.13
Seitenzahl160

Rezensionen & Bewertungen

1 Bewertungen

1 Rezensionen

4,5

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  • xtotox
    xtotox

    24 Follower

    4,5

    Finn Ole Heinrichs Sammlung überzeugt durch eine radikale Präzision. Die Geschichten sind kurz, sitzen wie Schläge oder wie Nadelstiche, sie sparen Ausschmückung und vertrauen stattdessen auf genau gewählte Sätze. Diese Ökonomie ist hier nicht minimalistisch um der Form willen, sie ist ästhetisch begründet. Was bleibt, sind Figuren und Situationen, die sich schnell einprägen, oft unbequem sind und einen nachhaltig nachdenken lassen. Stilistisch beeindruckt das Buch durch klare Beobachtungen, eine schnörkellose Stimme und eine unverstellte Ehrlichkeit. Heinrich schafft es, mit wenigen Worten Charakterzüge, Machtverschiebungen und zwischenmenschliche Peinlichkeiten sichtbar zu machen. Viele Texte arbeiten mit einer leisen Unordnung. Es gibt keine großen Erklärungen, stattdessen kleine, präzise Details, die sich nach und nach zu einer moralischen Lage zusammenfügen. Das erzeugt Spannung, weil der Leser aktiv mitdenken muss, um die Lücken zu füllen. Inhaltlich sind die Geschichten oft unangenehm. Manche Figuren bleiben unsympathisch, manche Entscheidungen wirken verstörend. Genau darin liegt aber oft die Stärke des Buches. Heinrich zeigt Menschen in Momenten, in denen soziale Masken rutschen, und macht deutlich, wie dünn der spontane Schleier über dem eigenen Handeln sein kann. Er begibt sich in Bereiche von Scham, Scheitern und stiller Gewalt, ohne zu verurteilen und ohne zu romantisieren. Das Ergebnis ist selten bequem lesbar, aber häufig aufrüttelnd. Einzig und allein kritisch anzumerken ist, dass durch eine sich wiederholdende Erzählweise der Geschichten, Variationen wenig vorhanden sind.

    28. Nov. 2025

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