Geschichte der Unordnung

Geschichte der Unordnung

Hardback
3.710

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Description

Als der Vater bei einem Unfall stirbt, findet die idyllische Waldorf-Kindheit des Erzählers ein plötzliches Ende. Nun regiert Unordnung, auch in ihm. Er versteckt seine Trauer und seine Angst. Die Mutter zieht sich zurück, und er wohnt ständig bei Freunden, entwickelt ein fatales Gespür dafür, was er tun muss, um gemocht zu werden. Und das will er. Er will geliebt und bewundert werden, will Schriftsteller sein und dazugehören: zur coolen kulturellen Hautevolee Berlins, wohin er nach der Schule zieht, ausgeht, feiern geht. Doch wie eine verborgene Strömung lauern die Angstgefühle in ihm. Bis er sich seiner Geschichte stellt.

»In einer klaren poetischen Sprache erzeugt Simon Elson intensive Bilder.« Bücher – Das Magazin

»In diesem gradlinig geschriebenem Coming-of-Age-Roman gewinnt am Ende das Zarte und Zugewandte.« Monopol

»Es ist lange her, dass ich ein Buch gelesen habe, das so ehrlich und doch so schön und sorgfältig geschrieben ist. Es gibt kein Verstecken, keine Nebengeräusche, und es will sich nicht an das passen, was die meisten Schriftsteller heutzutage tun – nicht an den Literaturbetrieb –, sondern allein an eine innere Stimme. Und dabei werden auch hervorragende Porträts von Freunden, Bekannten, Familienmitgliedern gezeichnet – das ist eine echte literarische Leistung. Mit einem Wort, ein sehr schönes Buch, das mich tief berührt hat. Es war für mich ein Erlebnis, es zu lesen.« László F. Földényi

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
189
Price
22.70 €

Author Description

Simon Elson, geboren 1980 in Hamburg, schreibt in Berlin hin und wieder für »Weltkunst« und »Monopol«, eigentlich aber Bücher. Sein DER KUNSTKENNER (2016) ist die erste Biografie des deutsch-jüdischen Kunstkenners und Museumsdirektors Max J. Friedländer. Mit DER WOLKENSAMMLER (2020) taucht Elson tief in das kulturelle und naturwissenschaftliche Phänomen der Wolke. MACHT DER STILLE (2022) ist die erste deutschsprachige Monografie zum dänischen Landschaftsmaler Janus la Cour (1837-1909) – und jüngst hat Elson als redaktioneller Mitarbeiter das historische Monumentalwerk Die Flamme der Freiheit (2022) zur Revolution von 1848 intensiv betreut. »Geschichte der Unordnung« ist sein erster Roman.

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GESCHICHTE DER UNORDNUNG „Wir hatten unsere Katastrophe überlebt, doch sie hatte uns getrennt. Wir wurden nie wieder ein Ganzes.” I N H A L T: Als der Vater bei einem Unfall stirbt, findet die idyllische Waldorf-Kindheit des Erzählers ein jähes Ende. Nun regiert Unordnung, auch in ihm. Er versteckt seine Trauer und seine Angst. Die Mutter zieht sich zurück, und er wohnt ständig bei Freunden, entwickelt ein fatales Gespür dafür, was er tun muss, um gemocht zu werden. Und das will er. Er will geliebt und bewundert werden, will Schriftsteller sein und dazugehören: zur coolen kulturellen Hautevolee Berlins, wohin er nach der Schule zieht. Doch wie eine verborgene Strömung lauern die Angstgefühle in ihm, die ihn lähmen, immer mehr, bis er sich kaum noch bewegen kann. M E I N E M E I N U N G: Simon Elson kann schreiben und wie! Seinen Coming-of-age Roman, der autobiographisch ist, habe ich binnen eines Tages verschlungen. Elson erzählt von seiner Kindheit in einer Öko-Familie, der Bruch der Familie durch den plötzlichen Tod des Vaters, einem suchenden Jugendlichen und seinen ersten Beziehungen und dem Schritt in das Erwachsen werden. Er umfasst eine Zeitspanne vom Kindergartenalter bis hin zu seinem vierzigjährigen Ich. Vor allem seine wilde Öko-Kindheit zum roßen Waldgarten, die Beziehung zu den Familienmitgliedern, der chaotisch-liebevolle Alltag und die große Freiheiten habe ich mit großem Interesse gelesen. Antikapitalistisch, Anthroposophisch und Freiheitsliebend. Der Bruch, ausgelöst durch den Tod des Vaters, ist dramatisch und lässt die Familie in viele Einzelteile zersplittern. Elson erzählt von dem danach. Von seiner Sprachlostigkeit, der Suche nach Halt und die aufkeimende Verzweiflung. Elson ist ruhelos. Sein Schreibstil ist außergewöhnlich: Intensiv, mitreißend und entwaffnend. Die Länge des Buches perfekt. Einzig den Mittelteil ist etwas schwächer. Über das grandiose Cover müssen wir nicht reden. Von der gut behüteten Öko-Kindheit in Hamburg zu einem zweifelnden, orientierungslosen Erwachsenen, der von seinen Gefühlen immer wieder eingeholt wird. Sprachgewaltig und berührend.

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4

Für die „Geschichte der Unordnung“ sollte man sich einen Tag freischaufeln und es in einem Rutsch lesen. Es ist stellenweise ein ziemlich wilder Ritt, dem ich zugegebenermaßen nicht immer zu 100% folgen konnte aber das ist auch gar nicht schlimm, denn das, was Simon rüberbringen will, schafft er. Und zwar so intensiv das ich mein Herz jetzt ein bisschen kleben muss.

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Die „Geschichte der Unordnung“ ist ein mutiges und gleichzeitig starkes autobiografisches Buch, das mich sehr berührt hat und Einblicke darüber gewährt, wie schwerwiegend und nachhaltig tiefgründige Verluste eine Kindheit prägen können.

4

Ein Grundstück im Wald, eine geborgene Kindheit, verständnisvolle Eltern, die fördern anstatt zu fordern… Insgesamt sehr gute Voraussetzungen für ein glückliches, gesundes Aufwachsen. Doch dann stirbt der Vater bei einem Unfall und alles ändert sich. Die Mutter versinkt in einer tiefen Depression, das Kind ist auf sich allein gestellt, sucht Liebe und Zuneigung, findet jedoch nur Einsamkeit. Auch der spätere Erwachsene kommt von diesem Verlust bzw. den Folgen, die dieser hinterlassen hat nicht los, verliert sich in Alkohol, Drogen und falschen Freunden, sucht nach Anerkennung und gerät schlussendlich in den Strudel einer ausgewachsenen Panikstörung. - „Was bedeutet Verlust einer Bezugsperson in früher Kindheit? Welche Auswirkungen hat es auf das spätere Leben? Wie kann man einen Umgang damit erlernen, wenn man keine Vorbilder hat und nicht darüber gesprochen wird?“ Diesen und anderen Fragen geht Simon Elson in „Geschichte der Unordnung“ auf den Grund. Der Titel ist hier sehr treffend, denn genau das ist es. Es ist eine Erfahrung, die ein geordnetes Leben aus der Bahn werfen kann. Die für Chaos sorgt, welches anhält, weil keine Möglichkeit zum Wiedererlangen der Ordnung da ist. Und die das gesamte Leben beeinflusst. Die Geschichte zeigt, was es bedeuten kann ein Leben zu führen, wenn im Inneren Unordnung herrscht. Sehr ehrlich und reflektiert beschreibt Elson sein Erleben, hinterfragt Dinge, zieht Schlüsse. Aus der Erzählung geht klar hervor, dass er sein Leben lang nur eins wollte: gesehen werden und das um jeden Preis. Er schafft es tiefes Mitgefühl für den kleinen Jungen, der er irgendwie noch immer zu seien scheint, zu erzeugen, auch wenn viele seiner Handlungen unüberlegt und selbstzerstörerisch sind. Ebenso lässt er Verständnis für die Mutter entstehen, was ich bemerkenswert finde, denn trotz der absolut falschen Umgangsweise mit dem ganzen Thema und in diesem Zusammenhang auch mit dem Kind, wird klar, dass sie einfach nicht anders konnte. Elsons Roman ist ein sehr gelungenes Porträt und eine vielschichtige Betrachtung von Tod, Trauer, Verlust und Trauma. Von mir gibts definitiv eine Leseempfehlung, seid aber achtsam, wenn ihr euch die Themen oder die Beschreibung einer Panikattacke triggert.

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Den Anfang fand ich toll, aber später habe ich einfach den Faden verloren und mich gelangweilt.

Anfang stark, ab Mitte Mist...

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