Germania

Germania

Hardback
4.14
FrühzeitStämmeReligionLateinisch Deutsch

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Description

Tacitus ist der bedeutendste römische Historiker der Kaiserzeit, des 1. bis 3. Jahrhunderts n. Chr. Neben den 'Annalen' und den 'Historien' gilt die 'Germania', erschienen 98 n. Chr., als eine seiner interessantesten Schriften. Aufgeteilt in 46 kurze Sektionen, beschäftigt sie sich in einem ersten Teil mit Herkunft, Land und Lebensformen der Germanen und charakterisiert in einem zweiten Teil die verschiedenen Stämme. Der Text galt lange als verschollen. Wiederentdeckt wurde das Werk erst in der Renaissance und war seitdem oft Gegenstand hart geführter Kontroversen. Zweisprachige Ausgabe Lateinisch und Deutsch, übersetzt von Arno Mauersberger, mit Einleitung und Kommentar.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
History & Archaeology
Format
Hardback
Pages
192
Price
5.95 €

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1
All
4

Er bringt uns eine volksgruppe oder einen Stern näher und gibt einen Einblick in die antike Welt

Wenn man den Namen Tacitus hört, denkt man sofort an das alte Rom, an die Zeit, in der Geschichtsschreiber noch Augenzeugen waren – und an einen Mann, dem man bis heute nachsagt, dass er seine Zeit nicht ausschmückte, sondern die Dinge so niederschrieb, wie sie wirklich waren. Und genau das spürt man, wenn man sein Werk „Germania“ aufschlägt: Hier begegnet man einem Text, der roh, dicht, fast schon sperrig ist – aber gerade deshalb faszinierend. Ich muss ehrlich sagen: Das Lesen war nicht einfach. Die vielen Stämme, die Tacitus beschreibt – Cherusker, Chatten, Sueben, Langobarden und wie sie alle heißen – fliegen einem regelrecht um die Ohren. Man weiß manchmal gar nicht mehr, wo man sich gerade auf der antiken Landkarte befindet. Es ist, als würde man durch ein undurchdringliches Waldmeer stapfen, in dem jeder Baum ein neuer Stamm, jede Lichtung ein neuer Brauch ist. Und trotzdem hat mich das Buch gepackt. Was mich am meisten beeindruckt hat, war die Art und Weise, wie Tacitus die Germanen beschreibt. Nicht als wilde Barbaren, wie es spätere Zeiten gern getan haben, sondern als Menschen mit eigenen Werten, Stolz und Würde. Ihre Einfachheit, ihre Treue, ihre Tapferkeit – all das schildert Tacitus mit einer Mischung aus römischer Distanz und ehrlicher Bewunderung. Er sieht in ihnen so etwas wie das unverfälschte Gegenbild zur römischen Dekadenz: Menschen, die noch naturverbunden, klar und unbestechlich sind. Natürlich – ganz ohne Ausschmückung kommt auch Tacitus nicht aus. Wenn er etwa über die Kleidung der Germanen, ihren Handel oder die Gestalt des Landes schreibt, merkt man, dass sein Blick ein römischer bleibt. Er beobachtet mit Staunen, aber auch mit einem Hauch von Überheblichkeit. Besonders kurios fand ich seine Vorstellung von der Welt selbst: Tacitus war ja – wie viele seiner Zeitgenossen – der Meinung, dass die Erde eine Scheibe sei. Und wie er das in der „Germania“ durchblicken lässt, hat fast schon etwas Poetisches. Trotz dieser antiken Weltsicht ist „Germania“ ein Werk, das heute noch fasziniert, weil es uns einen Blick in die Seele eines Volkes gibt, das später die Geschichte Europas prägen sollte. Tacitus hält der Welt einen Spiegel vor – und während er über die Germanen schreibt, beschreibt er letztlich auch das moralische Verfallen seines eigenen Roms. Beim Lesen schwankte ich also zwischen Bewunderung und Verwirrung: Bewunderung für die Klarheit seiner Beobachtungen, Verwirrung angesichts der Dichte seiner Sprache. Aber genau das macht die „Germania“ zu einem besonderen Buch – kein Werk, das man nebenbei liest, sondern eines, in das man hineintauchen muss, Satz für Satz, Stamm für Stamm. Und am Ende, als ich das Buch zuschlug, blieb dieses Gefühl: Tacitus hat die Germanen nicht verklärt, aber er hat sie verstanden. Und damit auch uns ein Stück Geschichte geschenkt, das ehrlicher kaum sein könnte. Mein Fazit: Wenn ihr einmal wirklich ein antikes Werk lesen wollt – eines, das nicht nur erzählt, sondern ein ganzes Volk lebendig macht – dann greift zu „Germania“ von Tacitus. Es ist fordernd, manchmal verwirrend, aber zutiefst faszinierend. Ein Stück Geschichte, das man nicht nur liest, sondern erlebt.

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