Gelber Krokus
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Description
Bereits Augenblicke nachdem Lisbeth geboren ist, wird sie ihrer Mutter weggenommen und Mattie übergeben, einer jungen Sklavin, die man von ihrem eigenen Kind getrennt hat, damit sie dem Baby als Amme dienen kann. So beginnt eine intensive Beziehung, die das Leben der beiden Frauen auf Jahrzehnte hinaus prägen wird. Obwohl Lisbeth ein privilegiertes Leben führt, findet sie bei ihrer überforderten Mutter und ihrem distanzierten Vater, der Sklaven hält, nichts als Einsamkeit. Im Laufe der Zeit wird immer mehr Mattie zu ihrer Familie. Die Besuche des Mädchens in den Sklavenunterkünften – und der lebendigen und liebevollen Gemeinschaft – schweißen die beiden noch mehr zusammen. Aber können zwei Frauen unter derartig unterschiedlichen Bedingungen ein solch enges Band schmieden, ohne dass es Folgen hat? Diese tief bewegende Geschichte einer ungewöhnlichen Beziehung folgt den beiden sehr unterschiedlichen Frauen auf ihrer Suche nach Freiheit und Würde.
Book Information
Posts
Gelber Krokus erinnert ein bisschen an vom Winde verweht, ist aber deutlich kritischer. Die Autorin bemüht sich, den Leser teilhaben zu lassen an der unmenschlichen Situation der Sklaven vor dem Bürgerkrieg und leider auch oftmals noch danach. Das Buch ist einfach geschrieben und gut lesbar. Die beiden Nachfolgebände habe ich auch gelesen, das erste hat mir am besten gefallen.
Hattie genießt die letzten Momente mit ihrem Sohn, denn schon bald wird sie als Amme ins Herrenhaus geholt und muss die kleine Miss Elizabeth versorgen. Wider erwartend schließt sie das kleine Mädchen in ihr Herz. Als sie getrennt werden sollen, wird Lizbeth so krank, dass die Familie ein Einsehen hat und Hattie weiterhin den Kontakt zu ihrem Schützling erlaubt. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, denn Hattie ist Elizabeth näher als ihre eigene Mutter. Als Jahre später Hatties Sohn an andere Sklavenbesitzer verkauft wird und fliehen konnte, hält auch Hattie nichts mehr und sie flieht mit ihrem zweiten Kind. Lizbeth bleibt allein zurück und soll durch Heirat das Vermögen des Vaters vermehren. Dann erwischt sie jedoch ihren Zukünftigen, wie er eine Sklavin missbraucht und in ihr weckt sich der Widerspruchsgeist. Eine wundervolle Geschichte um eine Freundschaft zwischen Sklavin und Plantagenerbin. Es hat Spaß gemacht mich in diese Zeit zu vertiefen, auch wenn das Buch an einigen Stellen erzählerische Lücken aufweist. Manchmal verläuft alles zu glatt. Hatties Flucht, das unerlaubte Lernen unter der Trauerweide, die Rebellion von Lizbeth und am Ende ist für alle alles gut. Mit Miss Elizabeth hatte ich ohnehin so meine Schwierigkeiten. Als Teenager erscheint sie mir recht angepasst. Sie ist viel zu sehr damit beschäftigt den richtigen Beau zu finden und dass sie sich unbeaufsichtigt bei den Sklavenunterkünften aufhalten kann, finde ich auch eher fragwürdig. Der seichte Schreibstil bewirkt, dass die Dramatik des Themas ein bisschen auf der Strecke bleibt und auch Hatties Leiden nicht wirklich in den Vordergrund treten kann. Zumal Hattie ja stellvertretend für die Menschenverachtung steht, mit der Sklaven damals behandelt wurden. Für meinen Geschmack blieb auch der Südstaatenflair, den ich in Büchern wie „Vom Winde verweht“, „Scarlett“ oder „Fackeln im Sturm“ fand, auf der Strecke. Dem ganzen Werk fehlt es meiner Meinung nach an Authentizität. Spaß gemacht hat es ab dem Teil, an dem Lizbeth ihren Eltern die Zähne zeigt und gegen deren Willen jemand anderen heiratet, da kam endlich mal ein bisschen Leben in die Story- Alles in allem bietet das Werk ein paar vergnügliche Lesestunden, aber ich würde „The Help“ von Kathryn Stockett vorziehen wenn es um gemischtrassige Frauenfreundschaften geht.
Hier bekommt der Leser eine Geschichte aus den Südstaaten der USA, als Sklavenhaltung noch normal, erlaubt und als notwendig erachtet wurde. Weiße waren der Überzeugung, dass ihre Sklaven ohne sie nicht hätten überleben können, nicht die gleichen Emotionen hätten und nicht gänzlich zu 100% Menschen wären. Wir schreiben April 1837, als die kleine Elizabeth geboren wird, die von ihrer schwarzen Amme Mattie den Kosenamen Lisbeth bekommt. Laila Ibrahim hat mit Mattie und Lisbeth zwei interessante und starke Protagonistinnen geschaffen, die einen Teil ihres Lebens zusammen verbringen, der sie aber für ihr weiteres Leben stark geprägt hat. Lisbeth wuchs zwar mit der Vorstellung auf, dass Sklaven notwendig und Gottes Wille waren, sie aber dennoch nie ein Recht auf Freiheit und Gleichberechtigung hätten. Sie waren dazu da, das Leben der weißen Gesellschaft zu erleichtern, damit diese sich auf die wirklich wahren und wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren konnte: ein angenehmes und unbeschwertes Leben führen, standesgemäß heiraten, Kinder kriegen, Geld verdienen und vermehren und den eigenen Status sichern. So wuchs Lisbeth mit den Gedanken auf, die möglichst beste Partie als Ehemann zu ergattern, um ihrer Familie ein noch besseres Ansehen zu bescheren. Doch kurz vor ihrer Hochzeit mit dem Sohn der reichsten und angesehensten Familie im Umkreis macht Lisbeth eine Entdeckung, die ihr den Boden unter den Füßen entzieht. Die Autorin schafft es durch angenehme und klare Sprache, die nie verkitscht klingt, uns in das Leben der beiden Protagonistinnen zu ziehen. Mit großer Spannung verfolgte ich die Entwicklung Lisbeths und den Wunsch und Drang nach Freiheit von Mattie und ihrer Familie, von der sie eine lange Zeit getrennt wurde, denn als Amme hatte sie im Haus der Herrschaft zu wohnen und konnte nur noch aus dem Fenster auf die Baracken der Sklaven schauen, die früh morgens sich auf dem Weg zur Arbeit aufs Feld machten und erst spät abends wieder müde und geschafft zurückkamen. Laila Ibrahim gelingt es auf brutale Szenen zu verzichten und dennoch das erdrückende Gefühl der Freiheitsberaubung und der Ungerechtigkeit, die den Sklaven auf den Plantagen widerfährt, vors Auge zu bringen. Einige Male wurde ich mit dem Handlungsverlauf überrascht und freute mich sehr über den authentischen Schluss. Zum Hörbuch: Yara Blümel ist als Sprecherin in vielen bekannten und vertonten Büchern, wie die von Ulrike Renk, Sarah Lark, Sina Trinkwalder, Petra Hülsmann, Kai Meyer und anderen zu finden. Souverän gibt sie beiden Protagonistinnen ihre eigene Stimme und einen eigenen Charakter. Ich habe ihr sehr, sehr gerne zugehört. Fazit: Ein (Hör)Buch, das mir zufällig über den Weg gelaufen ist, mich aber sehr gut unterhalten hat und trotzdem die schlimme Zeit der Sklavenhaltung aufleben ließ. Und wieder bin ich zufällig darüber gestolpert, dass dies der erste Teil von mehreren ist. Der Nachfolgeband "Eine handvoll Senfkörner" erscheint nämlich Ende Mai diesen Jahres und nimmt uns mit ins Jahr 1868, ein paar Jahre nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Absolute Lese- und Hörempfehlung!
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Bereits Augenblicke nachdem Lisbeth geboren ist, wird sie ihrer Mutter weggenommen und Mattie übergeben, einer jungen Sklavin, die man von ihrem eigenen Kind getrennt hat, damit sie dem Baby als Amme dienen kann. So beginnt eine intensive Beziehung, die das Leben der beiden Frauen auf Jahrzehnte hinaus prägen wird. Obwohl Lisbeth ein privilegiertes Leben führt, findet sie bei ihrer überforderten Mutter und ihrem distanzierten Vater, der Sklaven hält, nichts als Einsamkeit. Im Laufe der Zeit wird immer mehr Mattie zu ihrer Familie. Die Besuche des Mädchens in den Sklavenunterkünften – und der lebendigen und liebevollen Gemeinschaft – schweißen die beiden noch mehr zusammen. Aber können zwei Frauen unter derartig unterschiedlichen Bedingungen ein solch enges Band schmieden, ohne dass es Folgen hat? Diese tief bewegende Geschichte einer ungewöhnlichen Beziehung folgt den beiden sehr unterschiedlichen Frauen auf ihrer Suche nach Freiheit und Würde.
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Gelber Krokus erinnert ein bisschen an vom Winde verweht, ist aber deutlich kritischer. Die Autorin bemüht sich, den Leser teilhaben zu lassen an der unmenschlichen Situation der Sklaven vor dem Bürgerkrieg und leider auch oftmals noch danach. Das Buch ist einfach geschrieben und gut lesbar. Die beiden Nachfolgebände habe ich auch gelesen, das erste hat mir am besten gefallen.
Hattie genießt die letzten Momente mit ihrem Sohn, denn schon bald wird sie als Amme ins Herrenhaus geholt und muss die kleine Miss Elizabeth versorgen. Wider erwartend schließt sie das kleine Mädchen in ihr Herz. Als sie getrennt werden sollen, wird Lizbeth so krank, dass die Familie ein Einsehen hat und Hattie weiterhin den Kontakt zu ihrem Schützling erlaubt. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, denn Hattie ist Elizabeth näher als ihre eigene Mutter. Als Jahre später Hatties Sohn an andere Sklavenbesitzer verkauft wird und fliehen konnte, hält auch Hattie nichts mehr und sie flieht mit ihrem zweiten Kind. Lizbeth bleibt allein zurück und soll durch Heirat das Vermögen des Vaters vermehren. Dann erwischt sie jedoch ihren Zukünftigen, wie er eine Sklavin missbraucht und in ihr weckt sich der Widerspruchsgeist. Eine wundervolle Geschichte um eine Freundschaft zwischen Sklavin und Plantagenerbin. Es hat Spaß gemacht mich in diese Zeit zu vertiefen, auch wenn das Buch an einigen Stellen erzählerische Lücken aufweist. Manchmal verläuft alles zu glatt. Hatties Flucht, das unerlaubte Lernen unter der Trauerweide, die Rebellion von Lizbeth und am Ende ist für alle alles gut. Mit Miss Elizabeth hatte ich ohnehin so meine Schwierigkeiten. Als Teenager erscheint sie mir recht angepasst. Sie ist viel zu sehr damit beschäftigt den richtigen Beau zu finden und dass sie sich unbeaufsichtigt bei den Sklavenunterkünften aufhalten kann, finde ich auch eher fragwürdig. Der seichte Schreibstil bewirkt, dass die Dramatik des Themas ein bisschen auf der Strecke bleibt und auch Hatties Leiden nicht wirklich in den Vordergrund treten kann. Zumal Hattie ja stellvertretend für die Menschenverachtung steht, mit der Sklaven damals behandelt wurden. Für meinen Geschmack blieb auch der Südstaatenflair, den ich in Büchern wie „Vom Winde verweht“, „Scarlett“ oder „Fackeln im Sturm“ fand, auf der Strecke. Dem ganzen Werk fehlt es meiner Meinung nach an Authentizität. Spaß gemacht hat es ab dem Teil, an dem Lizbeth ihren Eltern die Zähne zeigt und gegen deren Willen jemand anderen heiratet, da kam endlich mal ein bisschen Leben in die Story- Alles in allem bietet das Werk ein paar vergnügliche Lesestunden, aber ich würde „The Help“ von Kathryn Stockett vorziehen wenn es um gemischtrassige Frauenfreundschaften geht.
Hier bekommt der Leser eine Geschichte aus den Südstaaten der USA, als Sklavenhaltung noch normal, erlaubt und als notwendig erachtet wurde. Weiße waren der Überzeugung, dass ihre Sklaven ohne sie nicht hätten überleben können, nicht die gleichen Emotionen hätten und nicht gänzlich zu 100% Menschen wären. Wir schreiben April 1837, als die kleine Elizabeth geboren wird, die von ihrer schwarzen Amme Mattie den Kosenamen Lisbeth bekommt. Laila Ibrahim hat mit Mattie und Lisbeth zwei interessante und starke Protagonistinnen geschaffen, die einen Teil ihres Lebens zusammen verbringen, der sie aber für ihr weiteres Leben stark geprägt hat. Lisbeth wuchs zwar mit der Vorstellung auf, dass Sklaven notwendig und Gottes Wille waren, sie aber dennoch nie ein Recht auf Freiheit und Gleichberechtigung hätten. Sie waren dazu da, das Leben der weißen Gesellschaft zu erleichtern, damit diese sich auf die wirklich wahren und wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren konnte: ein angenehmes und unbeschwertes Leben führen, standesgemäß heiraten, Kinder kriegen, Geld verdienen und vermehren und den eigenen Status sichern. So wuchs Lisbeth mit den Gedanken auf, die möglichst beste Partie als Ehemann zu ergattern, um ihrer Familie ein noch besseres Ansehen zu bescheren. Doch kurz vor ihrer Hochzeit mit dem Sohn der reichsten und angesehensten Familie im Umkreis macht Lisbeth eine Entdeckung, die ihr den Boden unter den Füßen entzieht. Die Autorin schafft es durch angenehme und klare Sprache, die nie verkitscht klingt, uns in das Leben der beiden Protagonistinnen zu ziehen. Mit großer Spannung verfolgte ich die Entwicklung Lisbeths und den Wunsch und Drang nach Freiheit von Mattie und ihrer Familie, von der sie eine lange Zeit getrennt wurde, denn als Amme hatte sie im Haus der Herrschaft zu wohnen und konnte nur noch aus dem Fenster auf die Baracken der Sklaven schauen, die früh morgens sich auf dem Weg zur Arbeit aufs Feld machten und erst spät abends wieder müde und geschafft zurückkamen. Laila Ibrahim gelingt es auf brutale Szenen zu verzichten und dennoch das erdrückende Gefühl der Freiheitsberaubung und der Ungerechtigkeit, die den Sklaven auf den Plantagen widerfährt, vors Auge zu bringen. Einige Male wurde ich mit dem Handlungsverlauf überrascht und freute mich sehr über den authentischen Schluss. Zum Hörbuch: Yara Blümel ist als Sprecherin in vielen bekannten und vertonten Büchern, wie die von Ulrike Renk, Sarah Lark, Sina Trinkwalder, Petra Hülsmann, Kai Meyer und anderen zu finden. Souverän gibt sie beiden Protagonistinnen ihre eigene Stimme und einen eigenen Charakter. Ich habe ihr sehr, sehr gerne zugehört. Fazit: Ein (Hör)Buch, das mir zufällig über den Weg gelaufen ist, mich aber sehr gut unterhalten hat und trotzdem die schlimme Zeit der Sklavenhaltung aufleben ließ. Und wieder bin ich zufällig darüber gestolpert, dass dies der erste Teil von mehreren ist. Der Nachfolgeband "Eine handvoll Senfkörner" erscheint nämlich Ende Mai diesen Jahres und nimmt uns mit ins Jahr 1868, ein paar Jahre nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Absolute Lese- und Hörempfehlung!










