Gegen das Schweigen

Gegen das Schweigen

Hardback
3.52

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Description

Von den ersten Nachkriegsjahren durch die Wirtschaftswunderzeit in die „Swinging Sixties“: Geschichten wie ihre waren jahrzehntelang kaum erzählbar. Die Geschichte der Kindheit in Ostwestfalen, der Schülerin mit Liebe zur Musik, der Studentin an der Uni Hamburg ist auch die Geschichte einer lesbischen jungen Frau im Zeitalter der Ultra-Homophobie. Im Sommer 2020 schrieb Luise F. Pusch ihre Erinnerungen an ihre bedrückende lesbische Kindheit und Jugend auf. Als Trigger wirkte der Corona-Lockdown: Auch in den reaktionären 1950er und 1960er Jahren bis weit über die sogenannte sexuelle Revolution hinaus waren Kontakte mit Mitmenschen bedrohlich, Gesellschaft gefährlich, Alleinsein Rettung und Erholung vom Zwang zur Verstellung und von lähmender Angst. Schwule Schriftsteller wie Paul Monette, Didier Eribon, Douglas Stuart oder Daniel Schreiber haben erschütternde Berichte über die Kämpfe und Krämpfe ihrer schwulen Kindheits- und Jugendjahre vorgelegt. Lesben haben weiter geschwiegen. Luise F. Pusch bricht dieses lesbische Schweigen über das unerträgliche Heranwachsen in jenen homophoben Nachkriegsjahrzehnten. So persönlich wie reflektiert legt die feministische Sprachwissenschaftlerin Zeugnis ab von einer bislang vielverschwiegenen Realität: „Was uns angetan wurde, muss endlich ans Licht“, sagt sie, „damit nicht die gleichen Fehler immer wieder passieren und um künftiges Leid zu verhindern.“ Schon vor 41 Jahren hat Pusch mit ihrem autobiografischen Bericht „Sonja. Eine Melancholie für Fortgeschrittene“ über den lesbischen Alltag zweier Studentinnen 1965 bis 1976 Ähnliches gewagt. „Sonja“ beginnt dort, wo „Gegen das Schweigen“ aufhört.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Autobiographies
Format
Hardback
Pages
272
Price
22.70 €

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Ein Text, der ein sehr wichtiges Anliegen verfolgt: vom Heranwachsen eines Mädchens/einer Frau mit lesbischen Begehren in den 50- und 60er-Jahren zu erzählen. Laut Verlagstext handelt es sich hierbei um den ersten Text dieser Art im deutschsprachigen Raum. Umso mehr bedauere ich es, dass mir die Lektüre wenig gegeben hat. Pusch schreibt im Nachwort selbst, dass sie das Aufschreiben ihrer Geschichte aufgrund der Retraumatisierung "so schnell wie möglich hinter [s]ich gebracht habe". Und leider merkt man das meiner Einschätzung nach auch. Der Text ist tatsächlich größtenteils eine Geschichte im Sinne einer Nacherzählung. Ich hatte jedoch weniger eine Biographie als vielmehr ein Text im essayistischen Stil erwartet. Das war vielleicht auch eine Fehlannahme meinerseits. Dennoch ärgerte ich mich immer wieder, da der Text während des Lesens auf mich wirkte, als sei er nur geschrieben wurden, um geschrieben worden zu sein. Das ärgerte mich immer wieder und dadurch blieb der Text die meiste Zeit zu sehr an der Oberfläche, was sehr, sehr schade, aber auch verständlich ist. Sicherlich ist der Text dennoch eine Bereicherung und ein wichtiges Zeugnis und ich danke trotz meiner Kritik Frau Pusch dafür, erneut durch den Schmerz gegangen zu sein, um der Öffentlichkeit von ihren Erfahrungen zu berichten. Ich hoffe, dass weitere ihrem Mut folgen werden!

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