Gefühle in Zeiten des Kapitalismus

Gefühle in Zeiten des Kapitalismus

Softcover
4.18
ÖkonomisierungWarum Liebe Weh TutRationalisierungKapitalismus

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Description

Eva Illouz geht von der überraschenden These aus, daß die Kultur des Kapitalismus eine intensive emotionale Kultur ausgebildet hat: am Arbeitsplatz, in der Familie und in jeder Form von sozialen Beziehungen. Und mehr noch: Während ökonomische Beziehungen immer stärker durch Gefühle bestimmt werden, gilt für das Reich der Gefühle das Umgekehrte: Sie sind durch eine Ökonomisierung geprägt, die von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Trennung das Gefühlsleben reguliert. Illouz faßt dieses eigentümliche Verhältnis als emotionalen Kapitalismus und geht ihm in verschiedenen Feldern nach. Sie untersucht die neue Form der Gefühle im Internet-Chat und Partnerbörsen, in Lifestyle-Magazinen und Filmen, nimmt aber auch jene Berufsgruppe in den Blick, die aus den Irrungen und Wirrungen der Gefühle ihr Kapital zieht: die klinischen Psychologen.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Softcover
Pages
170
Price
16.50 €

Author Description

Eva Illouz, geboren 1961, ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität Jerusalem sowie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique, CSE-EHESS in Paris. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Frank-Schirrmacher-Preis 2024, den Aby Warburg Preis 2024 und den EMET-Preis für Sozialwissenschaften. Ihre Bücher werden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

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Gesellschaftskritik•Emotionen im Neoliberalismus

In ihrem Buch „Gefühle in Zeiten des Kapitalismus“ wirft Eva Illouz einen kritischen Blick auf die Verflechtungen von Emotionen und kapitalistischen Strukturen. Mit einer analytischen Tiefe zeigt Illouz, wie wirtschaftliche Prinzipien längst auch die intimsten Bereiche unseres Lebens durchdringen und prägen. Dabei beleuchtet sie, wie Gefühle nicht nur privat, sondern auch gesellschaftlich und ökonomisch organisiert werden. Illouz argumentiert, dass Liebe, Begehren und Beziehungen zunehmend von Konsumlogik und Marktmechanismen beeinflusst werden. Dating-Apps, Self-Help-Literatur und Paartherapie dienen ihr dabei als zentrale Beispiele, um aufzuzeigen, wie romantische Beziehungen in eine Welt des ständigen Optimierens und Verwertens eingebettet werden. Gefühle werden in diesem Kontext zu einer Ware, die bewertet, optimiert und konsumiert werden kann – mit oft ernüchternden Folgen für zwischenmenschliche Verbindungen. Mit anschaulichen Beispielen zeigt sie, wie kapitalistische Ideologien nicht nur unsere Arbeitswelt, sondern auch unser Selbstverständnis und unsere Beziehungen beeinflussen. Illouz legt dabei die Widersprüche offen: Während der Kapitalismus scheinbar grenzenlose Freiheit und Selbstverwirklichung verspricht, führt er oft zu Unsicherheit, Isolation und emotionaler Ausbeutung. Mit einer Bewertung von 4/5 ist „Gefühle in Zeiten des Kapitalismus“ ein ebenso kluges wie anregendes Werk.

4.5

Eva Illouz ist eine der wichtigsten Denkerinnen der Gegenwart

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