Gänseblümchen
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Description
Book Information
Author Description
Elias Finley ist ein junger, queerer Mann, der möchte, dass Geschichten genauso farbenfroh sind wie die reale Welt. Zurzeit lebt er in Deutschland. Wenn er nicht schreibt oder darüber nachdenkt, was er schreiben soll, spielt er mit seinen Freund*innen Dungeons & Dragons. Seine Leidenschaft sind einfach alle Geschichten, die Menschen verbinden, geschrieben oder gespielt.
Posts
Dinge, die Rick toll findet: Blumen, Pastellfarben, Freundlichkeit. Deshalb denken seine Mitschüler*innen, er sei schwul. Das stimmt aber gar nicht, denn was oder vielmehr wen Rick auch toll findet: Auri, eine sehr beliebte und hübsche Mitschülerin, in deren Gegenwart er höchstens inkohärente Laute von sich geben kann, wenn überhaupt. Davon abgesehen hat Rick zusammen mit seinen Großeltern und Vhyn, seinem Lieblingsmenschen ein ruhiges Leben. Das ist aber auch schlagartig vorbei, als Bo in seine Stufe kommt und sich sofort mit Rick anlegt. Und auch danach bleibt es nicht wirklich ruhig… Eines meiner Highlights: Rick! Ich finde Rick toll, er ist ein unglaublich sympathischer Protagonist und ich mochte ihn sehr gerne. Rick ist der Meinung, die meisten Dinge würden sich durch Freundlichkeit klären lassen bzw. sie würden gar nicht erst entstehen, wenn die Menschen ein bisschen freundlicher zueinander wären. Er ist bodenständig, ein bisschen schüchtern und awkward manchmal und am liebsten buddelt er in seinem Garten herum, wenn er nicht gerade mit Vhyn abhängt. Trotzdem hat er auch Fehler und er trifft im Laufe der Geschichte mehrfach falsche Entscheidungen, aber das macht ihn nur noch etwas nahbarer. Ich mochte auch seine Freundschaft zu Vhyn und wie er hinter siem steht und sien supportet. Generell hat mir die Charakterdarstellung und ihre Interaktionen in dem Buch gut gefallen, ich mochte auch Ricks Oma und seine beiden Opas sehr gerne. Tatsächlich auch Bo, der die allermeiste Zeit über nicht besonders nett und sympathisch ist. Was mir leider nicht so gut gefallen hat, war dass ein großer Plotstrang ein Fremdouting ist. Das finde ich generell nicht besonders cool und ich mag es nicht, wenn die Queerness einer Figur als Geheimnis oder Plottwist verwendet wird. Das war in „Gänseblümchen“ leider der Fall und hat etwas mein Lesevergnügen geschmälert. Der Stil ist ziemlich umgangssprachlich. Dadurch ließ es sich zum einen sehr schnell und angenehm runterlesen, war aber teilweise auch etwas anstrengend, weil es auch die Gedankenrede des Protagonisten betraf. „Gänseblümchen – eine sehr queere Geschichte“ ist das erste Buch, das ich gelesen habe, in dem eine Figur Neopronomen nutzt und auch das erste, in dem mit Stern entgendert wird. Fand ich beides toll! Es wurde nur leider beides nicht zu hundert Prozent konsequent durchgezogen. Zwar wurden die „(Mit)Schüler*innen“ und „Lehrer*innen“, wenn sie nicht näher spezifiziert wurden, durchgängig mit Sternformen versehen, aber es gibt genug Gruppenbezeichnungen (wie z.B. „Nachbarn“), bei denen das nicht durchgezogen wurde. Was mich mehr gestört hat, dass an mehreren Stellen noch sie/ihr-Pronomen auftauchen, als Vhyn schon sier nutzt. Nicht bei Deklinationsformen im Nominativ, aber vor allem bei Possessivpronomen ist das leider der Fall und einmal auch eine ganze Seite am Stück. Das fand ich ziemlich schade. Positiv ist mir die Liste mit Triggerwarnungen aufgefallen, bei der die potenziellen Triggerthemen auch noch kapitelweise aufgeschlüsselt worden sind. Fazit: Ich mochte das Buch auf jeden Fall! Ich mochte die Charaktere, die zwischenmenschlichen Beziehungen (familiär und freundschaftlich) und die Menge an Queerness (es ist eindeutig eine sehr queere Geschichte ^^), ohne dass sie einem sehr plakativ ins Gesicht geworfen wird und es sich nach einer Checkliste anfühlt, auf der man die unterschiedlichen Arten von Queerness abhaken kann. Sie sind einfach queer und manchmal ist/wird das relevant und manchmal auch nicht, sie dürfen trotzdem so sein wie sie sind. Das hat mir gut gefallen. Es gab ein paar Sachen, die mir nicht so gut gefallen haben, aber ich würde dennoch eine eindeutige Leseempfehlung aussprechen, es ist nämlich dennoch ein kurzweiliges Lesevergnügen.
Dieses Buch hat mich total überrascht. Es ist im Bereich LGBTQIA angesiedelt, und das ist oft in Jugendbüchern ein schwieriges Thema. Viele Bücher wollen einfach zu viel und packen so unglaublich viele queere Charaktere in ihre Bücher, dass es irgendwann einfach too much ist. Auch hier trifft man auf viele queere Charaktere, aber es passt in der Mischung sehr gut. Rick, der Protagonist, ist z.B. ein junger Mann, der das Glück hatte, bei sehr toleranten Großeltern aufzuwachsen, die ihre eigene Vorgeschichte in diesem Bereich haben. Diese Toleranz lebt er, und das sehr reflektiert und ehrlich, was man als Leser das ganze Buch über deutlich spüren kann. Er lernt im Laufe der Geschichte, dass er selbst pansexuell ist - was wirklich sehr gut erklärt wird! Sein "Lieblingsmensch" (welch eine tolle Bezeichnung für eine nicht binäre Person) ist Vhyn. Beide sind auf ihre Art sehr interessante und wirklich gut durchdachte Charaktere! In Bezug auf Vhyn lernt man als Leser auch etwas über Neopronomen - und das, ohne dass es wie eine BElehrung rüberkommt. Auch hier wieder großes Lob an den Autor! Ihm ist es wirklich gelungen, viele Informationen über queeres Leben zu geben, ohne dabei zu trocken oder zu theoretisch zu wirken. Das finde ich großartig! Ein bißchen fragwürdig finde ich das Cover. Ich fürchte, dass es nur einen kleinen Kreis junger Leser überzeugen kann, überhaupt danach zu greifen. Und das wäre wirklich schade, denn ich finde, dass dieses Buch sich wirklich lohnt!
Den ganzen Lobeshymnen kann ich mich leider nicht anschließen, dennoch will ich erstmal mit den positiven Aspekten des Buches beginnen. Ich liebe die Diversität. Wir treffen pansexuelle und bisexuelle Charaktere, nicht-binäre und transidente. Und das in einem deutschen Buch! Meine Meinung gibt es bisher viel zu wenige deutsche queere Literatur. Auch die Tatsache das Vhyn, ein nicht-binärer Charaktere, Neopronomina benutzt habe ich so noch nie in einem deutschen Buch erlebt. Auch wenn ich anfangs über sier/sien gestolpert bin (da es hier einfach noch nicht so gebräuchlich ist wie they im Englischen) habe ich mich irgendwann daran gewöhnt. Auch war das Buch sehr Sex positiv, und hatte zudem eine Triggerliste am Ende. All das sollte man mehr in Jugendbüchern finden! Jedoch störte mich der Schreibstil. Ich fand es sehr kindlich geschrieben und teilweise schwer zu lesen, da mir vor allem Dialoge nicht immer sehr natürlich erschienen. Ich fand es auch seltsam, dass keiner der Charaktere fluchte sondern nur Worte wie "Depp" oder "Scheibenkleister" verwendete. Welche 18/19-jährigen fluchen nie? Auch die Handlung fand ich nicht allzu packend, und für die Charaktere konnte ich mich auch nicht begeistern, vor allem für die beiden Love Interests, die ich eher wahnsinnig unsympathisch fand, und von Dreiecksbeziehungen bin ich kein Fan. Gelegentlich waren ein paar Typos übersehen worden (z.B. Whatsapp-Grippe) und das Rick nicht glauben konnte, dass man auch heute noch in Ländern fürs LGBTQ+ Sein bestraft werden kann, erschien mir auch sehr unglaubwürdig. In welcher heilen Welt lebt er, vor da er doch einen schwulen Opa hat und sich eigentlich ziemlich gut mit diesen Themen auskennt? Alles in allem liebte ich die Idee dahinter, die Umsetzung jedoch war nicht meins.
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Elias Finley ist ein junger, queerer Mann, der möchte, dass Geschichten genauso farbenfroh sind wie die reale Welt. Zurzeit lebt er in Deutschland. Wenn er nicht schreibt oder darüber nachdenkt, was er schreiben soll, spielt er mit seinen Freund*innen Dungeons & Dragons. Seine Leidenschaft sind einfach alle Geschichten, die Menschen verbinden, geschrieben oder gespielt.
Posts
Dinge, die Rick toll findet: Blumen, Pastellfarben, Freundlichkeit. Deshalb denken seine Mitschüler*innen, er sei schwul. Das stimmt aber gar nicht, denn was oder vielmehr wen Rick auch toll findet: Auri, eine sehr beliebte und hübsche Mitschülerin, in deren Gegenwart er höchstens inkohärente Laute von sich geben kann, wenn überhaupt. Davon abgesehen hat Rick zusammen mit seinen Großeltern und Vhyn, seinem Lieblingsmenschen ein ruhiges Leben. Das ist aber auch schlagartig vorbei, als Bo in seine Stufe kommt und sich sofort mit Rick anlegt. Und auch danach bleibt es nicht wirklich ruhig… Eines meiner Highlights: Rick! Ich finde Rick toll, er ist ein unglaublich sympathischer Protagonist und ich mochte ihn sehr gerne. Rick ist der Meinung, die meisten Dinge würden sich durch Freundlichkeit klären lassen bzw. sie würden gar nicht erst entstehen, wenn die Menschen ein bisschen freundlicher zueinander wären. Er ist bodenständig, ein bisschen schüchtern und awkward manchmal und am liebsten buddelt er in seinem Garten herum, wenn er nicht gerade mit Vhyn abhängt. Trotzdem hat er auch Fehler und er trifft im Laufe der Geschichte mehrfach falsche Entscheidungen, aber das macht ihn nur noch etwas nahbarer. Ich mochte auch seine Freundschaft zu Vhyn und wie er hinter siem steht und sien supportet. Generell hat mir die Charakterdarstellung und ihre Interaktionen in dem Buch gut gefallen, ich mochte auch Ricks Oma und seine beiden Opas sehr gerne. Tatsächlich auch Bo, der die allermeiste Zeit über nicht besonders nett und sympathisch ist. Was mir leider nicht so gut gefallen hat, war dass ein großer Plotstrang ein Fremdouting ist. Das finde ich generell nicht besonders cool und ich mag es nicht, wenn die Queerness einer Figur als Geheimnis oder Plottwist verwendet wird. Das war in „Gänseblümchen“ leider der Fall und hat etwas mein Lesevergnügen geschmälert. Der Stil ist ziemlich umgangssprachlich. Dadurch ließ es sich zum einen sehr schnell und angenehm runterlesen, war aber teilweise auch etwas anstrengend, weil es auch die Gedankenrede des Protagonisten betraf. „Gänseblümchen – eine sehr queere Geschichte“ ist das erste Buch, das ich gelesen habe, in dem eine Figur Neopronomen nutzt und auch das erste, in dem mit Stern entgendert wird. Fand ich beides toll! Es wurde nur leider beides nicht zu hundert Prozent konsequent durchgezogen. Zwar wurden die „(Mit)Schüler*innen“ und „Lehrer*innen“, wenn sie nicht näher spezifiziert wurden, durchgängig mit Sternformen versehen, aber es gibt genug Gruppenbezeichnungen (wie z.B. „Nachbarn“), bei denen das nicht durchgezogen wurde. Was mich mehr gestört hat, dass an mehreren Stellen noch sie/ihr-Pronomen auftauchen, als Vhyn schon sier nutzt. Nicht bei Deklinationsformen im Nominativ, aber vor allem bei Possessivpronomen ist das leider der Fall und einmal auch eine ganze Seite am Stück. Das fand ich ziemlich schade. Positiv ist mir die Liste mit Triggerwarnungen aufgefallen, bei der die potenziellen Triggerthemen auch noch kapitelweise aufgeschlüsselt worden sind. Fazit: Ich mochte das Buch auf jeden Fall! Ich mochte die Charaktere, die zwischenmenschlichen Beziehungen (familiär und freundschaftlich) und die Menge an Queerness (es ist eindeutig eine sehr queere Geschichte ^^), ohne dass sie einem sehr plakativ ins Gesicht geworfen wird und es sich nach einer Checkliste anfühlt, auf der man die unterschiedlichen Arten von Queerness abhaken kann. Sie sind einfach queer und manchmal ist/wird das relevant und manchmal auch nicht, sie dürfen trotzdem so sein wie sie sind. Das hat mir gut gefallen. Es gab ein paar Sachen, die mir nicht so gut gefallen haben, aber ich würde dennoch eine eindeutige Leseempfehlung aussprechen, es ist nämlich dennoch ein kurzweiliges Lesevergnügen.
Dieses Buch hat mich total überrascht. Es ist im Bereich LGBTQIA angesiedelt, und das ist oft in Jugendbüchern ein schwieriges Thema. Viele Bücher wollen einfach zu viel und packen so unglaublich viele queere Charaktere in ihre Bücher, dass es irgendwann einfach too much ist. Auch hier trifft man auf viele queere Charaktere, aber es passt in der Mischung sehr gut. Rick, der Protagonist, ist z.B. ein junger Mann, der das Glück hatte, bei sehr toleranten Großeltern aufzuwachsen, die ihre eigene Vorgeschichte in diesem Bereich haben. Diese Toleranz lebt er, und das sehr reflektiert und ehrlich, was man als Leser das ganze Buch über deutlich spüren kann. Er lernt im Laufe der Geschichte, dass er selbst pansexuell ist - was wirklich sehr gut erklärt wird! Sein "Lieblingsmensch" (welch eine tolle Bezeichnung für eine nicht binäre Person) ist Vhyn. Beide sind auf ihre Art sehr interessante und wirklich gut durchdachte Charaktere! In Bezug auf Vhyn lernt man als Leser auch etwas über Neopronomen - und das, ohne dass es wie eine BElehrung rüberkommt. Auch hier wieder großes Lob an den Autor! Ihm ist es wirklich gelungen, viele Informationen über queeres Leben zu geben, ohne dabei zu trocken oder zu theoretisch zu wirken. Das finde ich großartig! Ein bißchen fragwürdig finde ich das Cover. Ich fürchte, dass es nur einen kleinen Kreis junger Leser überzeugen kann, überhaupt danach zu greifen. Und das wäre wirklich schade, denn ich finde, dass dieses Buch sich wirklich lohnt!
Den ganzen Lobeshymnen kann ich mich leider nicht anschließen, dennoch will ich erstmal mit den positiven Aspekten des Buches beginnen. Ich liebe die Diversität. Wir treffen pansexuelle und bisexuelle Charaktere, nicht-binäre und transidente. Und das in einem deutschen Buch! Meine Meinung gibt es bisher viel zu wenige deutsche queere Literatur. Auch die Tatsache das Vhyn, ein nicht-binärer Charaktere, Neopronomina benutzt habe ich so noch nie in einem deutschen Buch erlebt. Auch wenn ich anfangs über sier/sien gestolpert bin (da es hier einfach noch nicht so gebräuchlich ist wie they im Englischen) habe ich mich irgendwann daran gewöhnt. Auch war das Buch sehr Sex positiv, und hatte zudem eine Triggerliste am Ende. All das sollte man mehr in Jugendbüchern finden! Jedoch störte mich der Schreibstil. Ich fand es sehr kindlich geschrieben und teilweise schwer zu lesen, da mir vor allem Dialoge nicht immer sehr natürlich erschienen. Ich fand es auch seltsam, dass keiner der Charaktere fluchte sondern nur Worte wie "Depp" oder "Scheibenkleister" verwendete. Welche 18/19-jährigen fluchen nie? Auch die Handlung fand ich nicht allzu packend, und für die Charaktere konnte ich mich auch nicht begeistern, vor allem für die beiden Love Interests, die ich eher wahnsinnig unsympathisch fand, und von Dreiecksbeziehungen bin ich kein Fan. Gelegentlich waren ein paar Typos übersehen worden (z.B. Whatsapp-Grippe) und das Rick nicht glauben konnte, dass man auch heute noch in Ländern fürs LGBTQ+ Sein bestraft werden kann, erschien mir auch sehr unglaubwürdig. In welcher heilen Welt lebt er, vor da er doch einen schwulen Opa hat und sich eigentlich ziemlich gut mit diesen Themen auskennt? Alles in allem liebte ich die Idee dahinter, die Umsetzung jedoch war nicht meins.






