Frag nicht nach Agnes

Frag nicht nach Agnes

Hardback
4.235

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Description

Sie kannte nicht einmal den Namen ihrer Großmutter

Die junge Goldschmiedin Lilo hat ein sehr angespanntes Verhältnis zu ihrer Mutter, von deren familiären Wurzeln sie so gut wie nichts weiß. Als ein Schreiben auftaucht, das mit der Großmutter zu tun hat, stellt Lilo Fragen, und es kommt zum Streit. «Deine Großmutter hat mein Leben zerstört!», schreit die Mutter schließlich. Lilo ist sprachlos – und beginnt Nachforschungen anzustellen.

Als ihr Mann aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, hofft Agnes auf das lang entbehrte Eheglück. Aber Walter leidet unter Albträumen, verhält sich autoritär und abweisend. Agnes flüchtet sich in ihre Arbeit bei der französischen Besatzungsverwaltung, wo sie Anerkennung erfährt und ein Gefühl der Freiheit erlebt. Doch nach der Geburt der Tochter soll sie wieder an den heimischen Herd. Ihr Zuhause wird für sie zum Gefängnis. Als Agnes schließlich etwas über Walter erfährt, was große Sprengkraft besitzt, muss sie sich entscheiden: Will sie für ihren Traum von Selbstbestimmung kämpfen oder sich in ihr Schicksal fügen?

Ein bewegender Roman über die Geschichte unserer Mütter und Großmütter – und was ihr Schicksal für unser eigenes Glück bedeutet.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
416
Price
24.70 €

Author Description

Unter dem Namen Valerie Jakob schreibt eine der erfolgreichsten Übersetzerinnen von Romanen aus dem angloamerikanischen und französischen Sprachraum. Mit ihren Werken erzählt sie auf kluge und berührende Weise von den Verstrickungen einzelner Schicksale in den großen Lauf der Geschichte.

Posts

15
All
3.5

„Deine Großmutter hat mein Leben zerstört!“ – ein Aufschrei, der Lilo sprachlos macht und ihre Suche nach Antworten in Gang setzt.

💔Valerie Jakob erzählt in ihrem Roman Frag nicht nach Agnes eine Familiengeschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt und von tiefem Schweigen geprägt ist. Im Zentrum steht die junge Goldschmiedin Lilo, die mehr über ihre Großmutter Agnes erfahren möchte. Doch in ihrer Familie ist dieses Thema ein Tabu. Erst durch ein rätselhaftes Schreiben kommt Bewegung in die festgefahrene Situation, und Lilo begibt sich auf Spurensuche. Parallel dazu wird Agnes Leben in den Nachkriegsjahren geschildert. Ihr Mann kehrt traumatisiert aus der Kriegsgefangenschaft zurück, und sie selbst ringt um ein Stück Selbstbestimmung in einer Zeit, in der Frauen vor allem auf die Rolle als Ehefrau und Mutter reduziert wurden. 🖤Der Roman lebt von seiner ruhigen Atmosphäre und dem geschickten Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Besonders eindrücklich ist die Darstellung der Nachkriegszeit, in der alte Gewissheiten zerbrechen und neue Rollenbilder ausprobiert werden. Die Figuren wirken glaubwürdig, der Schreibstil ist einfühlsam und gut lesbar. Das zentrale Thema, wie unausgesprochene Traumata ganze Generationen prägen, wird eindrucksvoll geschildert. 💜Allerdings wirkt die Geschichte an manchen Stellen etwas vorhersehbar und die Spannung lässt gelegentlich nach. Vor allem die Kapitel, dir von der Gegenwart erzählen sind zäh. Es passiert wenig und zu Lilo könnte ich keine Verbindung aufbauen. Auch bleiben einige Nebenfiguren blasser, als es die Tragweite ihrer Rolle erwarten ließe. Dadurch verliert der Roman an Emotionen. 💙🩷Fazit💙🩷 Insgesamt ist Frag nicht nach Agnes ein bewegender und lesenswerter Familienroman, der zeigt, wie sehr die Vergangenheit das Heute bestimmt. Trotz kleiner Schwächen gelingt es der Autorin über weite Teile zu fesseln und zum Nachdenken über Schweigen, Schuld und das Weitergeben von Geheimnissen anzuregen.

„Deine Großmutter hat mein Leben zerstört!“ – ein Aufschrei, der Lilo sprachlos macht und ihre Suche nach Antworten in Gang setzt.
4

Agnes wurde ausgebombt und kommt bei einer Familie unter, deren ältester Sohn im Krieg ist. Sie hat keine Familie mehr und unterstützt Familie Steiner wo sie kann. Der jüngste Sohn bewundert sie sehr, vielleicht hegt er Gefühle für sie. Als die Franzosen kommen, kann Agnes die Familie vor übergriffen schützen, sie ist in Straßburg aufgewachsen und kann sehr gut französisch sprechen. Sie bekommt auch eine Anstellung bei den Franzosen. Sie hat sich mit dem ältesten Sohn, Walter verlobt und noch vor Kriegsende geheiratet. Er ist allerdings in russischer Kriegsgefangenschaft und kommt erst in den 1950 igern zurück. Seine Mutter hat immer etwas an Agnes auszusetzen, egal was und wie sie etwas macht, es ist falsch. Sie bleibt emanzipiert, da sie weiter arbeiten geht. Sie lernt jemanden kennen und muss feststellen daß sie schwanger ist. Die Ehe mit Walter ist kühl und sehr entfremdet, auch ihre Tochter Monika ändert nichts daran. Agnes will nach der Geburt ausziehen und die Scheidung. Dazu kommt es aber nicht, da Walter stirbt und Agnes beschuldigt wird ihn umgebracht zu haben. Das Gerichtsverfahren ist eine Farce, kann Agnes die Anschuldigungen entkräften? Ihre Enkeltochter, hat zur Mutter, Monika, ein kühles Verhältnis. Es ist klar es gibt Unmengen von Geheimnissen, aber keiner spricht darüber, sondern frisst alles in dich rein. Sie findest Wege etwas über ihre Großmutter herauszufinden. Hatte Agnes doch Recht mit allem und niemand wollte ihr glauben? Das Buch wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Die Geschichte in der Gegenwart fand ich eher anstrengend. Die Vergangenheit war flüssig zu lesen. Es geht auch um Kriegsverbrechen, die so verdeckt wurden, so dass später niemand zur Rechenschaft gezogen werden konnte. Die Schwiegermutter hat mich beim lesen wirklich genervt, also wurde sie so gut beschrieben, dass es dies in mir ausgelöst hat.

5

Die Geschichte der Familie Steiner wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Es geht um Monika, die ihre Mutter nicht kannte, da sie schon sehr früh in einer Pflegefamilie kam. Um Lilo, Monikas Tochter, die gerne mehr wissen möchte über die Familie und schließlich Agnes, die Mutter von Monika. Sie musste Monika abgeben, da sie eine Entscheidung getroffen hat, die zu jener Zeit sehr mutig war und auch gleichzeitig ihr Schicksal besiegelte. Eine sehr gute Geschichte über den zweiten Weltkrieg, die Nachkriegszeit und welche Auswirkungen diese Ereignisse bis zwei Generationen danach noch haben. Mich hat diese Geschichte gefesselt und zum Nachdenken angeregt....

5

Was für ein Buch! Erzählt wird in zwei Zeitebenen über Lilo, die wissen möchte, was mit ihrer Großmutter Agnes passiert ist. Und es wird über Agnes berichtet, wie es ihr im und vor allem nach dem 2. Weltkrieg ergangen ist. Lilo stößt auf Schweigen in der Familie - besonders bei ihrer Mutter, die behauptet, Agnes habe ihr Leben zerstört. Ein zum Teil beklemmendes Buch, dass zeigt, wie die Schweigekultur nach dem Krieg noch heute in die Familien strahlt. Interessant war auch wieder zu erfahren, wie abhängig Frauen in der Nachkriegszeit von ihren Männern waren. Keine wichtige Entscheidung ohne sie - zum Glück ist das vorbei. Ich kann das Buch sehr empfehlen, wenn man sich für geschichtliche Themen interessiert.

4.5

So schön 🥰

🖋️Rezension: ••Ein bewegender Roman über die Geschichte unserer Mütter und Großmütter – und was ihr Schicksal für unser eigenes Glück bedeutet.•• Viel zu lange hab ich gewartet, das Buch zu lesen. Denn Agnes' Geschichte hat mir richtig gut gefallen! Spannend und fesselnd bis zur letzten Seite ! Lilos Charakter hingegen hat mich leider emotional nicht so sehr berührt. Auch die Kapitel zu ihrer Arbeit als Goldschmiedin fand ich teilweise etwas befremdlich - da für mich die Geschichte zwischen ihr und Agnes mehr im Vordergrund stand. Besonders überzeugend ist die düstere, fast beklemmende Atmosphäre, die durch das Schweigen der Charaktere und die unterschwellige Bedrohung erzeugt wird. Am Ende schlage ich das Buch mit den Gedanken zu „wie gut das wir heute leben und wir dankbar können wir sein, für das, was Frauen in den vergangen Jahrzehnten so hart für uns alle erkämpft haben!“ Ein leises, aber intensives Leseerlebnis – voller Geheimnisse, Emotionen und gut gehüteter Wahrheiten.

4.5

Sehr spannendes Buch …

… Rezi folgt Dienstag

5

Darum geht es Lilo ist Goldschmiedin, jung und vor allem unabhängig. Wenn es allerdings um ihre Mutter geht, stößt sie auf eine Mauer aus Schweigen. Allen voran, was die Großmutter betrifft, herrscht Funkstille. Erst als ein Schriftstück auftaucht, das mit ihrer Großmutter zu tun hat, bricht etwas auf. Als Lilo anfängt, Fragen zu stellen, entlädt sich ein riesengroßer Streit. Mitten darin fällt der Satz: Deine Großmutter hat mein Leben zerstört! Lilo braucht dringend Antworten und fängt an, Nachforschungen anzustellen. In den Nachkriegsjahren lebt Agnes, Lilos Großmutter, in der Hoffnung auf ein glückliches und normales Leben mit ihrem Mann Walter. Doch Walter kehrt gebrochen aus dem Krieg zurück. Statt Nähe erlebt sie Kälte. Bei der französischen Verwaltung findet sie zum ersten Mal Anerkennung und eine Ahnung davon, wie ein selbstbestimmtes Leben aussehen könnte. Doch nach der Geburt ihrer Tochter ist alles vorbei. Zurück ins Haus, zurück in die alte Rolle. Dann erfährt sie etwas über Walter, das alles verändert. Soll sie schweigen oder für ihre Freiheit kämpfen? Mein Leseeindruck: Die Autorin Valerie Jakob schreibt klug und berührend, mit einer Sprache, die flüssig und klar ist. Dabei bleibt sie immer nah an ihren Figuren. Ich habe Lilo und Agnes unheimlich gerne begleitet. Beide wirken so lebendig, dass ich mit ihnen gefühlt, gezweifelt und gekämpft habe. Auf zwei Zeitebenen, zwischen Nachkriegszeit und Gegenwart, erzählt die Autorin von drei Frauen, deren Leben durch verschüttete Wahrheiten miteinander verbunden ist. Die Geschichte hat mich tief berührt. Sie hat eine leise, aber kraftvolle Art, in der es um familiäre Verletzungen, innere Rebellion und den Wunsch nach Selbstbestimmung geht. Fazit: 5/5 ⭐️ Ein absolut lesenswertes, vielschichtiges Generationsporträt! Intensiv, emotional und klug erzählt.

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4

Packend geschrieben. Es hinterlässt mich erstaunt, nachdenklich und wütend – zugleich dankbar für die Gegenwart und um viele Einsichten reicher.

5

Die Goldschmiedin Lilo weiß kaum etwas über ihre Großmutter, da ihre Mutter Monika sich in Schweigen hüllt und ihr lediglich sagt, dass diese ihr Leben zerstört hätte. Der Roman erzählt auf zwei Zeitebenen zum einen Lilos Suche nach Antworten, und zum anderen die Geschichte ihrer Großmutter Agnes. Es geht um das Ende des zweiten Weltkriegs, das große Schweigen der Nachkriegszeit, um die Rolle der Frau und darum, wie Traumata auf nachfolgende Generationen übertragen werden. Ein spannender und sehr eindrücklicher Roman, der mich bis zur letzten Seite gefesselt hat.

4

Es war gut, nicht überragend aber gut. Keine Story , die ich ähnlich nicht schon einmal gelesen hätte. Das einzige, was meiner Ansicht nach zu langatmig war, war der Teil um das berufliche Drumherum der Enkelin. . Das hätte knapper ausfallen können… dann wäre das Buch auch vielleicht um 50 Seiten kürzer gewesen.

5

Ich bin gleichermaßen begeistert wie entsetzt.

In "Frag nicht nach Agnes" geht es um "das große Schweigen der Nachkriegszeit", wie es Velalerie Jakob in ihrem Nachwort formuliert. Die Protagonistin Lilo, die zu ihrer Mutter bisher ein eher angespanntes Verhältnis hat, findet einen Brief an einen Cousin ihrer Mutter, von dem sie bisher nie ein Wort gehört hat. Statt ihn einfach abzugeben, besucht sie diesen Cousin und stößt auf harte Ablehnung. Davon lässt sie sich jedoch nicht abschrecken - im Gegenteil: Die Wut dieses Mannes auf Lilos Mutter macht sie erst recht neugierig, sodass sich Lilo auf die Suche macht nach dem Geheimnis ihrer Familie. Sie taucht ein in die Vergangenheit und lüftet Geheimnisse über ihre Großeltern. Parallel zu diesem Erzählstrang springen wir zurück in die Vergangenheit, angefangen in den frühen 1940er Jahren, während des zweiten Weltkrieges. Wir lesen nun aus Agnes' Sicht (Lilos Großmutter) die Geschehnisse, die Lilo Jahrzehnte später nachzukonstruieren versucht. Eine wahnsinnig spannende und unfassbar wichtige Geschichte - in der heutigen Zeit mehr denn je. Ich bin begeistert von diesem Buch, von derArt, wie Valerie Jakob diese Geschichte zu Papier gebracht hat. Ich bin entsetzt über die Grausamkeiten und Verbrechen des Krieges und über das Schweigen danach. Der Fakt war für mich zwar an sich nichts neues, aber das alles noch einmal in dieser Form zu lesen, ist unfassbar. Fazit: Absolutes Muss für JEDE/N!

3

Spoiler im Beitrag

Insgesamt ein gutes Buch über die deutsche Schweigekultur nach dem Zweiten Weltkrieg. Ich finde die Grundidee gut umgesetzt, das transgenerationale Trauma wird gut aufgezeigt und verbindet sich durch die Geschichte der Charaktere auch gut. Es hat für mich aber auch einige Schwächen. An manchen Stellen war es mir doch zu offensichtlich und „Liebesroman“-ig, an anderen Stellen hätte ich mir auch mehr Tiefgang gewünscht (z.B. bei den Kriegsverbrechen oder der häuslichen Gewalt die in der Nachkriegszeit häufig war). Einiges wurde am Ende nicht klar für mich, z.B. was jetzt mit dem Schwager wirklich los war und wieso die Aussage eines Mannes ihn so schnell umstimmen kann bzw. wieso er jemand anderen mehr glaubt als der Seelenverwandten. Da komm ich gleich zum nächsten, aber ❗️ Achtung Spoiler: ❗️ Es hat mich wirklich fuchsig gemacht, dass einfach niemand der Protas auf die Idee gekommen ist, dass sich der Mann einfach selbst umgebracht hat. Das konnte ich wirklich nicht nachvollziehen, das hat aber gleichzeitig ein weiteres Thema geöffnet: Glaubhaftigkeit von Frauen. Leider kommt das dann auch gar nicht mehr zur Sprache.

3.5

Zu Beginn etwas schleppend, je weiter die Geschichte vorran schreitet, desto mehr wird man in ihren Bann gezogen

4.5

Sehr gute Geschichte.

Die Kapitel von Agnes fand ich grandios, die von Lilo waren ganz gut. Agnes habe ich quasi ins Herz geschlossen und ich bin wütend über all das was sie erleben musste, diese Ungerechtigkeit. Ich habe leider zu Lilo und ihrer Mutter kaum Emotionen aufbauen können. Das Buch lohnt sich aber in jedem Fall. Die Geschichte um Agnes ist spannend und ich wollte immer unbedingt wissen was als nächstes passierte.

4.5

Ein überraschendes Highlight!

Ich fand das Buch extrem spannend und mitreißend. Am Ende habe ich sogar ein paar Tränen vergossen. Die Geschichte fesselt einen direkt und man fühlt richtig mit den Charakteren mit. Das einzige was mir nicht so gut gefallen hat waren die teilweise sehr ausschweifenden Gedanken und Beschreibungen von Lilo über den Schmuck und Ihre Arbeit damit.

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