flüchtig
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Hubert Achleitner, bekannt als Hubert von Goisern, wurde 1952 in Bad Goisern geboren. Er gilt als prononciertester Vertreter der "Neuen Volksmusik" und Erfinder des sogenannten "Alpenrock". Seine Interpretation alpenländischer Musik ist stilübergreifend und inspiriert von anderen Kulturen. Die "Linz Europa Tour 2007-2009" gilt bis heute als eines der größten grenzübergreifenden Musikprojekte unserer Zeit. flüchtig ist sein erster Roman.
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Flüchtig von Hubert Achleitner wirkte sowohl vom Klappentext als auch von wirklich wunderschönen Cover her sehr interessant und spannend auf mich. Auch die ersten Seiten der Leseprobe waren vielversprechend, sagten jedoch nur wenig über den weiteren Inhalt des Buches aus. Erwartet habe ich eine packende und sprachlich Gewand erzählte Geschichte, bekommen habe ich eine langsamen Plot und einen noch langweiligeren Schreibstil. Obwohl mich die ersten Seiten noch fesselten und Neugier in mir weckten, ist diese Spannung mit jeder neuen Seite ein Stück weit verloren gegangen. Die einzelnen Hintergrundgeschichten der Figuren sind eigentlich sehr interessant für ihre Entwicklung, jedoch einfach zu viel in der Menge und deshalb sehr ermüdend. Die Handlung schreitet so wenig voran und brauchte auch eine ganze weile, bis sie überhaupt mal in Schwung kam. Insgesamt eine nette Story, die aber deutlich mehr Potenzial hat und durch die ich mich sehr lange durchkämpfen musste. Gefallen hat mir trotz allem: Das Cover ist wirklich gut gelungen, sieht sehr harmonisch und idyllisch aus und das Farbspiel ist wirklich schön. Außerdem ist die Haptik und Gestaltung des Hardcovers sehr hochwertig und auch die gesamte Länge des Buches ist gut gewählt, weil man es durch die wenigen Seiten gut an einem Wochenende lesen kann. Trotzdem würde ich es keinem weiter empfehlen, es traf nicht wirklich meinen Geschmack und war auch relativ langweilig.
Obwohl ich das Cover einzigartig schön und die Hörprobe unglaublich vielversprechend fand, bin ich leider insgesamt enttäuscht von dem Hörbuch und dies bezieht sich sowohl auf die Romanhandlung auch als die Lesung. Die Handlung des Romans ist rasch zusammengefasst: Maria und Herwigs Ehe ist so gut wie am Ende. Nach jahrelanger gegenseitiger Vernachlässigung, verlässt Maria Herwig, weil sie glaubt, dass er mit einer anderen Frau eine Familie gründen will. So alltäglich diese Ausgangssituation auch sein mag, im Fall der beiden Protagonisten kann dies kaum überzeugen. Denn sowohl Maria als auch Herwig haben im Grunde überhaupt kein Interesse mehr am anderen, leben nur nebeneinander her und nicht nur Herwig, sondern auch Maria hatte Affären. Daher wirkt Marias Entschluss, zu flüchten, in Anbetracht der Situation nicht allzu überzeugend, kann allenfalls im Rahmen ihres schwierigen Verhältnisses zur eigenen unerfüllten Mutterschaft nachvollzogen werden. Was dann folgt, ist ein absolut konventioneller, wenig interessanter und auch uninspirierter Selbstfindungstrip der fünfundfünfzigjährigen Maria, die sich mit Lisa anfreundet, die altersmäßig kaum zu ihr passt, und mit dieser zunächst Teil einer Hippie-Kommune wird. Anschließend folgt ein Roadtrip nach Griechenland, bei dem ein sexuelles Dreiecksverhältnis einen nicht unerheblichen Teil der Bewältigung der Midlife-Crisis ausmacht. Abschließend kommt es noch zu pseudoreligiösen Erleuchtungen. Derweil wandelt Herwig daheim in Österreich auch durch eine ausgemachte Lebenskrise, die im Wesentlichen durch Drogenkonsum abgemildert wird. Im Grunde bekommt der Hörer es also mit zwei abgrundtief frustrierten Menschen zu tun, die in Erkenntnis der Tatsache, dass ihr Leben nicht nur aus dem Ruder gelaufen ist, sondern einfach "nichts" war, versuchen, mit unpassenden, ihrem Alter kaum entsprechenden und leider auch klischeebeladenen Methoden ein Stück Lebensglück zurückzuerobern. Für den Hörer ist dies nicht nur mühsam und uninteressant, sondern auch in höchstem Maße frustrierend. Beide Figuren sind so öde, ihr Leben von so wenig Bedeutung und Marias Flucht so wenig mysteriös und absolut gewöhnlich, dass man sich die ganze Zeit fragt, was dies alles soll. Hinzu kommen die absolut unerquicklichen, wenig zielführenden und öden Exkurse mit ihren überladenen Backstories zu zahlreichen Nebenfiguren, die zur Handlung nur Länge beitragen. Der Roman kann sprachlich durchaus überzeugen, auf der Inhaltsebene schafft er es leider nicht. Caroline Peters schätze ich und höre sie sehr gerne, aber ihre Art der Lesung ist in diesem Fall leider zu uninspiriert und auch gleichbleibend. Die einzige Figur, die zeitweise von ihr wirklich mit Leben gefüllt wird, ist Lisa. Alle anderen Figuren sind stimmlich kaum zu unterscheiden und besonders die Protagonisten stechen in dieser Lesung kaum heraus. Es wirkt alles etwas müde - manchmal auch wie ein oberflächliches Lesen. Insgesamt konnte mich as Hörbuch leider nicht überzeugen. Zu viele Nebenthemen, keine Spannung, zu wenig Identifikationsmöglichkeiten, zuviel Frust und Bitterkeit, und leider auch nicht besonders ansprechend vorgetragen.
„flüchtig“ ist das Erstlingswerk und der Debütroman von Hubert Achleitner, unter anderem bekannt als Hubert von Goisern, einen östetrreichischen Liedtexter und Musiker. Das Buch ist mir erstmals bei der Verlagsvorschau aufgefallen, da ich die Aufmachung einfach wunderschön fand. Als ich bei näherer Recherche daraufkam, dass Hubert Achleitner der bürgerliche Name von Hubert von Goisern ist, wollte ich dem Roman gerne eine Chance geben. Herwig und Maria, die eigentlich Eva Maria Magdalena heißt, verbindet schon lange nicht mehr die innige Liebe, die sie einst füreinander verspürten. Da liegt es doch auf der Hand, dass man etwas dagegen tun muss. Maria steigt also ins Auto und haut einfach ab - wohin weiß sie selbst nicht genau, hauptsache in den Süden. Herwig hat sie davon allerdings kein Wort gesagt. Sowohl Herwig als auch Maria müssen sich zuerst einmal mit der neuen Situation zurechtfinden, was gar nicht so einfach zu sein scheint. Hubert Achleitner erzählt auf seine ganz eigene Art und Weise von dieser Geschichte, die eigentlich keine Liebesgeschichte ist, aber irgendwie doch. Das Buch ist gewissermaßen geschrieben wie eine melodie, harmonisch und schön. Auch die Musik direkt findet stellenweise ihren Platz, wenn Hubert Achleitner aus Liedern zitierte, was mir persönlich sehr gut gefiel. Der Einstieg in die Geschichte ist unglaublich spannend und hatte eine richtige Sogwirkung auf mich. Zwischendurch verliert sich die Geschichte zeitweise etwas in sich selbst und ich überflog ein paar Passagen, jedoch nur um dann erneut vom Sog der Geschichte gepackt zu werden. Unsere Protagonisten fand ich sehr authentisch, ich konnte mich sehr gut in sie einfühlen und habe mit ihnen mitgefiebert. Herwig fand ich teilweise etwas anstrengend, aber ich hatte auch Mitgefühl mit ihm. Marias Entscheidung abzuhauen empfand ich als wahnsinnig mutig, ich mochte sie als Charakter sehr gerne. Insgesamt kann ich abschließend nur sagen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat. Sollte Hubert Achleitner erneut ein Buch veröffentlichen, was ich sehr hoffe, werde ich es auf jeden Fall lesen!
Das Buch habe ich nur sehr zufällig in die Hände bekommen und es läuetet nun mein Lesejahr 2021 ein. Hoffentlich setzt es aber nicht den Ton für die kommenden Bücher. Ich war nur so mittelmäßig begeistert. Maria und Herwig sind zwar seit 30 Jahren verheiratet, aber eine Beziehung führen sie nicht wirklich mehr. Eines Tages ist Maria weg, hat sich Herwigs Volvo gekrallt und ist auf und davon. Nach Griechenland um noch einmal neu anzufangen und sich selbst zu finden. Es gab in diesem Buch vieles, was ich sehr schön fand. Hubert Achleitner, auch bekannt als der Hubert von Goisern, ist eigentlich Musiker. „flüchtig“ ist sein Debutroman. Den Musiker und auch den Österreicher merkt man dem Buch an, kaum ein Kapitel zieht vorrüber, ohne dass ein paar Töne im Kopf anschwingen, ohne eine wirklich eindringliche Beschreibung der Natur. Ich fand die Einblicke in die Kultur der Samen spannend und ich mochte auch alles was mit dem heiligen Berg, der Mönchsrepublik in Griechenland zu tun hatte – wie überaus spannend, ich hatte davon keine Ahnung und ich hab meine Lektüre immer mal wieder unterbrochen um mir Bilder anzuschauen. Ein ungewöhnliches Setting, aber im Rückblick wirklich gut gewählt und sehr atmosphärisch erzählt. Mir war, als würde ich selber im Schlafsaal des Klosters liegen. Oder in einem kleinen Fischerboot sitzend auf die Einsiedeleien blicken. Alles was Atmosphäre und Setting angeht war wirklich schön zu lesen. Was mir weniger gut gefallen hat waren die Charaktere. Ich konnte noch am ehesten mit Herwig sympathisieren, aber Maria war mir ganz fern. Die Geschichte folgt in ihrem Haupterzählstrang abwechselnd Maria und Herwig und die Teile mit Maria fand ich anstrengend zu lesen. Sie und ich – wir wurden einfach nicht miteinander warm. Sie ist egoistisch, kalt, die Szene mit den Pilzen fand ich mehr als grenzwertig – im Grunde kann man Herwig nicht vorwerfen, dass er eine Affäre mit Nora angefangen hat, obwohl natürlich beide einfach die Kraft hätten finden müssen sich im Guten zu trennen… ich schweife ab ^^‘ Gestört habt mich auch, dass die Geschichte wirklich zu sehr in die Länge gestreckt wurde, der Autor kommt schnell vom hundertste ins tausendste, muss unbedingt zu jeder Person (auch wenn sie nur in einem Nebensatz erwähnt wird) eine Seitenlange Hintergrundgeschichte bieten und verzettelt sich leicht. Das war mir alles zu sehr durcheinander, zu wenig stringent und auch zu langatmig. Den Schreibstil hab ich sehr gerne gelesen, Achleitner hat eine sehr poetische Art sich auszudrücken und benutzt teilweise Wörter die schon leicht veraltet anmuten (oder vielleicht einfach zu sehr österreichisch sind. Das Wort „vif“ als deutsches Wort, war mir zum Beispiel nicht bekannt), was ich allerdings eher positiv anmerken möchte. So hat es sich teilweise, besonders in den Naturbeschreibenden Szenen angefühlt als würde man fort gezogen, was zum träumen eingeladen hat. Insgesamt kann „flüchtig“ auf jeden Fall durch Setting und Atmosphäre punkten, die Handlung selber hatte für mich allerdings zu viele Schwächen. Trotzdem ein vielversprechendes Debut, das auf jeden Fall herausragende Momente mit sich bringt.
Das Buch habe ich nur sehr zufällig in die Hände bekommen und es läuetet nun mein Lesejahr 2021 ein. Hoffentlich setzt es aber nicht den Ton für die kommenden Bücher. Ich war nur so mittelmäßig begeistert. Maria und Herwig sind zwar seit 30 Jahren verheiratet, aber eine Beziehung führen sie nicht wirklich mehr. Eines Tages ist Maria weg, hat sich Herwigs Volvo gekrallt und ist auf und davon. Nach Griechenland um noch einmal neu anzufangen und sich selbst zu finden. Es gab in diesem Buch vieles, was ich sehr schön fand. Hubert Achleitner, auch bekannt als der Hubert von Goisern, ist eigentlich Musiker. „flüchtig“ ist sein Debutroman. Den Musiker und auch den Österreicher merkt man dem Buch an, kaum ein Kapitel zieht vorrüber, ohne dass ein paar Töne im Kopf anschwingen, ohne eine wirklich eindringliche Beschreibung der Natur. Ich fand die Einblicke in die Kultur der Samen spannend und ich mochte auch alles was mit dem heiligen Berg, der Mönchsrepublik in Griechenland zu tun hatte – wie überaus spannend, ich hatte davon keine Ahnung und ich hab meine Lektüre immer mal wieder unterbrochen um mir Bilder anzuschauen. Ein ungewöhnliches Setting, aber im Rückblick wirklich gut gewählt und sehr atmosphärisch erzählt. Mir war, als würde ich selber im Schlafsaal des Klosters liegen. Oder in einem kleinen Fischerboot sitzend auf die Einsiedeleien blicken. Alles was Atmosphäre und Setting angeht war wirklich schön zu lesen. Was mir weniger gut gefallen hat waren die Charaktere. Ich konnte noch am ehesten mit Herwig sympathisieren, aber Maria war mir ganz fern. Die Geschichte folgt in ihrem Haupterzählstrang abwechselnd Maria und Herwig und die Teile mit Maria fand ich anstrengend zu lesen. Sie und ich – wir wurden einfach nicht miteinander warm. Sie ist egoistisch, kalt, die Szene mit den Pilzen fand ich mehr als grenzwertig – im Grunde kann man Herwig nicht vorwerfen, dass er eine Affäre mit Nora angefangen hat, obwohl natürlich beide einfach die Kraft hätten finden müssen sich im Guten zu trennen… ich schweife ab ^^‘ Gestört habt mich auch, dass die Geschichte wirklich zu sehr in die Länge gestreckt wurde, der Autor kommt schnell vom hundertste ins tausendste, muss unbedingt zu jeder Person (auch wenn sie nur in einem Nebensatz erwähnt wird) eine Seitenlange Hintergrundgeschichte bieten und verzettelt sich leicht. Das war mir alles zu sehr durcheinander, zu wenig stringent und auch zu langatmig. Den Schreibstil hab ich sehr gerne gelesen, Achleitner hat eine sehr poetische Art sich auszudrücken und benutzt teilweise Wörter die schon leicht veraltet anmuten (oder vielleicht einfach zu sehr österreichisch sind. Das Wort „vif“ als deutsches Wort, war mir zum Beispiel nicht bekannt), was ich allerdings eher positiv anmerken möchte. So hat es sich teilweise, besonders in den Naturbeschreibenden Szenen angefühlt als würde man fort gezogen, was zum träumen eingeladen hat. Insgesamt kann „flüchtig“ auf jeden Fall durch Setting und Atmosphäre punkten, die Handlung selber hatte für mich allerdings zu viele Schwächen. Trotzdem ein vielversprechendes Debut, das auf jeden Fall herausragende Momente mit sich bringt.
Bewertet mit 2 Sternen Zum Buch: Eva Maria Magdalena Neuleitner ist seit dreißig Jahren mit Herwig Berger verheiratet. Sie haben sich schon lange auseinandergelebt und führen die Ehe nur noch auf Papier. Doch dann ist Maria weg, zusammen mir Herqigs Volvo. Ohne ein Lebenszeichen von sich zu geben. Meine Meinung: Die Geschichte ist schrecklich langatmig erzählt, als wolle der Autor zeigen, wie toll er mit Worteb umgehen kann. Mag sein, es sind schöne Worte, schöne Sätze, aber es passiert so gar nichts. Wenn mal was passiert ist es in zwei Sätzen abgehandelt. Ansonsten lesen wir, wie Maria geboren wird, wie oft Maria mir dem Volvo den Berg hinauf mäanderte ... Etliche Seiten voller Nebensächlichkeiten, die meiner Meinung nach nichts zu Geschichte beitragen. Jede Menge Musik und Musiker, jede Menge Liedtexte ... da bleibe ich lieber bei meiner Trivalliteratur, die unterhält mich wenigstens. So hochgelobte Literatur mit einer tollen Sprache ist einfach nichts für mich. Mich hat es gelangweilt.
"flüchtig" ist der erste Roman und die erste schriftstellerische Veröffentlichung des österreichischen Musikers, Sängers und Liedermachers Hubert von Goisern, dessen musikalisches Werk ich seit ca. 20 Jahren begeistert verfolge. Da seine Liedtexte klug, wortgewaltig und oft von einer bestechenden Eindringlichkeit sind, war es für ihn ein vollkommen natürlicher Schritt, den künstlerischen Genrewechsel zu vollziehen und sich auch in der Literatur zu versuchen. Dies geschieht jetzt aber unter seinem Geburtsnamen Hubert Achleitner, womit eine Grenze zu seinem musikalischen Ich gesetzt sein dürfte. Mit 55 Jahren ist Maria auf der Suche nach sich selbst. Ihre eingefahrene, unfruchtbare Ehe mit Herwig ist gescheitert, Sport ist Marias Ersatzbefriedigung Nummer Eins. Ein bestimmtes Ereignis bringt das Fass allerdings zum Überlaufen und Maria zieht sich aus ihrem alten Leben raus, sie entflieht, wird "flüchtig". Sie geht auf eine Reise, die sie in den Süden und irgendwie auch zu sich selbst führt. Achleitner gelingt es auf gekonnte Art und Weise und ganz ohne erhobenen Zeigefinger, Reflexionen über Gott und die Welt in seine Prosa einzustreuen. Manchmal wirds politisch, manchmal philosophisch. Auch Glaube, Religion und Spiritualität sind wichtige Themen des Buches. In welchen irdischen Dingen manifestiert sich das Glück, kann man es festhalten oder ist es eben, wie Maria und der Titel, flüchtig? Dass Achleitner im Hauptberuf Musiker ist, merkt man seinem Buch deutlich an. Überall wimmelt es von Melodien, Tonarten, Tonträgern, Klangfarben, Gesang, onomatopoetischen Wendungen, unterschiedlichen Darbietungsformen von Musik, berühmten und unberühmten Musikern, Instrumenten und dergleichen mehr. Seine Figuren machen Musik, hören Musik, sie leben die Musik. Manchmal arbeiten sie sich auch an ihr ab oder kritisieren sie in ihren Spielarten: Genres, Musiker, Musicals, Komponisten. Musik steht auch für das absolute Präsens, die unverbrüchliche Hingabe an den Moment, das Hier und Jetzt. Auch das Leben von Achleitners Protagonisten läuft ab wie ein Song, bei dem sie gelegentlich aus dem Takt geraten. Sie haben ihren ganz eigenen Rhythmus, Intermezzi, Tempi und ihre Grundmelodie des Herzens ist das Leitmotiv, dem sie folgen. Erotik ist auch ein zentrales Thema des Buches. Es ist eine Sinnlichkeit, die auch der Musik innewohnt, der sich seine Figuren hingeben. Fast schon ein Liebesreigen, mal hier mal dort, an jedem Ort - nichts ist für die Ewigkeit, flüchtig eben. Sehr häufig bedient sich der Autor auch der atmosphärischen Beschreibung von Wetterlagen. Dies hat etwas sehr archaisches, das Leben bestimmt von den Gezeiten und von der Witterung, vom Kreislauf der Natur. Den einzigen klitzekleinen “Kritikpunkt”, den ich an "flüchtig" habe, ist die Tatsache, dass der Autor sich gelegentlich in Nebengeschichten verliert und für die doch relativ moderaten knapp 300 Seiten etwas viele Randfiguren ins Spiel bringt. Zum Beispiel geht es dann plötzlich ganz ausführlich um die Geschichte des Jugendfreundes von Marias griechischem Geliebten oder um die Story des Freundes von Herwigs Vater aus dem Seniorenheim. Richtig gestört haben mich diese digressiven Schlenker zwar nicht, aber es lenkt doch ein wenig von der Haupthandlung ab und verleiht dem Roman etwas "Wimmelbuchhaftes", frei nach dem Motto: Schaut her, diese Person hat auch eine interessante Geschichte und diese auch und erst diese hier! Es passt aber auch irgendwie zu dem Buch und zu den “Bienen-artigen” Romanfiguren, die von einer Blume zur nächsten fliegen, so macht es eben auch der Erzähler. Alles in allem aber will ich sagen, dass Achleitner ein wundervolles Romandebut hingelegt hat, das nicht nur den Fans von Hubert von Goisern gefallen dürfte. Es ist rhythmisch, erotisch, nachhallend und warmherzig, kurz: sehr empfehlenswert! Und dafür, dass es ein Debutroman ist, ziehe ich voller Respekt meinen Hut vor diesem vielseitigen Künstler!
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Hubert Achleitner, bekannt als Hubert von Goisern, wurde 1952 in Bad Goisern geboren. Er gilt als prononciertester Vertreter der "Neuen Volksmusik" und Erfinder des sogenannten "Alpenrock". Seine Interpretation alpenländischer Musik ist stilübergreifend und inspiriert von anderen Kulturen. Die "Linz Europa Tour 2007-2009" gilt bis heute als eines der größten grenzübergreifenden Musikprojekte unserer Zeit. flüchtig ist sein erster Roman.
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Flüchtig von Hubert Achleitner wirkte sowohl vom Klappentext als auch von wirklich wunderschönen Cover her sehr interessant und spannend auf mich. Auch die ersten Seiten der Leseprobe waren vielversprechend, sagten jedoch nur wenig über den weiteren Inhalt des Buches aus. Erwartet habe ich eine packende und sprachlich Gewand erzählte Geschichte, bekommen habe ich eine langsamen Plot und einen noch langweiligeren Schreibstil. Obwohl mich die ersten Seiten noch fesselten und Neugier in mir weckten, ist diese Spannung mit jeder neuen Seite ein Stück weit verloren gegangen. Die einzelnen Hintergrundgeschichten der Figuren sind eigentlich sehr interessant für ihre Entwicklung, jedoch einfach zu viel in der Menge und deshalb sehr ermüdend. Die Handlung schreitet so wenig voran und brauchte auch eine ganze weile, bis sie überhaupt mal in Schwung kam. Insgesamt eine nette Story, die aber deutlich mehr Potenzial hat und durch die ich mich sehr lange durchkämpfen musste. Gefallen hat mir trotz allem: Das Cover ist wirklich gut gelungen, sieht sehr harmonisch und idyllisch aus und das Farbspiel ist wirklich schön. Außerdem ist die Haptik und Gestaltung des Hardcovers sehr hochwertig und auch die gesamte Länge des Buches ist gut gewählt, weil man es durch die wenigen Seiten gut an einem Wochenende lesen kann. Trotzdem würde ich es keinem weiter empfehlen, es traf nicht wirklich meinen Geschmack und war auch relativ langweilig.
Obwohl ich das Cover einzigartig schön und die Hörprobe unglaublich vielversprechend fand, bin ich leider insgesamt enttäuscht von dem Hörbuch und dies bezieht sich sowohl auf die Romanhandlung auch als die Lesung. Die Handlung des Romans ist rasch zusammengefasst: Maria und Herwigs Ehe ist so gut wie am Ende. Nach jahrelanger gegenseitiger Vernachlässigung, verlässt Maria Herwig, weil sie glaubt, dass er mit einer anderen Frau eine Familie gründen will. So alltäglich diese Ausgangssituation auch sein mag, im Fall der beiden Protagonisten kann dies kaum überzeugen. Denn sowohl Maria als auch Herwig haben im Grunde überhaupt kein Interesse mehr am anderen, leben nur nebeneinander her und nicht nur Herwig, sondern auch Maria hatte Affären. Daher wirkt Marias Entschluss, zu flüchten, in Anbetracht der Situation nicht allzu überzeugend, kann allenfalls im Rahmen ihres schwierigen Verhältnisses zur eigenen unerfüllten Mutterschaft nachvollzogen werden. Was dann folgt, ist ein absolut konventioneller, wenig interessanter und auch uninspirierter Selbstfindungstrip der fünfundfünfzigjährigen Maria, die sich mit Lisa anfreundet, die altersmäßig kaum zu ihr passt, und mit dieser zunächst Teil einer Hippie-Kommune wird. Anschließend folgt ein Roadtrip nach Griechenland, bei dem ein sexuelles Dreiecksverhältnis einen nicht unerheblichen Teil der Bewältigung der Midlife-Crisis ausmacht. Abschließend kommt es noch zu pseudoreligiösen Erleuchtungen. Derweil wandelt Herwig daheim in Österreich auch durch eine ausgemachte Lebenskrise, die im Wesentlichen durch Drogenkonsum abgemildert wird. Im Grunde bekommt der Hörer es also mit zwei abgrundtief frustrierten Menschen zu tun, die in Erkenntnis der Tatsache, dass ihr Leben nicht nur aus dem Ruder gelaufen ist, sondern einfach "nichts" war, versuchen, mit unpassenden, ihrem Alter kaum entsprechenden und leider auch klischeebeladenen Methoden ein Stück Lebensglück zurückzuerobern. Für den Hörer ist dies nicht nur mühsam und uninteressant, sondern auch in höchstem Maße frustrierend. Beide Figuren sind so öde, ihr Leben von so wenig Bedeutung und Marias Flucht so wenig mysteriös und absolut gewöhnlich, dass man sich die ganze Zeit fragt, was dies alles soll. Hinzu kommen die absolut unerquicklichen, wenig zielführenden und öden Exkurse mit ihren überladenen Backstories zu zahlreichen Nebenfiguren, die zur Handlung nur Länge beitragen. Der Roman kann sprachlich durchaus überzeugen, auf der Inhaltsebene schafft er es leider nicht. Caroline Peters schätze ich und höre sie sehr gerne, aber ihre Art der Lesung ist in diesem Fall leider zu uninspiriert und auch gleichbleibend. Die einzige Figur, die zeitweise von ihr wirklich mit Leben gefüllt wird, ist Lisa. Alle anderen Figuren sind stimmlich kaum zu unterscheiden und besonders die Protagonisten stechen in dieser Lesung kaum heraus. Es wirkt alles etwas müde - manchmal auch wie ein oberflächliches Lesen. Insgesamt konnte mich as Hörbuch leider nicht überzeugen. Zu viele Nebenthemen, keine Spannung, zu wenig Identifikationsmöglichkeiten, zuviel Frust und Bitterkeit, und leider auch nicht besonders ansprechend vorgetragen.
„flüchtig“ ist das Erstlingswerk und der Debütroman von Hubert Achleitner, unter anderem bekannt als Hubert von Goisern, einen östetrreichischen Liedtexter und Musiker. Das Buch ist mir erstmals bei der Verlagsvorschau aufgefallen, da ich die Aufmachung einfach wunderschön fand. Als ich bei näherer Recherche daraufkam, dass Hubert Achleitner der bürgerliche Name von Hubert von Goisern ist, wollte ich dem Roman gerne eine Chance geben. Herwig und Maria, die eigentlich Eva Maria Magdalena heißt, verbindet schon lange nicht mehr die innige Liebe, die sie einst füreinander verspürten. Da liegt es doch auf der Hand, dass man etwas dagegen tun muss. Maria steigt also ins Auto und haut einfach ab - wohin weiß sie selbst nicht genau, hauptsache in den Süden. Herwig hat sie davon allerdings kein Wort gesagt. Sowohl Herwig als auch Maria müssen sich zuerst einmal mit der neuen Situation zurechtfinden, was gar nicht so einfach zu sein scheint. Hubert Achleitner erzählt auf seine ganz eigene Art und Weise von dieser Geschichte, die eigentlich keine Liebesgeschichte ist, aber irgendwie doch. Das Buch ist gewissermaßen geschrieben wie eine melodie, harmonisch und schön. Auch die Musik direkt findet stellenweise ihren Platz, wenn Hubert Achleitner aus Liedern zitierte, was mir persönlich sehr gut gefiel. Der Einstieg in die Geschichte ist unglaublich spannend und hatte eine richtige Sogwirkung auf mich. Zwischendurch verliert sich die Geschichte zeitweise etwas in sich selbst und ich überflog ein paar Passagen, jedoch nur um dann erneut vom Sog der Geschichte gepackt zu werden. Unsere Protagonisten fand ich sehr authentisch, ich konnte mich sehr gut in sie einfühlen und habe mit ihnen mitgefiebert. Herwig fand ich teilweise etwas anstrengend, aber ich hatte auch Mitgefühl mit ihm. Marias Entscheidung abzuhauen empfand ich als wahnsinnig mutig, ich mochte sie als Charakter sehr gerne. Insgesamt kann ich abschließend nur sagen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat. Sollte Hubert Achleitner erneut ein Buch veröffentlichen, was ich sehr hoffe, werde ich es auf jeden Fall lesen!
Das Buch habe ich nur sehr zufällig in die Hände bekommen und es läuetet nun mein Lesejahr 2021 ein. Hoffentlich setzt es aber nicht den Ton für die kommenden Bücher. Ich war nur so mittelmäßig begeistert. Maria und Herwig sind zwar seit 30 Jahren verheiratet, aber eine Beziehung führen sie nicht wirklich mehr. Eines Tages ist Maria weg, hat sich Herwigs Volvo gekrallt und ist auf und davon. Nach Griechenland um noch einmal neu anzufangen und sich selbst zu finden. Es gab in diesem Buch vieles, was ich sehr schön fand. Hubert Achleitner, auch bekannt als der Hubert von Goisern, ist eigentlich Musiker. „flüchtig“ ist sein Debutroman. Den Musiker und auch den Österreicher merkt man dem Buch an, kaum ein Kapitel zieht vorrüber, ohne dass ein paar Töne im Kopf anschwingen, ohne eine wirklich eindringliche Beschreibung der Natur. Ich fand die Einblicke in die Kultur der Samen spannend und ich mochte auch alles was mit dem heiligen Berg, der Mönchsrepublik in Griechenland zu tun hatte – wie überaus spannend, ich hatte davon keine Ahnung und ich hab meine Lektüre immer mal wieder unterbrochen um mir Bilder anzuschauen. Ein ungewöhnliches Setting, aber im Rückblick wirklich gut gewählt und sehr atmosphärisch erzählt. Mir war, als würde ich selber im Schlafsaal des Klosters liegen. Oder in einem kleinen Fischerboot sitzend auf die Einsiedeleien blicken. Alles was Atmosphäre und Setting angeht war wirklich schön zu lesen. Was mir weniger gut gefallen hat waren die Charaktere. Ich konnte noch am ehesten mit Herwig sympathisieren, aber Maria war mir ganz fern. Die Geschichte folgt in ihrem Haupterzählstrang abwechselnd Maria und Herwig und die Teile mit Maria fand ich anstrengend zu lesen. Sie und ich – wir wurden einfach nicht miteinander warm. Sie ist egoistisch, kalt, die Szene mit den Pilzen fand ich mehr als grenzwertig – im Grunde kann man Herwig nicht vorwerfen, dass er eine Affäre mit Nora angefangen hat, obwohl natürlich beide einfach die Kraft hätten finden müssen sich im Guten zu trennen… ich schweife ab ^^‘ Gestört habt mich auch, dass die Geschichte wirklich zu sehr in die Länge gestreckt wurde, der Autor kommt schnell vom hundertste ins tausendste, muss unbedingt zu jeder Person (auch wenn sie nur in einem Nebensatz erwähnt wird) eine Seitenlange Hintergrundgeschichte bieten und verzettelt sich leicht. Das war mir alles zu sehr durcheinander, zu wenig stringent und auch zu langatmig. Den Schreibstil hab ich sehr gerne gelesen, Achleitner hat eine sehr poetische Art sich auszudrücken und benutzt teilweise Wörter die schon leicht veraltet anmuten (oder vielleicht einfach zu sehr österreichisch sind. Das Wort „vif“ als deutsches Wort, war mir zum Beispiel nicht bekannt), was ich allerdings eher positiv anmerken möchte. So hat es sich teilweise, besonders in den Naturbeschreibenden Szenen angefühlt als würde man fort gezogen, was zum träumen eingeladen hat. Insgesamt kann „flüchtig“ auf jeden Fall durch Setting und Atmosphäre punkten, die Handlung selber hatte für mich allerdings zu viele Schwächen. Trotzdem ein vielversprechendes Debut, das auf jeden Fall herausragende Momente mit sich bringt.
Das Buch habe ich nur sehr zufällig in die Hände bekommen und es läuetet nun mein Lesejahr 2021 ein. Hoffentlich setzt es aber nicht den Ton für die kommenden Bücher. Ich war nur so mittelmäßig begeistert. Maria und Herwig sind zwar seit 30 Jahren verheiratet, aber eine Beziehung führen sie nicht wirklich mehr. Eines Tages ist Maria weg, hat sich Herwigs Volvo gekrallt und ist auf und davon. Nach Griechenland um noch einmal neu anzufangen und sich selbst zu finden. Es gab in diesem Buch vieles, was ich sehr schön fand. Hubert Achleitner, auch bekannt als der Hubert von Goisern, ist eigentlich Musiker. „flüchtig“ ist sein Debutroman. Den Musiker und auch den Österreicher merkt man dem Buch an, kaum ein Kapitel zieht vorrüber, ohne dass ein paar Töne im Kopf anschwingen, ohne eine wirklich eindringliche Beschreibung der Natur. Ich fand die Einblicke in die Kultur der Samen spannend und ich mochte auch alles was mit dem heiligen Berg, der Mönchsrepublik in Griechenland zu tun hatte – wie überaus spannend, ich hatte davon keine Ahnung und ich hab meine Lektüre immer mal wieder unterbrochen um mir Bilder anzuschauen. Ein ungewöhnliches Setting, aber im Rückblick wirklich gut gewählt und sehr atmosphärisch erzählt. Mir war, als würde ich selber im Schlafsaal des Klosters liegen. Oder in einem kleinen Fischerboot sitzend auf die Einsiedeleien blicken. Alles was Atmosphäre und Setting angeht war wirklich schön zu lesen. Was mir weniger gut gefallen hat waren die Charaktere. Ich konnte noch am ehesten mit Herwig sympathisieren, aber Maria war mir ganz fern. Die Geschichte folgt in ihrem Haupterzählstrang abwechselnd Maria und Herwig und die Teile mit Maria fand ich anstrengend zu lesen. Sie und ich – wir wurden einfach nicht miteinander warm. Sie ist egoistisch, kalt, die Szene mit den Pilzen fand ich mehr als grenzwertig – im Grunde kann man Herwig nicht vorwerfen, dass er eine Affäre mit Nora angefangen hat, obwohl natürlich beide einfach die Kraft hätten finden müssen sich im Guten zu trennen… ich schweife ab ^^‘ Gestört habt mich auch, dass die Geschichte wirklich zu sehr in die Länge gestreckt wurde, der Autor kommt schnell vom hundertste ins tausendste, muss unbedingt zu jeder Person (auch wenn sie nur in einem Nebensatz erwähnt wird) eine Seitenlange Hintergrundgeschichte bieten und verzettelt sich leicht. Das war mir alles zu sehr durcheinander, zu wenig stringent und auch zu langatmig. Den Schreibstil hab ich sehr gerne gelesen, Achleitner hat eine sehr poetische Art sich auszudrücken und benutzt teilweise Wörter die schon leicht veraltet anmuten (oder vielleicht einfach zu sehr österreichisch sind. Das Wort „vif“ als deutsches Wort, war mir zum Beispiel nicht bekannt), was ich allerdings eher positiv anmerken möchte. So hat es sich teilweise, besonders in den Naturbeschreibenden Szenen angefühlt als würde man fort gezogen, was zum träumen eingeladen hat. Insgesamt kann „flüchtig“ auf jeden Fall durch Setting und Atmosphäre punkten, die Handlung selber hatte für mich allerdings zu viele Schwächen. Trotzdem ein vielversprechendes Debut, das auf jeden Fall herausragende Momente mit sich bringt.
Bewertet mit 2 Sternen Zum Buch: Eva Maria Magdalena Neuleitner ist seit dreißig Jahren mit Herwig Berger verheiratet. Sie haben sich schon lange auseinandergelebt und führen die Ehe nur noch auf Papier. Doch dann ist Maria weg, zusammen mir Herqigs Volvo. Ohne ein Lebenszeichen von sich zu geben. Meine Meinung: Die Geschichte ist schrecklich langatmig erzählt, als wolle der Autor zeigen, wie toll er mit Worteb umgehen kann. Mag sein, es sind schöne Worte, schöne Sätze, aber es passiert so gar nichts. Wenn mal was passiert ist es in zwei Sätzen abgehandelt. Ansonsten lesen wir, wie Maria geboren wird, wie oft Maria mir dem Volvo den Berg hinauf mäanderte ... Etliche Seiten voller Nebensächlichkeiten, die meiner Meinung nach nichts zu Geschichte beitragen. Jede Menge Musik und Musiker, jede Menge Liedtexte ... da bleibe ich lieber bei meiner Trivalliteratur, die unterhält mich wenigstens. So hochgelobte Literatur mit einer tollen Sprache ist einfach nichts für mich. Mich hat es gelangweilt.
"flüchtig" ist der erste Roman und die erste schriftstellerische Veröffentlichung des österreichischen Musikers, Sängers und Liedermachers Hubert von Goisern, dessen musikalisches Werk ich seit ca. 20 Jahren begeistert verfolge. Da seine Liedtexte klug, wortgewaltig und oft von einer bestechenden Eindringlichkeit sind, war es für ihn ein vollkommen natürlicher Schritt, den künstlerischen Genrewechsel zu vollziehen und sich auch in der Literatur zu versuchen. Dies geschieht jetzt aber unter seinem Geburtsnamen Hubert Achleitner, womit eine Grenze zu seinem musikalischen Ich gesetzt sein dürfte. Mit 55 Jahren ist Maria auf der Suche nach sich selbst. Ihre eingefahrene, unfruchtbare Ehe mit Herwig ist gescheitert, Sport ist Marias Ersatzbefriedigung Nummer Eins. Ein bestimmtes Ereignis bringt das Fass allerdings zum Überlaufen und Maria zieht sich aus ihrem alten Leben raus, sie entflieht, wird "flüchtig". Sie geht auf eine Reise, die sie in den Süden und irgendwie auch zu sich selbst führt. Achleitner gelingt es auf gekonnte Art und Weise und ganz ohne erhobenen Zeigefinger, Reflexionen über Gott und die Welt in seine Prosa einzustreuen. Manchmal wirds politisch, manchmal philosophisch. Auch Glaube, Religion und Spiritualität sind wichtige Themen des Buches. In welchen irdischen Dingen manifestiert sich das Glück, kann man es festhalten oder ist es eben, wie Maria und der Titel, flüchtig? Dass Achleitner im Hauptberuf Musiker ist, merkt man seinem Buch deutlich an. Überall wimmelt es von Melodien, Tonarten, Tonträgern, Klangfarben, Gesang, onomatopoetischen Wendungen, unterschiedlichen Darbietungsformen von Musik, berühmten und unberühmten Musikern, Instrumenten und dergleichen mehr. Seine Figuren machen Musik, hören Musik, sie leben die Musik. Manchmal arbeiten sie sich auch an ihr ab oder kritisieren sie in ihren Spielarten: Genres, Musiker, Musicals, Komponisten. Musik steht auch für das absolute Präsens, die unverbrüchliche Hingabe an den Moment, das Hier und Jetzt. Auch das Leben von Achleitners Protagonisten läuft ab wie ein Song, bei dem sie gelegentlich aus dem Takt geraten. Sie haben ihren ganz eigenen Rhythmus, Intermezzi, Tempi und ihre Grundmelodie des Herzens ist das Leitmotiv, dem sie folgen. Erotik ist auch ein zentrales Thema des Buches. Es ist eine Sinnlichkeit, die auch der Musik innewohnt, der sich seine Figuren hingeben. Fast schon ein Liebesreigen, mal hier mal dort, an jedem Ort - nichts ist für die Ewigkeit, flüchtig eben. Sehr häufig bedient sich der Autor auch der atmosphärischen Beschreibung von Wetterlagen. Dies hat etwas sehr archaisches, das Leben bestimmt von den Gezeiten und von der Witterung, vom Kreislauf der Natur. Den einzigen klitzekleinen “Kritikpunkt”, den ich an "flüchtig" habe, ist die Tatsache, dass der Autor sich gelegentlich in Nebengeschichten verliert und für die doch relativ moderaten knapp 300 Seiten etwas viele Randfiguren ins Spiel bringt. Zum Beispiel geht es dann plötzlich ganz ausführlich um die Geschichte des Jugendfreundes von Marias griechischem Geliebten oder um die Story des Freundes von Herwigs Vater aus dem Seniorenheim. Richtig gestört haben mich diese digressiven Schlenker zwar nicht, aber es lenkt doch ein wenig von der Haupthandlung ab und verleiht dem Roman etwas "Wimmelbuchhaftes", frei nach dem Motto: Schaut her, diese Person hat auch eine interessante Geschichte und diese auch und erst diese hier! Es passt aber auch irgendwie zu dem Buch und zu den “Bienen-artigen” Romanfiguren, die von einer Blume zur nächsten fliegen, so macht es eben auch der Erzähler. Alles in allem aber will ich sagen, dass Achleitner ein wundervolles Romandebut hingelegt hat, das nicht nur den Fans von Hubert von Goisern gefallen dürfte. Es ist rhythmisch, erotisch, nachhallend und warmherzig, kurz: sehr empfehlenswert! Und dafür, dass es ein Debutroman ist, ziehe ich voller Respekt meinen Hut vor diesem vielseitigen Künstler!












