Finis Germania

Finis Germania

Hardback
3.33
Politisches SystemPolitikwissenschaftMoralismusSonderweg

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Description

Der Universalgelehrte Rolf Peter Sieferle hat mit dem posthum veröffentlichten "Finis Germania" seine Nachtgedanken zur Lage Deutschlands hinterlassen. In dreißig inhaltsschweren und tiefgründigen, teilweise fragmentarischen Kurztexten beleuchtet er ohne Rücksicht auf Thementabus und medial verabredete Sprachregelungen Deutschlands jüngere Vergangenheit und Gegenwart und wirft einen abgründigen Blick in die Zukunft. So beschreibt er als mentalen Kern eines politisch flächendeckend ausgewucherten »Sozialdemokratismus«, daß »Differenzen aller Art für schlechthin unerträglich gelten« und die proagierte Lösung des Individuums aus seinen Verbindlichkeiten in der Vorfahren-Nachfahren-Kette als dessen Trennung »von seinen Ahnen, von der Geisterwelt, vom Absoluten.« Der »Mythos VB« (= Vergangenheitsbewältigung) benannte Teil des Buches führte schließlich zu einem Medienskandal. Der Autor wurde diffamiert, der Inhalt (absichtlich oder aus Dummheit) falsch verstanden und das Buch aus den Bestsellerlisten entfernt. Letztlich hat dieser unerhörte Vorgang jedoch zu dem Riesenerfolg von "Finis Germania" beigetragen. Eine von uns lizensierte Ausgabe des Buchs erschien 2017 im Verlag Antaios. Im Landtverlag veröffentlichen wir im März 2019 eine neue Auflage des Titels mit einem Nachwort von Thomas Hoof, das die Skandalisierungsgeschichte von "Finis Germania" nachzeichnet.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
History & Archaeology
Format
Hardback
Pages
128
Price
8.80 €

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Ich habe eine 30-seitige Hausarbeit darüber geschrieben, inwiefern in diesem Buch Identität bzw. das Scheitern am selbstreflexiven Prozess der Identität und Antisemitismus verknüpft werden. Ich zitiere einfach mal ein paar Ausschnitte aus Einleitung und Fazit dieser Hausarbeit - mit der ganz klaren Empfehlung, dieses Buch nicht zu lesen. An manchen Stellen ist mir wirklich schlecht geworden, so selbstmitleidig, judenfeindlich und geschichtsrevisionistisch ist es. Es ist noch nicht mal gut geschrieben, sondern wirr, schlecht strukturiert, voller inhaltlicher Wiederholungen und pseudointellektueller Fremdwörter. Die Textsammlung "Finis Germania" von Rolf Peter Sieferle wurde insbesondere kurz nach ihrer Veröffentlichung 2017 viel diskutiert, weil sie durch die Stimmpunkte von Spiegel-Redakteur Johannes Saltzwedel Teil der Liste "Sachbücher des Monats" von NDR und Süddeutscher Zeitung wurde. Außerdem kontrovers: Dass das Buch kurz darauf zunächst auf der verkaufszahlenbasierten Spiegel-Bestsellerliste stand, aber von dieser entfernt wurde mit der Begründung: „Ohne die Empfehlung unseres Kollegen [Johannes Saltzwedel] hätte das Werk des im vergangenen Jahr verstorbenen Autors es unserer Einschätzung nach nicht in die Liste geschafft.“ Die Rezeption in neurechten Kreisen nimmt kein Ende, zum Beispiel hat Eva Herman in ihrer Youtube-Nachrichtensendung "Der andere Blick" am 12. Februar 2020 betont, Sieferles „düstere Prophezeiungen“ würden sich immer mehr bestätigen. Auch Martin Sellner, Sprecher der rechtsextremen Identitären Bewegung Österreich, hatte 2017 auf seinem inzwischen gesperrten Youtube-Kanal über „den Fall Sieferle“ gesprochen und den Autoren dafür bewundert, dass er nicht so tue, „als ob Multikulti noch funktionieren würde.“ Finis Germania von Rolf Peter Sieferle kann mit gutem Gewissen als antisemitische Lektüre bezeichnet werden, das wurde bereits mehrfach nachgewiesen. Schuld daran ist auch der Zeitgeist, den er als in der Nachkriegszeit Geborener kennenlernte, aber nicht nur. Eine weiterführende Erklärung für diesen Antisemitismus ist das Scheitern des Autors, seine eigene Identität ─ als Deutscher ─ zu reflektieren und als Prozess wahrzunehmen. Er definiert die deutsche Identität stattdessen auf völkische Art und Weise, um daraus kulturrassistische Schlüsse zu ziehen. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, seine eigene Gruppe zu erhöhen (denn die Zugehörigkeit zu einer Gruppe scheint die einzige Lösung für das Scheitern am Identitätsprozess zu sein) und ‚die Anderen‘ zu erniedrigen, findet er das Konzept der Täter-Opfer-Umkehr.

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