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Wer es wagt, dem König zu widersprechen…
Als die Familie der Bauerntochter Randalín auf ihrem Feld einen goldenen Mörser findet und ihn daraufhin dem König aushändigt, verlangt dieser auch den passenden Stößel dazu, den die armen Bauern natürlich nicht besitzen. Als Dieb angeklagt wird der Vater festgenommen und Randalín macht sich auf den Weg, ihn zu befreien, im Gepäck nichts als Feder, Tinte und Worte. Sie wagt es, dem König zu widersprechen und entgegen allen Erwartungen bietet er ihr eine Stelle als Berater an, womöglich auch, weil er sie für einen Mann hält. Doch damit fangen die Probleme erst richtig an, denn weder passt Randalín an den Königshof, noch stößt ihre schweigsame, direkte Art auf viel Gegenliebe, von ihren persönlichen Gefühlen ganz zu schweigen… Auf den Seiten von „Feuerfeder“ findet der aufmerksame Leser mehr als eine Referenz an alte Geschichten und Grimms Märchen. Tatsächlich ist das Buch im weitesten Sinne eine Nacherzählung des Märchens „Die kluge Bauerntochter“, vermischt mit anderen Elementen, etwa aus „König Drosselbart“. Doch das Buch hat auch genug eigene Ideen zu bieten. Anne Danck erzählt uns hier nämlich nicht nur die Geschichte einer klugen jungen Frau, die sich beweisen will und den König zurechtweist, auch keine dahergelaufene Liebesgeschichte eines Prinzen auf dem weißen Ross. Stattdessen zeichnet sie das Bild einer Protagonistin, der die Schuhe, die sie zu tragen bekommen hat, so gar nicht passen. Sie ist eine Frau, allgemeiner Auffassung nach, doch sie eckt immer wieder an. Ihr Aussehen scheint den Erwartungen der Leute nicht zu entsprechen, sie ist zu grob, zu leise, zu nachdenklich, viel zu wenig kompromissbereit. Sie spricht selten ein Wort, stolpert über ihre eigene Zunge, hat den Kopf aber doch voller kluger Ideen. Am allerwichtigsten ist aber: Sie hat die Nase voll davon, sich in Schubladen stecken zu lassen und rebelliert auf ihre ganz eigene Weise gegen Erwartungen und Rollenbilder, stellt Fragen, stählt ihren Widerspruchsgeist und lehnt sich auf, soweit ihr das möglich ist, in Hosen und mit kargen Worten. Dabei verstrickt sie sich absehbar in ein Konstrukt aus Schwierigkeiten und Halbwahrheiten, lernt sich aber auch auf eine völlig neue Weise selbst kennen. Sie wächst im Schatten des Königs, der doch gar nicht so übel zu sein scheint und eine ungeahnte Faszination ausübt. Die beiden Protagonisten sind wie Feuer und Wasser, geraten ständig aneinander und können doch so viel voneinander lernen. Das Buch erzählt keine klassische Liebesgeschichte, auch wenn diese durchaus eine zentrale Rolle einnimmt, an der Seite von Rätseln und der Suche nach sich selbst. „Feuerfeder“ ist ein Buch über eine Person, die endlich so gesehen und akzeptiert werden will, wie sie wirklich ist und ein Buch für all jene, die das Gefühl haben, in keine Schublade passen zu können oder zu wollen, alle die sich in der Menge manchmal fremd fühlen und alle, die sich wünschen, so gesehen zu werden, wie sie sind, auch wenn sie nicht dem gängigen Muster entsprechen. Es lehrt uns Toleranz und Rücksichtnahme aus einer besonderen, ungewöhnlichen Perspektive, verknüpft mit dem Setting eines Märchens. Dementsprechend haben die letzten Seiten durchaus etwas Klischeepotenzial, doch das sei der Geschichte einmal verziehen, denn sie erinnert uns an das, was in der Realität immer häufiger vergessen wird: Wir sind unsere beste Version, wenn wir ganz wir selbst sind.

Apr 9, 2026
Wer es wagt, dem König zu widersprechen…
Als die Familie der Bauerntochter Randalín auf ihrem Feld einen goldenen Mörser findet und ihn daraufhin dem König aushändigt, verlangt dieser auch den passenden Stößel dazu, den die armen Bauern natürlich nicht besitzen. Als Dieb angeklagt wird der Vater festgenommen und Randalín macht sich auf den Weg, ihn zu befreien, im Gepäck nichts als Feder, Tinte und Worte. Sie wagt es, dem König zu widersprechen und entgegen allen Erwartungen bietet er ihr eine Stelle als Berater an, womöglich auch, weil er sie für einen Mann hält. Doch damit fangen die Probleme erst richtig an, denn weder passt Randalín an den Königshof, noch stößt ihre schweigsame, direkte Art auf viel Gegenliebe, von ihren persönlichen Gefühlen ganz zu schweigen… Auf den Seiten von „Feuerfeder“ findet der aufmerksame Leser mehr als eine Referenz an alte Geschichten und Grimms Märchen. Tatsächlich ist das Buch im weitesten Sinne eine Nacherzählung des Märchens „Die kluge Bauerntochter“, vermischt mit anderen Elementen, etwa aus „König Drosselbart“. Doch das Buch hat auch genug eigene Ideen zu bieten. Anne Danck erzählt uns hier nämlich nicht nur die Geschichte einer klugen jungen Frau, die sich beweisen will und den König zurechtweist, auch keine dahergelaufene Liebesgeschichte eines Prinzen auf dem weißen Ross. Stattdessen zeichnet sie das Bild einer Protagonistin, der die Schuhe, die sie zu tragen bekommen hat, so gar nicht passen. Sie ist eine Frau, allgemeiner Auffassung nach, doch sie eckt immer wieder an. Ihr Aussehen scheint den Erwartungen der Leute nicht zu entsprechen, sie ist zu grob, zu leise, zu nachdenklich, viel zu wenig kompromissbereit. Sie spricht selten ein Wort, stolpert über ihre eigene Zunge, hat den Kopf aber doch voller kluger Ideen. Am allerwichtigsten ist aber: Sie hat die Nase voll davon, sich in Schubladen stecken zu lassen und rebelliert auf ihre ganz eigene Weise gegen Erwartungen und Rollenbilder, stellt Fragen, stählt ihren Widerspruchsgeist und lehnt sich auf, soweit ihr das möglich ist, in Hosen und mit kargen Worten. Dabei verstrickt sie sich absehbar in ein Konstrukt aus Schwierigkeiten und Halbwahrheiten, lernt sich aber auch auf eine völlig neue Weise selbst kennen. Sie wächst im Schatten des Königs, der doch gar nicht so übel zu sein scheint und eine ungeahnte Faszination ausübt. Die beiden Protagonisten sind wie Feuer und Wasser, geraten ständig aneinander und können doch so viel voneinander lernen. Das Buch erzählt keine klassische Liebesgeschichte, auch wenn diese durchaus eine zentrale Rolle einnimmt, an der Seite von Rätseln und der Suche nach sich selbst. „Feuerfeder“ ist ein Buch über eine Person, die endlich so gesehen und akzeptiert werden will, wie sie wirklich ist und ein Buch für all jene, die das Gefühl haben, in keine Schublade passen zu können oder zu wollen, alle die sich in der Menge manchmal fremd fühlen und alle, die sich wünschen, so gesehen zu werden, wie sie sind, auch wenn sie nicht dem gängigen Muster entsprechen. Es lehrt uns Toleranz und Rücksichtnahme aus einer besonderen, ungewöhnlichen Perspektive, verknüpft mit dem Setting eines Märchens. Dementsprechend haben die letzten Seiten durchaus etwas Klischeepotenzial, doch das sei der Geschichte einmal verziehen, denn sie erinnert uns an das, was in der Realität immer häufiger vergessen wird: Wir sind unsere beste Version, wenn wir ganz wir selbst sind.
Apr 9, 2026








