Faschismus und Populismus
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Description
»Gegen den Faschismus aufzuschreien, lenkt vom wahren Problem ab: dem Populismus. « Antonio Scurati
Der italienische Intellektuelle und Bestsellerautor Antonio Scurati thematisiert die Popularität faschistischer, rechtsextremer und ultra-reaktionärer Politik und sieht die Gründe im wieder salonfähigen Populismus – der unter anderem auf Benito Mussolini zurückgeht.
Faschistische Aufmärsche, Rassismus und Gewalt gegen Geflüchtete sind immer mehr an der Tagesordnung. So sehr diese Phänomene erschrecken, seien sie aber weniger gefährlich als die weniger offensichtlichen, so Antonio Scurati. Vielmehr schaden die Akteure den Demokratien, die populistisch auftreten und nicht in die Kategorien rechts oder links unterteilt werden können. Denn Sie reduzieren das politische Leben auf Gefühle, vor allem Angst und Groll, vereinfachen die komplexe Realität demokratischer Gesellschaften – und verzeichnen damit Erfolge. Dabei folgen sie bewusst oder unbewusst dem Führungsstil Benito Mussolinis. Warum sich dieser Stil in unserer Zeit einer solchen Vehemenz erfreut und wie er faschistischen, rechtsextremen und reaktionären Kräften den Weg bereitet, erläutert Scurati in seinem neuen Essay.
Book Information
Author Description
Antonio Scurati, 1969 in Neapel geboren, ist Professor für vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Mailand und schreibt für die Zeitungen Corriere della Sera and El País. Seine Romane sind in viele Sprachen übersetzt und wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Premio Mondello und dem Premio Campiello. Sein großes Romanprojekt zum Aufstieg des Faschismus in Europa machte ihn international berühmt. Alle drei erschienenen Bücher standen auf Platz eins der italienischen Bestsellerliste. Für »M. Der Sohn des Jahrhunderts« erhielt den wichtigsten Literaturpreis Italiens, den Premio Strega; »M. Der Mann der Vorsehung« wurde mit dem Prix du Livre Européen ausgezeichnet.
Posts
„Sich die eigene verhängnisvolle Vergangenheit bewusst zu machen, setzt zunächst einmal faktisch voraus, sich radikal der eigenen Verantwortung zu stellen. Um in die Tiefen des Abgrunds zu blicken, muss man zunächst den Abgrund in sich selbst erkennen. Wenn die Italiener diesen Schritt in ihrem kollektiven Bewusstsein nicht vollzogen haben, so ist dies - zahlreiche weitere Gründe sind in der politischen Geschichte unserer Nachkriegszeit zu suchen - auch der Darstellungsweise des Faschismus geschuldet, die bis in jüngste Zeit vorherrschend geblieben ist. Die Vorgabe - fast ein kulturelles Diktat -, den Faschismus aus Sicht des Antifaschismus zu erzählen, und damit die Neigung eines ganzen Volkes, sich auf einer symbolischen Ebene in der Position des Opfers zu sehen, führten zu einem Narrativ, das das Unverzichtbare verhindert hat: Verantwortung zu übernehmen und sich über die Vergangenheit Rechenschaft abzulegen.“

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»Gegen den Faschismus aufzuschreien, lenkt vom wahren Problem ab: dem Populismus. « Antonio Scurati
Der italienische Intellektuelle und Bestsellerautor Antonio Scurati thematisiert die Popularität faschistischer, rechtsextremer und ultra-reaktionärer Politik und sieht die Gründe im wieder salonfähigen Populismus – der unter anderem auf Benito Mussolini zurückgeht.
Faschistische Aufmärsche, Rassismus und Gewalt gegen Geflüchtete sind immer mehr an der Tagesordnung. So sehr diese Phänomene erschrecken, seien sie aber weniger gefährlich als die weniger offensichtlichen, so Antonio Scurati. Vielmehr schaden die Akteure den Demokratien, die populistisch auftreten und nicht in die Kategorien rechts oder links unterteilt werden können. Denn Sie reduzieren das politische Leben auf Gefühle, vor allem Angst und Groll, vereinfachen die komplexe Realität demokratischer Gesellschaften – und verzeichnen damit Erfolge. Dabei folgen sie bewusst oder unbewusst dem Führungsstil Benito Mussolinis. Warum sich dieser Stil in unserer Zeit einer solchen Vehemenz erfreut und wie er faschistischen, rechtsextremen und reaktionären Kräften den Weg bereitet, erläutert Scurati in seinem neuen Essay.
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Antonio Scurati, 1969 in Neapel geboren, ist Professor für vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Mailand und schreibt für die Zeitungen Corriere della Sera and El País. Seine Romane sind in viele Sprachen übersetzt und wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Premio Mondello und dem Premio Campiello. Sein großes Romanprojekt zum Aufstieg des Faschismus in Europa machte ihn international berühmt. Alle drei erschienenen Bücher standen auf Platz eins der italienischen Bestsellerliste. Für »M. Der Sohn des Jahrhunderts« erhielt den wichtigsten Literaturpreis Italiens, den Premio Strega; »M. Der Mann der Vorsehung« wurde mit dem Prix du Livre Européen ausgezeichnet.
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„Sich die eigene verhängnisvolle Vergangenheit bewusst zu machen, setzt zunächst einmal faktisch voraus, sich radikal der eigenen Verantwortung zu stellen. Um in die Tiefen des Abgrunds zu blicken, muss man zunächst den Abgrund in sich selbst erkennen. Wenn die Italiener diesen Schritt in ihrem kollektiven Bewusstsein nicht vollzogen haben, so ist dies - zahlreiche weitere Gründe sind in der politischen Geschichte unserer Nachkriegszeit zu suchen - auch der Darstellungsweise des Faschismus geschuldet, die bis in jüngste Zeit vorherrschend geblieben ist. Die Vorgabe - fast ein kulturelles Diktat -, den Faschismus aus Sicht des Antifaschismus zu erzählen, und damit die Neigung eines ganzen Volkes, sich auf einer symbolischen Ebene in der Position des Opfers zu sehen, führten zu einem Narrativ, das das Unverzichtbare verhindert hat: Verantwortung zu übernehmen und sich über die Vergangenheit Rechenschaft abzulegen.“






