Englische Liebschaften

Englische Liebschaften

Hardback
3.418

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Description

Von klein auf träumt Linda, die schöne und temperamentvolle Tochter von Lord und Lady Radlett, von der Liebe, dem perfekten Ehemann und einem glamourösen Leben in der Londoner Society. Aber die Suche nach Mr. Right gestaltet sich schwieriger als erwartet. Zuerst heiratet sie Hals über Kopf – und zum Schrecken ihrer adligen Familie – einen biederen Banker. Doch Linda ist selbst bald gelangweilt von ihrem schrecklich mittelmäßigen Gatten, der sich für nichts als Golf, Geschäfte und Konservatismus interessiert. Da macht sie die Bekanntschaft von Christian, einem glühenden Kommunisten, und Linda stürzt sich in das nächste Liebesabenteuer: Sie folgt ihm nach Südfrankreich, um in einem Lager für spanische Kriegsflüchtlinge zu arbeiten. Aber wieder ist das Glück nicht von Dauer, und so landet Linda allein in Paris – wo sie endlich ihre große Liebe findet. Doch dann bricht der Krieg aus, und Linda muss nach England zurückkehren …

Turbulente Liebeskomödie und bissige Gesellschaftssatire in einem, erzählt Englische Liebschaften vom Aufwachsen junger Frauen im England der Zwischenkriegsjahre und nimmt dabei mit viel Selbstironie die britische Upper Class aufs Korn. Als Vorlage für die liebenswert-verschrobenen Romanfiguren diente Mitfords eigene Familie, die in ganz England für ihre Exzentrik bekannt war.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
320
Price
24.70 €

Author Description

Nancy Mitford wurde 1904 in London als älteste der später legendären Mitford-Schwestern geboren. In ihren Romanen beschrieb sie scharfzüngig das Leben der englischen und französischen Upper Class. Sie gehörte der Londoner Bohème an und war mit Evelyn Waugh befreundet, der sie zum Schreiben ermutigte. Der literarische Durchbruch gelang ihr allerdings erst 1945 mit ihrem Roman Englische Liebschaften. Mitford starb 1973 in Versailles.

Posts

1
All
2.5

Oh je, nicht meine Geschichte, vermutlich muss ich eher sagen, nicht meine Figuren. Wenn sich das Buch nicht so schnell und leicht hätte lesen lassen, immerhin ist es 80 Jahre her, dass es geschrieben wurde, hätte ich es wohl abgebrochen. Weiß nicht wirklich, was mir das Buch hätte geben können. Ausführliche Rezi folgt

Das Buch „Englische Liebschaften“ von Nancy Mitford ist über die jährliche Wanderbuchrunde im Buchrebellin-Forum zu mir gekommen. Allein die Tatsache, dass das Buch vor 80 Jahren geschrieben wurde, hätte mich schon abgeschreckt es zu lesen und der Titel hätte mich in der Befürchtung einen Liebesroman zu lesen schon schreiend wegrennen lassen. Aber die Idee, diesen Roman von Nancy Mitford auf die Reise durch das Forum zu schicken, finde ich spannend, denn die Autorin ist die Schwester von Unity Mitford, deren Biografie als glühende Hitler-Verehrerin wir vor zwei Jahren über die Wanderbuchrunde gelesen haben. Mit diesem und zwei weiteren Romanen portraitiert die Autorin anhand fiktiver Figuren ihre sehr illustre aber auch schwer zu ertragende Familie. Vom Ambiente, den Kreisen, in denen wir uns hier bewegen und auch zeitlich gesehen, hatte ich immer wieder Downton Abbey vor Augen und das ist eigentlich etwas, was ich ganz gerne beobachte – wenn auch lieber als Serie sehe und nicht zwingend gerne lese. Die Mitglieder der Familie Radlett jedoch waren dermaßen oberflächlich, blass und größtenteils unsympathisch und im Fall von Linda, der Protagonistin auch dermaßen egozentrisch, dass ich eher das Gefühl hatte bei nervigen Jane Austen-Romanen (allerdings im 20. Jahrhundert) zu sein. Wenn überhaupt, könnte ich maximal in der ein oder anderen Randfigur (Lord Merlin, Tante Emily) Sympathieträger finden, deren Rollen zwar nicht unbedeutend, aber letztlich doch zu klein und zu dahingeworfen auf mich wirkten. Aus diesen Figuren hätte man mehr machen können, aber es sollte ja um Linda gehen und Linda ist ein Fall für sich. Wie ein Mensch so dermaßen egozentrisch und weltfremd angesichts der schlimmen Zeit in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts sein kann, wie Linda, kann ich nicht verstehen. Sie war für mich nur schwer zu ertragen. Aber immerhin habe ich trotz des Titels und des Klappentextes keine Liebesgeschichte zu lesen bekommen, was aber daran liegt, dass Linda nicht fähig ist wirklich zu lieben – maximal sich selbst, aber auch das bezweifle ich. Selbst dafür ist sie viel zu oberflächlich. Sie lernt nichts aus ihrem Leben oder aus den Erfahrungen ihrer Tante (Fannys Mutter), sie macht keinerlei Entwicklung durch und dreht sich völlig weltfremd und naiv nur um sich und ihr Glück im Leben. Dadurch wirkt nicht nur Linda sondern die ganze Geschichte des Romans sehr belanglos auf mich. Spannenderweise empfinde ich den Schreibstil von Nancy Mitford als verhältnismäßig gut gealtert. Es hat sich gut und schnell lesen lassen und mitunter habe ich gar nicht gemerkt, wie schnell ich durch die Seiten geflogen bin. Die Autorin hat sich guter Bilder bedient und es gab auch richtig gut geschriebene Absätze in dem Buch. Schreiben konnte sie also und vermutlich war es pure Absicht die Figuren so überspitzt darzustellen. Aber genau das war halt nicht mein Fall. Aber wenn man das im Blick behält und bedenkt, in welcher Zeit, in welcher Gesellschaftsschicht und in welchem Milieu wir uns befinden, dann war es ganz nett für zwischendurch – mehr aber auch nicht. Da habe ich wohl höhere Ansprüche an meinen Lesenstoff. Selbst als Lektüre gewählt hätte ich mir das Buch nicht und wenn es irgendwie möglich wäre, dann würde ich den Mitford-Clan jetzt literarisch gerne für mich abhaken und möglichst nicht noch ein Buch von oder über diese Familie lesen müssen – auch wenn ich die Biografie über Unity Mitford richtig gut, inhaltlich jedoch eher verstörend fand.

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