Eisfuchs
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Description
Book Information
Author Description
Tanya Tagaq wurde 1975 in Cambridge Bay im heutigen Nunavut, Kanada, geboren. Als Performerin, Komponistin und Sängerin wurde sie mit ihren preisgekrönten Alben »Animism« und »Retribution« international bekannt. »Eisfuchs« ist ihr belletristisches Debüt.
Posts
TW: Sexualisierte Gewalt, Kindesmissbrauch // Selten tat ich mich so schwer mit einer Rezension, und auch das Lesen von 'Eisfuchs' viel mir nicht leicht. Ohne meine Lesegruppe, die #lesekreuzung, wäre bei mir vor allem der Gedanke "was zur Hölle passiert hier grade?" hängen geblieben, doch der gemeinsame Austausch und das Hintergrundwissen von einigen anderen hat mir geholfen, das Buch zumindest einordnen zu können, wenn auch nicht gänzlich es zu verstehen. 'Eisfuchs' spielt im Norden Kanadas, in dem das Leben stark geprägt wird durch die Natur: die ewigen dunklen Tage, das Eis, die Kälte, aber auch die hellen Nächte, Polarlichter und das Zusammenrücken der Menschen - letzteres jedoch selten mit positivem Ausgang. Tanya Tagaq erzählt die Geschichte eines Volkes, das durch die Residential Schools stark traumatisiert ist und diese Traumata an ihre Kinder weitergeben. Das Buch thematisiert Residential Schools zwar nicht direkt, jedoch ist (sexualisierte) Gewalt und Kindesmissbrauch allgegenwärtig, ebenso wie Alkoholsucht und andere Schattenseiten der Menschheit. Einige Missbrauchsszenen sind sehr explizit geschildert und verdienen somit eigentlich eine Triggerwarnung, die dem Buch aber fehlt. Andere Szenen sind metaphorisch mit arktischen Tieren beschrieben, überhaupt spielen Tiere und mythische Naturelemente eine sehr große Rolle. 'Eisfuchs' liest sich nicht wie ein klassischer Roman, es ist eher eine Collage an Prosa, Lyrik und ein paar Illustrationen. Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit dem Buch, insbesondere mit dem teilweise starken Bruch zwischen Mythen und realistischen Erzählaspekten. Erst durch den Austausch mit anderen habe ich den Zusammenhang dessen überhaupt (ansatzweise) verstanden. Dennoch fand ich das Buch sehr fesselnd und einige der kreierten (Natur-)Bilder besonders plastisch. Das Buch ist vielleicht nicht das beste Einstiegsbuch für Inuit-Literatur, doch lesenswert ist es im jeden Fall (aus eigener Erfahrung empfehle ich aber unbedingt den gemeinsamen Austausch dazu).
Ein sehr schwieriges Buch, zumindest für mich. Streckenweise erinnerte es mich stark an Marieke Rijneveld, die aufgezeigten Themen sind zumindest anfangs dieselben. Auch die erzählerische Intensität und das Gefühl der Bedrückung während des Lesens stimmen überein. Doch schon bald geht Tagaq eigene Wege. Viel Mythologie fliesst in die Handlung ein. Da ich die Legenden und Sagen der Inuit kaum bis gar nicht kenne, wirkte ein Grossteil davon befremdlich auf mich. Aber gleichzeitig war es auch ein Teil der Faszination, die von diesem Buch ausgeht. Durch die eingestreuten Gedichte bekommt man gleichzeitig einen Eindruck des realen Lebens der kanadischen Urvölker heutzutage. Tragische Schicksale, traurige Wahrheiten kommen so ans Licht. Man fragt sich automatisch, was sich die junge Erzählerin erträumt und was davon wahr ist. Dieses Buch ist für Leser, die es wagen, der Realität in die Augen zu schauen, die sich trauen, ihre Komfortzone zu verlassen, sich auf Neues einzulassen. Für jene, die nicht nur lesen, um zu selbst zu entkommen, sondern sich auch mit dem Leben in seiner härtesten Form zu beschäftigen. Denn genau so ein Buch ist "Eisfuchs".
Die Autorin, eine Inuit, aufgewachsen in den 1970er Jahren im Norden Kanadas, führt uns durch ihre Kultur wie auch ihre Vergangenheit. Die Erzählung bewegt sich zwischen Realität und Mythologie der Inuit. Der kulturelle Umschwung in Kanada, Alkoholkonsum der Einheimischen, Hoffnungslosigkeit, all dies prägt ihre Kindheit und ihre Teenagerjahre. Doch lieber in der Kindheit schwelgen, die noch unberührt war, als an dunkle Gestalten, die sich in Mädchenzimmer schleichen. Was mich dazu gebracht hat, das Buch zu lesen, war einerseits der Klappentext und vor allem das Cover. Doch habe ich mir das Buch ein bisschen anders vorgestellt und konnte fast nichts damit anfangen. Gestalterisch ist es sehr erfrischend aufgebaut. Gedichte, wie auch Zeichnungen und eine Symboltabelle der Inuitschrift, die dabei hilft einen Text ganz in Inuktitut zu übersetzen. Der Schreibstil war wie die Gestaltung sehr speziell und gewöhnungsbedürftig. Ich empfand den Stil manchmal anstrengend und unverständlich, da sie zwischen Zeiten und Erlebnissen hin und her springt, die nichts miteinander zu tun haben. Es liess mich sehr verwirrt zurück. "Eisfuchs" war heftig, beklemmend, aber an manchen Stellen auch wunderschön. Dieses Buch ist sicher keine leichte Lektüre.
Tanya Tagaq ist kanadische Performerin und bekannt für ihren traditionellen Inuk Kehlkopfgesang, den es sich wirklich lohnt, insbesondere in Verbindung mit ihrem literarischen Debüt "Eisfuchs", anzuhören. Die Autorin gibt mit fragmentarischen Textstücken, Gedichten und von Jaime Hernandez beigesteuerten Illustrationen einen faszinierenden Einblick in das Kindsein und Erwachsenwerden in der Polarregion im Norden Kanadas. Dabei webt sie Mythen und Legenden aus der Tradition der Inuit mit ein, die sich im Verlauf immer mehr manifestieren, bis Realität und Fiktion untrennbar ineinanderfließen. Ganz zufällig habe ich "Süßwasser" von Akwaeke Emezi zeitgleich zu diesem Werk gelesen und konnte einige Parallelen feststellen. Bei beiden Werken ist es, zu diesem Schluss bin ich gekommen, wahrscheinlich irrelevant, welche Metaphern, Bedeutungen und Interpretationen am Ende intendiert sind. Die Erzählung mit einer "westlichen Logik" verstehen zu wollen, erschien mir mehr und mehr unangebracht. Vielmehr schafft Tagaq ein Stimmungspanorama, das einen das kalte Eis spüren, die kristallklare Luft riechen und die Polarlichter sehen lässt. Auch spart sie nicht an Details des (Schul-)alltags, den Wünschen, Träumen und Konflikten eines Kindes und andeutungsweise der rauhen und traumatischen Realität im Heimatdorf und auf den Residential Schools. Eine solche Stimme empfinde ich als besonders wertvoll in der literarischen Landschaft, weil sie unkonventionelle Lebensrealitäten wiederspiegelt und erfahrbar macht. Ich hatte mich schon in die mystischen und tiefgründigen Gedanken Tagaqs in Verbindung mit den Alltagsbeobachtungen eines Kindes an der Schwelle zum Erwachsenwerden verliebt, als mir die Handlung in der zweiten Hälfte doch etwas zu "wild" und ungreifbar wurden. Dadurch fällt mir eine Einordnung im Nachhinein etwas schwer und ich könnte mir vorstellen, dass ein Reread neue Aspekte hervorbringt. Dennoch würde ich das Buch jedem ans Herz legen, der sich auf Lyrik und poetische Sprache verbunden mit mystischen und spirituellen Inhalten einlassen möchte.
Inhalt: Wir begleiten die Autorin, eine Inuit, aufgewachsen in den 1970er Jahren im Norden Kanadas, bei der Aufarbeitung und Bewältigung ihrer Vergangenheit. ———— Buchgestaltung: Die Gestaltung des Buches gefällt mir sehr. Der weiß strukturierte Einband ist schlicht gehalten und wirkt dadurch sehr edel, die Haptik ist super. Nebst eines schwarz gezeichneten Fuchskopfes stehen natürlich Autorin, Titel und Verlag auf dem Cover. Gleiches ist auf dem Buchrücken des schwarzen Buches (ohne Einband) zu finden. Hier wurden die Buchstaben eingestanzt und mit blutroter, glänzender Farbe „gefüllt“. Der Buchschnitt ist ebenfalls blutrot. Das Buch ist in kurze Kapitel aufgeteilt, welche entweder keine Überschriften haben, oder Wörter bzw. Jahreszahlen, je nach Stilrichtung des nachfolgenden Kapitels. Nebst der Geschichte gibt es in passender Form Gedichte und schwarz/weiß Zeichnungen. Auch eine Symboltabelle der „Inuitschrift“ ist zu finden, samt eines Textes in dieser Symbolform, welchen man mit Hilfe der Tabelle übersetzen könnte. Spräche man Inuktitut, könnte man es auch verstehen. Auch, dass der Text linksbündig gedruckt wurde und nicht im Blocksatz ist eher ungewöhnlich und hat mich etwas in meinem Lesefluss gestört, da ich die aktuelle Zeile automatisch mit denen darüber verglichen habe. ———— Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin ist gewöhnungsbedürftig und künstlerisch. Die Autorin richtet sich nicht nur allgemein an den unbekannten Leser, um ihre Geschichte zu erzählen, sondern auch in pronominaler Anrede. Man könnte sagen, dass der Schreibstil genauso besonders und anders ist, wie die Gestaltung des gesamten Buches. Dennoch empfand ich den Stil nicht immer poetisch, geschweige denn klar. Manchesmal fand ich es sogar anstrengend. Die Ausdrucksweise der Autorin wird zunehmend vulgärer, aber ihre Erfahrungen auch zunehmend schlimmer. Ein kreatives Stilmittel! ———— Fazit: Das Buch ist lyrisch, polarisierend, mythologisch, dunkel, individuell, vulgär, beklemmend, künstlerisch, eisig, langweilig, verwirrend, surreal, anders, fesselnd- alles zusammen, ineinander übergehend und/oder nacheinander. Aufgrund der ganzen Besonderheiten gebe ich vier Sterne. Inhaltlich/stilistisch würde ich wohl nur drei geben... ! Aber, ganz ehrlich: Lies es nur, wenn du dich auf so etwas einlassen kannst, andernfalls wirst du enttäuscht sein!
Okay das habe ich nicht erwartet
Also dieses Buch ist schon ein bisschen wie ein Fiebertraum. Also es war leicht verstörend, teilweise eklig und hier und da echt verrückt. Aber irgendwie ließ es sich ganz gut lesen. Es war mal ein Buch das zum Nachdenken angeregt hat. Und ich persönlich finde jetzt nicht die mega klare message hat. Ich denke einige messeges im Buch sind schon sehr klar, aber einiges wird auch der persönlich Interpretation überlassen. Also ich bin teilweise echt noch verwirrt und empfinde einiges als ungeklärt, aber so denkt man halt mal länger über ein Buch nach. Also ich denke man kann dem Buch mal ne Chance geben. 200 Seiten sind ja auch nicht so viel.
Schwierig! Ein sehr lyrisches Buch. Ich hab das Gefühl, dass ich die Hälfte nicht wirklich verstanden hab und am Ende hat es sich etwas gezogen, aber vom Setting und von der Atmosphäre großartig. Die Thematik ist sehr dunkel und deprimierend. Vielleicht nicht gerade das beste Winterbuch, gleichzeitig passt es aber auch einfach perfekt in die Winterjahreszeit. Spricht von der Schönheit der unendlichen Eislandschaft der Arktis und gleichzeitig von Schmerz und Trauer in einem gigantischen Ausmaß. Kein Gute Laune Buch!!
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Tanya Tagaq wurde 1975 in Cambridge Bay im heutigen Nunavut, Kanada, geboren. Als Performerin, Komponistin und Sängerin wurde sie mit ihren preisgekrönten Alben »Animism« und »Retribution« international bekannt. »Eisfuchs« ist ihr belletristisches Debüt.
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TW: Sexualisierte Gewalt, Kindesmissbrauch // Selten tat ich mich so schwer mit einer Rezension, und auch das Lesen von 'Eisfuchs' viel mir nicht leicht. Ohne meine Lesegruppe, die #lesekreuzung, wäre bei mir vor allem der Gedanke "was zur Hölle passiert hier grade?" hängen geblieben, doch der gemeinsame Austausch und das Hintergrundwissen von einigen anderen hat mir geholfen, das Buch zumindest einordnen zu können, wenn auch nicht gänzlich es zu verstehen. 'Eisfuchs' spielt im Norden Kanadas, in dem das Leben stark geprägt wird durch die Natur: die ewigen dunklen Tage, das Eis, die Kälte, aber auch die hellen Nächte, Polarlichter und das Zusammenrücken der Menschen - letzteres jedoch selten mit positivem Ausgang. Tanya Tagaq erzählt die Geschichte eines Volkes, das durch die Residential Schools stark traumatisiert ist und diese Traumata an ihre Kinder weitergeben. Das Buch thematisiert Residential Schools zwar nicht direkt, jedoch ist (sexualisierte) Gewalt und Kindesmissbrauch allgegenwärtig, ebenso wie Alkoholsucht und andere Schattenseiten der Menschheit. Einige Missbrauchsszenen sind sehr explizit geschildert und verdienen somit eigentlich eine Triggerwarnung, die dem Buch aber fehlt. Andere Szenen sind metaphorisch mit arktischen Tieren beschrieben, überhaupt spielen Tiere und mythische Naturelemente eine sehr große Rolle. 'Eisfuchs' liest sich nicht wie ein klassischer Roman, es ist eher eine Collage an Prosa, Lyrik und ein paar Illustrationen. Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit dem Buch, insbesondere mit dem teilweise starken Bruch zwischen Mythen und realistischen Erzählaspekten. Erst durch den Austausch mit anderen habe ich den Zusammenhang dessen überhaupt (ansatzweise) verstanden. Dennoch fand ich das Buch sehr fesselnd und einige der kreierten (Natur-)Bilder besonders plastisch. Das Buch ist vielleicht nicht das beste Einstiegsbuch für Inuit-Literatur, doch lesenswert ist es im jeden Fall (aus eigener Erfahrung empfehle ich aber unbedingt den gemeinsamen Austausch dazu).
Ein sehr schwieriges Buch, zumindest für mich. Streckenweise erinnerte es mich stark an Marieke Rijneveld, die aufgezeigten Themen sind zumindest anfangs dieselben. Auch die erzählerische Intensität und das Gefühl der Bedrückung während des Lesens stimmen überein. Doch schon bald geht Tagaq eigene Wege. Viel Mythologie fliesst in die Handlung ein. Da ich die Legenden und Sagen der Inuit kaum bis gar nicht kenne, wirkte ein Grossteil davon befremdlich auf mich. Aber gleichzeitig war es auch ein Teil der Faszination, die von diesem Buch ausgeht. Durch die eingestreuten Gedichte bekommt man gleichzeitig einen Eindruck des realen Lebens der kanadischen Urvölker heutzutage. Tragische Schicksale, traurige Wahrheiten kommen so ans Licht. Man fragt sich automatisch, was sich die junge Erzählerin erträumt und was davon wahr ist. Dieses Buch ist für Leser, die es wagen, der Realität in die Augen zu schauen, die sich trauen, ihre Komfortzone zu verlassen, sich auf Neues einzulassen. Für jene, die nicht nur lesen, um zu selbst zu entkommen, sondern sich auch mit dem Leben in seiner härtesten Form zu beschäftigen. Denn genau so ein Buch ist "Eisfuchs".
Die Autorin, eine Inuit, aufgewachsen in den 1970er Jahren im Norden Kanadas, führt uns durch ihre Kultur wie auch ihre Vergangenheit. Die Erzählung bewegt sich zwischen Realität und Mythologie der Inuit. Der kulturelle Umschwung in Kanada, Alkoholkonsum der Einheimischen, Hoffnungslosigkeit, all dies prägt ihre Kindheit und ihre Teenagerjahre. Doch lieber in der Kindheit schwelgen, die noch unberührt war, als an dunkle Gestalten, die sich in Mädchenzimmer schleichen. Was mich dazu gebracht hat, das Buch zu lesen, war einerseits der Klappentext und vor allem das Cover. Doch habe ich mir das Buch ein bisschen anders vorgestellt und konnte fast nichts damit anfangen. Gestalterisch ist es sehr erfrischend aufgebaut. Gedichte, wie auch Zeichnungen und eine Symboltabelle der Inuitschrift, die dabei hilft einen Text ganz in Inuktitut zu übersetzen. Der Schreibstil war wie die Gestaltung sehr speziell und gewöhnungsbedürftig. Ich empfand den Stil manchmal anstrengend und unverständlich, da sie zwischen Zeiten und Erlebnissen hin und her springt, die nichts miteinander zu tun haben. Es liess mich sehr verwirrt zurück. "Eisfuchs" war heftig, beklemmend, aber an manchen Stellen auch wunderschön. Dieses Buch ist sicher keine leichte Lektüre.
Tanya Tagaq ist kanadische Performerin und bekannt für ihren traditionellen Inuk Kehlkopfgesang, den es sich wirklich lohnt, insbesondere in Verbindung mit ihrem literarischen Debüt "Eisfuchs", anzuhören. Die Autorin gibt mit fragmentarischen Textstücken, Gedichten und von Jaime Hernandez beigesteuerten Illustrationen einen faszinierenden Einblick in das Kindsein und Erwachsenwerden in der Polarregion im Norden Kanadas. Dabei webt sie Mythen und Legenden aus der Tradition der Inuit mit ein, die sich im Verlauf immer mehr manifestieren, bis Realität und Fiktion untrennbar ineinanderfließen. Ganz zufällig habe ich "Süßwasser" von Akwaeke Emezi zeitgleich zu diesem Werk gelesen und konnte einige Parallelen feststellen. Bei beiden Werken ist es, zu diesem Schluss bin ich gekommen, wahrscheinlich irrelevant, welche Metaphern, Bedeutungen und Interpretationen am Ende intendiert sind. Die Erzählung mit einer "westlichen Logik" verstehen zu wollen, erschien mir mehr und mehr unangebracht. Vielmehr schafft Tagaq ein Stimmungspanorama, das einen das kalte Eis spüren, die kristallklare Luft riechen und die Polarlichter sehen lässt. Auch spart sie nicht an Details des (Schul-)alltags, den Wünschen, Träumen und Konflikten eines Kindes und andeutungsweise der rauhen und traumatischen Realität im Heimatdorf und auf den Residential Schools. Eine solche Stimme empfinde ich als besonders wertvoll in der literarischen Landschaft, weil sie unkonventionelle Lebensrealitäten wiederspiegelt und erfahrbar macht. Ich hatte mich schon in die mystischen und tiefgründigen Gedanken Tagaqs in Verbindung mit den Alltagsbeobachtungen eines Kindes an der Schwelle zum Erwachsenwerden verliebt, als mir die Handlung in der zweiten Hälfte doch etwas zu "wild" und ungreifbar wurden. Dadurch fällt mir eine Einordnung im Nachhinein etwas schwer und ich könnte mir vorstellen, dass ein Reread neue Aspekte hervorbringt. Dennoch würde ich das Buch jedem ans Herz legen, der sich auf Lyrik und poetische Sprache verbunden mit mystischen und spirituellen Inhalten einlassen möchte.
Inhalt: Wir begleiten die Autorin, eine Inuit, aufgewachsen in den 1970er Jahren im Norden Kanadas, bei der Aufarbeitung und Bewältigung ihrer Vergangenheit. ———— Buchgestaltung: Die Gestaltung des Buches gefällt mir sehr. Der weiß strukturierte Einband ist schlicht gehalten und wirkt dadurch sehr edel, die Haptik ist super. Nebst eines schwarz gezeichneten Fuchskopfes stehen natürlich Autorin, Titel und Verlag auf dem Cover. Gleiches ist auf dem Buchrücken des schwarzen Buches (ohne Einband) zu finden. Hier wurden die Buchstaben eingestanzt und mit blutroter, glänzender Farbe „gefüllt“. Der Buchschnitt ist ebenfalls blutrot. Das Buch ist in kurze Kapitel aufgeteilt, welche entweder keine Überschriften haben, oder Wörter bzw. Jahreszahlen, je nach Stilrichtung des nachfolgenden Kapitels. Nebst der Geschichte gibt es in passender Form Gedichte und schwarz/weiß Zeichnungen. Auch eine Symboltabelle der „Inuitschrift“ ist zu finden, samt eines Textes in dieser Symbolform, welchen man mit Hilfe der Tabelle übersetzen könnte. Spräche man Inuktitut, könnte man es auch verstehen. Auch, dass der Text linksbündig gedruckt wurde und nicht im Blocksatz ist eher ungewöhnlich und hat mich etwas in meinem Lesefluss gestört, da ich die aktuelle Zeile automatisch mit denen darüber verglichen habe. ———— Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin ist gewöhnungsbedürftig und künstlerisch. Die Autorin richtet sich nicht nur allgemein an den unbekannten Leser, um ihre Geschichte zu erzählen, sondern auch in pronominaler Anrede. Man könnte sagen, dass der Schreibstil genauso besonders und anders ist, wie die Gestaltung des gesamten Buches. Dennoch empfand ich den Stil nicht immer poetisch, geschweige denn klar. Manchesmal fand ich es sogar anstrengend. Die Ausdrucksweise der Autorin wird zunehmend vulgärer, aber ihre Erfahrungen auch zunehmend schlimmer. Ein kreatives Stilmittel! ———— Fazit: Das Buch ist lyrisch, polarisierend, mythologisch, dunkel, individuell, vulgär, beklemmend, künstlerisch, eisig, langweilig, verwirrend, surreal, anders, fesselnd- alles zusammen, ineinander übergehend und/oder nacheinander. Aufgrund der ganzen Besonderheiten gebe ich vier Sterne. Inhaltlich/stilistisch würde ich wohl nur drei geben... ! Aber, ganz ehrlich: Lies es nur, wenn du dich auf so etwas einlassen kannst, andernfalls wirst du enttäuscht sein!
Okay das habe ich nicht erwartet
Also dieses Buch ist schon ein bisschen wie ein Fiebertraum. Also es war leicht verstörend, teilweise eklig und hier und da echt verrückt. Aber irgendwie ließ es sich ganz gut lesen. Es war mal ein Buch das zum Nachdenken angeregt hat. Und ich persönlich finde jetzt nicht die mega klare message hat. Ich denke einige messeges im Buch sind schon sehr klar, aber einiges wird auch der persönlich Interpretation überlassen. Also ich bin teilweise echt noch verwirrt und empfinde einiges als ungeklärt, aber so denkt man halt mal länger über ein Buch nach. Also ich denke man kann dem Buch mal ne Chance geben. 200 Seiten sind ja auch nicht so viel.
Schwierig! Ein sehr lyrisches Buch. Ich hab das Gefühl, dass ich die Hälfte nicht wirklich verstanden hab und am Ende hat es sich etwas gezogen, aber vom Setting und von der Atmosphäre großartig. Die Thematik ist sehr dunkel und deprimierend. Vielleicht nicht gerade das beste Winterbuch, gleichzeitig passt es aber auch einfach perfekt in die Winterjahreszeit. Spricht von der Schönheit der unendlichen Eislandschaft der Arktis und gleichzeitig von Schmerz und Trauer in einem gigantischen Ausmaß. Kein Gute Laune Buch!!











