Eine kurze Begegnung
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Book Information
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Emily Itami ist in Tokio aufgewachsen und lebt nun mit ihrer Familie in London. Sie ist als Reiseschriftstellerin und freie Journalistin tätig. »Eine kurze Begegnung« ist ihr Debütroman.
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Zum Glück habe ich meine Komfortzone verlassen!
Dieses Buch habe ich nur ausgewählt, weil es um Japan, seine Traditionen und Kultur geht. Da ich dieses Land demnächst bereisen werde. Und es hat sich so gelohnt! Die Einblicke sind wirklich toll und fühlen sich sehr realitätsnah an. Ich weiss nicht, wie ich das Leseerlebnis in Worte fassen soll, falls sich das ändern sollte, wird dieser Eintrag erweitert. Ich empfehle dieses Buch allen, die interessiert sind an neuen Erfahrungen. An einem Einblick in eine japanische Familie, die mit dem Alltag zu kämpfen hat vorallem aus der Sicht der Frau.
„Elternschaft ist brutal - es gibt keine andere Aktivität auf der Welt, für die man zwei Jahre lang viermal pro Nacht aufstehen muss, um am Ende gerade mal im Rennen um Mittelmäßigkeit zu sein.“ (S. 62) Mizuki lebt mit Ehemann und zwei Kindern in einem schicken Appartement in Tokio und hat oberflächlich betrachtet, alles, was sie zu einem glücklichen Leben braucht. Dass sie jedoch für dieses Leben ihre eigene Karriere aufgegeben hat, ihr Ehemann eher mit seinem Job als mit ihr verheiratet zu sein scheint und auch ihre Kinder nicht ausschließlich Quell der Freude sind, steht auf einem anderen Blatt. Eines Tages begegnet sie dann Kiyoshi, der ihr zuhört, sich für das, was sie ist und zu sagen hat, interessiert… und muss sich mehr und mehr fragen, was sie eigentlich vom Leben erwartet. Wieviel Selbstbestimmung will und kann sie haben? Was ist in der japanischen Gesellschaft überhaupt realistisch (insbesondere im Vergleich zur amerikanischen, die sie auch kennengelernt hat)? Thematisch ist „Eine kurze Begegnung“ toll und greift wichtige Aspekte des Mutter- und Frau-Seins auf, über die ansonsten wenig gesprochen wird. Insbesondere über die Erwartungshaltung gegenüber Frauen und Müttern, die in der japanischen Gesellschaft offensichtlich noch deutlich höher zu sein scheint als in unserer, erfährt man einiges. Ebenso habe ich viel über generelle gesellschaftliche Erwartungen und Konventionen in Japan gelernt, beispielsweise auf wie viele unterschiedliche Arten Japaner*innen ‚nein‘ sagen können ohne es tatsächlich zu sagen. Emotional hab ich allerdings leider keine wirkliche Verbindung zur Protagonistin Mizuki aufbauen können. Irgendwie ist sie mir bis zum Ende fremd und fern geblieben, auch wenn ich ihre Gedanken und Gefühle vielfach objektiv gut nachvollziehen konnte. Zusätzlich mochte ich sehr, dass die Verbindung zwischen Mizuki und Kiyoshi nicht auf Körperliches reduziert wird, sondern auch die vielfältigen weiteren menschlichen Bedürfnisse in den Blick genommen werden. Inhaltlich auf jeden Fall eine Leseempfehlung, allerdings mit leichten Abzügen hinsichtlicher der emotionalen Tiefe (zumindest von mir so wahrgenommen).
Mizuki lebt in Tokio, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Dennoch will es ihr nicht recht gelingen, sich an die perfekten Ehefrauen um sie herum anzupassen, die schockiert sind, wenn sie ihr Kind tatsächlich ein paar Minuten zu spät aus dem Kindergarten abholt oder erwähnt, sich einen Bikini kaufen zu wollen. Ehemann Tatsu arbeitet viel zu viel und wenn er zuhause ist, beschäftigt er sich lieber mit seinem Handy als mit ihr. Als Mizuki dann eines Tages in einem Café Kiyoshi begegnet, muss sie sich fragen, was sie eigentlich vom Leben erwartet. „Eine kurze Begegnung“ ist der Debütroman der Journalistin und Reiseschriftstellerin Emily Itami, die selbst in Tokyo aufwuchs und inzwischen in London lebt. Erzählt wird die Handlung aus Mizukis Perspektive in der Ich- und Gegenwartsform, was dem Ganzen eine gewisse Unmittelbarkeit verleiht und uns ihr Gefühlschaos besser nachvollziehen lässt. Die Geschichte geht dabei jedoch weit über eine klassische heimliche Affäre hinaus. In ihrer Jugend verbrachte Mizuki ein Jahr in den USA – eine Erfahrung, die sie nachhaltig beeinflusst hat. Als sie zurückkommt, wird sie von allen als seltsam und fremd gefunden und kann sich nicht mehr recht in den japanischen Lebensstil einfügen. Ihre Ehe mit Tatsu und die Geburt der beiden Kinder scheint wie ein Versuch, nicht immer nur eine Außenseiterin zu bleiben. Da ergibt es auch Sinn, dass sie es inzwischen zum Beruf gemacht hat, Ausländern, die in Japan leben, die Eingewöhnung zu erleichtern. Die Beziehung zu Kiyoshi wird unglaublich zart und geschmackvoll beschrieben. Zwischen den beiden geht es nicht einfach nur um schnellen Sex oder Bestätigung des eigenen Egos. Mizuki fühlt sich endlich wieder als Mensch gesehen, verbringt unbeschwerte Tage und führt tiefgehende Gespräche. Sie zeigt Kiyoshi die Orte ihrer Kindheit und er beginnt, sie auch in seine beruflichen Projekte mit einzubinden. Dennoch wissen beide, dass ihre gemeinsame Zeit erst einmal nur geborgt ist – doch wäre ihre Beziehung noch genauso, wenn Mizuki sich von ihrem Mann trennt? Will sie das überhaupt? Ein toller Roman über die Erwartungen an Frauen.
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Emily Itami ist in Tokio aufgewachsen und lebt nun mit ihrer Familie in London. Sie ist als Reiseschriftstellerin und freie Journalistin tätig. »Eine kurze Begegnung« ist ihr Debütroman.
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Zum Glück habe ich meine Komfortzone verlassen!
Dieses Buch habe ich nur ausgewählt, weil es um Japan, seine Traditionen und Kultur geht. Da ich dieses Land demnächst bereisen werde. Und es hat sich so gelohnt! Die Einblicke sind wirklich toll und fühlen sich sehr realitätsnah an. Ich weiss nicht, wie ich das Leseerlebnis in Worte fassen soll, falls sich das ändern sollte, wird dieser Eintrag erweitert. Ich empfehle dieses Buch allen, die interessiert sind an neuen Erfahrungen. An einem Einblick in eine japanische Familie, die mit dem Alltag zu kämpfen hat vorallem aus der Sicht der Frau.
„Elternschaft ist brutal - es gibt keine andere Aktivität auf der Welt, für die man zwei Jahre lang viermal pro Nacht aufstehen muss, um am Ende gerade mal im Rennen um Mittelmäßigkeit zu sein.“ (S. 62) Mizuki lebt mit Ehemann und zwei Kindern in einem schicken Appartement in Tokio und hat oberflächlich betrachtet, alles, was sie zu einem glücklichen Leben braucht. Dass sie jedoch für dieses Leben ihre eigene Karriere aufgegeben hat, ihr Ehemann eher mit seinem Job als mit ihr verheiratet zu sein scheint und auch ihre Kinder nicht ausschließlich Quell der Freude sind, steht auf einem anderen Blatt. Eines Tages begegnet sie dann Kiyoshi, der ihr zuhört, sich für das, was sie ist und zu sagen hat, interessiert… und muss sich mehr und mehr fragen, was sie eigentlich vom Leben erwartet. Wieviel Selbstbestimmung will und kann sie haben? Was ist in der japanischen Gesellschaft überhaupt realistisch (insbesondere im Vergleich zur amerikanischen, die sie auch kennengelernt hat)? Thematisch ist „Eine kurze Begegnung“ toll und greift wichtige Aspekte des Mutter- und Frau-Seins auf, über die ansonsten wenig gesprochen wird. Insbesondere über die Erwartungshaltung gegenüber Frauen und Müttern, die in der japanischen Gesellschaft offensichtlich noch deutlich höher zu sein scheint als in unserer, erfährt man einiges. Ebenso habe ich viel über generelle gesellschaftliche Erwartungen und Konventionen in Japan gelernt, beispielsweise auf wie viele unterschiedliche Arten Japaner*innen ‚nein‘ sagen können ohne es tatsächlich zu sagen. Emotional hab ich allerdings leider keine wirkliche Verbindung zur Protagonistin Mizuki aufbauen können. Irgendwie ist sie mir bis zum Ende fremd und fern geblieben, auch wenn ich ihre Gedanken und Gefühle vielfach objektiv gut nachvollziehen konnte. Zusätzlich mochte ich sehr, dass die Verbindung zwischen Mizuki und Kiyoshi nicht auf Körperliches reduziert wird, sondern auch die vielfältigen weiteren menschlichen Bedürfnisse in den Blick genommen werden. Inhaltlich auf jeden Fall eine Leseempfehlung, allerdings mit leichten Abzügen hinsichtlicher der emotionalen Tiefe (zumindest von mir so wahrgenommen).
Mizuki lebt in Tokio, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Dennoch will es ihr nicht recht gelingen, sich an die perfekten Ehefrauen um sie herum anzupassen, die schockiert sind, wenn sie ihr Kind tatsächlich ein paar Minuten zu spät aus dem Kindergarten abholt oder erwähnt, sich einen Bikini kaufen zu wollen. Ehemann Tatsu arbeitet viel zu viel und wenn er zuhause ist, beschäftigt er sich lieber mit seinem Handy als mit ihr. Als Mizuki dann eines Tages in einem Café Kiyoshi begegnet, muss sie sich fragen, was sie eigentlich vom Leben erwartet. „Eine kurze Begegnung“ ist der Debütroman der Journalistin und Reiseschriftstellerin Emily Itami, die selbst in Tokyo aufwuchs und inzwischen in London lebt. Erzählt wird die Handlung aus Mizukis Perspektive in der Ich- und Gegenwartsform, was dem Ganzen eine gewisse Unmittelbarkeit verleiht und uns ihr Gefühlschaos besser nachvollziehen lässt. Die Geschichte geht dabei jedoch weit über eine klassische heimliche Affäre hinaus. In ihrer Jugend verbrachte Mizuki ein Jahr in den USA – eine Erfahrung, die sie nachhaltig beeinflusst hat. Als sie zurückkommt, wird sie von allen als seltsam und fremd gefunden und kann sich nicht mehr recht in den japanischen Lebensstil einfügen. Ihre Ehe mit Tatsu und die Geburt der beiden Kinder scheint wie ein Versuch, nicht immer nur eine Außenseiterin zu bleiben. Da ergibt es auch Sinn, dass sie es inzwischen zum Beruf gemacht hat, Ausländern, die in Japan leben, die Eingewöhnung zu erleichtern. Die Beziehung zu Kiyoshi wird unglaublich zart und geschmackvoll beschrieben. Zwischen den beiden geht es nicht einfach nur um schnellen Sex oder Bestätigung des eigenen Egos. Mizuki fühlt sich endlich wieder als Mensch gesehen, verbringt unbeschwerte Tage und führt tiefgehende Gespräche. Sie zeigt Kiyoshi die Orte ihrer Kindheit und er beginnt, sie auch in seine beruflichen Projekte mit einzubinden. Dennoch wissen beide, dass ihre gemeinsame Zeit erst einmal nur geborgt ist – doch wäre ihre Beziehung noch genauso, wenn Mizuki sich von ihrem Mann trennt? Will sie das überhaupt? Ein toller Roman über die Erwartungen an Frauen.








