Eine Blume ohne Wurzeln

Eine Blume ohne Wurzeln

Hardback
4.07

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Description

Die Geschichte einer Rebellion zwischen allen Stühlen Coming of Age: zwischen Wiener Gemeindebau und rigiden Rollenbildern Nada Chekh wuchs im Wiener Gemeindebau auf. Zwischen den moralischen Vorstellungen und Werten ihrer Eltern, „ihrer Community“ und unter den kritischen Blicken jener, zu denen sie gehören will, zu denen sie eigentlich auch gehört. Aber Zugehörigkeit ist so viel mehr als nur ein Wort. Und schwer zu finden, wenn man in mehreren Welten aufwächst. Und dann sind da noch die eigenen Wünsche und die Bedürfnisse, das Leben selbst zu gestalten. Denn schon früh beginnt in ihr der Wunsch nach Selbstbestimmung und die Wut darauf, nach den unnachgiebigen Normen anderer leben zu müssen. Nada Chekh erzählt von der Kluft, die sich zwischen Menschen öffnet, wenn Ansprüche nicht übereinstimmen. Von der Distanz zu jenen, die sie verstehen sollten, es aber nicht können. Vom Schmerz, der entsteht und nach einem Ventil sucht. Und sie erzählt von Beobachtung und Überwachung, davon, wie es sich anfühlt, stets unverschuldet eine Rechtfertigung für das eigene Handeln parat haben zu müssen. Eine Geschichte, die weit über das Persönliche hinausgeht Diese Geschichte beginnt in Österreich, aber eigentlich schon viel früher: nämlich im Konflikt und mit dem Trauma jener, die in 1. Generation Kinder in einem Land großziehen, das strukturell für andere errichtet wurde. Der Vater aus Palästina, die Mutter aus Ägypten. Beide haben die inhärente Ablehnung, die von der weißen Mehrheitsgesellschaft ausgehen kann, erfahren. Die Autorin fragt nach: Was prallt da eigentlich aufeinander? Ideen, Überzeugungen, Kulturen – oder auch Ängste und Erfahrungen? Wie viel hat das alles mit dem Patriarchat zu tun? Mit geschlechterspezifischer Doppelmoral und stereotypen Vorurteilen, die auf allen Seiten immer noch vorherrschen? Wie können Liebe und Fürsorge füreinander – für sich selbst – mit Regeln und Grenzen koexistieren? Wenn der Wurm Zähne bekommt Mit viel Einfühlungsvermögen und Humor reflektiert sie über das Erwachsenwerden in verschiedenen Kulturen. In eindringlichen Anekdoten lässt uns Nada ganz nah an sich heran, nimmt uns mit in das Daheim ihrer Kindheit und Jugend. Nimmt uns an der Hand und zeigt uns, wie Selbstermächtigung aussehen kann. Sie schreibt über das Aufstehen im Religionsunterricht, über die Komplikationen, die für eine junge Frau wie sie bei Dates oder Student*innen-Parties lauern. Sie erzählt von der selbstverständlichen Bewertung von Mädchen und Frauen, vom Risiko, eigene Entscheidungen zu treffen, und vom Risiko, es nicht zu tun. Es geht aber auch um das Zusammenfinden, immer und immer wieder, das aufeinander Zugehen, Stück für Stück. Denn manchmal ist es gerade der Abstand, der zu einer neuen Nähe – und zu sich selbst – führen kann.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Autobiographies
Format
Hardback
Pages
224
Price
17.90 €

Posts

3
All

Nada ist Österreicherin und Tochter arabisch-muslimischer Migraten, die in einem Wiener Sozialbau aufwächst. Das heißt für sie: 🗣️ Die Sprache ihrer Eltern nicht fließend zu sprechen, 🇦🇹 Unter Österreicher:innen nicht als solche wahrgenommen zu werden, 🔥 Ständig zu rebellieren & 🚺 Gegen das Patriarchat zu kämpfen

In „Eine Blume ohne Wurzeln – Wie ich Selbstbestimmung zwischen Doppelleben und Doppelmoral fand“ von Nada Chekh, erschienen im Haymon Verlag, erzählt die Autorin uns anhand ihrer eigenen Biografie, wie es ist in keine Welt wirklich zu gehören und zwischen den Stühlen aufzuwachsen. Gerade das Aufwachsen mit geschlechterspezifischer Doppelmoral und Vorurteilen hat viel Schmerz in der Autorin ausgelöst. Trotzdem vermittelt sie ihre Vergangenheit mit viel Humor und Einfühlungsvermögen. Dadurch macht sie der Leserschaft sichtbar, dass nicht alles schwarz-weiß ist. Ich fand beeindruckend, wie kritisch sie ihr eigenes Leben reflektiert hat und wie offen sie mit ihren Ängsten und Problemen umgegangen ist. Gerade weil sie ihre Community liebt, kann sie diese offen kritisieren und man spürt die Liebe zu ihrer Familie genauso, wie ihren noch immer andauernden Kampf mit den Ungerechtigkeiten. Der Haymon Verlag hat das Buch um ihre eigenen Illustrationen ergänzt, die das schmale Format noch abrunden. Im Oktober wurde ich für dieses Leseexemplar vom Verlag angefragt und freue mich wirklich, dieses Buch gelesen zu haben – auch wenn die Rezension krankheitsbedingt länger gedauert hat.

5

Was für eine bewegende Lektüre! Nada Chekh erzählt in diesem Buch von ihrer Reise zu ihrem heutigen Leben, wie sie selbst es im Vorwort ausdrückt, welches sich so stark von jenem unterscheide, das ihr als Zweitjüngster unter fünf Geschwistern von ihrem aus Palästina stammenden Vater und ihrer ägyptischen Mutter sowie der arabischen Community in Wien vorgelebt wurde. Eine (emotionale) Verbindung zu den beiden Herkunftsländern der Eltern hat sie nicht wirklich, am ehesten noch zum Islam, doch auch religiös ist sie heute nicht. Heute ist sie Journalistin, die vor allem über die Beweggründe der multiethnischen Community in Österreich schreibt, Missstände und Langzeittabus mit inbegriffen.

Was für eine bewegende Lektüre! Nada Chekh erzählt in diesem Buch von ihrer Reise zu ihrem heutigen Leben, wie sie selbst es im Vorwort ausdrückt, welches sich so stark von jenem unterscheide, das ihr als Zweitjüngster unter fünf Geschwistern von ihrem aus Palästina stammenden Vater und ihrer ägyptischen Mutter sowie der arabischen Community in Wien vorgelebt wurde. Eine (emotionale) Verbindung zu den beiden Herkunftsländern der Eltern hat sie nicht wirklich, am ehesten noch zum Islam, doch auch religiös ist sie heute nicht. Heute ist sie Journalistin, die vor allem über die Beweggründe der multiethnischen Community in Österreich schreibt, Missstände und Langzeittabus mit inbegriffen. Eben das sind auch die Themen, mit denen sie sich bereits ihr Leben lang gezwungenermaßen auseinandersetzt. Privatsphäre war während ihres Aufwachsens ein absolutes Fremdwort und ihre Tagebücher der einzige Zufluchtsort. Die in diesem Buch ebenfalls abgedruckten Zeichnungen stammen daraus. Es ist sowohl beeindruckend als auch schmerzhaft darüber zu lesen, wie sehr sie unter den Freiheitseinschränkungen zuhause zu leiden hatte, ihre Freundschaften an den kulturellen Unterschieden zerbrachen, wie Community sowohl Zugehörigkeit als auch Überwachung, Kontrolle, Gefängnis und Konkurrenzkampf bedeuten kann und letztlich auch über das Erlernen davon, die eigenen Grenzen zu verteidigen und auszubrechen. Es hat mich sehr gefreut, dass sie ihr Leben nun frei leben und ihre Meinung frei äußern kann und dennoch einen versöhnlichen Umgang mit ihrer Familie pflegt – die durch ihre Heirat im letzten Jahr noch gewachsen ist. Allerdings ist ihr Mann Russe und durch den Ukraine-Krieg von seiner Familie abgeschnitten. Wäre dieses Buch nur etwas später erschienen, hätte der inzwischen an Schärfe gewonnene Nah-Ost-Konflikt mit Sicherheit ebenfalls Erwähnung gefunden und ich kann mir nicht vorstellen, wie es sich anfühlen muss, von gleich zwei Kriegen auf einmal betroffen und auseinandergerissen zu sein. Von mir eine klare Lese-Empfehlung! Herzlichen Dank an den Haymon Verlag für dieses Rezensionsexemplar! TW: Krieg, (häusliche) Gewalt, Depression, Selbstverletzung (diese Themen werden auch im Vorwort genannt), Genozid, Tierschlachtung, Ableismus, Rassismus

Was für eine bewegende Lektüre!

Nada Chekh erzählt in diesem Buch von ihrer Reise zu ihrem heutigen Leben, wie sie selbst es im Vorwort ausdrückt, welches sich so stark von jenem unterscheide, das ihr als Zweitjüngster unter fünf Geschwistern von ihrem aus Palästina stammenden Vater und ihrer ägyptischen Mutter sowie der arabischen Community in Wien vorgelebt wurde. Eine (emotionale) Verbindung zu den beiden Herkunftsländern der Eltern hat sie nicht wirklich, am ehesten noch zum Islam, doch auch religiös ist sie heute nicht. Heute ist sie Journalistin, die vor allem über die Beweggründe der multiethnischen Community in Österreich schreibt, Missstände und Langzeittabus mit inbegriffen.
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