Eine beiläufige Entscheidung

Eine beiläufige Entscheidung

Hardback
3.813

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Description

Maren Wurster erzählt die Geschichte einer Frau, die vor ihrer Mutterschaft flieht, und die eines Jungen, der mutterlos aufwächst. „Die außergewöhnlichste Mutter-Sohn-Geschichte, die ich je gelesen habe.“ (Stefanie de Velasco) Eine Frau versteckt sich in einem Ferienhaus, aus ihren Brüsten läuft Milch, sie kauert sich zusammen, versucht die Stimme ihres Babys aus dem Kopf zu bekommen, des kleinen Jungen, der immer schreit und nie schläft. Vor ihm ist sie weggelaufen. Ein Junge lebt im Internat, seine Mutter hat er nie kennengelernt. Wenn er in der Werkstatt mit Holz arbeitet, spürt er eine wütende Energie, die er genießt und nicht versteht und die ihn antreibt, etwas im Holz freizulegen, aber was? In einer so präzisen wie unerschrockenen Sprache erzählt Maren Wurster von der Einsamkeit eines zurückgelassenen Kindes und der Verzweiflung einer Mutter, die eine radikale, gesellschaftlich geächtete Entscheidung trifft, und lässt dabei beide Perspektiven aus unterschiedlichen Richtungen aufeinander zurollen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
160
Price
22.70 €

Author Description

Maren Wurster, geboren 1976, studierte Filmwissenschaften und Philosophie in Köln und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2017 erschien ihr Roman Das Fell, 2021 folgte ihr Memoir Papa stirbt, Mama auch, 2022 der Roman Eine beiläufige Entscheidung ebenso wie der Essay "Totenwache". Eine Erfahrung. In dem literarischen Projekt "Archäologie des Verlusts" hat sie Autor:innen eingeladen, ihre Verluste auszugraben, die Texte und Fragmente wurden 2022 in der Volksbühne Berlin präsentiert. Zusammen mit Petra Kappler hat sie das Heft Akzente 1/2023 mit den Texten des Projekts herausgegeben.

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3.5

EINE BEILÄUFIGE ENTSCHEIDUNG Maren Wurster Damals war es bei Lena und Robert Liebe auf dem ersten Blick. Meistens war er auf Geschäftsreise, aber am Wochenende trafen sie sich, schmissen Pillen ein und feierten die ganze Nacht durch. Mit ihrer Babypille nahm sie es nicht so genau. Mal nahm sie eine, dann zwei Tage wieder keine - das gab ein schönes Muster in der Blisterverpackung. Als sie kurz darauf schwanger wurde, traf sie die beiläufige Entscheidung das Kind zu bekommen, er wollte eher kein Kind. Doch jetzt sitzt sie hier im Schrank, in der Holzhütte ihres Schwagers, und hat seit mehreren Tagen nichts mehr gegessen. Die Brüste schmerzen und die Milch fließt, aber Schreibaby Konrad braucht ihre Milch nicht mehr - ihn hat sie verlassen. Konrad wächst ohne Mutter auf. Sie hat ihn als Baby verlassen. Doch er hatte Una. Sie war es, die sein aufgeschürftes Knie reinigte und seine Tränen trocknete - Vater Robert war selten da. Heute lebt er in einem Internat, Freunde hat er nicht, nur zu Kaspar fühlt er sich hingezogen. Seine Emotionen und Wut kann er kaum unter Kontrolle halten, da hilft nur das Holz im Wald, das er bearbeitet. Holz beruhigt ihn, Holz ist sein Katalysator, es weckt und stimuliert ihn - doch dann passiert ein Unfall... Maren Wursters Roman kann man von beiden Seiten beginnen zu lesen. Beide Erzählstränge laufen aufeinander zu. Auf der einen Seite erzählt Lena ihre Geschichte, wie sie unter postnataler Depression leidet und vollkommen überfordert ist und auf der anderen Seite erzählt uns Konrad von seinem Schmerz. In der Mitte des Buches rasen die Geschichten mit voller Wucht aufeinander. So musste ich mich entscheiden, mit welcher Geschichte ich beginnen möchte und habe mich für die von Lena entschieden. Es ist ein wütendes Buch, tragisch und voller Traurigkeit; ein schmales Buch, was so schwer wiegt - mehr Lesezeit einfordert als jedes Buch mit 500 Seiten. Da ich selber ein Schreibaby hatte, konnte ich Lena in einigen Situationen sehr gut verstehen. Leseempfehlung für alle, die einen besonderen und wütenden Schreibstil mögen. 3½ Sterne

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5

Ein intensives, gewaltiges Buch. Es strahlt Stärke und Schwäche gleichermaßen aus. Es geht um Liebe und absolut schmerzhaften Verlust. Die Metaphern die hier für diese verlorene Liebe zwischen Mutter und Sohn benutzt werden sind sowohl großartig als auch wahnsinnig schmerzhaft. Der Schreibstil ist nüchtern und gibt Gefühle wahrheitsgetreu wieder. Eine Perspektive konnte ich mehr verstehen als die andere. Trotz allem habe ich mit beiden mitgefühlt, sie gesehen und konnte Mitgefühl zeigen. Lena und Konrad zwei verlorene Seelen, deren Heilung aber nicht unmöglich ist. Für mich ein Buch, dass die Welt still stehen lässt und dabei hört man seinen eigenen Puls in den Ohren. Oftmals waren bestimmte Szenen nur schwer zu ertragen. Für mich ein extrem gelungener Text.

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